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Weissenstein (427)
Sonntag 23.11.2014

Anfahrt: Rielasingen - Schaffhausen - Jestetten - Bülach - Wettingen - Aarau - Olten - Solothurn - Rüttenen - Falleren

Route: Falleren - Forsthaus - Schattenberg - Balmfluechöpfli - Röti - Kurhaus Weissenstein - Hint. Weissenstein - Oberdorf - Falleren

Gehzeit: ca. 5:50 h
Falleren - Forsthaus  ... 0:15 h
Forsthaus - Schattenberg  ... 1:15 h
Schattenberg - Balmfluechöpfli  ... 0:30 h
Balmfluechöpfli - Röti  ... 0:45 h
Röti - Kurhaus  ... 0:35 h
Kurhaus - Hint. Weissenstein  ... 0:55 h
Hint. Weissenstein - Oberdorf  ... 0:55 h
Oberdorf - Falleren  ... 0:40 h

Höhendifferenz: ca. 1000m

Distanz: ca. 17km

Knapp zwei Stunden Autofahrt im Nebel, das kann nur noch besser werden. Der Wanderparkplatz, der auf der Karte des Tablet-PCs bei Falleren aufgeführt ist, ist wohl etwas unklar, denn die Wanderkameraden warten an der Ecke Chuchigrabenstrasse - Oberrüttenenstrasse, mitten auf der Strassenkreuzung. Wir verteilen die Autos am schlammigen Strassenrand des Waldsträsschens, immerhin ohne Parkuhren.

Bei den letzten Häusern von Falleren finden wir einen Steg über den Chesselbach, und auf der anderen Seite des Baches, am Rande des Forstweges, einen Wanderwegweiser, der u.a. auch die Wanderziele Balmfluhchöpfli, Röti und Weissenstein anzeigt. Letzteres ist mit einer Gehzeit von 3 Std. 30 Min. angeschrieben. In Bachnähe laufen wir den Forstweg leicht ansteigend, etwa neunhundert Meter in Richtung Norden, bis zum Forsthaus.

Der Plan war, über den Clubweg (so bei hikr.org) den Vorberg hinauf zu steigen. Dazu hätte man ab dem Forsthaus weiter auf der linken Seite am Chesselbach entlang laufen müssen. Auf der Kompasskarte ist der Clubweg nicht eingezeichnet. Vor Ort verpassen wir die richtige Abzweigung und folgen stattdessen dem Wanderwegweiser, der nach Weissenstein noch eine Gehzeit von 3 Std. 20 Min. anzeigt. Nach Überquerung des Chesselbachs wendet sich der Forstweg in Richtung Osten.

Langsam lichtet sich der Nebel nach oben und steile Felswände kommen zum Vorschein. Vom Forstweg, der nach etwa einem halben Kilometer einen Linksbogen macht, zweigt nach rechts ein Pfad ab, der durch eine gelbe Raute und einem gelben Pfeil am benachbarten Baum als Wanderweg gekennzeichnet ist. Fast einen Kilometer bleibt nun der schmale, etwas steilere Pfad der Richtung Westen treu, bis er dann die letzten dreihundert Höhenmeter im groben Zickzack zur Grathöhe ansteigt.

Unser Aufstiegsweg kreuzt auf der Grathöhe den Gratweg, der vom Nesselboden zum Balmfluechöpfli führt. Es reicht nicht, dass der Wanderwegweiser zum Balmfluechöpfli nach rechts zeigt, zusätzlich ist am Wanderwegweiser noch der Text "Weg rechts" angeschrieben. Zwischen Baumlücken hindurch sehen wir über dem Nebelmeer am Horizont die Silhouette der Berner Alpen. Natürlich gehören Eiger, Mönch und Jungfrau auch dazu.

Neugierig schauen wir uns die ersten fünfzig Meter des Gratweges in Richtung Nesselboden an, bevor wir uns auf den Weg in entgegengesetzter Richtung, zum Balmfluechöpfli machen. Der schmale Gratweg ist teils gut ausgetreten, teils auf den felsigen Abschnitten kaum erkennbar, aber am schmalen Grat nicht zu verfehlen. Von einer baumfreien Passage sehen wir zum Gipfelaufbau des Balmfluechöpfli hinüber. Unterhalb des Geländers auf dem Gipfelplateau ist im senkrechten Fels eine unzugängliche Hütte zu erkennen.

Nach einem halben Kilometer spannendem Gratweg zweigt nach links ein Wanderweg zum Röti ab. Wir laufen geradeaus weiter, entlang einer senkrechten Felswand und machen einen Abstecher zum gut einhundert Meter entfernten Balmfluechöpfli. Am Gipfel erwartet uns eine herrliche Aussicht über ein weites Wolkenmeer zu der langen Alpenkette. Im Westen glauben wir sogar, den Turm auf dem höchsten Juragipfel, dem Chasseral (1607m ü.M.), sehen zu können.

