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Gross Mälchtal (422)
Dienstag 23.09.2014

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - Wattwil - Schänis - Netstal - Klöntaler See - Pragelpass

Route: Pragelpass - Butzen - Charental - Pt. 2136m - Schwarz Nossen - Gross Mälchtal - Tor - Oberist Hütte - Pragelpass

Gehzeit: ca. 7:00 h
Pragelpass - Butzen  ... 0:55 h
Butzen - Charental  ... 1:10 h
Charental - Pause  ... 1:05 h
Pause - Schwarz Nossen  ... 0:30 h
Schwarz Nossen - Gross Mälchtal  ... 0:25 h
Gross Mälchtal - Tor  ... 1:25 h
Tor - Oberist Hütte  ... 0:40 h
Oberist Hütte - Pragelpass  ... 0:50 h


Höhendifferenz: ca. 790m

Distanz: ca. 16km

Fast sind wir die Einzigen auf der Höhe des Pragelpass. Nur zwei Autos stehen auf der grossen Parkfläche. Die Wiesen im Schatten der Nordhänge sind noch mit leichtem Raureif überzogen, während die Südhänge und die Bergspitzen bereits in der hellen Sonne leuchten.

Obwohl vom Parkplatz ein Wirtschaftsweg zum nahegelegenen Restaurant Pragelpasshöhe führt, lassen wir uns es nicht nehmen, über die ersten Karrenfelsen zu zwischen Parkplatz und Restaurant zu klettern. Oben steht eine Sitzbank noch im Schatten und auch bis zum einhundertfünfzig Meter entfernten Restaurant hat es die Sonne noch nicht geschafft.

Eine steinerne Kapelle lassen wir links liegen, passieren das Restaurant und folgen weitere vierhundert Meter dem inzwischen sonnigen Wirtschaftsweg, der dann an einen Parkplatz wieder in die Pragelpassstrasse mündet. Ein Wanderwegweiser zeigt viele Wanderziele an, auch unser nächstes Etappenziel Butzen, angeschrieben mit einer Gehzeit von 50 min.

Die Steinsäule auf dem Buckel neben dem Parkplatz fällt uns schon geraume Zeit auf. Unser Weiterweg führt auf einem Wirtschaftsweg bergauf an der Steinsäule vorbei. So sehen wir, dass es sich um ein Ehrenmal für die Erbauer der Pragelstrasse (Volk und Truppe, 1970 - 1974) handelt. Vom Ehrenmal sehen wir über die gesamte Pragelpasshöhe und können beobachtet, wie sich der Raureif auf den Wiesen nur wenige Meter über den Schatten hinaus hält.

Zwei Kehren steigen wir den Wirtschaftsweg noch weiter auf, bis nach zweihundert Metern, von der Pragelpassstrasse aus gemessen, nach rechts ein Wiesenpfad abzweigt. Im steilen Berghang müssen wir leider ein paar schattige Abschnitte ertragen, aber von der Anstrengung des Aufstiegs wir es uns auch warm. Wenigstens blicken wir auf die sonnigen Berge über dem Muotatal, wie den Wasserbergfirst, der uns den ganzen Tag vor Augen bleiben wird.

Der Bergpfad steigt zunächst mit ein paar Kehren ostwärts auf, wendet sich dann Richtung Süden und schliesslich nach Nordosten, wo er nach etwa einem Kilometer und zweihundert Höhenmetern leicht in das Charental abfällt. Noch bevor die Gebäude der Alp Butzen zum Vorschein kommen, fällt ein alleinstehender, rechteckiger Felsklotz in der Grösse eines kleinen Einfamilienhauses auf.

Die Alp Butzen ist bereits für die Winterpause gereinigt und verlassen. Wir bewundern die alte Pumpe, die zwar immer noch da steht, aber sicher seit vielen Jahren keinen tropfen Wasser mehr befördert hat. Dann setzen wir den Weg Richtung Süden, durch das Charental fort. Das nächste Etappenziel hat keinen Namen. Deshalb ist es auf dem Wanderwegweiser als Höhenangabe Pt. 1805 bezeichnet, mit einer Gehzeit von 45 min.

Anfangs ist das Tal noch flach und grün. Sogar der Pfad ist streckenweise grasbewachsen. Wir passieren einen alleinstehenden Felsblock, auf dem sich eine eigene Welt, aus einem Nadelbaum, Sträuchern und Moosen, gebildet hat. Dann steigt der Pfad etwas an und taucht in ein Labyrinth von Karrenfeldern, gespickt mit tiefen Löchern und Hecken, die blaue und rote Beeren tragen.

