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Nünalpstock (386)
Samstag 06.07.2013

Anfahrt: Rielasingen - Schaffhausen - Jestetten - Bülach - Kloten - Nord-/Westumfahrung Zürich - Luzern - Alpnach - Giswil - Glaubenbielen

Route: Glaubenbielen - Rübihütte - Schwander - Sachsler - Ror - Loo - Sattelpass - Bärenturm - Looegg - Nünalpstock - Heimegg - Scheidbach - Glaubenbielen Hütte - Glaubenbielen

Gehzeit: ca. 6:30 h
Glaubenbielen - Rübihütte  ... 0:25 h
Rübihütte - Schwander  ... 0:20 h
Schwander - Sachsler  ... 0:15 h
Sachsler - Ror  ... 0:20 h
Ror - Loo  ... 0:50 h
Loo - Sattelpass  ... 0:30 h
Sattelpass - Bärenturm  ... 0:35 h
Bärenturm - Looegg  ... 0:20 h
Looegg - Nünalpstock  ... 1:20 h
Nünalpstock - Heimegg  ... 0:25 h
Heimegg - Scheidbach  ... 0:35 h
Scheidbach - Glaubenbielen Hütte  ... 0:05 h
Glaubenbielen Hütte - Glaubenbielen  ... 0:30 h

Höhendifferenz: ca. 650m

Distanz: ca. 17km

Der Fahrer eines deutschen Reisebusses hat ganz offensichtlich nicht die Bergerfahrung, wie ein Fahrer vom Schweizer Postbus. Immer wieder muss er bei Gegenverkehr und in scharfen Kurven zurücksetzen. An einer breiteren Stelle der schmalen Passstrasse lässt er uns vorbei.

Kurz vor dem Glaubenbielenpass glauben wir nicht mehr daran, bald wieder blauen Himmel zu sehen. Eine Wolke hüllt uns ein, doch am Pass strahlt sie Sonne wieder ungehindert. Wir fahren vom Pass noch etwa einen halben Kilometer weiter und parken am grossen Parkplatz mit dem Käseautomaten.

Auf dem Asphaltsträsschen, in Richtung Norden, sind einige Wanderer unterwegs. Doch unsere Wege trennen sich bald. Nach wenigen Hundert Metern zweigt nach rechts ein Wiesenpfad ab. Es handelt sich um den Schweizer Fernwanderweg 57 (Obwaldner Höhenweg). In unzähligen Kurven windet sich der Pfad durch die hügelige Landschaft.

Ein Wanderwegweiser unterhalb der Ribihütte (in Karten Rübihütte) ist der Sattelpass in zwei Richtungen aufgeführt, direkt über den Nünalpstock mit 3 Stunden Gehzeit und über Schwander Unterwengen in der halben Gehzeit. Da wir den Nünalpstock erst auf dem Rückweg überqueren wollen, wählen wir jetzt den kürzeren Weg zum Sattelpass, über Schwander Unterwengen.

Bei einem kleinen See mündet der Wiesenpfad in einen breiteren Wirtschaftsweg. Wir passieren einen zugemauerten Höhleneingang mit zwei massiven Eisentüren. Es ist wohl einer der 26000 Bunker, die es in der Schweiz gibt (siehe auch http://www.festung-oberland.ch/).

Um die nordöstliche Spitze des Rotspitz herum führt uns der Wirtschaftsweg nach ein paar Minuten direkt auf die Alm Unterwengen-Schwander zu. Wir freuen uns über den Anblick der alten Gebäude und sind dann aber etwas enttäuscht, wie das Nebengebäude aus nacktem Beton zum Vorschein kommt.

Zehn Minuten später passieren wir die Alm Sachsler Unter-Wengen. In der Umgebung der Alm weiden Kühe, aber Menschen sind keine zu sehen. Den Rotspitz mit seinen beiden Gipfeln, der hinter uns immer kleiner wird, sehen wir jetzt in voller Breite. Rechts vom Rotspitz, dessen Gipfel sich nach rechts neigen, lugt über dem Sattel der schneebedeckte Nachbargipfel des Brienzer Rothorn hervor, der Schongütsch.

Bei der Alm Ror, auf die wir eine halbe Stunde nach Sachsler Unter-Wengen stossen, endet der Wirtschaftsweg. Die nächste Alm Namens Loo, die auf unserer Route liegt, ist auf einem Wanderwegweiser mit 30 Minuten Gehzeit angeschrieben. Langsam verhüllen sich die Gipfel der Umgebung wieder in Wolken.

