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Wägital - Linthtal (268)
Mittwoch 28.10.2009

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Wil - Wattwil - Ricken - Gommiswald - Uznach - Wangen - Siebnen - Voerderthal - Innerthal

Route: Innerthal - Schwarzenegg - Brüschstockbügel - Schwarzenegghöchi - Trepsen - Scheidegg - Hinterschwändi - Schattenstafel - Brändenbrücke - Unter Brand - Plattenköpfli - Näfels Bhf

Gehzeit: ca. 6:30 h
Innerthal - Schwarzenegg  ... 1:05 h
Schwarzenegg - Brüschstockbügel  ... 0:30 h
Brüschstockbügel - Schwarzenegghöchi  ... 0:20 h
Schwarzenegghöchi - Trepsen  ... 0:30 h
Trepsen - Scheidegg  ... 0:15 h
Scheidegg - Hinterschwändi  ... 0:30 h
Hinterschwändi - Schattenstafel  ... 0:20 h
Schattenstafel - Twing  ... 0:20 h
Twing - Brändenbrücke  ... 0:15 h
Brändenbrücke - Unter Brand  ... 1:00 h
Unter Brand - Plattenköpfli  ... 0:25 h
Plattenköpfli - Näfels Bhf  ... 1:00 h

Höhendifferenz: ca. 750m

Distanz: ca. 20km

Je mehr wir uns dem Wägitaler See nähern, um so weniger Verkehr herrscht auf der Strasse. Ganz ruhig wird es dann im Örtchen Innerthal, fast am Ende der Welt. Ein riesiger Parkplatz steht zur Verfügung, wie erwartet, nach den Recherchen über Google Maps. Fünf Stunden Parkzeit reicht uns wohl nicht, so schmeissen wir 7,00 CHF in den Parkautomaten und dürfen somit bis am nächsten Tag gegen 10:00 Uhr stehen bleiben.

Bis zum ersten Fotomotiv müssen wir nur zwei mal umfallen. Am stillen Wägitaler See, in dem sich bunte Laubbäume und weisse Berggipfel spiegeln, kann sich mancher kaum satt knipsen und so sind schnell die ersten Kilobytes der Speicherkarte belegt. Die Anzahl von Wanderwegweiser an einer Hauswand deutet darauf hin, dass ein grosses Angebot an Wanderwegen besteht.

Unser Wanderziel, das Städtchen Näfels, ist mit einer Gehzeit von 4:30h angegeben. Wir werden jedoch länger unterwegs sein, da zwei Abstecher geplant sind. Zum Einlaufen geht es erst mal ganz gemächlich auf dem asphaltierten Ufersträsschen am See entlang. Nach wenigen hundert Metern zweigt ein leicht ansteigender Wirtschaftsweg lach links ab. Noch eindrucksvoller wird der Überblick über den Wägitaler See und die Spiegelungen der seenahen Berge, wie Grosser Aubrig und Flurbrig.

In grossen Kehren ändert der Wirtschaftsweg seine Richtung, so laufen wir mal gen Sünden mal gen Norden. Eine halbe Stunde nach Verlassen des Sees verpassen ein paar Plappermäuler beinahe die Abzweigung vom Wirtschaftsweg. Der Pfad führt jetzt durch ein feuchteres Gebiet. Ein glitschiger Holzsteg in Schräglage stellt das Schuhprofil auf eine Bewährungsprobe.

Zwanzig Minuten später treffen wir auf der Alp Schwarzenegg ein. Das hölzerne Eingangsportal erinnert an eine Cowboy-Ranch. Vor uns steigen leuchtende Kondensstreifen über den Felsspitzen des Bockmattli auf. Über 400 Höhenmeter unter uns wird die Spiegelung des Flurbrig im Wägitaler See von Wellenteppichen durchzogen.

Auf dem Gipfel des sanften Grashügels Brüschstockbügel ist ein einzelner Wanderer zu erkennen. Über den Südostgrat machen wir einen Abstecher zu diesem Gipfel, dem einzigen dieser Wanderung. Dazu müssen wir noch etwa 150 Höhenmeter aufsteigen, meist weglos. Ein Wanderwegweiser ersetzt das Gipfelkreuz.

Besonders beeindruckend sehen von hier die senkrechten Felswände des Bockmattli aus. Auch der Zickzack-Pfad zwischen Bockmattli und Schiberg ist deutlich zu sehen. Im Nordosten zeigt der Chöpfenberg seine sonnige Seite. Ein paar Minuten noch geniessen wir die Aussicht, bevor wir wieder zur Schwarzenegghöchi absteigen.

Im Schatten des Bockmattli folgen wir nun dem Wanderweg Richtung Ost-Nordost, passieren die im Winterschlaf befindliche Alm Trepsen und erreichen nach einer dreiviertel Stunde die Passhöhe zwischen Wägital und Linthtal, die Scheidegg. Der Bockmattli hat inzwischen den Sonnenschutz an hohe Schleierwolken übergeben.

Den Schlammlöchern versuchen wir über die teilweise schneebedeckten Wiesen auszuweichen. Aber unter der dünnen Schneedecke lauert auch Morast. So tasten wir uns durch das sumpfige Gelände, vorbei an den Almen Hinterschwändi und Alt Stäfeli. Der Sumpfpfad wird jetzt von einem Wirtschaftsweg abgelöst und endlich ist wieder normales Gehen möglich. Bei der Schattenstafel können wir die Namensgebung direkt nachvollziehen, zumindest im Moment.

