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Hornflue via Teufelsschlucht (312)
Mittwoch 23.03.2011

Anfahrt: Rielasingen - Schaffhausen - Bülach - Dielsdorf - Wettingen - Aarau - Olten - Hägendorf

Route: Hägendorf - Bhf. - Teufelsschlucht - Spritzbrunnen - Gnöd - Schlössli - Homberglücke - Rumpelhöchi - Olten - Born - Chänzeli - Bornchrüz - Hägendorf

Gehzeit: ca. 7:00 h
Hägendorf - Bhf. - Dorfplatz ... 0:15 h
Dorfplatz - Tufftbrunnen ... 0:30 h
Tufftbrunnen - Spritzbrunnen ... 0:15 h
Spritzbrunnen - Gnöd ... 0:15 h
Gnöd - Schlössli ... 0:15 h
Schlössli - Homberglücke ... 1:00 h
Homberglücke - Rumpelheide ... 0:45 h
Rumpelheide - Rumpelhöchi ... 0:15 h
Rumpelhöchi - Rest. Rumpel ... 0:10 h
Rest. Rumpel - Olten ... 0:35 h
Olten - Olten - Bhf. ... 0:15 h
Olten - Bhf. - SBB-Brücke ... 0:15 h
SBB-Brücke - Born ... 1:00 h
Born - Chänzeli ... 0:15 h
Chänzeli - Bornchrüz ... 0:30 h
Bornchrüz - Hägendorf ... 0:30 h

Höhendifferenz: ca. 910m

Distanz: ca. 23km

Am Bahnhof von Hägendorf gibt es erschwinglichen Parkplatz für 4 CHF pro Tag. Wenn das Kleingeld für den Parkautomaten fehlt, kann ein Parkticket auch am Schalter der Bahn gekauft werden.

Auf dem Wanderwegweiser am Bahnhof ist die Teufelsschlucht mit nur 20 Minuten Gehzeit angeschrieben. Überall wird für die Teufelsschlucht, die vor Ort Tüfelsschlucht genannt wird, geworben. Selbst auf der Verkehrsinsel der Durchgangstrasse von Hägendorf zeigt ein eiserner Teufel in Richtung Schlucht.

Nicht einmal auf der ansonsten sehr genauen topografischen Karte Swiss Map ist der kleine See eingezeichnet, der uns mit seinem klaren Wasser noch vor dem Eingang zur Schlucht erwartet. Dafür lesen wir auf einer Tafel die Hinweise zum Begehen der Tüfelsschlucht:

Der Weg durch die Tüfelsschlucht verläuft mehrheitlich entlang von Felswänden und Steilhängen. Infolge natürlicher Einflüsse lockert der Fels auf und verwittert stetig. Deshalb können sich immer wieder Steine lösen und auf den Weg stürzen. Über grössere Wegstrecken ist deshalb jederzeit mit Steinschlag zu rechnen. Bei nasser Witterung, bei Sturm, bei Schneeschmelze sowie während Frost/Auftauphasen ist die Gefährdung erhöht. Steine und Blöcke können den Weg in freiem Fall, springend oder rollend erreichen. Das Verlassen der ausgebauten Wege birgt grosse Gefahren in sich, wie das Lösen von Steinen sowie Aus- und Abrutschen an Hängen. Die Benutzung des Weges ist immer mit einem grossen Risiko verbunden und erfolgt grundsätzlich auf eigene Verantwortung. Bürgergemeinde und Verschönerungsverein tun das Mögliche um die Gefahren zu mindern, trotzdem kann höhere Gewalt nicht ausgeschlossen werden.

Gut, dass wir die lange Bedienungsanleitung zur Begehung der Schlucht erst später, zuhause auf dem Foto lesen, sonst wären wir noch beunruhigt. So laufen wir ganz entspannt entlang der steilen Felswände, über mehrere künstlich angelegte Stege, durch ein Felsloch hindurch. Weit über uns überspannt eine Autobahnbrücke die Schlucht.

