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Jöriseen (390)
Freitag 02.08.2013

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - St. Gallen - St. Margrethen - Sargans - Landquart - Davos - Flüela - Wägerhus

Route: Wägerhus - Jöriflüelafurgga - Jöriseen - Jöriflesspass - Jöriseen - Winterlücke - Wägerhus

Gehzeit: ca. 5:50 h
Wägerhus - Jöriflüelafurgga  ... 1:35 h
Jöriflüelafurgga - Jöriseen  ... 0:55 h
Jöriseen - Jöriflesspass  ... 0:25 h
Jöriflesspass - Jöriseen  ... 0:40 h
Jöriseen - Winterlücke  ... 1:00 h
Winterlücke - Wägerhus  ... 1:15 h

Höhendifferenz: ca. 850m

Distanz: ca. 14km

Eine Wanderung an die Jöriseen lohnt es, wiederholt zu werden. Wir wiederholen eine Rundtour im Uhrzeigersinn, die wir vor Jahren schon mal gegen den Uhrzeigersinn gemacht hatten. Der hoch gelegene Ausgangspunkt Wägerhus (2207m), wenige hundert Meter vor dem Flüelapass, kommt dem heissen Sommertag sehr entgegen, da hier die Temperaturen einigermassen erträglich sind.

Der Parkplatz in der S-Kurve ist schon gut belegt. Auf dem Wanderwegweiser ist die Jöriflüelafurgga , unser erster Pass und zweithöchster Punkt der Wanderung, mit einer Gehzeit von 1 h angeschrieben. Kein Baum und kein Strauch wächst mehr in dieser Höhe, nur Gras und Blumen. Während wir auf dem kurvenreichen und ausgetretenen Pfad den kargen Osthang in Richtung Norden hinauf steigen, werden mehr und mehr die Verästelungen des Flüelabaches in den Karlimatten sichtbar.

In einem trockenen Bachbett, das in einem kleinen Tobel den Wanderweg kreuzt, haben Vierbeiner etwas Mühe mit der Überquerung von Felsbrocken. Freilaufende Kühe nutzen den Wanderweg, um auf einen anderen Weidenplatz zu kommen. Kurz darauf blockieren sie völlig den Wanderweg, indem sie sinnlos mit ihren Kälbern auf dem Weg stehen bleiben. Wir machen lieber einen grossen Bogen um die Wegelagerer.

Richtung Flüelapass hebt sich die pyramidenförmige Spitze des Schwarzhorns immer mehr von den Nachbarbergen ab. Kurvenreich zieht sich die Passstrasse durch das Flüelatal, das jetzt unter unseren Füssen liegt. Auf dem weit entfernten Parkplatz mutieren die Autos langsam zu Spielzeugautos. Immer wieder fallen die neu gesetzten Markierungssteine auf, die deutlich den Verlauf des ohnehin gut ausgetretenen Wanderweges kennzeichnen.

Je höher wir kommen, umso magerer ist der Grasbewuchs und grösser die Restschneefelder. Erst nach ungefähr anderthalb Stunden wechselt die Richtung, wir kehren nach Südosten und laufen noch wenige hundert Meter einen felsigen Pfad fast auf einer Höhenlinie bis zum Jöriflüelafurgga. Von der Passhöhe haben wir einen Blick auf eine fantastische Bergwelt, mit türkisfarbenen Seen und weissen Schneefeldern.

Zwischen den grossen Felsbrocken setzen wir uns nieder und geniessen bei dieser herrlichen Aussicht eine kleine Rast. In der Umgebung der Passhöhe lässt es sich auch abenteuerlich über die Felsbrocken turnen. Von einer Anhöhe sind die Pfade zu sehen, die von beiden Seiten zur Passhöhe Jöriflüelafurgga führen.

Der Abstieg im Osten ist deutlich steiler als der unser Aufstieg vom Flüelatal her. Entlang einer Felswand sind Drahtseile gespannt, ohne die der Abstieg ein riskantes Wagnis wäre. So können wir uns festhalten und den steilen Zickzackweg hinunter klettern. Immer wieder säumen gelbe Büschel von Gemswurz den Pfad, sehr auffällige Farbtupfer in dieser sonst so kargen Landschaft.

