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Wildhauser Gulmen (311)
Freitag 11.03.2011

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - Wattwil - Wildhaus

Route: Wildhaus-Chuchitobel - Bodenweidli - Langenboden - Gulmenhütte - Gulmen - Gulmenhütte - Langenboden - Tesel - Gamplüt - Büel - Chuchitobel

Gehzeit: ca. 5:40 h
Chuchitobel - Bodenweidli ... 0:15 h
Bodenweidli - Langenboden ... 1:00 h
Langenboden - Gulmenhütte ... 0:45 h
Gulmenhütte - Gulmen ... 1:05 h
Gulmen - Gulmenhütte ... 0:40 h
Gulmenhütte - Langenboden ... 0:25 h
Langenboden - Gamplüt ... 0:40 h
Gamplüt - Büel ... 0:35 h
Büel - Chuchitobel ... 0:15 h

Höhendifferenz: ca. 980m

Distanz: ca. 13km

Noch hält sich der Wettergott nicht an die Wetterprognosen, doch je weiter wir in das Toggenburger Tal vordringen, um so heller wird es und schliesslich, in Wildhaus, haben wir strahlend blauen Himmel. Der grosse Parkplatz im Chuchitobel ist aussergewöhnlich leer. Kein Wunder, liegt doch am Osthang von Gamplüt kaum mehr Schnee und die Seilbahn ist nicht in Betrieb.

Zum Warmlaufen nutzen wir das Asphaltsträsschen, das ostwärts in Richtung Seewis führt. Der sonnige Südhang ist bereits frühlingshaft grün, aber beim Zurückschauen blicken wir auf das winterliche Wildhaus mit den weissen Churfirsten im Hintergrund. Bevor wir das Strässchen bergwärts verlassen, passieren wir die Talstation der Gamplütbahn. Hier könnte man via Flürentobel zum Gulmen aufsteigen, doch unser Weg führt durch den Bannwald.

Bei Bodenweidli zeigt ein Wanderwegweiser 3h Gehzeit zum Gulmen an. Hier haben wir auf dem schattigen Waldweg den ersten Kontakt mit Schneeresten. Noch ist der Schnee gefroren und bietet auch ohne Schneeschuhe genügend Halt. In weiten Kehren geht es den inzwischen durchgängig schneebedeckten Waldweg aufwärts.

Immer wieder faszinieren herrliche Tiefblicke ins Toggenburger Tal. Über den Bäumen können wir wenig unterhalb vom Gipfel des Wildhuser Schafberg mehrere Wanderer ausmachen. Nach und nach wird das Gehen beschwerlicher, da die Sonne, dort wo sie zwischen den Bäumen hindurch auf den Weg trifft, langsam die Schneeoberfläche aufweicht. So schnallen wir uns nach gut 40 Minuten die Schneeschuhe unter.

Mit deutlich besserem Griff geht es weiter und nach weiteren 20 Minuten stossen wir auf die Weggabelung am Langenboden, wo wir beim Abstieg nach Tesel abzweigen wollen. Jetzt wird der Weg schmaler. Vermutlich verbirgt sich unter dem Schnee nur ein Fusspfad. Wir folgen den Schneeschuhspuren, die eine Gruppe des DAV am vergangenen Wochenende hinterlassen hat.

Gelegentlich ist durch Baumlücken die steile Wand unter dem Schafberg zu sehen, während der Gipfel immer wieder in eine dünne Wolke eintaucht. Ein kleineres Steilstück fordert etwas mehr Puste, denn ausgerechnet dort konnte die Sonne den Schnee noch nicht antauen, so dass die Schneeschuhe nicht den optimalen Griff haben. Nach einer dreiviertel Stunde dann ein Aufatmen, hinter einem Fels kommt die Gulmenhütte zum Vorschein.

Bevor wir uns eine kleine Rast gönnen, erkunden wir die nähere Umgebung der Hütte. Auf der digitalen Karte Swiss Map ist ab hier ein Pfad nach Tesel eingezeichnet. Den Einstieg zu diesem Pfad suchen wir vergeblich. Dafür drehen wir eine kleine Runde durch eine unberührte Schneelandschaft.

Erst dann gönnen wir und die wohlverdiente Pause und setzen uns ein paar Minuten an den sonnigen Giebel der Holzhütte. Wolkenfahnen hängen zeitweise an den Gipfeln des Alpsteinmassivs, und ihr Kommen und Gehen bietet ein abwechslungsreiches Schauspiel. Wir brechen auf, zur letzten Etappe des Aufstiegs. Die Sonne hat sich schon kräftig für uns eingesetzt. Der jetzt weiche Schnee ist griffig, so dass wir mühelos den Spuren durch das Latschenlabyrinth aufsteigen können.

Nach einer knappen Stunde erblicken wir erstmals das Steinmännchen auf dem Gipfel des Gulmen. Beim Annähern passieren wir ein Vorgipfelsteinmännchen und in sicherem Abstand die Oberkante der senkrechten Südostwand. Auf der baumlosen Gipfelebene haben Wind und Sonne einzelne Flecken bereits vom Schnee befreit.

Das ganze Alpsteinmassiv, allen voran der Altmann, breitet sich nun vor uns aus, sofern nicht gerade in Wolkenfetzen verhüllt. Nur der Gipfel des Säntis versteckt sich hinterm Grat des Nädliger. Im Dunst erkennen wir noch das Toggenburger Tal, die Churfirsten und die Gipfel der Alvierkette. Etwas nach links gedreht, sehen wir ins Rheintal und die Liechtensteiner Berge. Sicher wäre das Panorama bei klarer Sicht kaum auszuhalten.

