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Biet (387)
Sonntag 14.07.2013

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - Wattwil - Uznach - Lachen - Einsiedeln - Studen

Route: Studen - Ober Schrot - Tierfäderen - Tierfäderenegg - Bietsietä - Biet - Hinterhofen - Vord. Wannenhöchi - Hirschweid - Studen

Gehzeit: ca. 8:00 h
Studen - Ober Schrot  ... 1:10 h
Ober Schrot - Tierfäderen  ... 0:30 h
Tierfäderen - Tierfäderenegg  ... 0:20 h
Tierfäderenegg - Bietsietä  ... 1:10 h
Bietsietä - Biet  ... 0:40 h
Biet - Hinterhofen  ... 0:30 h
Hinterhofen - Vord. Wannenhöchi  ... 0:45 h
Vord. Wannenhöchi - Hirschweid  ... 1:40 h
Hirschweid - Studen  ... 1:15 h

Höhendifferenz: ca. 1160m

Distanz: ca. 20km

Spürbar einsamer wird es, je mehr wir uns dem Örtchen Studen nähern, dem Ausgangsort unserer Wanderung. Kein Wunder, schliesslich enden die meisten Strassen in Richtung Süden für den öffentlichen Verkehr. Wir parken in Studen auf dem grossen Parkplatz am kleinen Friedhof. Wenn die Wiesen frisch gemäht wären, könnten wir am Bachufer direkt nach Süden zum offiziellen Wanderweg abkürzen. So laufen wir am Strassenrand zur Dorfmitte hin.

Nach wenigen Metern zweigt rechts ein Weg ab, der aber nicht als Wanderweg markiert ist. Noch wissen wir nicht, dass dieser Weg zu unserem Wanderweg führt. Deshalb folgen wir weiter der Dorfstrasse, bis wir nach ungefähr vierhundert Metern an einem Wanderwegweiser den Richtungswechsel nach Süden vornehmen, also rechts abbiegen.

Schon nach wenigen Metern kreuzen wir den kleinen, kerzengeraden Bach, der genau auf die Friedhofskapelle zu steuert. Und ein paar Meter weiter passieren wir die Mündung des Abkürzungsweges, den wir kurz nach unserem Aufbruch aus Unwissenheit verschmähten. Die Abkürzung behalten wir uns für den Rückweg vor. Vor Augen haben wir einen bewaldeten Hang.

Bis zum Waldrand ist der Wirtschaftsweg einigermassen flach. Dann zweigt nach links ein Wiesenpfad ab, der uns am Waldrand entlang wegen etlicher Höhenmeter schon die ersten Schweissperlen aus der Stirn quetscht. Im Augenwinkel registrieren wir die Orchideen und Wollgräser im Wiesenhang. Vielleicht erlaubt uns die Puste auf dem Rückweg, die Blumenwiese zu fotografieren.

Nicht Steinschlag und wilde Tiere muss man auf Schweizer Wanderwegen fürchten, sondern die Gewehrkugeln, was uns eine Tafel mit der Aufschrift "Wegen Schiessgefahr Umleitung" beweisst. Aber die Tafel ist am Wegesrand abgestellt und Schüsse sind keine zu hören. In vielen Kurven steigen wir den schmalen, oft tief eingeschnittenen Waldpfad hinauf. Wir sind nicht alleine, noch andere Grüppchen sind unterwegs.

Im Anschluss an eine kleine Holzbrücke überklettern wir nach zwanzig Minuten einen Weidezaun und gelangen auf eine Lichtung. Ein roter Pfeil an den Brettern einer Holzhütte zeigt die weitere Richtung an. Ein Holzgatter entlässt uns auf den nächsten Wiesenhang, den wir weglos, von Markierung zu Markierung, zum nächsten Waldrand hinauf steigen. Nur eine viertel Stunde dürfen wir die Kühle des Waldes geniessen.

Dann heisst es wieder Schwitzen in der prallen Sonne. Die Trittspur im Wiesenhang ist nur schwach ausgeprägt. Wir suchen Schatten am Waldrand, wo auch an wenigen Bäumen rotweisse Markierungen zu erkennen sind. An einer Holzhütte zweigt ein Wanderweg Richtung Schlund und Hirschweid ab. Wir steigen weiter Richtung Tierfederenegg auf und stossen nach zehn Minuten auf einen älteren Viehstall.

Aus einem Brunnen plätschert kaltes Quellwasser, der ideale Ort für eine Trinkpause. Ein fremder Wanderer taucht seinen Kopf ganz in den Brunnentrog, ein Kälteschock für die Gehirnzellen. Etwa vierhundert Höhenmeter unter uns liegt uns das Örtchen Studen zu Füssen. Im Hintergrund sehen wir den Sihlsee in voller Länge, mit seinen zwei Strassenbrücken.

