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Braunwald - Bärentritt (388)
Samstag 27.07.2013

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - Wattwil - Rickenpass - Schänis - Glarus - Linthal - Braunwaldbahn

Route: Braunwald - Bergstation Gumen - Bützi - Bärentritt - Bergetenseeli - Rieter Ortstafel - Alp Riet - Nussbüel - Schöpfgrueberus - Braunwaldbahn

Gehzeit: ca. 5:50 h
Braunwald - Seilbahn Gumen  ... 0:15 h
Bergstation Gumen - Bützi  ... 0:55 h
Bützi - Bärentritt  ... 1:20 h
Bärentritt - Bergetenseeli  ... 0:40 h
Bergetenseeli - Rieter Ortstafel  ... 0:45 h
Rieter Ortstafel - Alp Riet  ... 0:30 h
Alp Riet - Nussbüel  ... 0:25 h
Nussbüel - Schöpfgrueberus  ... 0:40 h
Schöpfgrueberus - Braunwaldbahn  ... 0:20 h

Höhendifferenz: ca. 560m

Distanz: ca. 20km

Für 23,30 Schweizerfranken lösen wir an der Talstation der Braunwaldbahn ein Ticket, das bis zur Bergstation Gumen gilt. Wir quetschen uns in die volle Standseilbahn und ab geht die Fahrt. Beim Betrachten der Zugseile denkt man besser nicht über "was wäre, wenn" nach. Auf halber Strecke kommt die Bahn von oben auf einem anderen Gleis entgegen.

Von der Terrasse der Bergstation Braunwald blicken wir auf den mächtigen Gipfel des Ortstock, der wie eine Pyramide in den stahlblauen Himmel ragt. Na, ob wir den heute wohl bezwingen werden? Die Standseilbahn hat uns immerhin schon mal sechshundert Höhenmeter nach oben gebracht. Wir laufen, wie etliche andere Wanderer auch, erst mal in westliche Richtung, zur Talstation der Gumenbahn.

Immer den Ortstock vor Augen laufen wir gemütlich eine viertel Stunde, etwa fünfzig Höhenmeter, und erreichen dann die schwach frequentierte Gumenbahn. Mit unserem Barcode-Ticket lässt uns das Drehkreuz anstandslos durch die Absperrung und wir setzen uns auf die heranschleichenden Doppelsessel. Quer zur Fahrtrichtung sitzend, lassen wir uns dann bequem nochmal sechshundert Höhenmeter hinauf befördern.

Noch sind die meisten Sonnenschirme auf der Terrasse der Gumen-Bergstation zugeklappt und einer Einkehr ist nur schwer zu widerstehen. Auf dem Wanderwegweiser ist der Ortstock mit 3 h Gehzeit angegeben. Über eine halbe Stunde lang laufen wir gemütlich einen herrlichen Höhenweg ohne nennenswerte Steigung und immer die Pyramide des Ortstocks vor Augen. Links und rechts des Weges blühen unzählige bunte Alpenblumen.

Nach und nach nimmt dann die Steigung zu und schliesslich geht es im Zickzack über so manchen grossen Stein unweit von Felswänden steil hinauf. Nach einer knappen Stunde stehen wir auf einer Hochebene am Standort Bützi. Am Wanderwegweiser ist der Ortstock nun mit 3 h Gehzeit angegeben. Definitiv sind also die Gehzeitangaben zum Ortstock und/oder Bützi an der Bergstation Gumen falsch.

Besorgt schauen wir in Richtung Ortstock und auf das Furggele, über das wir eigentlich zum Gipfel aufsteigen wollten. Im steilen Hang liegt noch jede Menge Schnee. Das ist uns nun doch zu riskant, denn wir müssten das Schneefeld sowohl hinauf aus hinunter. Wir beschliessen, das Risiko nicht einzugehen und stattdessen einen Schlenker über Ergismatt durch die Karrenfelder zu machen.