Sicher liegt es nicht an der 3-minütigen Trinkpause, die wir unterwegs machen, dass wir statt den angegebenen 30 Minuten bis zur Alm Loo fast 50 Minuten unterwegs sind, sondern an den vielen Orchideen und anderen Blumen, die es in den sumpfigen Wiesen zu fotografieren gibt. Dank vieler Holzstege kommen wir mehr oder weniger trockenen Fusses durch.

Bei der Alm Loo stehen wir mitten in einer Kuhherde und suchen nach roten Wegmarkierungen, die wir über uns am Hang auch finden. Die Richtung kommt und nach wenigen Minuten Aufstieg komisch vor. Bei einem Blick zurück sehen wir bei der Alm einen Wanderwegweiser, den wir vorher nicht gesehen hatten. Von oben sehen wir auch den Wirtschaftsweg, der vom Norden her zur Alm führt. Weglos steigen wir zu diesem Wirtschaftsweg hinab.

Jetzt ist der Himmel nicht mehr blau, sondern eine dünne Wolkenschicht hat sich über uns gezogen. Erst wie wir nach einer halben Stunde über den Wirtschaftsweg den Sattelpass erreichen, sehen wir durch gössere Wolkenlöcher wieder blauen Himmel. Ein entgegen kommender Wanderer fragt uns nach dem Weg zur Alm Loo. Da wir gerade von dort her kommen, können wir ihm korrekte Angaben machen.

Am Wanderwegweiser sind tatsächlich die Richtungen von Loo und Bärenturm vertauscht. Hinzu kommt noch, dass der Einstieg zum Pfad auf den Bärenturm nicht ersichtlich ist. Die Wiesenspur, der wir folgen, scheint von Kühen gemacht, denn plötzlich stehen wir im bewaldeten Wiesenhang kniehoch im nassen Gras. Laut Karte muss der Pfad aber über diesen steilen Berggrat zum Bärenturm verlaufen. Also kämpfen wir uns weiter durchs Dickicht und werden fündig.

Zunächst nur eine Trittspur, von hohem Gras verdeckt, dann eine rote Markierung an einem Baum. Erst jetzt sind wir sicher, dass wir nicht umdrehen müssen. Nass, steil und rutschig schlängelt sich der Pfad durch Farn und Heidelbeersträucher nach oben. So manche freigelegte Wurzel muss als Haltegriff herhalten. Bei dem schweisstreibenden Aufstieg sind wir froh über den bedeckten Himmel.

Nach einer guten halben Stunde wechseln wir über der Bergkante auf die andere Seite eines Weidezaunes und stehen dann vor dem schlichten Gipfelkreuz des Bärenturm. Für einen Moment wird die Sicht zum Sattelpass hinunter frei, dann ist rundum alles dicht. Die Situation ändert sich laufend, nur der Osten bleibt dauerhaft verborgen. Wir wollen rasten, bis der Wind den Himmel ganz frei gefegt hat, doch nach einer guten Stunde geben wir das Warten auf.

Eine viertel Stunde laufen wir den Wiesenpfad über den sanft abfallenden Südhang des Bärenturm und passieren dann Looegg, den Höhenzug eine Etage über der Alm Loo. Von den Temperaturen abgesehen, vermitteln die Wollgraswiesen im Nebel fast einen winterlichen Eindruck. In der anschliessenden Sumpflandschaft verlassen wir einige Male den Pfad, um nicht im Schlamm zu versinken.

Auf dem Haldimattstock, einer unscheinbaren und nicht gekennzeichneten Anhöhe, stehen wir nach einer weiteren halben Stunde. Vor Augen liegen Nünalpstock und sein Nachbar Haglere im Schatten einer Wolke. Hinter uns hingegen, strahlt jetzt der Bärenturm in der Sonne. Eine namenlose Erhebung wird uns auf dem Weg zum Nünalpstock noch einen zusätzlichen, kleinen Anstieg bescheren.

Von weitem sehen wir schon das Gipfelkreuz des Nünalpstocks, das sich beim Näherkommen als Wanderwegweiser entpuppt. Mit uns ziehen auch die Wolken zum Gipfel des Nünalpstocks, wo wir nach einer dreiviertel Stunde Gehzeit wegen des frischen Windes schnell die Pullover anziehen. Dank einer Pinkelpause entdecken wir das Gipfelkreuz, etwas abseits und nicht auf der höchsten Stelle des Berges. Wenn auch die benachbarten Berge wieder in den Wolken verschwinden, so sehen wir wenigstens nach Sörenberg hinunter, wo zu unserem Erstaunen die Sonne scheint.

