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Fridlispitz (375)
Samstag 20.10.2012

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - Wattwil - Rickenpass - Niederurnen - Näfels

Route: Näfels Bhf - Büel - Rautibrugg - Unter Brand - Brändenbrücke - Boggenmoor - Schattenstafel - Sonnenstafel - Sunnenplangge - Tilima - Fridlispitz - Tilima - Sonnenalp - Tschingel - Schalchhalden - Näfels Bhf

Gehzeit: ca. 7:30 h
Näfels Bhf - Büel  ... 0:10 h
Büel - Rautibrugg  ... 0:05 h
Rautibrugg - Unter Brand  ... 0:30 h
Unter Brand - Brändenbrücke  ... 0:45 h
Brändenbrücke - Boggenmoor  ... 1:05 h
Boggenmoor - Schattenstafel  ... 0:40 h
Schattenstafel - Sonnenstafel  ... 0:10 h
Sonnenstafel - Sunnenplangge  ... 0:40 h
Sunnenplangge - Tilima  ... 0:10 h
Tilima - Fridlispitz  ... 0:30 h
Fridlispitz - Tilima  ... 0:15 h
Tilima - Sonnenalp  ... 0:05 h
Sonnenalp - Tschingel  ... 0:40 h
Tschingel - Schalchhalden  ... 0:50 h
Schalchhalden - Näfels Bhf  ... 0:55 h

Höhendifferenz: 1370m

Distanz: ca. 23km

Morgens um 9:00 Uhr ist es am Bahnhof von Näfels noch schattig, während die Berge schon im hellen Sonnenlicht strahlen. Für eine Parkgebühr von 4,00 Schweizerfranken dürfen wir das Auto bis zum nächsten Tag stehen lassen.

Auf dem Weg vom Bahnhof in Richtung Stadt, zweigt der Wanderweg bald rechts ab und steuert eine grosse, unbebaute Wiese an, in deren Mitte ein Denkmal steht. Wir bleiben am Rande der Wiese und laufen entlang eines Baches direkt auf die Kirche zu, über deren Kirchturmspitze im Hintergrund ein grosses, von der Sonne hell erleuchtetes Kreuz auf dem Plattenköpfli zu sehen ist.

Wir laufen an der Kirche vorbei, überqueren die Durchgangsstrasse des Ortes und stossen nach fünf Minuten im Ortsteil Büel an einen Bach. Wir folgen dem Bach entgegen seiner Flussrichtung bis zur Rautibrugg und nähern uns von dort über einen schwach ausgetretenen, leicht ansteigenden Wiesenpfad dem Waldrand.

Nach fünf Minuten kreuzen wir die schmale Asphaltstrasse, die zum Obersee hinauf führt. Die ersten Sonnenstrahlen treffen auch uns jetzt durch die Baumlücken. Wir treffen die Strasse nach einer viertel Stunde noch einmal. Bis dorthin schlängelt sich ein laubbedeckter, idyllischer Weg im Zickzack durch herbstlich bunte Laubbäume, an steilen Felsen vorbei, den Berg hinauf.

Am Wegesrand sind immer wieder Kreuze anzutreffen, mit einer mehr oder weniger geistreichen Aufschrift. Auf einem Kreuz steht geschrieben: "sein Kreuz tragen". Wir haben mit dem Rucksack genug zu tun. Zwischen den Bäumen hindurch blickt man immer wieder auf die Häuser von Näfels, die langsam zum Märklinformat schrumpfen.

Gute zwanzig Minuten bleibt der steinige Pfad noch so kurvenreich, herbstlich bunt und idyllisch, dann stossen wir wieder auf das Asphaltsträsschen. Unter steilen Felsen gibt es etliche Pilzgruppen zu fotografieren. Und ein paar Meter weiter zweigt ein Wirtschaftsweg wieder nach rechts vom Asphaltsträsschen ab.