Statt oberhalb der Legerwand in Richtung Süden zu laufen, schlagen wir jetzt eine westliche Richtung ein und folgen den roten Markierungen über die glatt geschliffenen Felsen. Wir erleben eine spannende Felslandschaft, ein Labyrinth mit vielen Spalten und Löchern. Dabei überqueren wir auch so manches Schneefeld in schattigen Felsnischen.

Auf einem mächtigen Feldbrocken finden wir nach einer dreiviertel Stunde diverse Schriften, die verschiedene Ziele anzeigen. Etwa ein Kilometer vor Ergismatt biegen wir nach Süden ab und steuern direkt den Bärentritt an. Eine Trittspur ist nun nicht mehr zu sehen und so sind wir auf die roten Markierungen an den Felsen angewiesen. Die finden wir erst wieder nach dem Überklettern so mancher Felsstufen in gedachter Richtung.

Langsam nähern wir uns dem steilen Nordhang des Flätstock, einem Vorgipfel des Höch Turm. Mehr und mehr geht es abwärts und die Schneefelder häufen sich. Nach einer dreiviertel Stunde taucht vor uns eine leuchtend grüne Ebene mit einem glasklaren, geschwungenen Bächlein auf, der Lauchboden. Im Hintergrund begrenzen die sonnigen Schneefelder unterm Furggele und der pyramidenförmige Gipfel des Hoch Türm die idyllische Ebene.

Die Kante unter dem Lauchboden nennt sich Bärentritt und ist für Bergwanderer mit dem Schwierigkeitsgrad T4 (Hand anlegen) bewertet. Über die Kante geschaut, hat man nicht nur eine komplette Übersicht über ganz Braunwald, sondern sieht auch ganz hinunter in das Linthal und natürlich auch zu den gegenüberliegenden Bergen wie Kärpf und Haus Stock. Der ideale Ort für eine ausgiebige Rast. Und für Hobbyfotografen bedeutet Rast eine eifrige Motivsuche in der Umgebung.

Sobald nur einer aufsteht und den Rucksack anfasst, entsteht daraus automatisch eine Aufbruchstimmung und die Wanderung wird fortgesetzt. Ganz moderat beginnt der Abstieg über den Bärentritt auf einem Serpentinenpfad. In der Tiefe kommt nun das kleine Bergetenseeli zum Vorschein. Nach einer viertel Stunde wird es dann ziemlich steil und der Weg führt durch einen Felskamin.

Über viele Felsstufen und mit einem Drahtseil gesichert ist der Abstieg aber völlig ungefährlich. Spannender und etwas heikler wird der Abstieg, wie der schmale Pfad über ein Felsband in der nahezu senkrechten Wand verläuft. Aber auch hier kann man sich an einem Drahtseil festhalten, so dass, solange man sich festhält, kaum was passieren kann. Tief unten sind schon die weiten Serpentinen im Schotterhang zu sehen, die wir in 5 Minuten erreichen.

Eine viertel Stunde sind wir bis zum Bergetenseeli unterwegs. Im oberen Teil rutschen wir noch den losen Schotter ab, während wir im unteren Teil die prächtigen Blüten des gelben Enzians mit der steilen Legerwand im Hintergrund bewundern und fotografieren können. Näher am Bergetenseeli ähnelt dieses eher einer dunklen, grünen Wiese statt einem wassergefüllten Becken. Ab hier bieten sich zwei verschiedene Wege an, um nach Braunwald oder Linthal zu gelangen.

Da wir den geplanten Ortstock auslassen mussten, entscheiden wir uns für die weitere Variante über Nussbüel. Auf eine Distanz von etwa zwei Kilometern steigt ein schmaler Pfad ungefähr hundert Höhenmeter an und durchstreift grüne Sträucher und Büsche. Linkerhand haben wir ständig einen herrlichen Tiefblick auf die Hochebene von Braunwald und weiter hinunter ins Linthal. Kurz vor der Alm Rieter Ortstafel passieren wir ganz markante Felstürme, die Tüfels Chilchli genannt werden.

