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Lukmanierpass (421)
Dienstag 19.08.2014

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - St. Gallen - St. Margrethen - Chur - Flims - Disentis - Platta - Lai da Sontga Maria

Route: Staudamm St. Maria - Val Rondadura - Val Termine - Lukmanierpass - Strassengalerie - Staudamm St. Maria

Gehzeit: ca. 2:50 h
Staudamm St. Maria - Val Rondadura  ... 0:45 h
Val Rondadura - Val Termine  ... 0:50 h
Val Termine - Lukmanierpass  ... 0:35 h
Lukmanierpass - Staudamm St. Maria  ... 0:40 h


Höhendifferenz: ca. 195m

Distanz: ca. 9km

Die Wolken ziehen vom Val Medel herauf nach Plan Pardatsch. Auch über uns hängen einige Wolkenfetzen an den Berggipfeln fest. Für eine Bergwanderung ist uns das Wetter nicht gut genug. Also beschliessen wir, mit dem Auto zum Stausee Lai da Sontga Maria unterhalb des Lukmanierpasses zu fahren und um den See zu laufen.

Während der Fahrt durch das Val Medel zum Stausee geniessen wir eine herrliche Landschaft, die es sich auch lohnen würde, zu erwandern. Ab der Staumauer fahren wir etwa zweihundertfünfzig Meter am See entlang und finden an der Postbus-Haltestelle "Staudamm St. Maria" einen Parkplatz, sogar kostenfrei. Am Strassenrand laufen wir zur Staumauer zurück.

Um dem Druck des Wassers Stand zu halten, ist die Staumauer wie wohl alle Staumauern zum Wasser hin gewölbt. Es Scheint fast so, als wäre die Aussenmauer auf der seeabgewandten Seite sogar überhängend. Ein Holzhäuschen, mitten auf der Staumauer, mit kleinen Fensterchen, entpuppt sich als Messstation. Wir dachten zuerst, es handle sich um ein Klohäuschen.

Während wir auf der über einen halben Kilometer langen und fast hundert Meter hohen Staumauer unterwegs sind, unterdrücken wir besser den Gedanken, dass sie brechen könnte. Die Wassermassen würden vielleicht alle Häuser des Val Medel bis nach Disentis spülen. Auf der anderen Seite stösst die Staumauer an eine Felswand. Dort parken auch ein paar Autos.

Wir laufen den breiten Wirtschaftsweg, der nun mehr als einen Kilometer weit am Ufer des Stausees in Richtung Süden verläuft. Anfangs steigt der Weg etwas an und passiert dann felsige Wände, von denen sich nicht alle als echt erweisen. Denn wofür muss an einer Felswand ein Vorhängeschloss hängen? Es wird sich um eine militärische Angelegenheit handeln.

Zwei ältere Schweizer Wanderer kommen uns entgegen und erzählen uns ganz stolz, dass sie in ihrem hohen Alter noch zu Fuss beim Blausee (Lai Blau) droben waren, immerhin fünfhundert Meter Höhenunterschied. Sie verraten uns auch, dass es sich bei der Baustelle auf dem Dreitausender Scopi, auf der anderen Seeseite, um ein militärisches Projekt handelt. Ansonsten ist unser Gesprächsthema das hohe Preisniveau in der Schweiz.

Nach einem leichten Rechtsbogen, vom Stausee weg zum Val Rondadura hin passieren wir eine Melkstation mit einer Seilbahnkabine als Unterstandshäuschen für den Bauern. Hier endet auch der Wirtschaftsweg. Den Weiterweg kann man sich aussuchen, unter den vielen Pfaden, die das liebe Vieh hinterlassen haben.

Wir laufen wenige hundert Meter auf nicht eindeutigen Pfaden dem Aua dalla Val entgegen, der ein Teil seines Wassers aus dem Blausee bezieht und wie so viele andere Flüsschen und Bäche den Stausee füllen. Ein Wanderwegweiser zeigt an, dass der Wanderweg in Richtung Westen zum Lai Blau hinauf führt. In einem Steinemeer sehen wir einen Holzsteg, der den Bach Richtung Süden überquert.

Auf der anderen Bachseite ist der Pfad wieder eindeutig und mit frischer Farbe deutlich rotweiss markiert. Zwischen Heidelbeersträuchern nähern wir uns dem Seeufer und einem Hochspannungsmast, der die seeüberspannende Stromleitung trägt. Wir glauben den Stromfluss hören zu können, finden dann aber heraus, dass das Geräusch von einer durch den Wind vibrierenden Querstrebe verursacht wird.

Etliche Bächlein stürzen über Felsstufen und Seegrasblüten wehen im Wind wie weisse Friedensfahnen. Wie Rauchschwaden hängen weisse Wolkenfetzen an den Dreitausendern der Umgebung fest. Ein Wanderwegweiser zeigt an einer Weggabelung eine Abzweigung ins Val Cadlimo an. Wir bleiben aber in Seenähe und überqueren noch einen Holzsteg, unter dem kristallklares Wasser durch ein felsiges Bachbett fliesst.

