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Brienz - Planalp (408)
Sonntag 06.04.2014

Anfahrt: Rielasingen - Schaffhausen - Bülach - Kloten - Nord-/Westumfahrung Zürich - Luzern - Sarnen - Brünig Pass - Brienz

Route: Brienz - Gwandwald - Mühlebachfall - Mettli - Planalp - Sitschenen - Schwanden - Strandbad - Rest. Sternen - Kirche

Gehzeit: ca. 5:35 h
Brienz - Gwandwald  ... 0:50 h
Gwandwald - Mühlebachfall  ... 0:05 h
Mühlebachfall - Mettli  ... 1:30 h
Mettli - Planalp  ... 0:25 h
Planalp - Sitschenen  ... 1:05 h
Sitschenen - Schwanden  ... 0:35 h
Schwanden - Strandbad  ... 0:30 h
Strandbad - Rest. Sternen  ... 0:25 h
Rest. Sternen - Kirche  ... 0:10 h

Höhendifferenz: ca. 860m

Distanz: ca. 18km

Vom Brünigpass her kommend fahren wir die Hauptstrasse von Brienz bis ans andere Ende des Städtchens, obwohl es schon vorher jede Menge öffentliche, gebührenpflichtige Parkplätze gibt, und parken auf dem letzten Parkplatz von Brienz unterhalb der Kirche. Am Brienzer Rothorn hängt noch eine Wolke fest, aber über dem See ist der Himmel Blau.

Ganz im Gegensatz von anderen bewohnten Gegenden in der Schweiz fällt uns hier gleich die angenehme Stille auf. Und dazu der türkisfarbene See mit den schneebedeckten Gipfeln der Berner Alpen auf der gegenüberliegenden Seeseite vermittelt Urlaubsstimmung. Auf dem Wanderwegweiser an der Ecke ist die Planalp mit einer Gehzeit von 2 h 30 min. angeschrieben.

Wir laufen das idyllische Dorfsträsschen Richtung Norden hoch, vom See weg, und bewundern die vielen alten, schön hergerichteten Häuser, meist mit Holzfassaden. Schon nach wenigen Minuten nähern wir uns nach den letzten Häusern dem rauschenden Mülibach, der im Laufe der Jahrtausende einen tiefen Einschnitt in den Berg gespült hat.

Auf de rechten Seite des Mülibaches steigen wir den steinige Pfad hinauf und wechseln dreimal über einen Holzsteg die Seite des Baches. Über den Bäumen sehen wir einen Wasserfall von der senkrechten Felswand stürzen. Nach dem dritten Steg entfernt sich der Wanderweg westwärts vom Mülibach.

In einer Kehre sehen wir durch die Baumlücke einer Abzweigung auf eine helle Lichtung, die eine freie Sicht zum Brienzer See verspricht. Den kurzen Abstecher erlauben wir uns und wenden prompt mit einer herrlichen Aussicht auf den See und die Berner Alpen belohnt. Das Panorama und die Blümchen auf der Wiese werden ausgiebig fotografiert.

Zurück auf unserem Weg stossen wir nach fünf Minuten im Gwandwald an einen Walderwegweiser an einer Weggabelung. Beide Wege führen zur Planalp, die Variante über den Mühlebachfall ist zehn Minuten kürzer. Wir hatten die Variante über Mettli geplant, wollen aber den Mühlebachfall näher anschauen. Also machen wir einen Abstecher zum Mühlebachfall, der auf dem Wanderwegweiser mit einer Gehzeit von 5 Min. angeschrieben ist.

Tatsächlich stehen wir nach drei Minuten unter dem hohen Wasserfall, dessen Weiterfluss durch eine Eisenbrücke überspannt ist. Aus einem Einschnitt über der senkrechten Felswand fällt das Wasser duzende von Metern in ein Becken herunter, aus dem das Wasser wiederum über mehrere Kanäle herunter fällt. Der Abstecher hat sich gelohnt.