Wolken und Wind halten uns nicht lange am Gipfel des Nünalpstocks fest, so dass wir bald in Richtung Rübihütte (jetzt wieder mit ü auf dem Wanderwegweiser) absteigen. Durch den steilen Wald erreichen wir den Sattel zwischen Nünalpstock und Rotspitz. Auf einem Wanderwegweiser lesen wir nach dem 25-minütigem Abstieg als Position Heimegg, was in keiner Karte zu finden ist.

Die Form des Rotspitz, den wir nun ständig vor Augen haben und dem wir immer näher kommen, erinnert uns ein wenig an die Mythen. Die zwei unterschiedlich hohen Gipfel leuchten in der Abendsonne und auch über uns ist der Himmel nun wieder blau. Auf einem Gratweg laufen wir direkt auf den höheren Gipfel des Rotspitz zu. Es scheint fast so, als müssten wir über den Gipfel steigen.

Durch ein Eisentor verlassen wir eine Weide, doch wie sich herausstellt, war es nur ein Wechsel von einer Weide zur anderen. Denn vor uns hat es sich eine Gruppe von Kühen auf dem Gratweg gemütlich gemacht und macht auch keine Anstalten, den Weg für uns zu räumen. Über die Wiesen müssen wir die Kühe umgehen. Darauf folgt ein kurzer, aber sehr steiler Anstieg. Den Spuren nach zu urteilen, kennen die Kühe diesen Pfad auch.

Nach dem Queren eines kurzen, steilen Waldstücks landen wir auf einer nicht weniger steilen Weide, von der aus wir über grüne Wiesen bis zum entfernten Parkplatz sehen können, wo unser Auto steht. Kuhpfade und Wanderweg lassen sich nicht mehr auseinanderhalten. Wir suchen nach roten Markierungen und werden fündig. Auf Serpentinenpfaden steigen wir in zehn Minuten die Wiesen hinab. Am Wanderwegweiser Scheidbach mündet der Wiesenpfad in einen Wirtschaftsweg.

Der Wanderwegweiser mit der Aufschrift Glaubenbielen und Passhöhe zeigt nach links. Schon nach fünf Minuten sehen wir bei einer Alm die Schweizer Fahne wehen und auf der Terrasse sitzen Gäste unterm Sonnenschirm. Das machen wir jetzt auch und bleiben über anderthalb Stunden sitzen.

Anschliessend folgen wir dem Wirtschaftsweg weiter bis zum kleinen See unter der Rübihütte. Dort wechseln wir auf den kurvigen Wiesenpfad, den wir vom Hinweg am Morgen schon kennen, und folgen dem Obwaldner Höhenweg bis zum grossen Parkplatz an der Passstrasse.
siehe auch

benachbarte Wanderungen:    Fürstein (351)   27.11.2011 (So)
     Hagleren (322)   02.06.2011 (Do)
   
