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Schatteberg - Rüttelhorn (410)
Sonntag 04.05.2014

Anfahrt: Rielasingen - Schaffhausen - Jestetten - Bülach - Wettingen - Aarau - Olten - Balsthal - Matzendorf

Route: Matzendorf - Hinteregg - Bättlerchuchi - Hochchrüz - Vorder Schmidenmatt - Rüttelhorn - St. Antonius - Matzendorf

Gehzeit: ca. 6:20 h
Matzendorf - Hinteregg  ... 1:55 h
Hinteregg - Bättlerchuchi  ... 1:20 h
Bättlerchuchi - Hochchrüz  ... 0:30 h
Hochchrüz - Vorder Schmidenmatt  ... 0:25 h
Vorder Schmidenmatt - Rüttelhorn  ... 0:30 h
Rüttelhorn - St. Antonius  ... 1:00 h
St. Antonius - Matzendorf  ... 0:40 h

Höhendifferenz: ca. 930m

Distanz: ca. 21km

Der für die kleine Gemeinde Matzendorf eher grosse Parkplatz ist bis auf den letzten Stellplatz belegt. Wir fahren ein paar Meter weiter und stellen die Fahrzeuge auf den Parkplatz eines Einkaufsladens, dessen Waren vor den Schaufenstern aufgebaut sind, als hätte er heute, am Sonntag geöffnet. Aber die Türen sind verschlossen, die Lichter aus und weit und breit ist kein Mensch zu sehen.

Auf der anderen Strassenseite ist auf einem Wanderwegweiser Müli und Hinteregg mit 10 Min. und 2 Std. 10 Min. Gehzeit angeschrieben. Auf der Dorfstrasse laufen wir knapp fünfhundert Meter südwärts, zurück zur Kantonsstrasse (30), von der wir her gekommen waren. Wir überqueren die Strasse und folgen der Strasse durch die Häuser des Ortsteils Müli.

In etwa achthundert Metern, nach den letzten Häusern des Ortsteils, zweigt vom Schotterweg Namens Wissweg nach links ein schmaler Wiesenpfad ab. Ein Wanderwegweiser zeigt den Wiesenpfad hinauf, der laubbedeckt im frischen Grün der Laubbäume und Sträucher verschwindet. Am Pfosten des Wanderwegweisers klebt ein rotweisser Aufkleber mit der Aufschrift "Bergweg".

Eine halbe Stunde lang steigen wir den schmalen und rutschigen Waldpfad hinauf und gewinnen dabei über zweihundert Höhenmeter. Zwischendurch kreuzen wir einen Forstweg und durch eine Baumlücke sehen wir weit unten auf ein paar Häuser von Matzendorf. Auf einem moosbewachsenen nähern wir uns dem Horngraben, in dessen Tiefe ein rauschender Bach sprudelt.

Auf einem spannenden, abwechslungsreichen Pfad begleiten wir etwa einen Kilometer den Horngraben in südliche Richtung. Steile Felswände türmen sich auf der linken Seite auf. Eine Felsstufe steigen wir über künstlich angelegte Stufen zwischen Felswänden hinab. Schliesslich mündet der Pfad am Waldrand in eine grüne Wiese. Weglos laufen wir über die nasse Wiese und halten Ausschau nach Wegmarkierungen.

Anfänglich sehen wir noch einzelne Wegmarkierungen an entfernten Bäumen. Eine Trittspur weitet sich zum ausgetretenen Pfad, dem wir nun in östliche Richtung folgen. Am Waldrand sind einige Wanderer unterwegs und laut Wanderkarte müsste dort auch der offizielle Wanderweg verlaufen. Doch auch der Pfad in der Wiese verläuft nach Osten, wo wir schon von Weitem ein Gebäude sehen, von dem wir sicher sind, dass es sich um die Alpwirtschaft Hinteregg handelt.

Beim Zurückschauen sehen wir das Rüttelhorn mit seiner senkrechten Südwand und im Hintergrund den Weissenstein. Mit nassen Füssen erreichen wir nach knapp zwei Kilometern die Alpwirtschaft Hinteregg, die zu unserer Freude heute keinen Ruhetag hat. In der Gaststätte, in der es überwiegend Speisen aus der Region gibt, wärmen wir uns auf und hinterlassen ordentlich Dreck auf dem Boden.

