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Dossen (376)
Sonntag 03.03.2013

Anfahrt: Rielasingen - Schaffhausen - Jestetten - Bülach - Kloten - Nord-/Westumfahrung Zürich - Goldau

Route: Klösterli - Unterstetten - Dossen - Hinter Dossen - Klösterli - Rigi Kulm - Kulmhütte - Schwändi - Resti - Fruttli

Gehzeit: ca. 4:20 h
Klösterli - Unterstetten  ... 0:50 h
Unterstetten - Dossen  ... 0:40 h
Dossen - Hinter Dossen  ... 0:20 h
Hinter Dossen - Klösterli  ... 1:00 h
Rigi Kulm - Kulmhütte  ... 0:20 h
Kulmhütte - Resti  ... 0:45 h
Resti - Fruttli  ... 0:25 h

Höhendifferenz: ca. 370m

Distanz: ca. 12km








Drei mal rechts abbiegen, nach der Autobahnausfahrt 38 der A4, und wir stehen auf dem kostenpflichtigen Parkplatz der Rigi-Bahn, am Ortsrand von Goldau. Im Sekundentakt füllt sich der Parkplatz mit den vollbeladenen Autos der sonnenhungrigen Skifahrer.

Über die Brücke der Zahnradbahn überqueren wir zu Fuss die Autobahn und gelangen so zur kleinen Station Goldau A4. Die Warteschlange an der Kasse reicht bis zur Eingangstüre. Bis zur Abfahrt der nächsten Bahn haben wir jedoch genügend Zeit, glauben wir.

Eine Frau mit einer Liste und vielen Sonderwünschen blockiert mindestens eine viertel Stunde lang die einzige Kasse und die Kassiererin hat dabei die Ruhe weg. Fünf Minuten später wird eine zweite Kasse geöffnet, aber die zweite Kassiererin hat die gleiche Ruhe weg. Die Menschenschlange reicht nun fast bis zur Autobahnbrücke.

Dann geht es aber doch voran und rechtzeitig ist der schmale Bahnsteig überfüllt. Die Bahn kommt herangeschlichen. Sie ist proppevoll und hält auch nicht an. Eine zweite Bahn folgt direkt im Anschluss und hält. Kein Stehplatz bleibt frei.

Die Stimmung steigt exponentiell an, wie wir nach einer viertel Stunde Fahrzeit die Wolkendecke durchfahren und die sonnige Winterlandschaft sehen. Am Bahnhof Klösterli steigen wir mit ein paar wenigen anderen Fahrgästen aus. Die Masse lässt sich nach Rigi-Kulm befördern.

Am Bahnhof Klösterli schauen wir uns eine Übersichtstafel an, auf der Trails verschiedener Schwierigkeitsgrade aufgeführt sind. Unsere Tour über den Dossen ist den Profis vorbehalten und als schwarze Linie aufgezeichnet. Doch zunächst startet die Tour auf einem präparierten Winterwanderweg, der auf der anderen Seite der Bahngleise der Sonne entgegen leicht ansteigt.

Schon nach wenigen Minuten sehen wir durch den Bergeinschnitt, durch den die Zahnradbahn herauf führt, im Hintergrund ein Nebelmeer. Darüber lugen unverkennbar die Spitzen von Kleinem und Grossem Mythen hervor. Unser Ziel, den Gipfel des Dossen, haben wir schon im Blickfeld und wenn wir uns umdrehen, sehen wir den Sendemast und die Gebäude auf der Rigi Kulm.

Gerade mal 140 Höhenmeter legen wir auf knapp zwei Kilometern Winterwanderweg in einer halben Stunde zurück. Bei Unterstetten taucht eine ausgediente Eisenbahnbrücke vor uns auf, über die jetzt ein Wanderweg führt. Eigentlich verläuft unser Winterwanderweg (Klösterliweg) unter der Eisenbahnbrücke hindurch, doch linker Hand lockt ein fast unberührtes Schneefeld.