Während wir auf den rotweiss markierten Felsen herum turnen können wir am Horizont, über dem Nebel an Vierwaldstätter See, neben vielen anderen Bergen auch die Spitzen des Pilatus sehen. Schliesslich geht der Pfad wieder etwas abwärts und nach gut zwei Kilometern erreichen wir das Etappenziel mit dem Namen Pt. 1805. Obwohl der Punkt nur 25 Meter höher als Alp Butzen liegt, waren auf der Strecke doch mehr als hundert Höhenmeter zu bewältigen.

Zusätzlich zum Wanderwegweiser sind auch einige Wanderziele in roter Farbe auf Felsflächen gepinselt. Bevor wir zum Einstieg in das Gross Mälchtal kommen, müssen wir zum Schwarz Nossen laufen, der auf dem Wanderwegweiser mit einer Gehzeit von 1h 20min angeschrieben ist. Der Pfad wendet sich langsam Richtung Osten, wo wir unangenehm weit den felsdurchsetzten Hang hinauf blicken.

Sehr abwechslungsreich schlängelt sich der Pfad über Karrenfelder hinweg und auch über grüne Abschnitte daran vorbei, jetzt recht steil den Berg hinauf. Mit jedem Höhenmeter wird die Sicht ins Muotatal und auf die Berge der Zentralschweiz noch grandioser. Wir passieren einen kleinen Tümpel mit etwas bräunlichem Wasser und erblicken auf der Höhe eine aufrechte Gestalt.

Erst beim Annähern erkennen wir, dass ein schlanker Stein aufrecht gestellt und rotweiss bemalt als Wegmarkierung dient. Hier könnte wohl der höchste Punkt unserer Wanderung sein, und somit auch die schönste Aussicht auf die Bergwelt. Deshalb machen wir eine Rast und geniessen die herrliche Rundumsicht.

Ausgeruht setzen wir den spannenden Weg durch die felsige Landschaft fort und passieren nach einer viertel Stunde wieder einen Punkt ohne Namen. Auf dem Wanderwegweiser wird er Pt. 2136 genannt, was der aktuellen Meereshöhe entspricht. Mit einer Gehzeit von 10 min ist Schwarz Nossen angeschrieben. Der Pfad wendet sich nach Südwesten und steuert auf die schneebedeckten Berge der Glarner Alpen zu.

Gute zwei Kilometer und dreihundertfünfzig Höhenmeter nach Pt. 1805 stossen wir auf einer Hochebene auf den Wanderwegweiser mit der Bezeichnung Schwarz Nollen. In der näheren Umgebung spiegeln sich die weiss gepuderten Gipfel der Glarner Berge in der stillen Oberfläche mehrerer Tümpel. Unser nächstes Etappenziel ist Tor, am unteren Ende des Gross Mälchtal, am Wanderwegweiser angeschrieben mit einer Gehzeit von 1h 20min.

Eine viertel Stunde laufen wir noch gemütlich über die weiten Flächen der Hochebene in südliche Richtung. Dann sind schon die steilen Wände des Gross Mälchtal ganz nah. Nach ein paar weiteren Minuten in der Geröllhalde überblicken wir die gesamte Länge des Gross Mälchtals. Nahezu senkrechte Felswände begrenzen das tief eingeschnittene Tal auf beiden Seiten und im Talgrund grober Schotter so weit das Auge reicht.

Wegen der steilen Wände liegt vor allem der obere Teil des Tales im dunklen Schatten. In Verlängerung des Tales sehen wir über das Bisistal hinweg immer noch oder wieder den Wasserbergfirst. Der kommt nur sehr langsam näher, denn für etwa zwei Kilometer und dreihundertfünfzig Höhenmeter Abstieg sind wir fast eine Stunde auf wackeligem Grund unterwegs.

In den steilen Wänden löst sich immer wieder Gestein und das Geräusch der herunter purzelnden Steine bereitet uns etwas Kummer. Ein Treffer könnte der erste und letzte sein. Bei einem Altschneefeld wurde der Verlauf des Pfades geändert. Prompt verpassen wir aus Unachtsamkeit die richtige Spur und müssen später über eine steile Geröllhalde weglos absteigen, um auf den offiziellen Pfad zu gelangen.

Endlich wieder festeren Boden unter den Füssen, ist der Weg gleich so breit, dass Fahrzeuge fahren können. Eine Grube deutet darauf hin, dass hier Schotter für den Strassenbau abtransportiert wurde. Einsam und verlassen sehen wir am Wegesrand einen kleinen Bagger stehen. Kurz darauf läuft uns der Baggerführer entgegen, um den Bagger abzuholen. Wir laufen eine knappe halbe Stunde den breiten Schotterweg etwa einen Kilometer weit hinunter.