Wieder an der Weggabelung zurück, steigen wir den schmalen Waldpfad mit einigen Kehren weiter hinauf und kreuzen nach einer viertel Stunde einen Wirtschaftsweg, von dem aus wir einen freien und besonders schönen Blick auf den Wasserfall haben. Am Bergweg warnt eine Tafel vor Steinschlag. Bei nasser Witterung (Regen, Schnee) ist der Wanderweg aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Den Hinweis nehmen wir zur Kenntnis, laufen aber weiter, da für uns ja die Sonne lacht und der Boden ist trocken. Im Zickzack schlängelt sich der schmale und laubbedeckte Pfad den sehr steilen Hang hinauf. An kritischen Stellen ist der weg durch alte Steinmauern befestigt. Gelegentlich kreuzen steile Rinnen den Weg, in denen Geröll ungehindert in die Tiefe sausen kann.

An einer Schlüsselstelle hat Geröll den Pfad zugeschüttet, so dass wir unseren ganzen Mut zusammen nehmen müssen um vorsichtig über die Verschüttung zu balancieren. Oft ist der wenige Zentimeter breite Pfad von Laub bedeckt. Fast übersehen wir den Spitzmorchel, der mitten auf dem Pfad aus dem Laub schaut. Immer wieder gewähren Baumlücken einen herrlichen Blick auf den türkisgrünen Brienzer See und manchmal auch auf Brienz hinunter.

Steil über uns sind Mauern zu sehen, über die kurze Zeit später für uns der Pfad verläuft. An einer breiteren Stelle lädt eine sonnenbeschienene Holzbank zur kurzen Rast ein. Eine sportliche Frau läuft an uns vorbei und tröstet uns mit dem Hinweis, dass im weiteren Aufstieg nur noch 4 Kehren zu erwarten sind. Wir zählen mit und die Frau hatte Recht. Trotzdem dauert es noch etwa zehn Minuten, bis wir aus dem Wald auf eine baumfreie Hochebene treten.

Über ein Hausdach hinweg sehen wir die schneebedeckten Berge der Berner Alpen. Vor dem Haus weht die Schweizer Fahne. Von der Wiese vor dem Haus überblicken wir den gesamten Brienzer See. Erst jetzt realisieren wir, nicht zuletzt wegen der Blicke der Hausbewohner, dass wir auf Privatgrund sind. Schnell gehen wir zum Pfad zurück.

Auf der weitläufigen Hochebene sehen wir bis hinüber, zu den Häusern der Planalp. Grosse Teile der Bergwiesen sind von weissen Krokussen übersäht. Aber auch viele andere Blüten zwingen die Fotografen in die Knie. Deshalb sind wir relativ lange bis zur siebenhundert Meter entfernten Planalp unterwegs. Über eine alte Steinbrücke überqueren wir den Mülibach, den wir weiter untern schon von der Felswand haben stürzen sehen.

Gleich neben dem Mülibach verlaufen die Gleise der Brienz-Rothorn-Bahn. Sie zu überqueren ist im Moment absolut gefahrenlos, da die erste Bahn in dieser Saison erst wieder am 10. Mai fahren wird. Zwischen den Holzhäuschen von Planalp hindurch laufen wir auf einem Schotterweg Richtung Südwesten.

Zwar weht vor dem Berghaus Planalp die Schweizer Fahne, doch die Türen sind verschlossen. Wie sehr hätte uns eine Einkehr in den Kram gepasst. An der Hauswand lesen wir auf einer Tafel: " Hier arbeiten Frauen! Anzügliche Bemerkungen, Annäherungsversuche und Herumlungern verboten!". Also lungern wir nicht länger herum, sondern laufen weiter.

Nur wenige hundert Meter weiter finden wir eine ideale Sitzbank, mit Aussicht über den Brienzer See hinweg auf die Berner Alpen, zum Rasten. Anschliessend laufen wir ostwärts auf einem breiten Pfad weiter. Nach etwa fünf Minuten gabelt sich an einem Wanderwegweiser der Wanderweg. Nach rechts wäre ein direkter Abstieg nach Brienz möglich, doch wir gehen geradeaus weiter, in Richtung Sitschenen.

