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Schöner Mann (310)
Sonntag 06.03.2011

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Rorschach - St.Margrethen - Lustenau - Dornbirn

Route: Karren - Schuttannen - Schöner Mann - Emser Hütte - Ebnit - Spätenbachalpe - Bildstöckle - Karren-Seilbahn

Gehzeit: ca. 6:45 h
Karren - Hochegg ... 0:20 h
Hochegg - Staufenwanne ... 0:15 h
Staufenwanne - Schuttannen ... 0:35 h
Schuttannen - Eulenwinkel ... 0:30 h
Eulenwinkel - Rigla ... 0:20 h
Rigla - Schöner Mann ... 0:40 h
Schöner Mann - Emser Hütte ... 0:35 h
Emser Hütte - Ebnit ... 0:20 h
Ebnit - Egga ... 0:30 h
Egga - Kohlhalda ... 0:20 h
Kohlhalda - Hoher Gang ... 0:20 h
Hoher Gang - Spätenbachalpe ... 0:20 h
Spätenbachalpe - Oberer Spätenbach ... 0:30 h
Oberer Spätenbach - Bildstöckle ... 0:30 h
Bildstöckle - Karren-Seilbahn ... 0:40 h

Höhendifferenz: ca. 670m

Distanz: ca. 20km




Die Seilbahn auf den Karren nimmt ihren Betrieb erst in 15 Minuten auf. So können wir in aller Ruhe unsere Wanderschuhe anziehen und Tickets kaufen. Die Bergfahrt kostet 6,20 Euro. Auf unsere Frage nach Sonnenschein in Höhe der Bergstation zeigt uns der Ticketverkäufer auf seinem Notebook die Bilder einer Livecam mit düsteren Aussichten.

Punkt 9:00 Uhr öffnet sich die Glastüre zur Gondel und wir steigen, zusammen mit einer Hand voll anderer Fahrgäste, in die Kabine ein. Sofort schliesst sich die Türe der Gondel und die Bahn fährt zügig ab. In der Hoffnung auf blauen Himmel ist unser Blick ständig nach oben gerichtet. Und tatsächlich setzt sich mit zunehmender Höhe die ersehnte Farbe blau durch.

Ausser uns verschwinden alle Fahrgäste im Restaurant der Bergstation. Spikes an den Sohlen würden uns jetzt mehr nützen, als die Schneeschuhe. Diese binden wir vorerst an den Rucksack und bewegen uns auf dem eisigen Untergrund langsam in Richtung Süden. Entlang eines Zaunes, der rechterhand vor dem Abgrund schützt, steigen wir ein paar Meter ab. Vor uns ragen senkrechte Felswände empor, vermutlich die Nordwand vom Breiter Berg.

Beim Alpengasthaus Kühberg lernen wir die Strenge der Einheimischen kennen. Unter einem Verbotsschild steht: "Durchschieben von Fahrrädern verboten. Bei Missachtung erfolgt Besitzstörungsklage." Andere Länder, andere Sprache, denken wir. Und später lesen wir auf einem Waldarbeiter-Traktor: "Holz - Schlägerung & Bringung".

Die nächsten 10 Minuten laufen wir auf einem breit ausgetretenen Winterwanderweg mit Blick auf den Schwarzenberg, bis zur Weggabelung Hochegg hinauf. Der Weg Richtung Staufenalpe ist wegen Lawinengefahr gesperrt. Die Verbotsschilder in Richtung Schuttannen, unserem Etappenziel, sind glücklicherweise zur Seite weggedreht. Durch den Wald ist jetzt die Spur im Schnee genau zwei Fuss schmal.

Bei der Staufenwanne, eine knappe Viertelstunde später, gabelt sich der Weg erneut. Die Zeitangaben helfen nicht zur Entscheidungsfindung, denn beide Wege führen in 30 Minuten nach Schuttannen. Im Gedanken stellen wir unsere Entscheidung für die linke Variante bald in Frage, da es in vielen Kehren ständig bergauf geht.