Der Wirtschaftsweg würde gerade aus zu einer sumpfigen Ebene führen. Doch rechtzeitig geht nach rechts ein Pfad weg und steigt durch den steilen Felsenhang hinauf. An einer grösseren Lichtung blicken wir nach zwanzig Minuten Aufstieg auf die schattige Seite des Rautispitz. Ein Wiesenpfad führt nun eben bis zu einem Bauernhaus und von dort ein Schotterweg bis zur Brändenbrücke.

Im tief eingeschnittenen Bachbett unter der Brücke fliesst nur wenig Wasser. Obwohl entlang des Baches ein breiter Weg aufwärts verläuft, zeigt der Wanderwegweiser nach links, auf das leicht abfallende Asphaltsträsschen. Etwas widerwillig folgen wir dem Strässchen, werden aber drei Minuten später, nach einer Kurve, wieder vom Asphalt erlöst.

Der Wanderweg zweigt nach rechts ab. Ein langer, überschaubarer, laubbedeckter Waldpfad steigt durch bunte Laubbäume weit hinauf. Nach einer viertel Stunde stossen wir auf einer sonnigen Hochebene auf die Häuser von Eggberg. Ein Asphaltsträsschen, das hier her führt, endet beim letzten Bauernhof. Vom weiterführenden Wirtschaftsweg sehen wir zu den Häusern des Schwänditals hinüber, und zum Höhenzug darüber, auf dem sich der Fridlispitz versteckt.

Fast übersehen wir den Wandwegweiser, der nach links auf den steilen Wiesenhang zeigt, zumal im gepflegten Hang weder Pfad noch Spur zu erkennen sind. So steigen wir zunächst weglos auf, bis wir weiter oben einen rotweiss bemalten Pfosten finden. Schliesslich ist dann auch eine Spur erkennbar. Nach und nach wird das Gelände flacher und der Farbton der Wiesen geht von grün auf gelb über.

Ein Bauer verstreut Mist auf der Wiese, die an den Wanderweg angrenzt. Zum Glück ist er mit dem Abschnitt in Wegnähe bereits fertig, sonst hätten wir mit Sicherheit was abbekommen. So treten nur die Schuhe ein wenig in den Mist, was aber in dem jetzt sehr feuchten Gelände schnell wieder abgewaschen ist. Kein Wunder, wir befinden uns in einem Moor.

Fast ohne Steigung führ nun der Pfad abwechselnd über gelbe, wassergetränkte Wiesen und durch Gruppen von Nadel- und Laubbäumen. Ein Wanderwegweiser zeigt an, dass wir uns im Boggenmoor befinden. Die nächsten zehn Minuten haben wir manchmal Angst, im weichen Boden zu versinken. Bei einem hüschen Holzhäuschen verlieren wir die Spur.

Nach dem Durchgang durch ein Gatter stehen wir ratlos auf einer mit grossen Steinen gespickten Wiese uns suchen vergeblich nach Markierungen oder Trittspuren. Die Navigations-App auf dem SmartPhone zeigt uns an, dass wir nach rechts vom rechten Weg abgetriftet sind. Also müssen wir jetzt nach links korrigieren.

Weglos steigen wir einen Hang hinauf, klettern über einen Weidezaun, queren eine Wiese und finden tatsächlich am Waldrand wieder eine Wegmarkierung. Zwanzig Minuten laufen wir auf dem ziemlich feuchten und schlammigen Weg in Richtung Nordwesten weiter, bis wir bei Schattenstafel an den Wendepunkt unserer Wanderung stossen.

Würden wir ohne Richtungswechsel weiterlaufen, ständen wir irgendwann vielleicht am Wägitaler See. Das ist nicht unser Ziel, deshalb wenden wir uns nach rechts und laufen knapp fünf Minuten auf dem Wirtschaftsweg ostwärts, auf das Schwändital zu. Dann zweigt ein Wirtschaftsweg nach links, zur Sunnenstafel ab, dem wir gute fünf Minuten aufwärts folgen, um dann wieder nach rechts, Richtung Sonnenalp abzubiegen.

