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Weisstannen - Horn (399)
Freitag 08.11.2013

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - St. Gallen - St. Margrethen - Mels- Weistannen

Route: Weistannen - Unterlavtina - Rappenloch - Horn - Valtnov Vordersäss - Gula - Vorsiez - Weisstannen

Gehzeit: ca. 5:15 h
Weistannen - Unterlavtina  ... 1:00 h
Unterlavtina - Rappenloch  ... 0:55 h
Rappenloch - Horn  ... 0:30 h
Horn - Valtnov Vordersäss  ... 0:40 h
Valtnov Vordersäss - Gula  ... 0:35 h
Gula - Vorsiez  ... 0:30 h
Vorsiez - Weisstannen  ... 1:05 h

Höhendifferenz: ca. 900m

Distanz: ca. 14km

Schon länger scheint das Weisstannental keine Sonne mehr gesehen zu haben, denn die schmale Strasse ist nass. Und auch die Häuser der Gemeinde Weisstannen stehen noch im Schatten, da es die Sonne noch nicht über die hohen Gipfel der Umgebung schafft. An den weiss gepuderten Höhenlagen ist abzulesen, dass es in jüngerer Zeit bereits geschneit hat.

Gegenüber der Kirche stellen wir unser Auto ab. Erst wie alle GPS-Logger Satellitenempfang haben, laufen wir los. Am Schulhaus schmunzeln wir über den Fahrzeugpark: ein Fahrrad, zwei Tretroller und drei Autos. Immerhin brennt in allen Räumen Licht und aus einem Klassezimmer winken uns die Schüler zu. Vermutlich sieht man hier im November nicht oft Fremde mit einem Rucksack auf dem Rücken.

Im Ortszentrum finden wir Wanderwegweiser und eine Infotafel zum Jagdbanngebiet Graue Hörner. Die Eckpunkte unserer Rundtour sind auf einem der Wanderwegweiser bis hin zum Ziel aufgeführt. Auf dem asphaltierten Waldeggliweg laufen wir das Seitental hinauf, aus dem der rauschende Gufelbach herunter fliesst.

Nach zehn Minuten leichtem Anstieg zweigt der Waldeggliweg nach rechts ab. Wir laufen auf dem schmaleren Schotterweg geradeaus weiter. Einen kleinen Abstecher zu einem Holzsteg aus alten Baumstämmen über den tosenden Gufelbach können wir uns nicht verkneifen.

Knapp zwanzig Minuten folgen wir dem schmalen Weg, der teilweise vollständig von roten Blättern zugedeckt ist. Dann geht es auf einem steileren Wiesepfad weiter. Ein paar hausgrosse Felsbrocken liegen im Weg und müssen umgangen werden. Schliesslich wird der Pfad wieder breiter und macht um einen Tobel einen Bogen.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde kommt bei Unterlavtina die Alm Sassli, mit einem Steinhaus und einer Holzhütte, in Sicht. Auf dem Wanderwegweiser an der Holzhütte ist Horn mit einer Gehzeit von 1 h 45 min angeschrieben. Der Wanderwegweiser zeigt auf eine steile Bergwiese, in der anfangs kaum Trittspuren zu sehen sind. Dafür findet man hie und da einen roten Farbtupfer als Wegmarkierung.

Drei Minuten später werden wir endlich von der Sonne gewärmt, die jetzt über die Bergspitzen freie Bahn zu uns hat. Ziemlich steil geht es nun eine viertel Stunde lang im Zickzack den Wiesenhang hinauf, bis wir in einen dunklen Tobel hinab blicken können. Am Tobelrand geht es ein Stück auf einem Grat bis zu einer Baumgruppe hinauf.

Bei der Baumgruppe wendet sich der Pfad nach rechts und quert auf einer Höhelinie den Tobel. Dort wo das Wasser durch den Tobel hinunter plätschert, ist die Oberfläche glatt geschliffen und helle Maserungen sind im grauen Fels zu erkennen. Im Zickzack geht es weiter durch den steilen Wiesenhang.

Den ersten Schneeresten können wir noch ausweichen. Doch dann wird die Schneedecke immer dichter. Kein Wunder, wirft doch das Felsmassiv des Marchstein seinen Schatten auf den Wiesenhang. Über uns kommt nun eine Holzhütte zum Vorschein, die zu unserer Freude wieder im hellen Sonnenlicht steht.