Kurz darauf zweigt wieder ein Wanderweg nach Südwesten ab. Laut Wanderweg gelangt man durch das Val Termine über drei Pässe, deren Namen wir noch nie gehört haben. Wir machen einen Linksschwenk und folgen nun ostwärts dem Seeufer. Die Staumauer, in zwei Kilometer Entfernung, sieht man über den See hinweg nur noch als helle Linie.

Der jetzt breite Weg mündet nach einem halben Kilometer in einen Fahrweg, der seine Existenz bestimmt dem Militär zu verdanken hat. Wer weiss, was sich so alles hinter den Toren an den Berghängen verbirgt. Nach einigen Rechts- und Linksbögen erreichen wir in gut einem halben Kilometer Hospezi Sta Maria, die Gaststätte am Lukmanierpass und an der Grenze zum Tessin.

Der frische Wind animiert uns zu einer Einkehr in der Gaststätte. Die dreihundert Meter entfernte Einfahrt der Galerie ist von der Gaststätte gut zu sehen. Von den beiden Schweizern, die wir anfänglich getroffen haben wissen wir, dass der Wanderweg über der Galerie verläuft. Aber für Wanderer wurden diese dreihundert Meter vergessen. Es gibt keinen Wanderwegweiser, keine Markierungen, keinen Pfad, keine Trittspur und auf keiner Karte eine Verbindung, ausser der Strasse.

Wir laufen also am Strassenrand bis zum Eingang der Galerie und finden dann am rechten Strassenrand eine Trittspur, zu der wir aber über einen Weidezaun steigen müssen. Auf dem Dach der Galerie verläuft dann eine zwei Kilometer lange, deutliche Spur in Richtung Norden. Auf halber Strecke werden wir kurz von Vermessungstechnikern aufgehalten, deren Messung wir nicht stören dürfen.
Am Ende der Galerie steigen wir zur Strasse hinab. Am nördlichen Eingang der Galerie finden wir einen Wanderwegweiser, der Hospiz S. Maria in der Richtung anzeigt, aus der wir gerade kommen. Bis zu unserem Parkplatz laufen wir zweihundert Meter am Strassenrand und verdrücken uns hinter die Leitplanke, wie LKWs von einem Zirkusbetrieb entgegen kommen.
siehe auch

Lukmanierpass:    http://de.wikipedia.org
     http://www.lukmanierpass.ch
     http://alpen-paesse.ch
     http://www.alpentourer.de
   
Panorama:    http://www.alpen-panoramen.de

Bild 1: Lai da Sontga Maria

Bild 2: Staudamm

Bild 3: Lai da Sontga Maria

Bild 4: Lai da Sontga Maria mit Staudamm

Bild 5: Weg zum Val Rondadura

Bild 6: künstlicher Fels

Bild 7: Weg zum Val Rondadura

Bild 8: Pflanze am Fels

Bild 9: Holzsteg über Aua dalla Val

Bild 10: P. Vallatscha, P. Miez, Scopi

Bild 11: Bach und Steinermeer

Bild 12: Blick Richtung Scopi

Bild 13: Holzsteg

Bild 14: Val Rondadura

Bild 15: Flechten am Stein

Bild 16: Blick Richtung Scopi

Bild 17: felsiges Bachbett

Bild 18: P. Vallatscha, P. Miez, Scopi

Bild 19: Lai da Sontga Maria

Bild 20: steiniger Wanderweg

Bild 21: Wollgras im Wind

Bild 22: Wollgras im Wind

Bild 23: Lai da Sontga Maria und Scopi

Bild 24: Felsund Wasser

Bild 25: Scopi

Bild 26: Berglandschaft

Bild 27: Holzsteg im Val Termine

Bild 28: felsiges Bachbett

Bild 29: Lai da Sontga Maria

Bild 30: Alpengewächs

Bild 31: die Kuh, die aus dem Wasser kam

Bild 32: die Kuh, die aus dem Wasser kam

Bild 33: Alpenblumen

Bild 34: Sitzgruppe und Gedenkstein

Bild 35: Galerie am Ostufer

Bild 36: Galerieeingang

Bild 37: Hospezi Sta Maria

Bild 38: Warntafel

Bild 39: Hospezi am Lukmanierpass

Bild 40: Pfad über der Galerie

Bild 41: Wolken über den Bergen

Bild 42: Wolkenloch

Bild 43: Val Termine und Piz Rondadura

Bild 44: Wasserfall

Bild 45: Lai da Sontga Maria mit Staudamm

Bild 46: Lai da Sontga Maria und Piz Rondadura

Bild 47: Galerie von oben

Bild 48: Wasserfall

Bild 49: Eisenhut am Wasserfall
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