Nach der drahtseilgesicherten Steilstufe durchqueren wir ein Schotterfeld mit Felsbrocken, so gross wie Hundehütten. Hinter einer Bergkante kommt ein neuer See zum Vorschein. Seine dunkelblaue Farbe hebt sich deutlich vom Türkisgrün der anderen Seen ab und sein Wasser ist so klar, das der Grund zu sehen ist. Der Gelbe Enzian, der jetzt die Pfade säumt, bildet einen herrlichen Farbkontrast zu den unterschiedlichen Blautönen der Seen.

Je mehr wir uns den Seen nähern, umso eindrucksvoller spiegeln sich die schneebefleckten Berge der Umgebung in der stillen Wasseroberfläche. Wir passieren den kleineren, dunklen See und überqueren am Grössten der Jöriseen über einen Eisensteg einen Abfluss, den Jöribach, dessen Wasser nach einer langen Reise über Vereina und durch das Prättigau bei Landquart im Rhein landet.

Bei einem Abstecher vom Eisensteg zu einer Bergkante können wir sehen, wie das Wasser des Jöribachs brausend eine Felsstufe hinunter stürzt und weiter unten durch das Jörital bis Vereina fliesst. Ein paar Meter weiter können wir auch weit unten das Berghaus Vereina erkennen. Nach einem weiteren kleinen Seelein passieren wir den Zweitgrössten der Jöriseen, an dessen Ende ein zu überquerendes Schneefeld bis zum Ufer reicht.

Wir balancieren dann über den wassergetränkten Grund eines benachbarten flachen Sees, dessen Farbe vermutlich mangels Tiefe sehr dunkel ist. Schon drei Minuten später spiegelt sich ein Berggipfel in der Oberfläche des nächsten kleinen Tümpels, an dessen Ufer ein unterspültes Schneefeld nahe heran reicht. Über der nächsten Kuppe passieren wir einen weiteren See über ein Schneefeld.

Und schliesslich laufen wir, nach einem leichten Anstieg, an einem länglichen See entlang, bis zum Jöriflesspass. Am Pass ist der Wendepunkt unserer Wanderung, weshalb wir erst mal eine kleine Rast einlegen. Auf einem Hügelchen lassen wir uns nieder und beobachten, wie eine Gruppe junger Wanderer sich ein Schneefeld hinunter müht.

Nach einer halbstündigen Pause brechen wir wieder auf, nutzen aber jetzt nicht den Wanderweg, sondern gehen weglos, über felsiges Gelände, um das Südufer des letzten Sees herum, zurück zum Zweitgrössten der Jöriseen, und stossen kurz davor wieder auf den offiziellen Wanderweg. Zwischen den beiden grossen Seen zeigt ein Wanderwegweiser unser nächstes Etappenziel Winterlücke in Richtung Süden an.

Bevor wir beim Abfluss des Sees den Hang hinauf steigen, gibt es noch eine Chance, die Füsse im kalten See abzukühlen. Die Meisten nutzen die Gelegenheit eher, um einige der vielen Fotomotive auf die Speicherkarte zu brennen. Dann steigen wir ein riesiges Geröllfeld, auf der Wanderkarte als Jörigletscher bezeichnet, südwärts den Berg hinauf.

War die Umgebung bei den Seen noch grün, ist jetzt nur noch selten ein Grasbüschel zwischen den Felsbrocken zu sehen. Wir orientieren uns ausschliesslich an den roten Farbmarkierungen auf den Felsblöcken, denn eine Trittspur ist in dem steinigen Gelände nicht möglich. Nach einer viertel Stunde passieren wir einen tonnenschweren Felsblock, auf dessen Oberfläche vorbeikommende Wanderer im Laufe der Zeit hunderte von kleinen Steinen angehäuft haben. Auch wir lassen ein Andenken zurück.

Vor uns haben wir nicht nur das Flüela Wisshorn, mit einem kläglichen Rest des Jörigletschers, sondern im Geröll taucht wieder ein neuer See auf. Durch seine milchige Farbe sticht er nicht so schnell ins Auge wie einer der türkisgrünen Seen, auf die wir immer noch hinunter sehen können.

Den milchigen See lassen wir links liegen und wandern weiter, über Geröll und Schneefelder, durch die Mondlandschaft. An einem Bach, der zwischen den Steinen herunter plätschert, füllen wir die Trinkflaschen. Während wir weiter aufsteigen, verschwindet zunächst die Sicht auf die türkisgrünen Seen unterhalb der Bergkante. Eine ausgetretene Spur führt über ein steiles Schneefeld und nach einer kurzen Kraxelei auf die nächste Ebene.

