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Hoher Kasten (269)
Samstag 31.10.2009

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Bischofszell - Gossau - Herisau - Appenzell - Brülisau

Route: Brülisau - Fulen - Unter-Kamor - Kamor - Kastensattel - Hoher Kasten - Wänneli - Plattenbödeli - Ruhsitz - Brülisau

Gehzeit: ca. 6:00 h
Brülisau - Fulen  ... 0:45 h
Fulen - Unter-Kamor  ... 0:50 h
Unter-Kamor - Kamor  ... 0:45 h
Kamor - Kastensattel  ... 0:15 h
Kastensattel - Hoher Kasten  ... 0:15 h
Hoher Kasten - Wänneli  ... 0:35 h
Wänneli - Plattenbödeli  ... 0:55 h
Plattenbödeli - Ruhsitz  ... 0:55 h
Ruhsitz - Brülisau  ... 0:45 h

Höhendifferenz: ca. 1050m

Distanz: ca. 18km

Vom Parkplatz der Seilbahn laufen wir an der Brülisauer Kirche vorbei in Richtung Weissbad und biegen vor der Horstbach-Brücke nach rechts ab. Schon wenige Metern später endet der Weg an einer Wiese, die wir weglos bis zum Waldrand überqueren. Ein schmaler Fusspfad führt durch einen Geisterwald, dessen bunter Herbstlaub-Boden einen interessanten Kontrast zu den kahlen, nebelumhüllten Baumkronen bildet. Doch während des 5-minütigen Durchmarsches lässt sich kein Geist blicken.

Nähe Bernbrugg endet der Waldpfad an einem Asphaltsträsschen. Auf diesem überqueren wir den Horstbach und biegen gleich wieder rechts in Richtung Osten ab. Durch die dünne Hochnebeldecke lässt sich schon erkennen, dass höherliegende Bauernhöfe von der Sonne angestrahlt werden. Nach wenigen hundert Metern verlassen wir das Asphaltsträsschen und begleiten ein Stück den Verlauf des Hortsbaches auf einem Waldpfad.

Während wir uns im flachen Waldstück noch gemütlich einlaufen können, bringt uns der anschliessende Wiesenpfad trotz niedrigen Aussentemperaturen zum ersten mal ins Schwitzen. Durch gepflegte Wiesenhänge zieht sich eine Trittspur den Hang hinauf. Auf dem tauenden Raureif ist Vorsicht geboten, denn so mancher Schritt ist durch Zurückrutschen etwas kürzer als gewollt.

Inzwischen ist der Himmel über uns blau und erst beim Auf- und Umblicken sehen wir, dass die Nebeldecke hinter uns liegt. Über dem weissen Schaumteppich türmen sich die schneebedeckten Gipfel des Alpstein auf. Aber auch die grüne Gipfelkuppe des Kronberg lugt neugierig aus dem Nebelmeer heraus. Wie mit einem Lineal gezogen, trennt die Nebeloberkante die Berge von den Niederungen. Wir bleiben stehen und gucken erst mal eine Weile.

Über einen Schotterweg laufen wir weiter ostwärts, durch ein Moorgelände, deren grünbraune Wiesen einen tollen Farbkontrast zum stahlblauen Himmel bilden. An einem Heuschuppen biegen wir rechts ab, statt gerade aus durch den Forsttobel zu gehen. Zwar war das nicht so geplant, aber offensichtlich hat die Wegmarkierung am Schuppen mehr Aufmerksamkeit erfahren. So stossen wir nach 5 Minuten auf die Alm Fulen und der Weiterweg zeigt in Richtung Süden.

Mit der Richtung nicht einverstanden, beschliessen wir, die Wanderung weglos fortzusetzen. Der Aufstieg über eine steile Wiese und entlang eines steilen Waldhanges wird zunächst an einem Stacheldrahtzaun gestoppt. An einer geschickten Stelle können wir ihn jedoch problemlos übersteigen. Nach Überwindung eines zweiten Stacheldrahtzaunes verlassen wir den Wald nach wenigen Minuten wieder. Vor unseren Augen türmen sich jetzt die senkrechten Westwände des Kamor auf.