Nach der Einkehr laufen wir von der Gaststätte auf einem Asphaltsträsschen ungefähr dreihundert Meter bis zu einem Parkplatz, wo wir erst mal eine dickere Jacke überziehen. Der Himmel ist bis auf wenige Wolkenlöcher noch behangen und ein frischer Wind pfeift uns um die Ohren. Vom Parkplatz steigt nach Westen ein Pfad auf, der laut Wanderwegweiser über die Alte Bättlerchuchi der Weissenstein zu erreichen ist. Der Pfad ist als Gratweg gekennzeichnet.

In wenigen Minuten steigen wir den nur leicht ausgetretenen Wiesenpfad am Nordhang bis zum Grat hinauf. Über eine verfallene Mauer aus Natursteinen blicken wir auf die flache Landschaft in Richtung Süden. Bei guter Sicht würden wir am Horizont sicher die Berge der Berner Alpen sehen. Entlang der Steinmauer steigen wir weiter auf, immer wenig unterhalb des Grates im Windschatten.

War der Nordhang bisher bis auf wenige Ausnahmen baumfrei, schlüpft der Pfad nach zehn Minuten hinter einem Durchlass im Weidezaun in einem Mischwald. Immer wieder berührt der Pfad beinahe die Gratkante und der Blick auf die tiefere Landschaft Richtung Süden wird für einen kurzen Abschnitt frei. Dann entfernt sich der Pfad wieder wenige Meter vom Grat, wofür wir wegen des Windschattens dankbar sind.

Nach wenigen Minuten macht ein Pfad einen Abstecher zur Gradkante hinauf, wo eine Plane unsere Neugierte weckt. Hinter der Plane verbirgt sich eine exponierte Feuerstelle direkt an der Gratkante. Eine Steinmauer aus Naturstein mit gemauerten Türmchen an den Ecken umrandet die Feuerstelle, so dass man wie auf einem Balkon geschützt über dem senkrechten Abgrund sitzt.

Trotz eingeschränkter Fernsicht ist der Ausblick grandios. Wie ein Mosaik aus grünen Wiesen, gelben Rapsfeldern, dunklen Wäldern und vielen Ortschaften liegt uns die Landschaft vor den Füssen. Im Westen sehen wir die steilen Felswände vom Schatteberg, über denen unser Weiterweg verlaufen wird. Und als Fortsetzung sehen wir im Hintergrund den Weissenstein, den wir sicher bei einer späteren Wanderung noch besuchen werden.

Auf den nachfolgenden zwei Kilometern überrascht uns immer wieder eine Felsspalte in der Gratlinie, die uns einen spannen Tiefblick gewährt. Wo eine Hochspannungsleitung die Grathöhe kreuzt, sehen wir durch die Baumlücke auch mal in Richtung Norden, auf die Felswände des Höhenzuges Namens Lebern. Und einen Kilometer weiter sehen wir dank einer Hochspannungstrasse zum Rüttelhorn hinüber, wo gleich drei Masten nebeneinander aufgestellt sind.

Vierhundert Meter nach der zweiten Hochspannungstrasse überraschen uns senkrechte und überhängende Felswände auf der rechten Seite, wo wir bisher einen Hang hinunter schauen konnten. Beim genaueren Hinschauen sind viele Haken und Ösen von Kletterern in den Felswänden zu finden. Bäume wachsen so nahe am Fels, dass sie beinahe die Wand berühren. Wir folgen etwa hundertfünfzig Meter der Felswand, steigen eine künstlich angelegte Treppe hinunter und stossen an einen Wanderwegweiser mit der Aufschrift "Alte Bättlerchuchi".

Laut Erzählungen lagerten früher an diesem Ort Bettler und kochten ihr Süppchen, wie auf einer Infotafel zu lesen ist. Eine nahe Feuerstelle lädt heute noch zum Grillen ein. Wir folgen noch weitere hundertfünfzig Meter der Felswand und steigen den Pfad ab, der schliesslich in ein Asphaltsträsschen mündet. Am Rande des Strässchens setzen wir und auf eine Bank und geniessen die herrliche Aussicht, die kaum auszuhalten wäre, wenn man tatsächlich alle auf der Panoramatafel aufgeführten Berge sehen würde.