Ein interessanter Abschnitt liegt vor uns. Wir auf einem künstlich angelegten, dem Berg vorgelagerten Damm, verläuft der Pfad abwärts. Obwohl der Boden steinig und karg ist, blüht es an allen Ecken und Enden. Auch die Aussicht auf den Brienzer See und die Berge ist fantastisch. Wir laufen über den Damm hinunter, bleiben oft stehen und schauen und knipsen was das Zeug hält.

Die folgenden fünfundzwanzig Minuten queren wir auf dem schmalen Pfad den Südhang unterm Brienzer Rothorn und kreuzen dabei zwei grössere Rinnen, über die das Geröll ungebremst in die Tiefe rutschen kann. Wir übersteigen und umgehen in den Rinnen mächtige Felsbrocken, teilweise so gross wie eine Garage. Dann laufen wir auf das Berghaus Baalen zu, neben dem uns besonders das abgesetzte Kloohäuschen auffällt, an dessen Wände die Wanderwegmarkierungen befestigt sind.

Der Weiterweg ist zunächst unklar, da die Spur wenig ausgetreten ist. Doch nach wenigen Metern Abstieg Richtung Süden, finden wir wieder eine Markierung. Nach einer knappen viertel Stunde mündet der Waldpfad in einen breiten Wirtschaftsweg, dem wir wenige Minuten folgen. Dann geht es über einen Berggrat auf wurzelreichem Pfad durch den Wald steil abwärts bis Sitscheren.

Wieder gabelt sich der Wanderweg an einem Wanderwegweiser und wieder besteht die Möglichkeit, geradeaus direkt nach Brienz abzusteigen. Doch wir biegen nach links in Richtung Schwanden ab und steigen durch den schattigen Wald, erst nordwärts, dann im Zickzack nach Osten, bis zum breiten Bachbett des Glissi Baches ab.

Am Glissi Bach bestaunen wir das Ausleitbauwerk, das Brienz und Schwanden vor Murengängen schützen soll und laufen am Rückhaltedamm vorbei bis zu den Häusern von Schwanden. Am Ortsrand von Schwanden gibt es ein schmuckes Backhäuschen, das nach der verkohlten Wand über der Öffnung zu urteilen, wohl noch gelegentlich in Betrieb ist.

Trotz fortgeschrittener Tageszeit biegen wir an der Bushaltestelle wieder nicht nach rechts, direkt nach Brienz ab, sondern laufen geradeaus weiter, in Richtung Hofstetten. Am Rande des Asphaltsträsschens gibt es jede Menge kostenlose Parkplätze. Das sollte man sich merken. Einige Spaziergänger sind hier unterwegs und Bänke bieten die Möglichkeit, sich zu auszuruhen.

Wir laufen einen halben Kilometer Richtung Südosten auf Hofstetten zu, biegen am Wanderwegweiser nach rechts auf ein schmaleres Asphaltsträsschen ab, das wir nach zweihundert Meter wieder nach rechts verlassen. Nördlich des Ortsteils Kienholz nähern wir uns jetzt westwärts dem Brienzer See, und stossen nach einem knappen Kilometer auf die Hauptstrasse von Brienz.

Zwei Wegabschnitte dort hin verlaufen auf einem kerzengeraden Damm, der vermutlich zu viel Schmelzwasser daran hindern soll, in die Keller der Häuser einzudringen. Nach hundert Metern entlang der Hauptstrasse, schlüpfen wir beim Strandbad durch eine Unterführung auf die andere Seite der Bahngleise.

Noch sind wir etwa zwei Kilometer von unserem Auto am anderen Ende von Brienz entfernt. Wir folgen dem Uferweg zwischen Bahngleise und Brienzer See nach Westen und erlauben uns nach zwei Drittel des Weges eine Einkehr auf die Terrasse eines Gasthauses.
siehe auch

Bilder von Jürgen Duffner:    http://www.natur-um-triberg.de
   
benachbarte Wanderungen:    Brienzer Rothorn (371)   08.09.2012 (Sa)
     Höch Gumme (369)   18.08.2012 (Sa)
   
Berghaus Planalp:    http://www.berghaus-planalp.ch
Planalp bei Wikipedia:    http://de.wikipedia.org
Brienz-Rothorn-Bahn:    http://www.brienz-rothorn-bahn.ch