Auch auf dieser flachen, fast zur Hälfte schneebedeckten Ebene erwartet uns wieder ein kleiner See. Beim Zurückblicken sehen wir noch den hundert Höhenmeter tieferen, milchigen See und wieder einen der grossen, türkisgrünen Seen, nochmal hundert Höhenmeter weiter unten. Wir müssen aufmerksam schauen, um den Pfad um den See auf dieser Ebene zu finden, zumal er immer wieder ein Schneefeld quert.

Bald bemerken wir, dass die Ebene von mehreren Seen übersäht ist. In einer knappe viertel Stunde steigen wir die letzten fünfzig Höhenmeter zur höchsten Stelle unserer Wanderung hinauf, der Winterlücke. Von hier haben wir einen herrlichen Überblick, über die grauweissblaue Hochebene und einer wunderbaren Bergkulisse in Hintergrund.

Bevor wir nach Westen ins Flüelatal absteigen, machen wir auf der Passhöhe eine Rast und knipsen mit dem Selbstauslöser das obligatorische Gruppenfoto. Steil, steinig und teilweise schneebedeckt, erweist sich der Abstiegspfad. Mit gesunden Knien ist der Spassfaktor hoch, die Anderen schimpfen. Die anfänglich steile Passage lassen wir in einer viertel Stunde hinter uns. Im flacheren Gelände tauchen jetzt wieder die ersten Gemswurzfelder auf.

Immer noch bestimmen Felsbrocken, teilweise gross wie Garagen, das Landschaftsbild. Erst eine halbe Stunde später färbt sich die Umgebung langsam wieder grünlich und eine weitere halbe Stunde später erreichen wir über breit ausgetretene Pfade den Parkplatz bei Wägerhus. Jetzt ist der Kioskwagen, der ganz zufällig neben unserem Auto parkt, geöffnet. Statt kaltem Bier würde uns der Verkäufer lieber Bergkäse verkaufen. Doch dann hat er Mitleid und holt uns ein warmes Bier aus seinem Auto.
siehe auch

Bilder von Jürgen Duffner:    http://www.natur-um-triberg.de
   
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Alpenpanoramen:    Noch ein Blick zu den Jöriseen
     Jörigletscher
     Jörisee
     Jöriseen mit Schnee
     Silvrettaflanke