Alpenpanoramen:    Blick vom Hagleren
     Blick vom Brienzer Rothorn

Bild 1: Kühe unterm Brienzer Rothorn

Bild 2: Blick zum Brienzer Rothorn

Bild 3: Gesteinsschichten

Bild 4: Wanderer unterm Brienzer Rothorn

Bild 5: Blick zur Rübihütte

Bild 6: Brienzer Rothorn und Schongütsch

Bild 7: Schongütsch

Bild 8: Rübihütte

Bild 9: See unter der Rübihütte

Bild 10: Orchidee

Bild 11: See unter der Rübihütte

Bild 12: Alm Schwander-Unterwengen

Bild 13: Alm Schwander-Unterwengen

Bild 14: Alm Schwander-Unterwengen

Bild 15: Rotspitz

Bild 16: Hütte bei Alm Schwander-Unterwengen

Bild 17: Alm Schwander-Unterwengen

Bild 18: Orchideen

Bild 19: Alm Schwander-Unterwengen und Rotspitz

Bild 20: Pferde

Bild 21: Rotspitz

Bild 22: Alm Sachsler Unter-Wengen

Bild 23: Rotspitz und Brienzer Rothorn

Bild 24: Alm Sachsler Unter-Wengen

Bild 25: Alm Sachsler Unter-Wengen

Bild 26: Rotspitz

Bild 27: Wirtschaftsweg bei Sachsler Unter-Wengen

Bild 28: Rotspitz

Bild 29: Rotspitz

Bild 30: Blick zur Alm Ror

Bild 31: Wollgras und Orchideen

Bild 32: Alm Ror

Bild 33: Alm Ror

Bild 34: Alm Ror

Bild 35: Alm Ror

Bild 36: Alm Ror

Bild 37: Alm Ror

Bild 38: Holzsteg zwischen Ror und Loo

Bild 39: Holzsteg zwischen Ror und Loo

Bild 40: Holzsteg zwischen Ror und Loo

Bild 41: Holzsteg zwischen Ror und Loo

Bild 42: Landschaft zwischen Ror und Loo

Bild 43: Holzsteg zwischen Ror und Loo

Bild 44: Holzsteg zwischen Ror und Loo

Bild 45: Waldpfad bei Alm Loo

Bild 46: Alm Loo und Bärenturm in Wolken

Bild 47: Alm Loo und Bärenturm in Wolken

Bild 48: Alm Loo

Bild 49: Trollblumen

Bild 50: Wirtschaftsweg zum Sattelpass

Bild 51: Trollblumen und Farn

Bild 52: Sattelpass

Bild 53: toter Wald

Bild 54: Aufstieg Nordgrat Bärenturm

Bild 55: Pfad durch Heidelbeersträucher

Bild 56: steil, nass und rutschig

Bild 57: Blick vom Bärenturm nach Westen

Bild 58: Alpenrosen

Bild 59: Blick vom Bärenturm nach Westen

Bild 60: Blick vom Bärenturm nach Westen

Bild 61: Aufstieg vom Sattelpass

Bild 62: Aufstieg vom Sattelpass

Bild 63: Aufstieg vom Sattelpass

Bild 64: Blick vom Bärenturm

Bild 65: Blick vom Bärenturm

Bild 66: Blick vom Bärenturm

Bild 67: Blick vom Bärenturm

Bild 68: Blick vom Bärenturm

Bild 69: Blick Richtung Fürstein

Bild 70: Gipfelkreuz Bärenturm

Bild 71: Wollgras

Bild 72: Alpenblume

Bild 73: Moorlandschaft mit Wollgras

Bild 74: Obwaldner Höhenweg von oben

Bild 75: Blick zum Bärenturm

Bild 76: Obwaldner Höhenweg von oben

Bild 77: Blick Richtung Rotspitz

Bild 78: Blick Richtung Rotspitz

Bild 79: Blick zum Bärenturm

Bild 80: Blick Richtung Rotspitz

Bild 81: Blick vom Haldimattstock zu Nünalpstock und Hagleren

Bild 82: Rotspitz

Bild 83: Rotspitz

Bild 84: Blumenwiese

Bild 85: Schafnase in Wolken

Bild 86: Bärenturm und Haldimattstock

Bild 87: Bärenturm und Haldimattstock

Bild 88: Blick zum Nünalpstock

Bild 89: Blick Richtung Grönflue

Bild 90: Blick zum Nünalpstock

Bild 91: Gipfelkreuz Nünalpstock und Sörenberg

Bild 92: Sörenberg

Bild 93: Blick zum Hagleren

Bild 94: Abstieg vom Nünalpstock

Bild 95: Nünalp

Bild 96: Rotspitz

Bild 97: Schönenboden, Talstation Rothorn-Bahn

Bild 98: Nünalp

Bild 99: Rotspitz

Bild 100: Rotspitz

Bild 101: Rotspitz

Bild 102: Rotspitz

Bild 103: Alm Schwander

Bild 104: Rotspitz

Bild 105: Blick Richtung Sarner See

Bild 106: Orchidee

Bild 107: Rotspitz

Bild 108: Rotspitz

Bild 109: Kühe am Gratweg

Bild 110: Aufstieg am Rotspitz

Bild 111: Blick Richtung Schafnase

Bild 112: Blick über Glaubenbielen zum Almoglerberg

Bild 113: Alpoglerberg und Schafnase

Bild 114: Alpoglerberg, dahinter Schafnase

Bild 115: Sarner See und Stanserhorn

Bild 116: Alpoglerberg

Bild 117: Alpoglerberg

Bild 118: Sarner See und Stanserhorn
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