Bisher waren Schneeschuhe noch nicht erforderlich, doch jetzt ziehen wir sie an und steigen einen kurzen Hang durch Pulverschnee zur Scheideggstrasse hinauf. Der Schnee auf der Scheideggstrasse ist ebenso zu einem Winterwanderweg platt gewalzt, der bei diesem sonnigen Wetter gut frequentiert ist.

Wir kreuzen die Scheideggstrasse und machen uns an den eigentlichen Anstieg zum Dossen. Inzwischen haben wir freie Sicht in Richtung Osten und erkennen über dem Nebelmeer den Pilatus, das Stanserhorn und im Hintergrund die Berner Alpen. Ganz weit hintern ist auch die weisse Kuppe des Feldbergs zu erkennen.

Der steile Nordwesthang ist heftig von Schneeschuh-, Tourenski- und Fussspuren gezeichnet. Gerne nehmen wir die eine oder andere Spur in Anspruch um die Mühe des Anstiegs zu minimieren. Mehrere Schneeschuhwanderer kommen uns entgegen. Seltener sind Tourenskifahrer zu sehen. Vereinzelt mühen sich auch Wanderer ohne Sportgerät den Hang herunter.

Nach einer dreiviertel Stunde werden wir mit einer fantastischen Rundumsicht, bis an die Kante der Scheibe, für die anstrengenden 230 Höhenmeter Aufstieg belohnt. Vom Alpstein, über die Glarner Alpen, Zentralalpen, Berner Alpen, bis zum höchsten Gipfel des Schwarzwalds strahlt alles im Sonnenlicht. Alles was niedriger als 1200m ist, liegt unter der Nebeldecke verborgen.

Das kleine Gipfelplateau um das in die Jahre gekommene, hölzerne Gipfelkreuz, ist schnell von Wanderern gefüllt, die von beiden Seiten über den Gipfelgrad heran strömen. Nach einer kurzen Rast im Stehen folgen wir weiter dem Gipfelgrad in südöstliche Richtung. Schon nach wenigen Metern macht der Gipfelgrad einen Linksbogen und fällt ab zum Punkt Hinterdossen.

Noch vor Erreichen des Kreuzungspunktes fällt auf der linken Seite ein steiler und unberührter Hang auf. Unterhalb verläuft der Rückweg nach Klösterli. Erst zaghaft, dann aber mit grosser Freude erlauben wir uns die Abkürzung durch den Tiefschnee zwischen den Bäumen hindurch. Der eine oder andere Hintern kommt dabei mit dem Boden in Kontakt.

Auf dem breiten und bestens präparierten Winterwanderweg Namens Schneealp, warten wir auf diejenigen, die ich im Tiefschnee neu sortieren mussten. Am Rande des Wanderweges ist beidseitig eine Loipe gespurt, die bei dem sonnigen Wetter auch benutzt wird.

In nördliche Richtung folgen wir dem Weg unterm steilen Osthang des Dossen hindurch. Am späteren Nachmittag sollte man bei höheren Temperaturen und der aktuellen Schneelage diesen Weg vielleicht meiden, da Nassschneelawinen nicht ganz ausgeschlossen werden können.

Wir bewunden mächtige Eiszapfen und -flächen, die am Wegesrand die senkrechten Felsen verzieren. Ungefähr einen Kilometer laufen wir auf einer Höhenlinie bis zu einem dunklen Tunnel. Wir wundern uns, dass auch im langen Tunnel eine dicke Schneedecke liegt. Vermutlich wurde der Schnee für die Loipe hinein transportiert.

Wasserdicht scheint der Tunnel nicht zu sein, denn von der Decke und an den Wänden hängen dicke Eiszapfen. Man könnte meinen, die Tunneldecke würde von Eissäulen getragen. Da der Tunnel einen Boden macht, ist beim Eintreten der Tunnelausgang nicht zu sehen.

Im schattigen Nordhang geht es nach dem Tunnel noch einen Kilometer weiter, bis sich bei Unterstetten der Kreis schliesst. Dort treffen wir wieder auf die Scheideggstrasse. Statt unter Eisenbahnbrücke auf den Klösterliweg abzuzweigen, nehmen wir wieder die Abkürzung, den kurzen Schneehang hinunter.