Doch nach 20 Minuten verlässt der Pfad den Wald und wir haben freie Sicht auf Schuttannen und den Schönen Mann. Auf der nicht mehr so hart gefrorenen Schneedecke wird das gehen jetzt beschwerlicher. Aber eine viertel Stunde halten wir bis zum Parkplatz bei Schuttannen noch durch. Am Parkplatz des kleinen Skigebiets treffen gerade einige Autos und ein gelber Linienbus ein.

Wir ziehen endlich die Schneeschuhe an, die bis hier her am Rucksack befestigt waren. Die Richtung (Ebnit über Hackwald) , die wir jetzt einschlagen, ist nur suboptimal. Besser wären wir nach Rechts, in Richtung Fluhereck gelaufen. Wir wollen eben schnell weg vom Trubel bei Schuttannen. Schon nach wenigen hundert Metern enden auch die letzten Fussstapfen bei einer Hütte.

Wir wenden uns um 90 Grad nach rechts und laufen einen unberührten Schneehang hinauf. Schliesslich stossen wir beim Gasthaus Schiheim wir auf den offiziellen Winterwanderweg, der vom Karren nach Ebnit führt. Eine gute viertel Stunde steigen wir zwischen Piste und Waldrand den Winterwanderweg hinauf. Mehr und mehr nähern wir uns der steilen Nordwand des Schönen Mannes.

Im Schatten des Schönen Mannes umrunden wir nun dessen Ostflanke und steigen in einer halben Stunde bis zur Hinterberg-Alpe hinauf. Erstmals sehen wir jetzt auch einzelne Skitourengeher. Nach einem weiteren Schlenker steuern wir vom Osten her direkt den Gipfel des Schönen Mannes an. Im weichen Schnee des Osthangs such jeder seine Ideallinie. Am Gipfelkreuz sitzen bereits zwei Tourenskifahrer und haben gerade noch auf uns gewartet.

In der Tiefe konnte sich der Nebel noch nicht auflösen. Die Nebelobergrenze dürfte sogar höher als unser Standort sein. Doch die unmittelbaren Nachbarberge, wie Staufenberg und Bocksberg sind deutlich zu sehen. Vom fast 400 Höhenmeter tieferen Schuttannen dringen Lautsprecherstimmen bis zu uns herauf.

Nach einer Gipfelrast laufen wir auf der Gipfelhöhe Richtung Westen weiter. Trotz Dunst ist in der Ferne sogar der Turm auf dem Säntis zu erkennen. Dann steigen wir über den sonnigen Südhang, auf dem wir schon viele schneelose Flecken umgehen müssen, mehr als 200 Höhenmeter ab.

Auf einem Winterwanderweg erreichen wir nach etwas mehr als 500m in Richtung Westen die Emser Hütte. Dies ist der Wendepunkt unserer Wanderung, weshalb wir hier einkehren wollen. Vor der Hütte ist ein sonniges, windgeschütztes Plätzchen frei. Ein zutraulicher und anlehnungsbedürftiger Golden Retriever leistet uns Gesellschaft.

Bevor der aufkommende Nebel uns vor der Hütte einhüllt, treten wir den Rückweg an, der uns durch Ebnit führen soll. Zwei Varianten nach Ebnit werden angeboten, der geräumte Winterwanderweg und eine abenteuerlich anmutende Strecke durch den Wald. Wir entscheiden uns natürlich für Letzteres. Bis zum Waldrand geniessen wir unberührte Scheeflächen. Dann folgen wir für Schneeschuhe fast zu schmalen Spuren.

Über einen Grat landen wir schliesslich an einem steilen Waldhang, wo Treppen den Abstieg erleichtern sollen. Mit Schneeschuhen an den Füssen stellen aber Treppen so gar keine Erleichterung dar. Wo immer es das Gelände zulässt, umgehen wir die Treppen. Die bei der Emser Hütte angegebene Gehzeit nach Ebnit von 30 Minuten verkürzen wir auf zwei Drittel.

An einem Verkaufstand für heimischen Wurstprodukte fragen wir die Verkäuferin, ob schneebedingt der Weg durch den Hackwald machbar ist. Sie rät uns wegen Steinschlaggefahr davon ab. Wie sie unsere enttäuschten Gesichter sieht, erkundigt sie sich im Haus noch mal, und kommt mit einer optimistischeren Aussage zurück. Ihr Ratgeber würde den Weg wagen, also auch wir.