Der frische Wind treibt uns aber bald wieder vom Gipfel fort. Durch den Wald steigen wir bis in eine Senke ab, wo sich Wanderwege kreuzen. Auf dem kürzesten Weg könnte man in vierzig Minuten direkt zum Kurhaus Weissenstein laufen. Wir wollen aber noch einen Abstecher auf den Aussichtsberg Röti machen, zu dem auf dem Wanderwegweiser eine Gehzeit von 25 min angeschrieben ist. Durch einen blattlosen, sonnendurchfluteten Laubwald steigen wir einen dreiviertel Kilometer in Richtung Westen auf.

Den Anstieg können wir über einen langen Abschnitt überblicken, was nicht gerade zur Ermunterung beiträgt. Doch dann können wir oberhalb einer Weide ein unscheinbares Gipfelkreuz sehen. Ein roter Wanderwegweiser mit der Aufschrift "Umleitung Wanderweg" führt uns im grossen Bogen um die Weide herum. Solange die Weide genutzt wird, ist sie eingezäunt, doch jetzt, Ende November, liegen die Drähte auf dem Boden. Trotzdem folgen wir der Umleitung.

Schon während des Anstieges entlang der Weide zum Gipfel, blicken wir Richtung Osten über die Bergkante in die Tiefe und sehen dort auf Balmberg, den Chamben und Höllchöpfli, umringt von einem weissen Nebelmeer. Auf dem Gipfel pfeift uns wieder der kalte Wind um die Ohren und wir sind nicht alleine. Menschenmassen tummeln sich auf dem weiten, grasbedeckten Gipfelplateau und bewundern die herrliche Sicht in alle Himmelsrichtungen.

Während sich die Ortschaft Welschenrohr unter der Nebeldecke versteckt, sehen wir doch hinüber zum grossen Bärenloch, einer Höhle in der steilen Felswand, wo wir im April über die Wolfschlucht hin gelaufen waren. Auch die Wolfschlucht ist gerade noch über der Nebeldecke zu sehen. Die Alpenkette wird langsam von oben durch eine Wolkendecke zugedeckt. Wir steigen westwärts über die Wiesen Richtung Weissenstein ab und begegnen dabei unzähligen Spaziergängern. Am Wanderwegweiser auf dem Gipfel des Röti ist Weissenstein mit einer Gehzeit von 30 min angeschrieben.

Bei der Annäherung an das Kurhaus Weissenstein wird uns auch klar, woher die vielen Spaziergänger kommen. Hunderte von Autos sind auf der Passhöhe um das Kurhaus Weissenstein geparkt. Wir sehen schwarz für eine Einkehr auf der Terrasse des Kurhauses. Und genau so kommt es dann auch. Wie in einem Bienenstock wimmelt es von Menschen rund ums und im Kurhaus. Wir erkundigen uns, ob das Gasthaus Hinter Weissenstein geöffnet hat und erhalten die Auskunft, dass dort wegen Urlaub geschlossen ist.

Trotzdem bleiben wir nicht länger beim Kurhaus Weissenstein, sondern flüchten vor dem Trubel und machen uns auf den Weiterweg. Neben dem Kurhaus passieren wir den futuristischen Bau der Bergstation einer Seilbahn, die am 20.12.2014 eröffnet werden soll. Auf den wenigen Metern zum Sennhaus hinunter kommen uns duzende von Tagestouristen entgegen. Wir laufen das Passsträsschen in Richtung Norden, bis es einen Rechtsbogen macht und links das Strässchen nach Hinter Weissenstein abzweigt.

Vom Strassenrand führt ein kaum sichtbarer, unbeschilderter Trampelpfad die steile Böschung hinauf. Bei den ersten Bäumen kreuzt der Trampelpfad einen Querpfad, in den wir nicht abzweigen. Wir steigen wenige Meter weiter bis zur Grathöhe. Dort wenden wir uns nach links und folgen nahezu weglos dem Grat in Richtung Westen. Auf der linken Seite sehen wir zum Strässchen hinunter, das bis Hinter Weissenstein nahezu parallel zur Gratlinie verläuft.

Während den anderthalb Kilometern Marsch auf dem bewaldeten Grat distanziert sich das parallel verlaufende Strässchen immer mehr in der Höhe. In der Nähe von Hinter Weisenstein beträgt der Höhenunterschied etwa einhundert Meter. Ein weisser Wanderwegweiser zeigt an einer Abzweigung nach links Hinter Weissenstein an und nennt den Weg Hammerweg. In einem Linksbogen steigen wir den Hammerweg an Felswänden vorbei Richtung Süden von der Grathöhe ab. Nach einigen Höhenmetern wenden wir uns an einer Abzweigung nach rechts, da wir im Westen durch die Bäume schon das Gebäude von Hinter Weissenstein sehen können. Weniger steil führt uns der knapp vierhundert Meter lange Abschnitt gemächlich aus dem Wald heraus, etwas oberhalb vom Gasthaus Hinter Weissenstein am Gebäude vorbei.

Schliesslich laufen wir die letzten siebzig Meter direkt auf das Gasthaus zu, in dessen Umgebung sich einige Personen aufhalten. Vor dem Haus weht eine Schweizer Flagge, was eigentlich darauf hin deutet, das das Gasthaus geöffnet ist. Tatsächlich sind auf der Terrasse alle Tische belegt und die Einkehrer erfreuen sich an Speis und Trank. Im Gastraum wird gerade ein Tisch frei, so dass auch wir zur erhofften und nicht mehr geglaubten Einkehr kommen.