Weglos stapfen wird über die dünne Schneedecke bis zur Hütte. Wegen der Ungewissheit, was uns bezüglich Schnee noch erwartet, verzichten wir auf eine grössere Rast, zumal wir weit oben, über einer Felswand, ein Gipfelkreuz sehen. Es muss sich wohl um das Gipfelkreuz auf dem Horn handeln.

Ein roter Pfeil auf dem steinernen Sockel der Hütte deutet auf einen Schneehang, in dem weder Spuren noch Markierungen zu sehen sind. Nur anhand der Unebenheiten kann man einen versteckten Pfad erahnen. Glücklicherweise finden wir in grösserer Entfernung immer wieder einen Stein mit einem Farbtupfer.

So steigen wir hinauf, bis wir fast auf derselben Höhe wie das Kreuz, aber doch noch weit davon entfernt sind. Zwischen Hecken und hinter Bergkuppen ist der Schnee fest gefroren und einigermassen gut zu begehen. Die vielen Spuren im Schnee sind von Tieren und nicht von Menschen, so dass wir dadurch keine Bestätigung erhalten, auf dem richtigen Weg zu sein.

Doch das Gipfelkreuz ist in Sicht und rückt langsam näher. Endlich am Kreuz angekommen, lacht uns auch wieder sie Sonne ins Gesicht, während die Hütte, bei der wir vor mehr als einer halben Stunde auf eine Rast verzichtet hatten, jetzt im dunklen Schatten liegt.

Zu unseren Füssen liegen nun die Häuser von Weisstannen, jetzt auch von der Sonne beleuchtet, und das Weisstannental, das direkt auf den Gonzen zu läuft. Links vom Gonzen sehen wir einen Abschnitt der Alvierkette und rechts davon die Berge von Liechtenstein. Gegen Osten sehen wir die markanten Grauen Hörner und den Gipfel des Pizol und gegen Westen blicken wir über eine Hochebene mit der Alm Vordersäss zum Ende des Weisstannentals hin.

Auf den Bänken unterm Gipfelkreuz setzen wir uns nieder und gönnen uns eine kleine Rast. Dann geht es weiter. Unser nächstes Etappenziel ist die Alm Vordersäss, eigentlich nicht zu verfehlen, da sie ja zu sehen ist. Doch wir müssen einen Bergeinschnitt, durch den der Hohbach fliesst, überwinden. Wenigstens sehen wir jetzt eine einzelne Fussspur im Schnee, an der wir uns etwas orientieren können.

Zwischen den Sträuchern entdecken wir auch ab und zu eine Markierung und im Abwärts verläuft der Pfad durch eine Vertiefung. Inzwischen ist die Alm Vordersäss hinter einer Bergkuppe verschwunden. Laut der wenigen Markierungen, die aus dem Schnee heraus schauen, macht der Pfad einen Rechtsknick. Danach sind alle Markierungen spurlos verschwunden.

Wir laufen weglos in die Richtung weiter, die wir für richtig halten und hoffen, irgendwann wieder auf eine Markierung zu stossen. Mehrere Bachläufe müssen wir überspringen und weit und breit gibt es kein Anzeichen von Pfad oder Spur. Erst nach zehn Minuten sehen wir endlich wieder die geliebten weissroten Markierungen auf einem Stein.

Kurz darauf erscheint auch die Alm Vordersäss am Horizont. In weniger als zehn Minuten laufen wir dort hin. Die Gebäude der Alm, die ohnehin bereits im Winterschlaf schlummern, liegen im dunklen Schatten des über 700 Meter höheren Laritschchopf. Immerhin hat die Alm Seilbahnanschluss, eventuell auch für das Vieh.

Der Wanderwegweiser zeigt Vorsiez mit einer Gehzeit von 55 min an. Nach Vorsiez sind fast 600 Höhenmeter abzusteigen. Von dort an ist der letzte Abschnitt sehr gemütlich, zumal Vorsiez von Weisstannen aus mit dem Auto erreichbar ist.

Auf einem schneebedeckten Pfad laufen wir eine knappe viertel Stunde den Wiesenhang hinab, zuletzt auch wieder von der Sonne beschienen. Bevor der Pfad in den Wald eintaucht, wundern wir uns über ein paar breite Betonplatten, mit denen der Pfad befestigt ist. Doch im Wald wundert uns nichts mehr. Im Morast und auf nassen Steinen ist höchste Vorsicht geboten.