Über einen Wiesenhang steigen wir den Felswänden entgegen und entdecken einen Pfad mit einer gelben Markierung auf einem Stein. Es handelt sich um den Pfad, der von Ruhsitz zum Forstegg führt. Wir sind also wieder auf offizieller Route, was uns auch ein Wanderwegweiser wenige Schritte später verrät. Nur zwei Minuten dauert der gemütliche Marsch entlang des Waldrandes, bis ein weiterer Wanderwegweiser leicht nach rechts, den steilen Wiesenhang hinauf zeigt.

Etwas widerwillig folgen wir diesem Wegweiser, werden aber nach gut 10 Minuten mit den ersten Sonnenstrahlen belohnt, hatte doch bisher der Kamor im Weg gestanden. Unsere Schatten sind durch den niedrigen Sonnenstand sehr lang und zeigen genau in Richtung Fänerenspitz. Nach weiteren 10 Minuten stossen wir auf ein Asphaltsträsschen bei Unter Kamor. Das Strässchen führt bis unter den Gipfel des Kamor zu einer militärischen Einrichtung. Meterhohe Fangnetze sollen es im Winter vor Schneelawinen schützen.

Während das Strässchen sich in weiten Kurven den baumfreien Nordhang zum Kamor hinauf windet, kürzt der Fusspfad auf direktem Wege ab. Wir laufen eine viertel Stunde der Sonne entgehen, bis rechterhand ein Gipfelkreuz in Sicht kommt. Es handelt sich jedoch noch nicht um den Gipfel des Kamor, sondern um einen knapp 150 Höhenmeter niedrigeren Nebengipfel. Der Gipfelgrat mit seinem senkrechten Westhang verläuft von hier über den Kamor zum Hohen Kasten und weiter in Richtung Süden.

Vom Nebengipfel steigen wir zum Asphaltsträsschen hinunter und folgen diesem etwa einen halben Kilometer bergwärts. Dann folgt ein wegloser und anstrengender Aufstieg über den steilen Osthang bis zum Grat und auf dem Grat südwärts bis zum zugigen Gipfel des Kamor. Zum Greifen nah scheint jetzt der Hohe Kasten. Der ganze Alpstein zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Tief unten liegt der Sämtisersee noch im Schatten, umrahmt von Stauberen und Alp Siegel und im Hintergrund der majestätische Säntis, mit seinem unverkennbaren Turm.

Ein Postkartenbild, nicht nur in Richtung Alpstein. Hätten wir Luchsaugen, könnten wir sehen, ob die Türe an unserem Auto auf dem Parkplatz in Brülisau verschlossen ist. So sehen wir nur, dass da viele Autos stehen. Während die Sonne den Nebel im Appenzellerland bereits vertreiben konnte, scheinen in der Ferne die Daheimgebliebenen noch unter dem Hochnebel ausharren zu müssen. Am Kastensattel, zwischen Hoher Kasten und Kamor, tobt das Leben. Duzende von Gleitschirmfliegern passen optimale Startbedingungen ab und die vorbeikommenden Wanderer gaffen.

Der frische Wind treibt uns weiter, hinunter zum Kastensattel. Ade du ruhige Bergwelt. An so einem sonnigen Wochenendtag fahren viele Wanderer mit der Seilbahn von Brülisau auf den Hohen Kasten und laufen über den Kastensattel wieder hinunter. Gute 10 Minuten laufen wir zum Sattel, der mehr als 100 Höhenmeter tiefer als der Hohe Kasten ist. Der breit ausgebaute und viel begangene Weg vom Sattel zum Gipfel führt in vielen Kehren den Norosthang hinauf. Die Gehzeit von 15 Minuten, die auf dem Wanderwegweiser angegeben ist, entspricht etwa unserem Tempo.

Auf dem Gipfelplateau des Hohen Kasten verteilt sich die Menschenmenge, viele sitzen im modernen Drehrestaurant und kommen dem Normalwanderer gar nicht zu Gesicht. Wir setzen uns auf der Terrasse hinter das windabweisende Plexiglas und geniessen bei grandioser Aussicht das kühle Appenzeller Weizenbier.

Nach der ausgedehnten Pause steigen wir auf kürzestem Wege zum Kastensattel ab. Direkt Richtung Norden führt ein unbeschilderter Pfad durch die steile Wand, teilweise mit Drahtseilen gesichert, Trittsicherheit dringend angesagt. Am Sattel vermissen wir zwei Wanderkameraden, die die Abkürzung übersehen hatten. Über den Normalweg stossen sie kurze Zeit später wieder zu uns.