Eigentlich sollte unser Wanderweg jetzt ohne Abzweigemöglichkeit etwa zweieinhalb Kilometer nach Osten verlaufen. Doch in den Wiesen ist der Weg kaum zu finden. Entweder ist er bis zur Unkenntlichkeit vom Vieh zertrampelt oder wegen seltener Nutzung mit Gras überwachsen. Endlich deutliche Markierungen, die aber leider talwärts führen. Proteste werden laut, so dass wir schliesslich umdrehen und weiter oben unser Glück versuchen.

Auch weiter oben finden wir Markierungen an den Bäumen und hoffen, nun den richtigen Weg gefunden zu haben. Entlang eines steilen Wiesenhangs verliert sich die Spur, aber in ausrechenden Anständen finden wir immer wieder rote Farbtupfer. Im Wald wird die Spur dann deutlicher und somit die Gefahr des Verlaufens weniger wahrscheinlich.

Nach einer halben Stunde erfreuen wir uns im freien Gelände an den warmen Sonnenstrahlen, und noch mehr an der Sitzbank, die zu der längst fälligen Rast einlädt. Vom sonnigen Südhang aus, sehen wir zum Boggenberg hinüber, wo wir noch vor wenigen Stunden durch das Boggenmoor gestapft sind. Im Osten sehen wir ein paar bekannte Gipfel, wie Mürtschenstock, Fronalpstock und Schilt.

Da über zweihundert Höhenmeter Gipfelanstieg noch vor uns liegen, beenden wir die Pause schon nach einer guten halben Stunde. Auf einem kerzengeraden Wirtschaftsweg laufen wir in nur fünf Minuten zu einer Häusergruppe, ab der der Aufstieg zum Fridlispitz beginnt. Auf unseren beiden Karten heisst der Ort Sunnenalp, auf einem Wanderwegweiser bei Sonnenstafel nennt er sich Sonnenalp und vor Ort lesen wir Tilima und Tilimann. Hm!

Dass wir am rechten Ort sind, zeigt der Wanderwegweiser, der mit der Aufschrift Fridlispitz auf den bewaldeten Hang im Norden deutet. Weglos steigen wir über die Wiese zum Waldrand, wo der Aufstiegspfad durch den Wald beginnt. In wenigen, weiten Kehren schlängelt er sich nicht zu steil den schattigen Wald hinauf. In einer halben Stunde schaffen wir die knapp 250 Höhenmeter und stehen vor dem Gipfelkreuz.

Vom Gipfel haben wir eine tolle Aussicht Richtung Alpstein, Churfirsten, Walensee und die Glarner Alpen. Im Süden blockieren der Glärnisch und das Gegenlicht die Fernsicht. Wir pausieren eine halbe Stunde, lassen uns dann aber vom frischen Föhnwind zum Abstieg bewegen. Im Sauseschritt schaffen wir den Abstieg bis Tilima in der halben Aufstiegszeit.

Von Tilima könnte man auf einem Asphaltsträsschen bis Näfels zurück laufen. Wir nutzen aber das Strässchen weniger als 10 Minuten und zweigen bei Gugger einen Wanderweg in Richtung Tschingel ab. Der grösstenteils in den steilen Felsenhang gehauene Wanderweg ist ziemlich steinig und dick mit Laub bedeckt, so dass äusserste Vorsicht geboten ist.

Nach gut zwanzig Minuten tritt der Wanderweg aus dem Wald ins Freie und quert eine steile Wiese. Aus dem Schatten heraus haben wir nochmal tolle Sicht auf den sonnenbeschienenen Walensee und die benachbarten Berge. Der Abstieg ab Tschingel ist sehr steil, steinig und unangenehm, und führt in einigen Kehren zu einem Bauernhaus hinunter.

In weiten Kehren laufen wir nun auf einem Asphaltsträsschen bis zum Ortsrand von Oberurnen. Vor Ort ist eine andere Strecke als Wanderweg markiert, als auf unserer Wanderkarte (Kompass). Ein Wanderwegweiser mit der Zielaufschrift Näfels zeigt nach rechts, vom Asphaltsträsschen weg. So richtig trauen wir der Wegweisung nicht, zumal auch auf unseren beiden Karten an der Stelle kein Weg aufgeführt ist.