Die schweisstreibende Angelegenheit hat nach zehn weiteren Aufstiegsminuten vorerst ein Ende. Eine Mischung aus breitem Wiesenpfad und verwachsenem Wirtschaftsweg mündet bei einem Misthaufen in ein Asphaltsträsschen. Vor einem Wohnhaus, reichlich mit grossen Kuhglocken geschmückt, staunen spielende Kinder über uns keuchende und verschwitzte Gestalten.

Obwohl unser Gipfelziel mehr als fünfhundert Meter über uns liegt, geht jetzt der Weg bergab. Das nächste Etappenziel heisst Tierfäderenegg. Nach fünf Minuten teilt sich der Wirtschaftsweg. Gross ist auf einem Holzwegweiser nach links zeigend der Begriff Tierfedern eingeschnitzt. Kaum schlagen wir die Richtung ein, stoppt ein entgegen kommendes Auto und der Fahrer fragt uns nach unserem Ziel. Offensichtlich verlockt der Wegweiser Wanderer öfters zu Fehlentscheidungen. Zurück am Wegweiser sehen wir in die andere Richtung zeigend die handschriftliche Aufschrift Tierfäderenegg. So bewahrte uns der Bauer vor dem Abstieg in eine Sackgasse.

Zwanzig Minuten folgen wir dem angenehmen Schotterweg fast auf einer Höhenlinie bis zum Tierfäderenegg. Der Weg teilt sich hier. Auf dem Wanderwegweiser ist der Biet mit Höhenangabe 1965m aufgeführt. Doch wo der Wanderwegweiser hin zeigt, geht kein Weg. Ein Blick auf die topographische Karte lässt vermuten, dass es sich um eine wenig begangene Abkürzung des Wirtschaftsweges handeln könnte.

Im Aufstieg sehen wir verblasste und überwachsene Markierungen. Immer dichter wird der Bewuchs und wir kämpfen und durch hohes Blätterwerk an steilen Felswänden entlang den Berg hinauf. Nach weniger als zehn Minuten mündet der von der Natur zurück eroberte Weg wieder im Wirtschaftsweg, dem wir weiter aufwärts folgen.

Eine viertel Stunde laufen wir den kurvigen Wirtschaftsweg hinauf, der abschnittsweise in voller Breite oder nur in den Spuren durch Beton befestigt ist. Schon hoffen wir auf eine Einkehrmöglichkeit, wie wir auf dem Tisch vor der Holzhütte Getränke erblicken, doch es sind nur die Flaschen der Bauarbeiter, die hier gerade am werkeln sind. Die Holzhütte ist nicht nur aus Holz, sondern sie heisst auch offiziell in den Karten so.

Wenige Meter von der Holzhütte entfernt, zweigt nach links, kurz danach wieder nach rechts, ein Wirtschaftsweg ab. Bei der letzten Abzweigung lesen wir auf einer Holztafel Chäseren, was wir auf keiner Karte finden können, doch die Richtung stimmt. An einer Alm endet der Wirtschaftsweg. Die Almbewohnerin freut sich über einen kurzen Smalltalk und zeigt uns weit oben den Gipfel des Biet.

Ab jetzt bewegen wir uns auf einem Wiesenpfad, der mal mehr, mal weniger markiert und ausgetreten ist. Anfangs noch etwas flacher, dann immer steiler werdend, schlängelt sich der Pfad den grünen Hang bis zu einer Passhöhe, zwischen Biet und Fidisberg, hinauf. Wir bewältigen die zweihundert Höhenmeter in etwa vierzig Minuten.

Ein neuer Ausblick auf die Glarner Alpen eröffnet sich uns. Deutlich erkennbar ist der Silberen, mit seinen vielen Schneeflecken. Aber auch auf unserer Passhöhe ist der letzte Schnee noch nicht geschmolzen. Bei einer kurzen Rast gibt es schöne Alpenblumen zu fotografieren. Nach der Begegnung mit entgegenkommenden Wanderern nehmen wir die letzten hundertdreissig Höhenmeter in Angriff.

Schon glauben wir, dem Gipfel ganz nahe zu sein, doch dann stellt es sich heraus, dass es sich bei dem Kreuz um ein Vorgipfelkreuz handelt. Aber die letzten Meter sind nicht mehr so anstrengend, sie gehen weglos den Wiesenhang bist zu wahren Gipfelkreuz. Ein Stacheldrahtzaun ziert den Gipfelgrat, hinter dem es steil abwärts geht. Jetzt haben wir einen herrlichen Rundumblick in alle Himmelsrichtungen.