Im Zickzack geht es in einer viertel Stunde mehr als zweihundert Höhenmeter steil durch den Wald hinab, bis wir am unteren Waldrand auf eine sonnige Hochebene mit der Alm Gula blicken. Ein nobel hergerichtetes Holzhäuschen, mit Solarzellen auf dem Dach und Schneeschuh an der Wand, zieht die Aufmerksamkeit auf sich.

Eine benachbarte Hütte hat Seilbahnanschluss ins Tal, aber eher für einen Kasten Bier als für eine Person. Auf eine Distanz von 300 Metern Luftlinie erwartet uns jetzt ein Höhenunterschied von ebenfalls fast 300 Metern. Wir folgen einem kleinen Bach bis zur Bergkante und sehen dort, wie der Bach seinen Lauf im freien Fall fortsetzt.

Nicht ganz so steil, da in Fels gehauen, ist unser Pfad. Im Zickzack und mit einem Zaun gesichert, steigen wir nun den Felshang hinab und haben dabei einen freien Tiefblick auf die Gebäude von Vorsiez. Teilweise sind die Felswände neben dem Pfad überhängend. Um unteren Abschnitt erleichtern unzählige künstlich angelegte Holzstufen den Abstieg.

Kleinere Wasserfälle kreuzen mehrfach den Weg. Dann stockt uns der Atem, wie wir durch eine Baumlücke die Fortsetzung des Pfades an der gegenüberliegenden Felswand sehen. Wie ein schmales, ungesichertes Band zieht sich der Pfad quer durch die scheinbar senkrechte Wand. Nur die Erfahrung, dass die meisten Wände flacher werden, wenn man näher kommt, gibt uns Zuversicht.

Und so kommt es auch. Zwar sind die Sicherungen jahreszeitbedingt schon abgebaut, aber der Hang ist nicht senkrecht und der Pfad ist breit. So schaffen wir diesen Abschnitt auch ohne gösseres Herzklopfen. An einem Wanderwegweiser zweigt links ein Pfad nach Vorsiez ab. Wir gehen geradeaus weiter, in Richtung Weisstannen.

Der Pfad verläuft nun im Schatten senkrechter Felswände, immer in der Nähe des Baches Seez, und mündet erst nach fünfundzwanzig Minuten in die Autostrasse, die Vorsiez mit Weisstannen verbindet. Gerade mal drei Minuten folgen wir der Strasse und werden dann von einer Holzverladung gestoppt.

Grosse Holzstapel liegen links und rechts der Strasse und dazwischen laden Waldarbeiter mit dem Holzkran Baumstämme von einem Traktor-Anhänger auf einen LKW um. Obwohl wir uns deutlich bemerkbar machen, erfahren wir keine Anzeichen dafür, dass wir sicher passieren können. Also steigen wir schnell während der Verladeaktion über die Baumstämme.

Gleich hinter der Blockade macht uns, zusätzlich zur gelben Raute, ein in Plastikfolie eingelegtes DIN A4 Papier mit der Aufschrift "Wanderweg" auf den richtigen Weg aufmerksam. Wir begleiten nun den Bach Seez auf seiner linken Seite auf einem idyllischen Pfad bis Weisstannen. Dabei fallen uns einige Jägersitze auf, die allesamt einen eigenen Steg über den breiten Bach haben, nicht viel breiter als ein Baumstamm.

Nach einem Schuhwechsel am Auto in Weisstannen kehren wir zum Abschluss in ein Gasthaus ein. Dort sitzen unsere freundlichen Waldarbeiter bei Kaffee und Kuchen. Wir hören heraus, dass es sich um Gastarbeiter aus benachbarten Ländern handelt. Tja, Schweizer Waldarbeiter hätten ihre Arbeit kurz unterbrochen und uns durchgewunken (grins).
siehe auch

benachbarte Wanderung:    Hüenerchopf (32)   19.01.2003 (So)
   
Gemeinde Weisstannen    http://www.weisstannental.ch/
Wikipedia    http://de.wikipedia.org
   