An einer Weggabelung, an der nach links ein Wanderweg ins Bisistal abzweigt, wenden wir uns nach rechts und passieren nach fünf Minuten die Alp Torstöckli. Am Wanderwegweiser ist nur der Name Tor als Standort aufgeführt. Zum Pragelpass zeigt der Wanderwegweiser eine Gehzeit von 1h 25min an. Von allen Wegen, die von Tor weg führen, ist der Weg Richtung Pragelpass der am wenigsten ausgeprägte. Lediglich ein paar roteweisse Markierungen auf einzelnen Felsbrocken geben die Richtung an.

Von Alp Torstöckli steigen wir zunächst Richtung Norden in eine sumpfige Senke hinab, bevor wir weglos über grüne, von Felsbrocken gespickte Wiesen wieder einhundert Höhenmeter hinauf steigen. Dank der rotweissen Markierungen auf den wie Schweizerkäse durchlöcherten Felsbrockenfinden wir den richtigen Weg. Nach einem Blick auf Forstberg und Druesberg verschwindet der Pfad in einer tiefen Rinne zwischen den Karrenfeldern.

Mit dem Mieserenstock im Hintergrund kommt schliesslich die Oberist Hütte zum Vorschein, eingebettet in ausgedehnte Karrenfelder. Die Oberist Hütte hat ihren eigenen Teich in einer sumpfigen Mulde. Ein Wirtschaftsweg führt zur Oberist Hütte, den wir gerade mal einhundert Meter in Richtung Norden nutzen. Dann zweigen wir am Wanderwegweiser nach rechts vom Wirtschaftsweg ab. Der Pragelpass ist auf dem Wanderwegweiser mit einer Gehzeit von 50 min angeschrieben.

Knapp fünf Minuten weiter zweigt nach rechts ein Weg zum Pt. 1805 im Charental ab. Wir wenden uns aber nach links, zum Pragelpass. Nach zwanzig Minuten spannendem, felsigem Gelände kommen in der Tiefe bereits die Pragelpassstrasse und Gebäude am Pass in Sicht. Gegenüber, am Mieserenstock tummelt sich eine einzelne weisse Wolke unter strahlend blauem Himmel.

Abwechslungsreich bleibt das Gelände bis ganz zum Schluss, wo wir nach einer Biegung direkt am Parkplatz landen. Vom Pass fahren wir an den Klöntalersee hinab, wo wir in Vorauen bei einer Einkehr auf einer Terrasse die letzten Sonnenstrahlen und den Blick auf den See geniessen. Zum Abschluss knipsen wir am anderen Ende des Klöntalersees, bei Rhodannenberg, noch ein paar Fotos vom Sonnenuntergang.
siehe auch

benachbarte Wanderungen:    Silberen (179)   26.07.2007 (Do)
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     Pragelpass-Weg (364)   23.06.2012 (Sa)
   