Während die Einen schläfrig unterm Gipfelkreuz liegen und die Augen schliessen, wuseln die Anderen mit offenen Augen in der Umgebung des Gipfels umher, um schöne Blumenbilder zu knipsen. Nach einer ausgiebigen Rast kehren wir dieselbe Strecke zum Pass zurück, die wir aufgestiegen waren. Weit unten sehen wir eine Alm, die wohl auf unserer weiteren Strecke liegt.

Wir folgen den Markierungen, die wir anfänglich noch im weglosen Hang finden und geraten dann auf eine Viehspur. Auch Fotomotive ziehen uns von der Alm auf Hinterofen weg. Da wir aber unsere Trinkflaschen füllen wollen, steigen wir das letzte Stück über gelb blühende Wiesen direkt zu Alm hin ab. Den plätschernden Brunnen sehen wir schon von weitem.

Die Almbewohner sitzen bei Kaffee und Kuchen vor dem Haus. Wir fragen, ob das Brunnenwasser trinkbar sei. Ja, die Kühe trinken es ja auch, ist deren Antwort. Unser Weiterweg verläuft von der Alm in westliche Richtung, macht nach wenigen hundert Metern einen Linksbogen und geht bis zu einer Kreuzung abwärts. Hier ist der südlichste Punkt unserer Wanderung erreicht und wir wenden uns wieder Richtung Norden. Würden wir geradeaus weiter laufen, wären wir in wenigen Minuten bei der Duesberghütte.

Auf einem lästig ansteigenden Wirtschaftsweg laufen wir in zwanzig Minuten zur Vorderen Wannenhöchi hinauf. Eine auf der Wanderkarte eingezeichnete Abkürzung verpassen wir. Von der Höhe folgen wir dem Wirtschaftsweg leicht abwärts bis Wannen hinunter. Dort endet der Wirtschaftsweg.

Ein Wiesenpfad scheint an einer Bergkante mit Weidezaun und Mauer aus Natursteinen zu enden. Doch Wanderwegweiser und Markierung auf der anderen Zaunseite deuten darauf hin, dass der Zaun an dieser Stelle zu übersteigen ist. Dank der Steinmauer schaffen wir das, ohne am Stacheldraht die Hosen zu zerreissen.

Im steilen Hang ist der Pfad gut präpariert. Künstlich angelegte Stufen und eine Kette helfen beim Abstieg. Weiter unten wird das Gelände etwas flacher, der Pfad verläuft zwischen grossen Felsbrocken hindurch und mündet nach einem Linksbogen wieder in einen Wirtschaftsweg. Ein Wanderwegweiser zeigt in unserer Richtung nur die Fernziele Waag und Unteriberg an. Zu unserem Bedauern geht es wieder ein paar Minuten leicht bergauf.

Doch nach einer scharfen Rechtskurve geht es wieder auf die Wiesen. Der Wiesenpfad führt bis zum Fusse von senkrechten Felswänden hinunter, die wir dann über viele künstlich angelegte Stufen passieren. Wieder steigt der Weg durch den Wald leicht an und mündet nach einigen Minuten bei Unter Stöck in einen befestigten Wirtschaftsweg. In zwanzig Minuten laufen wir nun auf dem Asphaltsträsschen, zuerst nach Westen, dann nach Osten, zur Hirschweid hinunter.

Unser nächstes Etappenziel Schlund ist auf dem Wanderwegweiser mit 15 Minuten Gehzeit angeschrieben. Das Bedürfnis, die Trinkflasche an einem Brunnen zu füllen vergeht uns schnell, wie nur braune Brühe aus dem Wasserhahn kommt. Wieder steigt der Weg an, jedoch nur wenige Minuten. Wir steigen noch zu einem Gipfelkreuz auf einem Grashügel, um dort eine letzte Rast zu machen.

Vom Grasshügel geniessen wir den Blick zum Sihlsee und über den Schlund zum kleinen und grossen Aubrig. Die Fortsetzung des Weges endet schnell an einer Steinmauer. Doch auf der anderen Seite der Mauer gelangen wir schnell über eine gemähte Wiese zum betonierten Wirtschaftsweg hinunter. Vorbei an einem alten Haus, das eine ewige Baustelle zu sein scheint und einem noblen Anwesen, endet der Betonweg.

Über eine sumpfige Wiese führt die Spur bis zu einem Waldrand, wo auf alten Wanderwegweisern an einem Baum unter anderem auch Studen angeschrieben ist. Der anfänglich gut ausgetretene und markierte Waldpfad wird immer dünner und unsichtbarer, bis er in steilem Gelände an einem umgestürzten Baum ganz zu enden scheint. Wir umgehen den umgestürzten Baum oberhalb statt unterhalb und verlieren dadurch die Spur endgültig.