Durch einen tiefen Einschnitt im Fels kreuzt das Strässchen die Gratlinie. Gleich neben dem Einschnitt hängen Kletterer, von ihren Partnern am Seil gesichert, in der senkrechten Felswand. Am Felseinschnitt, durch den das Strässchen den Grat überwindet, zweigen wir wieder vom Strässchen auf den Gratweg ab und folgen diesem weitere spannende anderthalb Kilometer westwärts. Bei Hochchrüz wird der Gratweg schliesslich flach und mündet in einen Wirtschaftsweg.

Eine Grillstelle lädt zum Grillen mit Aussicht ein. Wir machen einen Schwenk um fast hundertachtzig Grad und laufen den Wirtschaftsweg Richtung Nordosten auf das Rüttelhorn zu, das jetzt markant vor uns erhebt und von der Sonne angestrahlt wird. Nach knapp dreihundert Metern macht der Wirtschaftsweg einen Linksbogen. Wir aber laufen geradeaus weiter. Entlang einer Baumreihe, durch die wir im Norden auf Hinter Schmidenmatt sehen, wird er Weg immer blasser, und setzt sich schliesslich als Wiesenpfad fort.

Nach einem knappen Kilometer mündet der Wiesenpfad, zuletzt nur noch eine wage Spur in der Wiese, kurz vor dem Gasthaus Vorder Schmidenmatt in ein Asphaltsträsschen. Wir laufen auf dem Asphaltsträsschen bis zum Gasthaus, in der Hoffnung, dort einkehren zu dürfen. Doch heute ist Ruhetag. Jetzt bliebe uns noch, in einer guten Stunde nach Matzendorf hinunter zu laufen.

Da es noch früh am Tag ist und endlich die Sonne am überwiegend blauen Himmel lacht, suchen wir zu einer Alternative. Ein Abstecher auf das Rüttelhorn bietet sich an. Auf dem Wanderwegweiser ist mit dem Zusatz "Aussichtspunkt" eine Gehzeit von 25 Min. angegeben. Bevor es aber weiter geht, gibt es auf der Wiese über der Gaststätte unzählige Orchideen zu fotografieren.

Am Waldrand verlassen wir durch ein breites Gatter die Wiese und laufen zwanzig Minuten einen Forstweg mit ein paar Kehren durch den Wald aufwärts. Wir gewinnen dabei mehr als hundert Höhenmeter und haben oben einen freien Blick über Schmiedenmatt bis zum Weissenstein im Hintergrund. Bei den Strommasten, die wir vom Grat des Schatteberg gesehen haben, endet der Forstweg und der Untergrund wird felsig.

Leicht kraxelnd durch ein Labyrinth von Latschenkiefern erklimmen wir die höchste Stelle des Rüttelhorns. Im Süden fallen die Felswände senkrecht ab. Wir halten sicherheitshalber Abstand von der Felskante. Eine Frau bestätigt uns, dass das Rüttelhorn keine Sackgasse ist. Man könne weiter laufen und durch den Wald absteigen, der Weg sei aber schwer zu finden.

Wir lassen uns auf das Abenteuer ein, glauben wir doch anfangs, die Trittspur deutlich zu erkennen. Je weiter wir Richtung Norden absteigen, umso schwächer wird die Spur, aber umso weniger wollen wir umdrehen. Immer in der Nähe der Felskante über dem Horngraben steigen wir weglos durch das Dickicht ab und sind froh, nach einer knappen halben Stunde einen erreichbaren Wirtschaftsweg durch die Bäume hindurch zu sehen.

Am Wirtschaftsweg zeigt ein hölzerner Wegweiser mit der Aufschrift "V. Schmidenmatt" in westliche Richtung. Wir laufen den leicht abfallenden Weg und stossen nach einem knappen Kilometer auf den offiziellen Wanderweg. Diesem folgen wir eine halbe Stunde lang, mal auf breitem Forstweg, mal auf schmalem Waldpfad, immer den Wanderwegweisern nach, bis wir vor einem Wanderwegweiser in der Näher der St. Antonius Kapelle stehen.

Wir entscheiden uns für den fünfminütigen Abstecher zur Kapelle. Schon nach hundert Metern taucht im Horngraben die kleine Kapelle auf. Daneben plätschert ein Bächlein, das den Horngraben herunter fliesst. Im Bachbett sind etliche Steintürmchen kunstvoll aufgebaut. Wir müssen uns beherrschen, nicht aus lauter Neugierde den wildromantischen Horngraben wieder hinauf zu laufen.