Nur die irgendwann zu erwartende Dämmerung zwingt uns zum Beenden der Einkehr. Erst zweihundert Meter vom Gasthaus entfernt, in Richtung Kurhaus, finden wir jede Menge Wanderwegweiser. Nach rechts zeigt einer der Wanderwegweiser Oberdorf mit einer Gehzeit von 1 h an. Bis zum nächsten Wanderwegweiser am Waldrand führt der Wanderweg den Wiesenhang hinab. Der Wanderwegweiser zeigt jetzt noch eine Gehzeit von 50 min bis Oberdorf an.

Auf einem schroffen und steinigen, teilweise laubbedeckten Waldweg steigen wir kurvenreich bis zu einem Steinbruch dreihundert Höhenmeter ab. Auf beiden Seiten ragen hohe Felswände empor. Über die Baumgipfel im Süden sehen wir ein letztes Mal zum Nebelmeer. Der Wanderweg mündet unterhalb des Steinbruchs in eine Autostrasse. Biker kreuzen die Strasse und verschwinden auf der anderen Seite über einen nicht markierten Pfad im Wald. Wir machen es ihnen nach, nur ohne Bike.

Nach einhundertfünfzig Metern mündet auch dieser Pfad wieder in die Autostrasse. Wir laufen am Strassenrand zweihundert Meter bis Station Oberdorf. Die Bahnlinie verschwindet in der Nähe des Bahnhofes im Berg und taucht erst wieder in Gänsbrunnen auf. Auf die Seilbahn zum Kurhaus Weissenstein, die am 20.12.2014 ihren Betrieb aufnehmen wird, hat ihre Talstation am Bahnhof.

Gleich nach der Unterführung der Bahnlinie zweigt der Wanderwegnach links, in den Wald ab. Inzwischen hat uns der Nebel wieder voll im Griff und auf den folgenden zweieinhalb Kilometern trifft so mancher Tropfen vom Baum unser Haupt. Nördlich von Oberdorf verläuft der Wanderweg grösstenteils durch den Wald, meistens nicht weit weg vom Waldrand und nur gelegentlich direkt am Waldrand entlang. Schliesslich überqueren wir bei Falleren wieder den Chesselbach auf dem kleinen Steg und finden dort unsere Autos auf dem schlammigen Wanderparkplatz.
siehe auch

benachbarte Wanderungen:    Wolfschlucht - Bärenloch - Harzer (409)   17.04.2014 (Do)
     Schatteberg - Rüttelhorn (410)   04.05.2014 (So)
   
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Hinter Weissenstein:    Gasthaus
   
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Bild 1: Nebelwald unterm Vorberg

Bild 2: Glatti Flue

Bild 3: Waldweg

Bild 4: Waldweg

Bild 5: Berner Alpen

Bild 6: Berner Alpen

Bild 7: Wanderwegmarkierung

Bild 8: Nieswurz (?)

Bild 9: Bergweg

Bild 10: Wolkenmeer und Berner Alpen

Bild 11: Bergweg

Bild 12: Bergweg

Bild 13: Gratweg

Bild 14: Nadelbäume im Laubwald

Bild 15: Gratweg

Bild 16: Gratweg

Bild 17: Gratweg

Bild 18: Wolkenmeer und Berner Alpen

Bild 19: Balmfluechöpfli

Bild 20: Balmfluechöpfli

Bild 21: Blick vom Balmfluechöpfli

Bild 22: Blick vom Balmfluechöpfli

Bild 23: Wolkenmeer und Berner Alpen

Bild 24: Wolkenmeer

Bild 25: Wolkenmeer

Bild 26: Waldweg zum Röti

Bild 27: eingewachsene Blechtafeln

Bild 28: Röti

Bild 29: Blick vom Röti auf Balmberg

Bild 30: Höllchöpfli und Nebelmeer

Bild 31: Chamben und Höllchöpfli

Bild 32: Wolfschlucht überm Nebelmeer

Bild 33: Nebelmeer und Chamben

Bild 34: Biker am Gipfelkreuz Röti

Bild 35: Gipfelkreuz Röti

Bild 36: Blick auf Balmberg

Bild 37: Nebelmeer

Bild 38: Blick Richtung Bärenloch

Bild 39: Balmberg, Chamben und Höllchöpfli

Bild 40: Menschenmassen auf dem Röti

Bild 41: Blick Richtung Malsen

Bild 42: Zwischen Röti und Weisenstein

Bild 43: Wolkenmeer

Bild 44: Bergstation Weissenstein

Bild 45: Gratweg

Bild 46: Bergweg bei Hinter Weissenstein

Bild 47: Hinter Weisenstein

Bild 48: Felsen bei Chlus

Bild 49: Felsen bei Chlus

Bild 50: Wolkenmeer

Bild 51: Wildbach

Bild 52: Pilz

Bild 53: Waldweg im Nebel
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