Völlig ausgetrocknet freuen wir uns bei der Alm auf kalte Milchmixgetränke direkt von der eisgekühlten Kuh. Feste Preise gibt es nicht, jeder zahlt das, was es ihm Wert ist. Wir müssen etwas aufpassen, dass die freilaufenden, glücklichen Hausschweine nicht unsere Rucksäcke anknabbern. Nur noch wenige Höhenmeter steigt der Pfad nach der Alm weiter an, dann der erlösende Wegweiser, der nach Nussbüel zeigt, mit dem Zusatz (steiler Abstieg), wirklich eine Erlösung?

Steil ist der Wiesenpfad schon, aber nicht so steil, dass es extra auf dem Wanderwegweiser hätte stehen müssen. Im Zickzack steigen wir eine viertel Stunde ab und geraten dann auf einen Abstecher zu einem Wirtschaftsweg, auf dem wir nach gut zehn Minuten die Alp Riet Mittelstafel passieren und nochmal gut zehn Minuten später die Alp Riet Unterstafel erreichen.

Ein paar alte Holzhäuser und Hütten beeindrucken uns sehr. An der Ecke einer der Holzhütten zeigen Wanderwegweiser das Ziel Braunwald in drei verschiedenen Himmelsrichtungen an. Wir laufen erst mal ein paar Meter zu einer langen Holzbank und sind enttäuscht, dass wir von dort nicht den erhofften Tiefblick auf Braunwald haben. Die Wanderkarte von Kompass stellt uns bei Nussbüel eine Einkehrmöglichkeit in Aussicht. Also ist die Richtung klar.

Nicht einmal fünf Minuten gehen wir, bis wir durch Baumlücken auf ein verheissungsvolles Gebäude hinunter sehen können. Und drei Minuten später freuen wir uns über den Anblick von Sonnenschirmen auf einer Terrasse. Die Einkehr ist gesichert und der Tag gerettet. Anderthalb Stunden halten wir es still sitzend und Bier trinkend auf der Terrasse der Wirtschaft Nussbüel aus.

Zum Abschluss der Wanderungen stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Entweder in einer Stunde nach Braunwald hinüber zu laufen und mit der Standseilbahn nach Linthal hinunter zu fahren, oder in knapp anderthalb Stunden direkt nach Linthal abzusteigen. Wegen des geringen Unterschiedes der Gehzeit entscheiden wir uns für den Abstieg nach Linthal.

Zunächst folgen wir noch fünf Minuten einem Wirtschaftsweg. Dann kündigt ein Wanderwegweiser einen sehr steilen Abstieg an. Tatsächlich ist der breite und steinige Weg durch den Wald ordentlich steil, doch die eigentliche Strapaze ist, dass der Weg auf eine Höhendifferenz von 600 Metern gleichbleibend steil ist. Wir versuchen den Abschnitt schnellst möglich hinter uns zu bringen und schaffen dies in nur 35 Minuten.

Völlig ausgepowert und durchnässt sitzen wir bei Schöpfgrueberus , wo die Bahngleise am Ortsrand von Linthal enden und sammeln neue Kräfte. Dann laufen wir auf dem markierten Wanderweg um das Bahngleisende herum zum Parkplatz der Braunwaldbahn zurück.
siehe auch

Bilder von Jürgen Duffner:    http://www.natur-um-triberg.de
   
benachbarte Wanderungen:    Braunwald - Klöntal (262)   09.09.2009 (Mi)
     Rietstöckli (175)   24.06.2007 (So)
     Oberblegisee (144)   23.08.2006 (Mi)
   
Homepage Braunwald:    http://www.braunwald.ch
Braunwald bei Wikipedia:    http://de.wikipedia.org
   