Ein kurzes Stück des Weges ist durch eine Galerie aus Holz gesichert, damit eventuell im freien Fall befindliche Steine nicht auf dem ungeschützten Kopf auftreffen können. Wieder einmal treffen wir einen mehr als vorbildlichen Grillplatz an, eingerichtet von der Schweizer Familie. Ausser einem Kühlschrank mit Würstchen ist wirklich alles vorhanden.

Die Befürchtung, beim Grillplatz in einer Sackgasse gelandet zu sein, bewahrheitet sich nicht. Ein sehr idyllischer Pfad, vorbei an vielen moosbedeckten Felsbrocken, führt uns in 10 Minuten bis zum Spitzbrunnen, in dessen Nähe eine meterhohe Wasserfontäne aus dem Boden schiesst. Hier mündet der Pfad in einen Schotterweg.

Fast um 180 Grad wenden wir uns nach rechts und folgen dem leicht ansteigenden Schotterweg. Nach einer viertel Stunde landen wir an einem Kreuzungspunkt Namens Gnöd. Wäre heute Schiessbetrieb, könnten wir die Wanderung nicht fortsetzen, denn der Wanderweg kreuzt direkt die Schusslinie einer Schiessanlage. Aber auch ohne Schliessbetrieb sorgt die naheliegende Autobahn (A2) für Ruhestörung.

Den Autobahnlärm müssen wir noch ein Weilchen ertragen, denn erst östlich von Schlössli verschwindet die Autobahn im Berg. Wir erreichen Schlössli nach 15 Minuten Gehzeit und wenden uns dort nach rechts, in Richtung Homberglücke. Laut Wanderwegweiser ist der Weg bei Schiessbetrieb gesperrt. Eine Schiessanlage können wir aber hier nicht sehen.

Fast eine Stunde lang laufen wir durch den blätterlosen Laubwald immer in die gleiche Richtung und steigen dabei knapp 300 Höhenmeter auf. An einer Wegkreuzung biegen wir nach links ab und erreichen nach wenigen Minuten die Homberlücke. Die Homberglücke liegt auf einem Sattel der Hornflue. Hier erwartet uns ein winziges Holzhäuschen mit Brennholz.

Über den Grat der Hornflue ist kein Pfad markiert, aber deutlich eine Trittspur zu erkennen. Ermutigt durch Berichte auf der Homepage www.hikr.org folgen wir dem Grat in östliche Richtung und werden nicht enttäuscht. Ungefähr anderthalb Kilometer geht es linkerhand ständig am senkrechten Abgrund entlang, während rechterhand lediglich ein steiler Waldhang Furcht einflösst.

Der Abstieg durch den steilen Südhang wird durch trockenes Laub, rutschiger als nasses Laub, noch erheblich erschwert. Schliesslich erreichen wir das Naturfreundehaus Rumpelweide, deren Fensterläden aber leider verschlossen sind. Tische und Bänke stehen jedoch bereit, so dass wir eine Selbstversorgerpause einlegen.

Ganz schwach sind am Horizont im Dunst die Umrisse hoher Alpengipfel, u.a. der Berner Alpen auszumachen. Weit unten, in Richtung Osten, sehen wir das Häusermeer von Olten mit dem Engelberg im Hintergrund. Olten soll der Wendepunkt unserer Wanderung sein, doch zuvor werden wir noch mal aufgehalten, denn nach einer knappen halben Stunde Abstieg stoppt uns das still gelegene Restaurant Rumpel mit einer sonnigen Terrasse und einem kühlen Weizenbier.

Danach geht es in einer halben Stunde über markierte Wanderwege durch den Banwald gute 200 Höhenmeter bis zum Ortsrand von Olten. Unterwegs passieren wir wieder eine Schweizer Luxusgrillstelle mit überdachter Sitzmöglichkeit für viele Personen und ein Summloch. In einen grossen Felsblock ist ein Loch gebohrt. Steckt man den Kopf in das Loch, hört man das Summen des eigenen Körpers, mit Tinnitus etwas lauter.