Alpenpanoramen:    Standort Pizol
     Standort Tschugga

Bild 1: Kirche in Weisstannen

Bild 2: Häuser in Weisstannen

Bild 3: Schule Weisstannen

Bild 4: Morgensonne am Ringgraberg

Bild 5: Haus in Weisstannen

Bild 6: Gufelbach in Weisstannen

Bild 7: Waldeggliweg

Bild 8: Morgensonne am Ringgaberg

Bild 9: Morgensonne am Ringgaberg

Bild 10: Gufelbach

Bild 11: Steg übern Gufelbach

Bild 12: Felsbrocken

Bild 13: herbstlicher Bergweg

Bild 14: Felswand über Sassli

Bild 15: Sassli im Unterlavtina

Bild 16: Sassli im Unterlavtina

Bild 17: Sassli im Unterlavtina

Bild 18: Sonnenhang über Sassli

Bild 19: Baumspitzen in der Sonne

Bild 20: Blick Richtung Weisstannen

Bild 21: Gratweg zum Rappenloch

Bild 22: Blick Richtung Weisstannen

Bild 23: Blick auf Weisstannen

Bild 24: Grat im Rappenloch

Bild 25: Rappenloch

Bild 26: Grat im Rappenloch

Bild 27: Grat im Rappenloch

Bild 28: Weisstannental und Alvierkette

Bild 29: Wiesenpfad im Rappenloch

Bild 30: Blick Richtung Alvierkette

Bild 31: Seitental bei Weisstannen

Bild 32: Seitental bei Weisstannen

Bild 33: im Rappenloch

Bild 34: im Rappenloch

Bild 35: Wiesenpfad im Rappenloch

Bild 36: Weisstannental und Alvierkette

Bild 37: Blick Richtung Gilbistock

Bild 38: Blick zum Horn aus dem Rappenloch

Bild 39: Weisstannental und Alvierkette

Bild 40: Graue Hörner und Gilbistock

Bild 41: Alvierkette, Tschugga und Gonzen

Bild 42: Stafinellagrat und Graue Hörner

Bild 43: Blick Richtung Gilbistock

Bild 44: Horn überm Weisstannental

Bild 45: Blick Richtung Vordersäss

Bild 46: Graue Hörner und Pizol (re.)

Bild 47: Gipfelkreuz Horn und Graue Hörner

Bild 48: Blick Richtung Vordersäss

Bild 49: Blick Richtung Graue Hörner

Bild 50: Weisstannental

Bild 51: Weisstannen

Bild 52: Blick Richtung Vordersäss

Bild 53: Graue Hörner und Pizol (re.)

Bild 54: Alvierkette

Bild 55: Zwischen Horn und Vordersäss

Bild 56: Zwischen Horn und Vordersäss

Bild 57: Blick Richtung Guli (?)

Bild 58: Alp Vordersäss im Schatten

Bild 59: Zwischen Horn und Vordersäss

Bild 60: Rotrüfner und Guli (?)

Bild 61: Rotrüfner und Guli (?)

Bild 62: Guli (?)

Bild 63: Rotrüfner und Guli (?)

Bild 64: Gauschla, Tschugga und Gonzen

Bild 65: Rotrüfner und Guli (?)

Bild 66: Alp Vordersäss im Schatten

Bild 67: Blick Richtung Heugrat und Graue Hörner

Bild 68: Grau Hörner

Bild 69: Wolken

Bild 70: Guli (?)

Bild 71: Rotrüfner

Bild 72: Viehweg bei Gula

Bild 73: Blick ins Weisstannental

Bild 74: Alp Gula und Weisstannental

Bild 75: Alp Gula und Rotrüfner

Bild 76: Alp Gula

Bild 77: Felsweg über Vorsiez

Bild 78: Felsweg über Vorsiez

Bild 79: Vorsiez im Weisstannental

Bild 80: Felsweg über Vorsiez

Bild 81: Felsweg über Vorsiez

Bild 82: Weg zwischen Alp Gula und Vorsiez

Bild 83: Weisstannental

Bild 84: Blick auf Vorsiez

Bild 85: Rotrüfner

Bild 86: Felswand unter Gula

Bild 87: Felsweg über Vorsiez

Bild 88: Felsweg über Vorsiez

Bild 89: Felsweg über Vorsiez

Bild 90: Wasserfall

Bild 91: Felsweg über Vorsiez

Bild 92: Felsweg über Vorsiez

Bild 93: Baumflechten

Bild 94: Seez im Weisstannental

Bild 95: Abendsonne

Bild 96: Jägerstand

Bild 97: Flüsschen Seez

Bild 98: Wanderweg an der Seez

Bild 99: Wassertropfen

Bild 100: Flüsschen Seez

Bild 101: Wanderweg an der Seez

Bild 102: Steg über die Seez für Jäger

Bild 103: Sitzbank und Unterstandshütte

Bild 104: Girstein über Weisstannen

Bild 105: Kirche von Weisstannen
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