Fünf Minuten später machen wir eine kuriose Beobachtung. Der Wirtschaftsweg wird durch einen Bach unterbrochen. In zig Metern Entfernung überquert ein schmaler, wackeliger Holzpfad diesen Bach. Fahrzeuge bekommen also nasse Füsse. Ein Wildschwein lauert am Waldrand. Einstimmig sind wir der Meinung, dass der abgesägte und verwitterte Baumstumpf genau so aussieht.

Beim Bauernhof Twing, den wir eine gute Stunde nach der Überquerung der Passhöhe erreichen, geht es schliesslich wieder lebendiger zu. Jede Menge Getier, wie Kälber, Schweine und freilaufende Hühner, sind direkt am Wegesrand begucken. Lautstark begrüsst uns der kleine Hund, dem gleich alle Aufmerksamkeit gewidmet wird. In einem Brunnen tauchen zur Kühlung Getränkeflaschen und eine Preistafel verrät, dass die Getränke käuflich sind.

Die Frage nach Kaffee kann nicht beantwortet werden, denn die Bewohner scheinen ausserhaus beschäftigt zu sein. Den Hauswirt sehen wir weit oberhalb, wie er einen steilen Hang mit motorisiertem Blasegerät vom Laub frei pustet. Im Osten tauchen nun bekannte Gipfel, wie Mürtschenstock, Fronalp und Schilt auf. Durch die bunten Laubbäume kommt wieder richtiges Golden-Oktober-Feeling auf.

Bis zur Brändenbrücke folgen wir dem Asphaltsträsschen abwärts. Kurz vor der Brändenbrücke halten wir in einer Haarnadelkurve inne und geniessen die bunten Herbstfarben und den Ausblick auf die Berge der Glarner Alpen. Dann tauchen wir in den buntern Herbstwald ein und steigen den steilen, laubbedeckten Waldpfad hinunter.

Nach 20 Minuten stossen wir wieder auf die Strasse, doch auf der gegenüberliegenden Strassenseite setzt sich der Waldpfad fort. Eine viertel Stunde später treffen wir bei Unter Brand ein zweites mal auf die Strasse. Von hier aus haben wir eine schöne Sicht auf Näfels, das sich mehr als 200 Höhenmeter unter uns bereits im Schatten der Berge ausbreitet.

Wir setzen zum zweiten Abstecher der Wanderung an und folgen dem Strässchen aufwärts, knapp 500m in Richtung Norden. Bevor das Strässchen eine scharfe Linkskurve macht, taucht vor uns, über einem steilen Fels, das grosse, weisse Kreuz des Plattenköpfli auf. Da wollen wir hin. Am Fusse des Felsens verführt eine Sitzbank die weniger Motivierten zu einer Rast.

Ein unbeschilderter Pfad führt an der Felswand entlang aufwärts und trifft auf eine Eisenleiter. Auch für ängstlichere Wanderer stellt diese Leiter mit 7 Sprossen kaum ein Hindernis dar. Am oberen Ende der Leiter hat ein Drahtseil seine Berechtigung. In entgegengesetzter Richtung, nur jetzt oberhalb der Felswand, führt der drahtseilgesicherte Pfad leicht abfallend direkt zum mächtigen Kreuz des Plattenköpfli.

Am Kreuz haben wir eine fantastische Sicht in das Linthtal, bis hinüber zum Walensee und auf die umliegende Bergwelt. Nur kurz geniessen wir die prächtige Aussicht, denn unsere Kameraden warten am Fusse des Felsens. Auf dem Strässchen, das hoch ins Schwändital und ins Oberseetal führt, laufen wir nicht mehr ganz zum Punkt Unter Brand zurück, sondern biegen kurz davor nach links in eine Waldweg ein. Auf einem verwitterten Wegweiser lesen wir den Namen "Geissawägli".

Zwanzig Minuten später erreichen wir den Ortsrand von Näfels, wo wir dem Wanderwegweiser in Richtung Bahnhof folgen.

Bild 1: Gross Aubrig und Wägitaler See

Bild 2: Wanderwegweiser in Innerthal

Bild 3: Gross Aubrig und Wägitaler See

Bild 4: Flurbrig und Wägitaler See

Bild 5: Flurbrig und Wägitaler See

Bild 6: Kondensstreifen überm Bockmattli

Bild 7: Flurbrig und Wägitaler See

Bild 8: Bockmattli (1932m)

Bild 9: Brüschstockbügel (1489m)

Bild 10: Chöpfenberg (1879m)

Bild 11: Bockmattli

Bild 12: Felsrinne am Bockmattli

Bild 13: Blick Richtung Zürichsee

Bild 14: winterlicher Pfad bei Scheidegg

Bild 15: Hinter Schwändi

Bild 16: Alt Stäfeli

Bild 17: Bach im Schwändital

Bild 18: Wildschwein aus Hols

Bild 19: Mürtschenstock, Fronalpstock, Schilt

Bild 20: Herbststimmung

Bild 21: Herbststimmung bei Bränden

Bild 22: Tiefblick

Bild 23: Herbststimmung

Bild 24: Fronalpstock (2124m)

Bild 25: Felsstütze

Bild 26: Baum frisst Wegweiser

Bild 27: Pfad unterm Plattenköpfli

Bild 28: Leiter am Plattenköpfli

Bild 29: Gipfelkreuz Plattenköpfli (732m)

Bild 30: Federispitz, Speer, Mattstock

Bild 31: Kanal bei Näfels

Bild 32: Brücke bei Unter Brand

Bild 33: Wolken überm Mattstock

Bild 34: Mattstock und Näfels

Bild 35: Herbststimmung bei Näfels

Bild 36: Fronalpstock

Bild 37: Wanderweg in Näfels mit Mattstock

Bild 38: Plattenköpfli überm Kirchturm
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