Wikipedia:    Silberen
     Karre
   
Panoramen:    Silberen
     Pragelpassstrasse
     Über dem Klöntaler See

Bild 1: Morgensonne am Pragelpass

Bild 2: Blick zum Misthufen

Bild 3: Kapelle am Pragelpass

Bild 4: Morgensonne am Pragelpass

Bild 5: Firstli

Bild 6: Blick Richtung Wasserbergfirst

Bild 7: Blick Richtung Wasserbergfirst

Bild 8: Wasserbergfirst und Misthufen

Bild 9: Wasserbergfirst und Misthufen

Bild 10: Sonne und Schatten

Bild 11: Pragelpassstrasse

Bild 12: Wasserbergfirst und Misthufen

Bild 13: Alpenblume

Bild 14: Alpenblume

Bild 15: Butzen

Bild 16: alte Wasserpumpe

Bild 17: bewachsener Fels

Bild 18: Blick auf Butzen

Bild 19: Karrenfels

Bild 20: Wasserbergfirst und Misthufen

Bild 21: Blick ins Moutatal

Bild 22: Karrenfeld

Bild 23: Blick zum Pilatus

Bild 24: Blick ins Moutatal

Bild 25: im Charental

Bild 26: Chammliberg und Schärhorn

Bild 27: Chammliberg, Schärhorn und Gross Ruchen

Bild 28: Forstberg und Druesberg über Karrenfelsen

Bild 29: Felslöcher

Bild 30: Schächentaler Windgällen und Wasserbergfirst

Bild 31: Schächentaler Windgällen und Wasserbergfirst

Bild 32: Blick ins Muotatal

Bild 33: Schärhorn und Gross Ruchen

Bild 34: Wasserbergfirst

Bild 35: Forstberg und Druesberg über Karrenfelsen

Bild 36: Blick zum Pilatus

Bild 37: Silberdisteln

Bild 38: Pilatus, Rigi und Muotatal

Bild 39: Blick Richtung Muotatal und Pilatus

Bild 40: Pilatus und Rigi überm Tümpel

Bild 41: Forstberg und Druesberg

Bild 42: Teich mit Rigi am Horizont

Bild 43: Blick Richtung Windgällen und Wasserbergfirst

Bild 44: Karrenfelsen und Alpenblumen

Bild 45: Karrenfelsen und Alpenblumen

Bild 46: Blick Richtung Windgällen und Wasserbergfirst

Bild 47: Alpenblumen

Bild 48: Blick zum Forstberg und Druesberg

Bild 49: Karrenfeld

Bild 50: Karrenfeld

Bild 51: Blick zum Muotatal und Pilatus

Bild 52: Eisenhut in Felslandschaft

Bild 53: Eisenhut

Bild 54: Forstberg und Druesberg über Karrenfelsen

Bild 55: Karrenfelsen

Bild 56: Karrenfelsen

Bild 57: Karrenfels

Bild 58: Forstberg und Druesberg über Karrenfelsen

Bild 59: Karrenfelsen

Bild 60: Karrenfelsen und Wasserbergfirst

Bild 61: Bös Fulen und Grisset über Karrenfelsen

Bild 62: Pilatus, Rigi, Forstberg und Druesberg

Bild 63: Spannort und Glatt Firn

Bild 64: Felslandschaft

Bild 65: Karrenfelder

Bild 66: Bös Fulen und Grisset über Karrenfelsen

Bild 67: geformte Feldwand

Bild 68: Bös Fulen und Grisset

Bild 69: Glärnisch Ruchen und Bächlistock

Bild 70: Landschaft bei Schwarz Nossen

Bild 71: Teich und Pilatus am Horizont

Bild 72: Bös Fulen und Grisset

Bild 73: Bös Fulen und Grisset

Bild 74: Karrenfelsen und Bös Fulen

Bild 75: Wollgras und Glarner Berge

Bild 76: zwischen Glärnisch und Bös Fulen

Bild 77: Blick durchs Gross Mälchtal

Bild 78: Glärnisch Ruchen und Bächlistock

Bild 79: Spiegelung

Bild 80: karge Berglandschaft

Bild 81: Gross Mälchtal mit Blick auf Wasserbergfirst

Bild 82: Gross Mälchtal

Bild 83: Schotterfeld im Gross Mälchtal

Bild 84: Gross Mälchtal mit Blick auf Wasserbergfirst

Bild 85: Schnittlauch

Bild 86: Felswand im Gross Mälchtal

Bild 87: Gross Mälchtal

Bild 88: Alpenblume

Bild 89: Alpenblume

Bild 90: senkrechte Gesteinsplatten

Bild 91: Gross Mälchtal mit Blick auf Wasserbergfirst

Bild 92: Gross Mälchtal mit Blick auf Wasserbergfirst

Bild 93: Gross Mälchtal

Bild 94: Gross Mälchtal mit Blick auf Wasserbergfirst

Bild 95: Gross Mälchtal mit Blick auf Wasserbergfirst

Bild 96: Blick zum Gross Mälchtal

Bild 97: Blick zum Gross Mälchtal

Bild 98: Karrenfelder unterm Pfannenstock

Bild 99: Torstöckli und Dunst

Bild 100: durchlöcherter Fels

Bild 101: Karrenfeld

Bild 102: Torstöckli und Dunst

Bild 103: Forstberg und Druesberg

Bild 104: holpriger Pfad

Bild 105: holpriger Pfad

Bild 106: Karrenfels

Bild 107: Forstberg und Druesberg

Bild 108: Mieserenstock und Oberist Hütte

Bild 109: Oberist Hütte

Bild 110: Teich bei Oberist Hütte

Bild 111: Oberist Hütte

Bild 112: Wolken unterm Druesberg

Bild 113: Wolken hinter Tannen

Bild 114: Farn

Bild 115: Mieserenstock

Bild 116: Mieserenstock

Bild 117: Blick zum Pragelpass

Bild 118: Wolken

Bild 119: Blick zum Pragelpass

Bild 120: Blick zum Pragelpass

Bild 121: Wolken am Mieserenstock

Bild 122: Klöntaler See und Spitzegg

Bild 123: Klöntaler See

Bild 124: Klöntaler See

Bild 125: Abendstimmung
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