In Olten laufen wir instinktiv auf den Bahnhof zu, denn die lärmende Stadt wollen wir schnell hinter uns bringen. Der Bahnhof liegt auf der anderen Seite des Flusses Aare. Wir staunen, wie breit die Aare ist.

Laut Wikipedia ist die Aare der längste gänzlich innerhalb der Schweiz verlaufende Fluss. Sie ist zugleich der mit Abstand grösste Nebenfluss des Rheins und führt mehr Wasser als Mosel und Main zusammen. Dort wo die Aare in den Rhein mündet, soll der Wasseranteil des Rheins zu 80% aus der Aare stammen und nur die restlichen 20% kommen über den Rheinfall vom Bodensee her.

Am Ostufer der Aare laufen wir einen halben Kilometer der Fliessrichtung entgegen und queren den Fluss auf einer neuen Brücke wieder auf die andere Seite. Bauarbeiter sind gerade damit beschäftigt, die alte Brücke zu entsorgen.

Ob es unserer Unachtsamkeit oder dem Brückenbau zuzuschreiben ist, dass die Führung durch Wanderwegmarkierungen abreisst, ist ungewiss. Wir halten uns jedenfalls weiter südwärts, der Aare entgegen. Spätestens am Wendeplatz einer Sackgasse ist sicher, dass der Wanderweg ein anderer ist.

Neugierig blicken wir in den Garten des letzten Hauses. Vielleicht könnte man sich da ja durchschleichen und weglos wieder auf der richtigen Weg kommen. Zwei Männer am anderen Ende des Gartens beobachten uns schon misstrauisch und eigentlich warten wir auf Schelte. Hoch über der Aare liegt der Garten und ganz unten ist der Uferweg zu sehen. Über die Böschung finden wir einen Durchgang durch die gepflegte Wildnis und hüpfen schliesslich durch eine Heckenlücke über eine Mauer hinunter in die Freiheit.

Den offiziellen Einstieg zu diesem Uferweg hatten wir wohl bei der neuen Brücke verpasst. Schon wenige Minuten später finden wir einen Wanderwegweiser der eine Gehzeit von 2 Std. 10 Min. nach Hägendorf anzeigt.

Höher und höher steigt der Pfad und beim Zurückschauen sehen wir wieder das Häusermeer von Olten. Auch dieser Weg verläuft immer an der Oberkante des Abgrundes entlang. Der Blick nach unten, auf die breite Aare und die Siedlungen, wird immer imposanter und die gegenüberliegende Ruine Wartburg scheint jetzt fast zum Greifen nahe.

Bei zügigem Schritt bleibt uns dieser spannende Pfad durch den Wald über eine Stunde lang erhalten. Dann passieren wir an einem Einschnitt in der Felskante das obere Ende einer steilen Treppe, über die eine Sportlerin hechelnd herauf spurtet. Unsere Frage nach der Anzahl Stufen beantwortet sie mit: "eintausend-japs-einhundert-schnauf-und-fünfzig-keuch-keuch".

In einen Felsbrocken ist der Name des Standortes "Chänzeli" eingemeisselt. Wie von der Sportlerin bereits angekündigt, erreichen wir nach weiteren 15 Minuten Gehzeit entlang der Bergkante eine herrliche Aussichtsterrasse mit Panoramatafel. Auf der Tafel sehen wir, was wir im Dunst momentan nicht sehen. Aber nach unten ist der Blick frei, auf die Aare, die Autobahn (A1) und die zersiedelte Landschaft. Und wieder hat jemand mit Hammer und Meissel den Standort markiert: "Höchi Flue".