Ein Blick auf unsere elektronische Navigationshilfe lässt uns in die richtige Richtung schauen und so entdecken wir weiter unterhalb wieder eine rote Markierung an einem Baum. Kurz darauf erkennen wir den Pfad wieder, den wir morgens aufgestiegen waren. Knapp dreihundert Höhenmeter steigen wir den Waldpfad hinab und können jetzt vor Studen die Abkürzung bis zum Parkplatz am Friedhof nehmen.
siehe auch

Bilder von Jürgen Duffner:    http://www.natur-um-triberg.de
   
benachbarte Wanderungen:    Fluebrig (340)   25.09.2011 (So)
   
Alpenpanoramen:    Der Biet bietet viel
     Der Biet vom Flurbrig aus

Bild 1: Bach bei Studen

Bild 2: Studen von oben

Bild 3: Sihlsee und Studen

Bild 4: Kleiner und Grosser Aubrig

Bild 5: Charenstock und Sihlsee

Bild 6: Vorgipfel zum Stock

Bild 7: Waldlandschaft über Tierfäderen

Bild 8: Blick Richtung Mythen

Bild 9: Abkürzung bei Tierfäderenegg

Bild 10: Orchidee

Bild 11: Alpenblume

Bild 12: Blumenwiese

Bild 13: Blick Richtung Mythen

Bild 14: Blick Richtung Mythen

Bild 15: Kleiner und Grosser Aubrig

Bild 16: Blick Richtung Mythen

Bild 17: Blick Richtung Mythen

Bild 18: Blick Richtung Sihlsee

Bild 19: Glarner Alpen

Bild 20: Glarner Alpen und Hinterofen

Bild 21: Blick Richtung Sihlsee

Bild 22: Alpenblumen

Bild 23: Fidisberg

Bild 24: Fidisberg

Bild 25: Glarner Alpen

Bild 26: Hinterofen und Schülberg

Bild 27: Blumenwiese und Glarner Alpen

Bild 28: Blüte

Bild 29: Blick Richtung Flurbrig

Bild 30: Glarner Alpen

Bild 31: Zaun am Biet-Gipfelgrat

Bild 32: Blick Richtung Flurbrig

Bild 33: Gipfelgrat und Glarner Alpen

Bild 34: Kleiner und Grosser Aubrig

Bild 35: Blick Richtung Flurbrig

Bild 36: Alpenblume

Bild 37: Alpenblumen

Bild 38: Alpenblumen

Bild 39: Glarner Alpen

Bild 40: Blick Richtung Mythen

Bild 41: Kleiner und Grosser Aubrig

Bild 42: Blick Richtung Sihlsee

Bild 43: Gipfelrast auf dem Biet

Bild 44: Blick Richtung Flurbrig

Bild 45: Alpenblumen

Bild 46: Alpenblumen

Bild 47: Hinterofen und Schülberg

Bild 48: Alpenblumen

Bild 49: Alpenblumen

Bild 50: Blick Richtung Sihlsee

Bild 51: Frühlingsenzian

Bild 52: Blauer Enzian

Bild 53: Hinterofen

Bild 54: Kühe bei Hinterofen

Bild 55: Hinterofen

Bild 56: Kühe bei Hinterofen

Bild 57: Hinterofen

Bild 58: Blick Richtung Mythen

Bild 59: Blick Richtung Mythen

Bild 60: Kühe und Mythen

Bild 61: Blumenwiese

Bild 62: Schülberg

Bild 63: Blick in das Loch

Bild 64: Blick in das Loch

Bild 65: Blick in das Loch

Bild 66: Weidezaun bei Wannen

Bild 67: Blüte

Bild 68: Blick auf Unter Weid

Bild 69: Blick auf Unter Weid

Bild 70: Kettensicherung

Bild 71: Blick auf Unter Weid

Bild 72: Abstieg von Wannen

Bild 73: Berglandschaft

Bild 74: Alpenblumen

Bild 75: Karrenfels

Bild 76: Blick auf Sunnenberg

Bild 77: Kröte

Bild 78: Abstieg im Mittelwald

Bild 79: Kirche auf Sunnenberg

Bild 80: Blick Richtung Sihlsee

Bild 81: Charenstock und Schlund

Bild 82: Ende des Weges

Bild 83: Blick Richtung Charenstock

Bild 84: Graslandschaft

Bild 85: Waldweg

Bild 86: Tor im Wald

Bild 87: Blick Richtung Studen

Bild 88: Blick Richtung Flurbrig

Bild 89: Bauernhof bei Studen

Bild 90: Studen

Bild 91: Blick Richtung Flurbrig
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