Noch im Ort zweigt ein Forstweg nach links ab. Die Schneeschuhe hängen seit Ebnit wieder am Rucksack. Wir folgen dem schmalen Forstweg, der inzwischen durch einen steilen Wald verläuft. Wie wir die steilen Felswände am Wegesrand passieren, können wir die Bedenken der Verkäuferin nachvollziehen und eilen mit gespitzten Ohren.

Am Ende des Forstweges, nach mehr als anderthalb Kilometer, tauchen noch einmal bewohnte Häuser auf. Ab hier ist der Weg mit dem Auto nicht mehr befahrbar. Auf dem schneebedeckten Pfad sind nur noch wenige Fussspuren zu sehen. Entlang des steilen Waldhanges führt der Pfad abwärts.

An vielen Stellen ist talseitig ein Drahtseil gespannt und bergseitig passieren wir einige senkrechte Felswände. Nach einer halben Stunde dann eine grosse Überraschung. Aufwärts ist der Durchgang wegen Lawinen- und Steinschlaggefahr verboten. Deshalb ist uns auch niemand entgegen gekommen.

Ein Wanderwegweiser zeigt zur Spätenbachalpe eine Gehzeit von 10 Minuten an. Kurz nach der Spätenbachalpe geht es wieder steil bergauf. Nach einer halben Stunde gibt es bei Oberspätenbach eine Abzweigung zu Staufensee und Rappenlochschlucht. Die Talstation der Karrenbahn ist mit einer Stunde Gehzeit angegeben.

Wie bei so vielen Wanderungen erscheint der letzte Abschnitt unendlich lang, es zieht sich eben. Auf einem Schotterweg geht es stetig abwärts und ohne Nebel hätte man am Ende eine schöne Sicht auf Dornbirn. Auch ohne die Sicht setzen wir uns ein letztes mal auf eine Bank und bestaunen das lautlose Vorbeisausen der Karrenseilbahn in luftiger Höhe.

Der allerletzte Abschnitt des Forstweges scheint ziemlich neu zu sein. Das erkennt man nicht zuletzt an den Hinweis- und Verbotstafeln. Der Weg ist in den sehr steilen Hang geschnitten und mündet in den Uferweg der Dornbirner Ach, direkt gegenüber der Talstation der Karrenbahn. Über eine Fussgängerbrücke überqueren wir den breiten, momentan wasserarmen Fluss.

Bild 1: Nordwand an der Karren-Bergstation

Bild 2: Alpengasthaus Kühberg

Bild 3: Verbotstafel mit Androhung

Bild 4: Schwarzenberg (1475m)

Bild 5: Waldpfad Nähe Hochegg

Bild 6: Schuttannen und Schöner Mann

Bild 7: Schöner Mann und Gasthaus

Bild 8: Gasthaus Schihaus

Bild 9: Gasthaus am Winterwanderweg

Bild 10: Staufenberg (1465m)

Bild 11: Winterwanderweg unter Nordwand

Bild 12: Gegenlicht

Bild 13: Winterlandschaft

Bild 14: Wanderweg bei Hinterberg-Alpe

Bild 15: Bocksberg (1461m)

Bild 16: Bocksberg

Bild 17: Winterwanderweg

Bild 18: Blick zur Hohen Kugel (1645m)

Bild 19: Kloohäuschen mit gutem Empfang

Bild 20: Gipfelkreuz Schöner Mann (1532m)

Bild 21: Schuttannen und Staufenberg

Bild 22: Blick Richtung Bocksberg

Bild 23: Blick Richtung Alpstein mit Säntis

Bild 24: Schöner Mann von Fluhereck aus

Bild 25: Emser Hütte (1283m)

Bild 26: Nebel verdeckt die Sonne

Bild 27: Verkaufsstand in Ebnit

Bild 28: Felswand im Hackwald

Bild 29: Forstweg im Hackwald

Bild 30: Forstweg im Hackwald

Bild 31: Zwischen Hackwald und Spätenbachalpe

Bild 32: Zwischen Hackwald und Spätenbachalpe
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