Weg von der Bergkante, mündet der schmale Pfad durch Wald und blätterlose Sträucher bald in einen Schotterweg und nach einer halben Stunde stossen wir an eine Sitzgarnitur vom Feinsten, die wir einfach nicht umgehen können. Ein paar Minuten setzen wir uns auf die robuste Holzbank, bevor wir wenige Meter weiter bei Bornchrütz in den letzten Sonnenstrahlen eine kleine Kapelle bewundern können.

Auf einer Tafel werden wir auf ein Richterliches Verbot aufmerksam gemacht:

Auf Begehren der Bürgergemeinde Kappel wird hiermit Unbefugten richterlich untersagt, die sogenannte Kreuzhubeltreppe bis Bornchrüz (Einlenker Bornstrasse) mit Fahrzeugen und Fuhrwerken jeglicher Art (auch 2 Räder) zu befahren oder dieselbe als Durchgangspass für Reiter zu benützen. Ferner gilt auf dem ganzen Areal GB Kappel Nrn. 910 und 911 rund um die Kapelle mit Einschluss des Lindenplatzes und des Wäldchens das Verbot Feuer zu entfachen oder zu campieren. Verunreinigungen oder Beschädigungen der alten Bornlinde, der Kreuze, der Kapelle und deren Umgebung sind untersagt.

Es spricht wohl nichts dagegen, dass wir als Wanderer die Kreuzhubeltreppe für den weiteren Abstieg benutzen. Ab Ende des Waldes laufen wir quer durch das Örtchen Kappel und gelangen so nach einer halben Stunde an den Bahnhof von Hägendorf .

Bild 1: Teufel auf Beton

Bild 2: Schluchteingang

Bild 3: Teufelsschlucht

Bild 4: Teufelsschlucht

Bild 5: Teufelsschlucht

Bild 6: Galerie und Autobahnbrücke

Bild 7: Teufelsschlucht

Bild 8: Teufelsschlucht

Bild 9: Teufelsschlucht

Bild 10: Pfad ab Feuerstelle

Bild 11: Wasserfontäne beim Spitzbrunnen

Bild 12: Schotterweg nach Gnöd

Bild 13: Rolls-Royce

Bild 14: Nieswurz

Bild 15: Huflattich

Bild 16: Kreuz am Wegesrand

Bild 17: Buschwindröschen

Bild 18: Wanderwegmarkierung

Bild 19: Wanderweg zur Homnerglücke

Bild 20: Häuschen auf der Homberglücke

Bild 21: Gratweg über Hornflue

Bild 22: Gratweg über Hornflue

Bild 23: Blick Richtung Norden

Bild 24: Blick Richtung Norden

Bild 25: Grat der Hornflue

Bild 26: Nieswurz

Bild 27: Grat der Hornflue

Bild 28: Blick Richtung Geissflue

Bild 29: Felsenblümchen

Bild 30: Grat der Hornflue

Bild 31: Naturfreundehaus Rumpelweide

Bild 32: Tiefblick hinterm Naturfreundehaus

Bild 33: Blick Richtung Norden

Bild 34: Grillstelle

Bild 35: Summloch

Bild 36: Beschreibung Summloch

Bild 37: Olten und Wartburg

Bild 38: Buschwindröschen und Scharbockskraut

Bild 39: Buschwindröschen

Bild 40: Trafostation in Olten

Bild 41: Aare im Gegenlicht

Bild 42: Aare bei Olten

Bild 43: Aare bei Olten

Bild 44: Aare bei Olten

Bild 45: Blick auf die Aare

Bild 46: Blick Richtung Wartburg

Bild 47: Waldpfad am Born

Bild 48: Waldpfad am Born

Bild 49: Schatten am Abgrund

Bild 50: Waldpfad am Born

Bild 51: Blick Richtung Aarburg

Bild 52: Treppe mit 1150 Stufen

Bild 53: Aussicht vom Chanzeli

Bild 54: Aussichtspunkt Chanzeli

Bild 55: Waldpfad

Bild 56: Luxussitzgarnitur

Bild 57: Kapelle Bornchrüz
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