Nach einer kurzen Besichtigung der Kapelle kehren wir zu unserem eigentlichen Weg zurück und steigen etwas mehr als einen halben Kilometer den Kreuzweg bis zum Waldrand über Chalchhofen hinab. Über die Wiesen sehen wir nun zu den Häusern des nicht mehr weit entfernten Matzendorf hinüber. Auf einem Wirtschaftsweg laufen wir bis zum Flüsschen Dünnern, begleiten das Flüsschen für zweihundert Meter und folgen weiter dem Wirtschaftsweg bis zur Kantonsstrasse.

Auf der anderen Seite der Kantonsstrasse folgen wir noch sechshundertfünfzig Meter im Zickzack (nord-ost-nord) dem Dorfsträsschen, bis wir schliesslich am Dorfladen, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung, landen.
siehe auch

Bilder von Jürgen Duffner:    http://www.natur-um-triberg.de
   
benachbarte Wanderungen:    Wolfschlucht - Bärenloch - Harzer (409)   17.04.2014 (Do)
   
Alpwirtschaft Hinteregg:    http://www.hinteregg-gut-essen.ch

Bild 1: Blick von Müli zum Chamben

Bild 2: Blick von Müli zum Chamben

Bild 3: Blick von Müli zum Chamben

Bild 4: Blick Richtung Matzendorf und Sunnenberg

Bild 5: frisches Grün im Laubwald

Bild 6: Pfad mit Moosbelag

Bild 7: Pfad am Horngraben

Bild 8: Pfad am Horngraben

Bild 9: Pfad am Horngraben

Bild 10: Pfad am Horngraben

Bild 11: Pfad am Horngraben

Bild 12: Wiese über dem Horngraben

Bild 13: Orchideen

Bild 14: Blick Richtung Weissenstein

Bild 15: Weissenstein und Rüttelhorn

Bild 16: Weissenstein und Rüttelhorn

Bild 17: Blick vom Schatteberg nach Süden

Bild 18: Alpwirtschaft Hinteregg

Bild 19: Alpwirtschaft Hinteregg

Bild 20: Frühlingsenzian

Bild 21: Gradweg auf dem Schatteberg

Bild 22: Blick vom Schatteberg

Bild 23: Blick vom Schatteberg

Bild 24: Ausblick am Gratweg

Bild 25: Steinmauer der Grillstelle

Bild 26: Blick auf Farnern

Bild 27: Steinmauer der Grillstelle

Bild 28: Blick von der Grillstelle

Bild 29: exponierte Grillstelle mit Aussicht

Bild 30: Wald

Bild 31: Tiefblick vom Gratweg

Bild 32: Gratweg auf dem Schatteberg

Bild 33: Blick zum Rüttelhorn

Bild 34: Felswand bei der Alten Bättlerchuchi

Bild 35: Felswand bei der Alten Bättlerchuchi

Bild 36: Felswandstaunen

Bild 37: Felswand bei der Alten Bättlerchuchi

Bild 38: Blick vom Schatteberg

Bild 39: Blick vom Schatteberg

Bild 40: Kletterer

Bild 41: Kletterer

Bild 42: Kletterer

Bild 43: Pass auf dem Schatteberg

Bild 44: Felsloch

Bild 45: Gratweg auf dem Schatteberg

Bild 46: Gratweg auf dem Schatteberg

Bild 47: Gratweg auf dem Schatteberg

Bild 48: Gratweg auf dem Schatteberg

Bild 49: Baumkrake

Bild 50: Schmidenmatt

Bild 51: Schmidenmatt

Bild 52: Rüttelhorn

Bild 53: Rüttelhorn

Bild 54: Orchidee

Bild 55: Orchideen

Bild 56: Orchidee

Bild 57: Blick über Schmidenmatt

Bild 58: Blick auf Matzendorf

Bild 59: Fels am Rüttelhorn

Bild 60: auf dem Rüttelhorn

Bild 61: Rüttelhorn

Bild 62: Blick vom Rüttelhorn

Bild 63: auf dem Rüttelhorn

Bild 64: Kapelle St. Antonius

Bild 65: Kunst im Bach

Bild 66: Bach bei St. Antonius

Bild 67: Sumpfdotterblume

Bild 68: Kreuzweg unterhalb St. Antonius

Bild 69: Kreuzweg unterhalb St. Antonius

Bild 70: Kreuz bei Chalchofen

Bild 71: Matzendorf

Bild 72: Löwenzahn bei Matzendorf

Bild 73: Enzian
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