Bild 1: Kühe am Flüelabach

Bild 2: Parkplatz Wägerhus

Bild 3: Flüelabach

Bild 4: Schwarzhorn und Passstrasse

Bild 5: Kuh am Bachbett

Bild 6: Blick Richtung Schwarzhorn

Bild 7: Wanderweg zum Jöriflüelafurgga

Bild 8: Blick Richtung Schwarzhorn

Bild 9: Blick Richtung Weissfluh

Bild 10: Wanderweg zum Jöriflüelafurgga

Bild 11: Bergwiese

Bild 12: Wanderweg zum Jöriflüelafurgga

Bild 13: Blick Richtung Schwarzhorn

Bild 14: Blick zum Sentischhorn

Bild 15: Flüela Wisshorn und Schwarzhorn

Bild 16: Von Schwarzhorn bis Sentischhorn

Bild 17: Hoch Tucan bis Sentischhorn

Bild 18: Flüela Wisshorn und Schwarzhorn

Bild 19: Flüela Wisshorn

Bild 20: Schwarzhorn und Passstrasse

Bild 21: Blick Richtung Jöriflüelafurgga

Bild 22: Pfad durch die Felsen

Bild 23: Pfad zum Jöriflüelafurgga

Bild 24: Blick zum Schwarzhorn

Bild 25: Jöriseen

Bild 26: Unghürhörner und Plattenhörner

Bild 27: Grat über Jöriflüelafurgga

Bild 28: Jöriseen

Bild 29: Blick zum Jöriflüelafurgga

Bild 30: Jöriseen

Bild 31: Unghürhörner und Plattenhörner

Bild 32: Pfad mit Drahtseilsicherung

Bild 33: Abstieg vom Jöriflüelafurgga

Bild 34: Abstieg vom Jöriflüelafurgga

Bild 35: Unghürhörner und Plattenhörner

Bild 36: Unghürhörner und Plattenhörner

Bild 37: Unghürhörner und Plattenhörner

Bild 38: Stein zeigt auf Jöriflüelafurgga

Bild 39: Berglandschaft

Bild 40: Pfad durch Steinhaufen

Bild 41: Jöriseen

Bild 42: Jöriseen

Bild 43: gelber Enzian

Bild 44: Jöriseen

Bild 45: Jöriseen und Flüela Wisshorn

Bild 46: Jöriseen

Bild 47: Muttelhorn

Bild 48: Jöriseen und Flüela Wisshorn

Bild 49: Jöribach und Jörisee

Bild 50: Jöribach

Bild 51: Flüela Wisshorn, Jörisee und Jöribach

Bild 52: Blick ins Jörital

Bild 53: Flüela Wisshorn, Jörisee und Jöribach

Bild 54: Pfad mit Markierung

Bild 55: Flüela Wisshorn und Jörisee

Bild 56: Flüela Wisshorn und Jöriseen

Bild 57: Jöriseen

Bild 58: Jöriseen

Bild 59: Jöriseen

Bild 60: Jöriseen

Bild 61: Flüela Wisshorn und Jörisee

Bild 62: gelber Enzian

Bild 63: Pfad am Jörisee

Bild 64: gelber Enzian und markierter Stein

Bild 65: gelber Enzian

Bild 66: Schneefeld am Jörisee

Bild 67: Gang über Seeboden

Bild 68: Jöriseen

Bild 69: Spiegelung

Bild 70: Jörisee

Bild 71: Jörisee

Bild 72: Pfad am Jörisee

Bild 73: Jörisee

Bild 74: Jorisee

Bild 75: Rast am Jöriflesspass

Bild 76: Jörisee

Bild 77: Alpenblumen

Bild 78: Spiegelung

Bild 79: Berglandschaft

Bild 80: Jörisee

Bild 81: Frühlingsenzian am Jörisee

Bild 82: Jörisee

Bild 83: Gemswurz

Bild 84: Jörisee

Bild 85: Alpenblumen in Berglandschaft

Bild 86: Jöriseen

Bild 87: Jöriseen

Bild 88: Jöriseen und gelber Enzian

Bild 89: Spiegelung im Jörisee

Bild 90: Flüela Wisshorn und Spiegelung

Bild 91: Jörisee

Bild 92: Jörisee

Bild 93: Jörisee

Bild 94: Jöriseen

Bild 95: Pfad im Schotterfeld

Bild 96: Jörisee

Bild 97: Jörisee

Bild 98: Berglandschaft

Bild 99: Steinhaufen

Bild 100: milchiger See

Bild 101: milchiger See

Bild 102: Frühlingsenzian

Bild 103: Jörisee

Bild 104: Bach im Schotterfeld

Bild 105: Jöriseen

Bild 106: Blick Richtung Piz Linhard

Bild 107: Pfad durch Schneefeld

Bild 108: Flüela Wisshorn

Bild 109: See mir Schneerest

Bild 110: Jörisee

Bild 111: Jörisee

Bild 112: Jörisee mit Eis

Bild 113: Jöriseen

Bild 114: Jöriseen

Bild 115: Wanderwegweiser Winterlücke

Bild 116: Jöriseen

Bild 117: Pfad durch Felsen

Bild 118: Schneefeld unter der Winterlücke

Bild 119: Pfad durch Felsen

Bild 120: Gemswurzfelder

Bild 121: Flüela Wisshorn

Bild 122: Pfad durch Felsen

Bild 123: Gemswurzfelder

Bild 124: Blick Richtung Schwarzhorn

Bild 125: Pfad durch Felsen

Bild 126: Blick ins Flüelatal

Bild 127: Alpenblumen

Bild 128: Felslandschaft

Bild 129: Blick ins Flüelatal

Bild 130: Felslandschaft

Bild 131: Passstrasse im Flüelatal

Bild 132: Bergpfad

Bild 133: Pfad über Wägerhus

Bild 134: Schwarzhorn und Passstrasse

Bild 135: Schwarzhorn und Passstrasse

Bild 136: Hütte bei Wägerhus

Bild 137: Flüelabach und Schwarzhorn
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