Nach der weglosen Überquerung einer Wiese folgen wir einem Pfad, zweigen dann eine schwache Spur nach links ab, da wir einen abendlichen Anstieg scheuen. Vermutlich folgen wir nun einem Kuhpfad, der sich auf einem steilen Wiesenhang ins Nichts auflöst. Querfeldein, über Gestrüpp und Geäst kämpfen wir uns zum Asphaltsträsschen hinunter. Nur ein Bach trennt uns noch vom Strässchen, für uns aber kein echtes Hindernis.

Südlich von Oberurnen verlassen wir den offiziellen Wanderweg und folgen einem schmalen Pfad, der kerzengerade über die Viehweiden direkt auf Näfels zusteuert. Am Ortsrand von Näfels muss ein Esel als Fotomodell herhalten. Bei der Kirche von Näfels schliesst sich der Kreis. Am Rande der grossen Wiese mit dem Denkmal laufen wir zurück zum Bahnhof, wo unsere Autos geparkt sind.
siehe auch

Bilder von Jürgen Duffner:    http://www.natur-um-triberg.de
   
benachbarte Wanderung:    Wageten (303)   09.10.2010 (Sa)
     Wägital - Linthtal (268)   28.10.2009 (Mi)
     Obersee - Klöntaler See (255)   18.08.2009 (Di)
     Hirzli - Planggenstock (43)   24.05.2003 (Sa)
     Rautispitz (18)   28.07.2002 (So)
   
Panorama mit Beschriftung:    http://www.alpen-panoramen.de

Bild 1: Wiggis in der Morgensonne

Bild 2: Plattenwand

Bild 3: Kirche inNäfels

Bild 4: Dorfbach in Näfels

Bild 5: Plattenköpfli

Bild 6: Blick auf Näfels

Bild 7: Bergpfad

Bild 8: Strassenbrücke

Bild 9: Blick auf Näfels

Bild 10: Bergpfad

Bild 11: Herbstfarben

Bild 12: Pilskolonie

Bild 13: Bergpfad

Bild 14: Blick zur Rautispitz

Bild 15: Haus bei Bränden

Bild 16: Herbstfarben

Bild 17: Brünnelistock

Bild 18: Eggberg

Bild 19: Herbststimmung

Bild 20: Brünnelistock

Bild 21: Brünnelistock und Bärensolspitz

Bild 22: Bärensolspitz

Bild 23: Bärensolspitz

Bild 24: Bärensolspitz

Bild 25: Rossweid

Bild 26: steinige Wiese

Bild 27: Wageten

Bild 28: Herbstfarben

Bild 29: Gegenlicht bei Schattenstafel

Bild 30: Brüggler

Bild 31: Bach bei Schattenstafel

Bild 32: Gegenlicht bei Schattenstafel

Bild 33: mächtiger Baum

Bild 34: Mürtschenstock

Bild 35: Herbststimmung

Bild 36: Mürtschenstock und Fronalpstock

Bild 37: Schwändital

Bild 38: Weg zur Sunnenalp

Bild 39: Hütte bei Sunnenalp

Bild 40: Bergpfad

Bild 41: Karrenfeld

Bild 42: Blick zum Walensee

Bild 43: Mattstock und Alpstein

Bild 44: Strässchen bei Tilima

Bild 45: Mürtschenstock und Fronalpstock

Bild 46: Bergpfad bei Gugger

Bild 47: Herbstfarben

Bild 48: Pilz

Bild 49: Federispitz und Mattstock

Bild 50: Pilz

Bild 51: Herbsrzeitlose

Bild 52: Blick Richtung Walensee

Bild 53: Baum im Herbstkleid

Bild 54: Fridlispitz

Bild 55: Bergsträsschen

Bild 56: Blick Richtung Näfels

Bild 57: Blick Richtung Walensee

Bild 58: Federispitz ind Mattstock

Bild 59: Herbstfarben

Bild 60: Pfad Richtung Näfels

Bild 61: Esel

Bild 62: Spiegelung Federispitz

Bild 63: Spiegelung Mattstock
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