Nach 500 Metern in Richtung Norden macht der Weg einen Schlenker um eine Mulde. Der direkte Weg durch den unberührten Schnee sieht aber auch verlockend aus. Wir treffen uns nach dem Schlenker wieder und laufen noch knapp einen Kilometer zur Bahnstation von Klösterli hinunter.

Ab Klösterli wollen wir mit der Zahnradbahn zum Gipfel der Rigi, nach Rigi-Kulm hinauf fahren. Schliesslich haben wir ein Wandertagesticket für 47,00 Schweizerfranken. Wir hatten extra auf eine weitere Rast verzichtet, um nicht um Sekunden eine Bahn zu verpassen, die nur im Stundentakt fährt. Das war ganz gut so, denn in nur 10 Minuten fährt die nächste Bahn.

Während der 10 Minuten strömen gefühlte tausend Fahrgäste mit Skiern, Snowboard und Schlitten zum Bahnhof Klösterli. Dann geht alles ganz schnell. Die Bahn kommt an, alle quetschen sich rein und keiner bleibt am Bahnsteig übrig. Erleichtert steigen wir nach etwas mehr als 10 Minuten an der Endhaltestelle Rigi-Kulm aus.

Jetzt wollen wir unsere Rast mit einer Einkehr auf der Terrasse des Berggasthauses nachholen. Doch die Idee hatten viele schon vor uns. Auf der vom Schnee noch nicht ganz geräumten Terrasse gibt es keinen freien Stuhl mehr. Wir basteln uns aus den Schneeschuhen und Winterjacken einen eigenen Sitz auf den Schneehaufen und sitzen so mitten drin im Geschehen.

Nach einem Bier von der Selbstbedienungstheke reicht uns der Rummel und wir brechen auf. Wir steigen noch zum höchsten Punkt der Rigi hinauf und können immerhin jetzt den Zugersee sehen, über dem sich inzwischen der Nebel aufgelöst haben.

Am Gipfelkreuz, das nicht am Gipfel steht und das für die Königin der Berge, wie die Rigi auch genannt wird, sehr bescheiden ausgefallen ist, machen wir einen letzten Fotostop, bevor wir wieder die Schneeschuhe unterschnallen und den Abstieg angehen.

Ein sonniger und nicht all zu steiler Südhang liegt vor uns. Die Nachmittagssonne hat den Schnee aufgeweicht, er ist nicht pappig, sondern weich und sulzig. Einzelne Stangen markieren wohl einen Schneeschuhtrail, doch wir orientieren uns eher an den unberührten Schneeflächen.

Eine knappe Stunde laufen wir so unbeschwert abwärts und achten darauf, etwas in Richtung Osten abzudrehen, da wir sonst die Abzweigung zur Bahnstation Fruttli verpassen. Das könnte bedeuten, dass wir plötzlich über einer senkrechten Wand stehen. Bei Resti finden wir dann die entscheidende Abzweigung, wo sich unser Weg Richtung Südwesten wendet.

Eine Spur im Schnee führt etwa 800 Meter in das Tal hinunter durch das die Zahnradbahn ihre Trasse hat. Auf halber Strecke gibt es einen vereisten Wasserfall an einer senkrechten Felswand zu bewundern.

Über eine Brücke, die bis zur Oberkante des Geländers schneebedeckt ist, überqueren wir einen Bach und gelangen so zu den Gleisen der Rigibahn. Entlang den Gleisen erreichen wir in östliche Richtung nach 400 Metern die Bahnstation Fruttli.

Nur zehn Minuten müssen wir auf die nächste Bahn, die uns nach Goldau zurück bringen soll, warten. Die kommt zwar pünktlich, will uns aber wegen Überfüllung nicht mitnehmen. In der nächsten Bahn soll angeblich noch Platz sein. Die nächste Bahn, die Sekunden später kommt, ist zwar genauso voll, doch wird dürfen einsteigen.