Alpen-Panorama:    Wunderbare Karstlandschaft

Bild 1: Blick aus Standseilbahn

Bild 2: Gegenverkehr Braunwaldbahn

Bild 3: Kutsche in Braunwald

Bild 4: Blick zum Ortstock

Bild 5: Blick zum Ortstock

Bild 6: Blick zum Ortstock

Bild 7: Weg zur Gumenbahn

Bild 8: Blick zum Ortstock

Bild 9: Häuser von Braunwald

Bild 10: Blick zum Ortstock

Bild 11: Blick Richtung Süden

Bild 12: Gumenbahn und Ortstock

Bild 13: Höch Turm

Bild 14: Weg Gumen-Bützi

Bild 15: Blick zum Ortstock

Bild 16: Blick zum Ortstock

Bild 17: Blick zum Ortstock

Bild 18: Blick zum Ortstock

Bild 19: Chilchli

Bild 20: Chilchli

Bild 21: Blick zum Ortstock

Bild 22: Höch Turm

Bild 23: Furggele

Bild 24: Charlotte Bridge

Bild 25: Ortstock und Höch Turm

Bild 26: Schneefeld

Bild 27: Blick Richtung Höch Turm

Bild 28: Karstlandschaft und Höch Turm

Bild 29: Schafe im Schneefeld

Bild 30: Schaf und Höch Turm

Bild 31: Höch Turm und Karstlandschaft

Bild 32: Fels mit Spalten

Bild 33: Fels mit Aufschrift

Bild 34: Karstlandschaft

Bild 35: Alpenastern

Bild 36: Karstlandschaft

Bild 37: Berglandschaft

Bild 38: Berglandschaft

Bild 39: Berglandschaft

Bild 40: Furrgele und Höch Turm

Bild 41: Furrgele und Höch Turm

Bild 42: Blick Richtung Eggstock

Bild 43: Furrgele und Höch Turm

Bild 44: Fels Nähe Bärentritt

Bild 45: Lauchboden und Blick Richtung Kärpf

Bild 46: Bach am Lauchboden

Bild 47: Lauchboden und Ortstock

Bild 48: Lauchboden und Höch Turm

Bild 49: Blick Richtung Eggstock

Bild 50: Lauchboden und Höch Turm

Bild 51: Blick auf Braunwald

Bild 52: Blick auf Braunwald

Bild 53: Blick ins Linthtal

Bild 54: Pfad auf Bergeten

Bild 55: Blick auf Braunwald

Bild 56: Lauchboden und Höch Turm

Bild 57: Felsvorsprung am Bärentritt

Bild 58: Blick auf Braunwald

Bild 59: Bergetenseeli und Braunwald

Bild 60: Bergetenseeli und Braunwald

Bild 61: Abstieg am Bärentritt

Bild 62: Bärentritt

Bild 63: Bärentritt

Bild 64: Bärentritt

Bild 65: Legerwand

Bild 66: Bärentritt und Legerwand

Bild 67: Bärentritt und Legerwand

Bild 68: Bärentritt und Legerwand

Bild 69: Bärentritt

Bild 70: Bergetenseeli und Bärentritt

Bild 71: Bärentritt

Bild 72: Legerwand

Bild 73: Legerwand

Bild 74: Schotterfeld und Legerwand

Bild 75: Felswand über Bergeten

Bild 76: Kärpf und Bergetenseeli

Bild 77: Gelber Enzian

Bild 78: Gelber Enzian

Bild 79: Bergeten

Bild 80: Pfad auf Bergeten

Bild 81: Blick Richtung Kärpf

Bild 82: Kärpf und Linthtal

Bild 83: Blick auf Braunwald

Bild 84: Blick auf Braunwald

Bild 85: Tüfels Chilchli

Bild 86: Hausschwein

Bild 87: Tüfels Chilchli

Bild 88: Rieter Ortstafel und Tüfels Chilchli

Bild 89: Wanderwegweiser bei Rieter Ortstafel

Bild 90: Blick ins Linthtal

Bild 91: Blick Richtung Kärpf

Bild 92: Blick ins Linthtal

Bild 93: Blick Richtung Braunwald

Bild 94: Tüfels Chilchli

Bild 95: Blick ins Linthtal

Bild 96: Alp Riet Unterstafel

Bild 97: Blick Richtung Braunwald

Bild 98: Blick Richtung Braunwald

Bild 99: Nussbüel

Bild 100: Gasthaus Nussbüel

Bild 101: Wanderwegweiser

Bild 102: sehr steiler Waldpfad

Bild 103: Hotel in Linthal

Bild 104: Selbsanft
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