Der Dunst erleichtert uns den Abschied vom Gipfel. Keine zwei Drittel der Aufstiegszeit benötigen wir für den Abstieg zur Gulmenhütte. Wo immer möglich, und es ist oft möglich, toben wir durch unberührte Schneeflächen abseits der vorhandenen Spuren. Fast könnte man sich im Latschenlabyrinth verlaufen, wären da nicht im weiten Abstand die Abgründe rechts und links.

Bei der Gulmenhütte treffen wir eine junge Schweizerin, die sich ebenfalls gerade mit Schneeschuhen an den Abstieg machen will. Nach ein paar Metern gemeinsamen Weges hüpft sie plötzlich den steilen Waldhang hinunter, was uns dazu ermuntert, ebenfalls den Schritt in den Tiefschnee zu wagen. Was nun folgt, ist das Highlight des Tages. Unberührter, weicher Firn in sehr steilem Gelände.

Jeder sucht sich seine eigene, optimale Falllinie. Fast vergessen wir, dass wir auf Abwegen sind und so die Abzweigung nach Tesel verpassen könnten. Nach viel Spass gewinnt die Vernunft wieder Oberhand und wir halten uns nordwärts. Eine alte, oftmals verwischte Spur leitet uns durch ein Labyrinth von kleinen Tobeln und Durchgängen.

Nur wenige Meter von Langenboden, wo sich der offizielle Wanderweg gabelt, endet unser Ausflug in das Abseits. Während auf der Karte der Wanderweg nach Gamplüt einen Umweg fast über die Tesel-Alp macht, kürzen wir diesen Umweg direkt in Richtung Westen ab. Wieder haben wir einen unberührten Schneehang unter uns, der sich wegen seiner Schattenlage bestens zum hinuntertollen eignet.

Etwas anstrengender ist jetzt der Gang zur Bergstation der Gamplütbahn. Die warme Nachmittagssonne hat den Schnee aufgeweicht, so dass für die anderthalb Kilometer die letzten Kraftreserven eingesetzt werden müssen. Auf der sonnigen Terrasse der Bergstation wartet schon ein kaltes Bier auf uns. Gemütlich sitzen wir noch, wie wir gefragt werden, ob wir die letzte Bahn nach unten nutzen wollen. Da wir aber zu Fuss gehen wollen, können wir noch sitzen bleiben.

Jede Einkehr hat einmal ein Ende, so auch diese. Also machen wir uns auf den Weglos in Richtung Süden. An die Wanderwegweiser können wir uns wenig halten, da wir die verbliebenen Schneeflecken suchen und nutzen wollen. Bis zu den ersten Krokussen behalten wir die Schneeschuhe an. Nach einer guten halben Stunde geht es nicht mehr anders und wir müssen bei Büel doch die Schneeschuhe an den Rucksack binden.

Auf offiziellem Wanderweg laufen wir den letzten Kilometer über Steinrüti nach Wildhaus zurück.

Bild 1: Blick Richtung Wildhuser Schafberg

Bild 2: Wildhaus mit Churfirsten

Bild 3: Eichhorn beu Wildhaus

Bild 4: Wildhaus mit Churfirsten

Bild 5: alter Wanderwegweiser

Bild 6: Pfad im Bannwald

Bild 7: Wildhuser Schafberg (2373m)

Bild 8: Blick Richtung Churfirsten

Bild 9: Wildhuser Schafberg

Bild 10: Hoppla

Bild 11: Aufstieg zur Gulmenhütte

Bild 12: Wildhuser Schafberg in Wolken

Bild 13: Gulmenhütte

Bild 14: Gulmenhütte (1660m)

Bild 15: Winterlandschaft

Bild 16: Wildhuser Schafberg in Wolken

Bild 17: Nähe Gulmenhütte

Bild 18: Gulmenhütte

Bild 19: Aufstieg zum Gulmen

Bild 20: Aufstieg zum Gulmen

Bild 21: Aufstieg zum Gulmen

Bild 22: Wolkenfahne am Moor

Bild 23: Wildhuser Schafberg

Bild 24: Erster Blick zum Gulmengipfel

Bild 25: Gulmen

Bild 26: Gipfelsteinmann

Bild 27: Altmann über den Wolken

Bild 28: Gipfelbuch im Steinmann

Bild 29: Blick zum Mutschensattel

Bild 30: Steinmann abseits des Gipfels

Bild 31: Blick Richtung Simmitobel

Bild 32: Wildhuser Schafberg

Bild 33: Abstieg und Churfirsten im Dunst

Bild 34: Wildhuser Schafberg

Bild 35: Alvierkette

Bild 36: Moor (2342m)

Bild 37: Wildhuser Schafberg und Moor

Bild 38: Wildhuser Schafberg

Bild 39: Gulmenhütte von oben

Bild 40: Wildhuser Schafberg

Bild 41: Kreuz auf Gamplüt

Bild 42: Mutschensattel und Gulmen (re.)

Bild 43: Blick Richtung Oberlaui

Bild 44: Bergstation Gamplütbahn

Bild 45: Wildhuser Schafberg

Bild 46: Alpsteinmassiv

Bild 47: Bergstation Gamplütbahn

Bild 48: Wildhuser Schafberg

Bild 49: Wildhuser Schafberg

Bild 50: Churfirsten im Gegenlicht

Bild 51: Krokusse

Bild 52: Liechtensteiner Berge im Dunst

Bild 53: Wildhaus und Liechtensteiner Berge
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