Bild 1: Kirche von Brienz

Bild 2: Brienzer See

Bild 3: Haus in Brienz

Bild 4: Häuser in Brienz

Bild 5: Haus in Brienz und Mühlebachfall

Bild 6: Kirche von Brienz

Bild 7: Mülibach

Bild 8: Blick zum Brienzer See

Bild 9: Mülibach

Bild 10: Mülibach

Bild 11: Mülibach

Bild 12: Blick zum Brienzer See

Bild 13: Blick zum Brienzer See

Bild 14: Blick zum Brienzer See

Bild 15: Kugelblume

Bild 16: Steg unterm Mühlebachfall

Bild 17: Mühlebachfall

Bild 18: Mühlebachfall

Bild 19: Brienz und Brienzer See

Bild 20: Efeu im Moos

Bild 21: Mühlebachfall

Bild 22: Mühlebachfall

Bild 23: Warnung vor Steinschlag

Bild 24: Blick zum Brienzer See

Bild 25: Spitzmorchel

Bild 26: Bergpfad

Bild 27: Blick auf Brienz

Bild 28: Bergpfad

Bild 29: Blick zum Brienzer See

Bild 30: Bergpfad

Bild 31: Leberblümchen

Bild 32: Krokus und Schlüsselblume

Bild 33: Alpenglöckchen

Bild 34: Blick Richtung Planalp

Bild 35: Krokuswiese

Bild 36: Krokuswiese

Bild 37: Gleise bei Planalp

Bild 38: Blick zum Brienzer See

Bild 39: Berghaus Planalp

Bild 40: Berghaus Planalp

Bild 41: Blick zum Brienzer See

Bild 42: Brienzer See und Berner Alpen

Bild 43: Blick zum Brienzer See

Bild 44: Haus bei Planalp

Bild 45: Rote Pestwurz

Bild 46: Huflattich

Bild 47: Rote Pestwurz

Bild 48: Pfad übern Damm

Bild 49: Strauchblüte

Bild 50: Brienzer See und Berner Alpen

Bild 51: Pfad übern Damm

Bild 52: Blick zum Brienzer See

Bild 53: Brienz und Brienzer See

Bild 54: Berner Alpen und Brienzer See

Bild 55: Bergpfad überm Brienzer See

Bild 56: Blick zum Brienzer See

Bild 57: Wanderwegmarkierung

Bild 58: Blick ins Aaretal

Bild 59: Bergpfad

Bild 60: Bergpfad

Bild 61: Blick zum Brienzer See

Bild 62: Blick zum Brienzer See

Bild 63: Pfad übers Geröllfeld

Bild 64: Pfad übers Geröllfeld

Bild 65: Bergpfad

Bild 66: Berghaus Baalen

Bild 67: Berghaus Baalen

Bild 68: Blick zum Brienzer See

Bild 69: Bergpfad

Bild 70: Blick zu den Berner Alpen

Bild 71: Felswände unterm Brienzer Horn

Bild 72: Blick Richtung Westen

Bild 73: Gradweg

Bild 74: Berghaus

Bild 75: Blick Richtung Westen

Bild 76: Bachbett des Glissi Bach

Bild 77: Blick zu den Berner Alpen

Bild 78: Ausleitbauwerk am Glissi Bach

Bild 79: Berner Alpen

Bild 80: Backhäuschen

Bild 81: Haus in Schwanden

Bild 82: Schwanden

Bild 83: Bikertrail

Bild 84: Strässchen bei Schwanden

Bild 85: Holzfigur

Bild 86: Brienzergrat

Bild 87: Berner Alpen

Bild 88: Pfad bei Kienholz

Bild 89: Blick zum Brienzergrat

Bild 90: Haus bei Kienholz

Bild 91: Unterführung

Bild 92: Brienz am Brienzer See

Bild 93: Brienz am Brienzer See

Bild 94: Brienz am Brienzer See

Bild 95: Uferweg am Brienzer See

Bild 96: Uferweg am Brienzer See

Bild 97: Brienzer See

Bild 98: Brienz am Brienzer See

Bild 99: Haus in Brienz

Bild 100: Brienzer See und Berner Alpen
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