Die viertelstündige Talfahrt ist nicht weniger anstrengend als die letzten 600 Höhenmeter Abstieg mit den Schneeschuhen. Durch das Stehen quer zur Fahrtrichtung in der stark geneigten Bahn wird hauptsächlich der Talfuss belastet. Das fühlt sich ungefähr so an, wie eine viertel Stunde lang auf einem Bein stehen.
siehe auch

Bilder von Jürgen Duffner:    http://www.natur-um-triberg.de
   
benachbarte Wanderung:    Vitznauer Stock (316)   16.04.2011 (Sa)
     Rigi (285)   23.05.2010 (So)
     Rigi-Kulm (115)   27.10.2005 (Do)
   
Seite der Rigi-Bahnen:    http://www.rigi.ch
Rigi bei MySwitzerland    http://www.myswitzerland.ch
Rigi bei Wikipedia:    http://de.wikipedia.org
Panorama mit Beschriftung:    http://www.alpen-panoramen.de

Bild 1: Bahnsteig Goldau A4

Bild 2: Klösterli (1302m)

Bild 3: Winterwanderweg Klösterliweg

Bild 4: Klösterliweg

Bild 5: Mythen über dem Nebel

Bild 6: Blick Richtung Dossen

Bild 7: Klösterliweg

Bild 8: Klösterliweg

Bild 9: Blick zur Rigi Kulm

Bild 10: Eisenbahnbrücke bei Unterstetten

Bild 11: Wanderwegweiser

Bild 12: Eisenbahnbrücke bei Unterstetten

Bild 13: Blick Richtung Pilatus

Bild 14: Blick zur Rigi Kulm

Bild 15: Stanserhorn (1898m) überm Nebel

Bild 16: Pilatus (2119) überm Nebel

Bild 17: Aufstieg zum Dossen

Bild 18: Blick zum Dossen

Bild 19: Stanserhorn überm Nebel

Bild 20: Blick zur Rigi Kulm (1798m)

Bild 21: Dossen (1685m)

Bild 22: Blick zur Rigi Kulm

Bild 23: Stanserhorn und Pilatus

Bild 24: Rossberg (1580m)

Bild 25: Blick zum Dossen

Bild 26: Buochserhorn und Stanserhorn

Bild 27: Blick Richtung Rossberg

Bild 28: Blick Richtung Niderbauen (1923m)

Bild 29: Nebelmeer

Bild 30: Gipfelgrat Dossen und Niderbauen

Bild 31: Gipfelgrat Dossen und Niderbauen

Bild 32: Blick Richtung Rossberg

Bild 33: Abstieg bei Hinterdossen

Bild 34: Winterwanderweg Schneealp

Bild 35: Blick Richtung Rigi Kulm

Bild 36: Blick Richtung Rossberg

Bild 37: Eiszapfen

Bild 38: Eisfeld

Bild 39: Eisfeld

Bild 40: Tunnel

Bild 41: Blick Richtung Rigi Kulm

Bild 42: Scheideggstrasse

Bild 43: Klösterli

Bild 44: Rigibahn

Bild 45: Endstation Rigi Kulm

Bild 46: Blick zum Zugersee

Bild 47: Blick Richtung Pilatus

Bild 48: Antennenturm Rigi Kulm

Bild 49: Blick Richtung Stanserhorn und Pilatus

Bild 50: Blick Richtung Pilatus

Bild 51: Zugersee

Bild 52: Familie im Gegenlicht

Bild 53: Gipfelkreuz Rigi Kulm

Bild 54: Kulmhütte

Bild 55: Kulmhütte

Bild 56: Abstieg

Bild 57: Blick zum Dossen

Bild 58: Gegenlicht

Bild 59: Abstieg

Bild 60: Abstieg

Bild 61: Blick Richtung Mythen

Bild 62: Resti

Bild 63: Gegenlicht

Bild 64: Eiswand

Bild 65: Bahnstation Fruttli
vorherige Wanderung Sa. 20.10.2012, Fridlispitz Übersicht nachfolgende Wanderung So. 14.04.2013, Appenzeller Weg