Unter der senkrechten Westwand des Hohen Kasten laufen wir nun auf schmalem Pfad in Richtung Süden, direkt auf den Stauberen zu. Nach der Wand wird der Weg zum Gratweg, umgeht aber einige Gratgipfelchen auf der Westseite. Die erste Abstiegsmöglichkeit zum Sämtisersee verschmähen wir, in der Absicht, zum Berggasthaus unter den Stauberenchanzeln zu laufen.

Am Wänneli zeigt uns aber ein Wanderwegweiser eine Gehzeit von 1h30min für unser Vorhaben an. In Anbetracht er kurzen Tage verwerfen wir unseren Plan und steigen jetzt den steilen Zickzackweg zur Alp Stoll ab. Von dort laufen wir gemütlich in einer halben Stunde zum Sämtisersee. Hier erleben wir wunderschöne Spiegelungen in der stillen Oberfläche des Sees. Alles Murren nützt nichts, wir wenden uns vom See ab und steigen durch den Wald noch ein paar Höhenmeter auf, bis wir schliesslich nach etwa 15 Minuten das Gasthaus Plattenbödeli erreichen.

Die Bedienung empfiehlt uns ein Quöllfrisch, das dem Hefeweizen am nächsten kommen soll. So wird die Pause in der Nachmittagssonne auf dem Plattenboden doch noch ein wahrer Genuss. An den Rückweg über das steile Strässchen durch den Brüeltobel haben einige Mitwanderer schon schlechte Erinnerungen. Deshalb bleiben wir zunächst auf der Höhe und laufen nach der Pause in einer knappen Stunde am westlichen Rande der Alp Stoll bis zum Berggasthaus Ruhsitz.

Ab hier führt ein Luxuswanderweg, eine Betonpiste durch die Wiesen, etwas mehr als 400 Höhenmeter, direkt nach Brülisau hinunter. Die Gehzeit wird auf dem Wanderwegweiser mit 40 Minuten angegeben. Den meisten Wanderern ist die Wiese neben der Piste sympathischer. Auch wir finden Beton und Asphalt nicht so spannend und verlassen deshalb an der Stelle, an der der Wanderweg auf das Asphaltsträsschen trifft, den Normalweg.

Weglos gehen wir über die Wiesen in Richtung Waldrand, wo wir einen Pfad vermuten. So landen wir auf eine Bergzunge, von der es allseits sehr steil abwärts geht. Das erscheint uns zu gefährlich, so drehen wir um und durchqueren weiter oben einen kleinen aber spannenden Tobel. Kurz darauf stossen wir wieder auf das Asphaltsträsschen, von dem dann nach etwa 200m dieser vermutete Pfad zum Waldrand hin abzweigt.

Bei Bernbrugg, wo wir morgens den Horstbach überquert hatten, treffen wir wieder auf das Asphaltsträsschen, von wo es kerzengerade etwa 400m bis zum Parkplatz in Brülisau geht.

Bild 1: Geisterwald bei Brülisau

Bild 2: Kamor und Hoher Kasten im Nebel (verfremdet)

Bild 3: Hoher Kasten (1794m)

Bild 4: Kamor und Hoher Kasten

Bild 5: Säntis, Schäfler, Ebenalp

Bild 6: Säntis, Schäfler, Ebenalp, Kronberg

Bild 7: Herbstmoor

Bild 8: Fänerenspitz (1506m)

Bild 9: Säntis (2502m)

Bild 10: Kronberg und Hundwiler Höhi

Bild 11: Fänerenspitz

Bild 12: Vom Säntis bis zur Hundwiler Höhi

Bild 13: Kronberg und Hundwiler Höhi

Bild 14: Kronberg und Hundwiler Höhi

Bild 15: Nebelgrenze

Bild 16: Stofel im Gegenlicht

Bild 17: Überlebenskünstler

Bild 18: Stofel (1588m)

Bild 19: Nebengipfel des Kamor

Bild 20: Nebelgrenze

Bild 21: Stofel und Rheintal

Bild 22: Blick Richtung Brülisau

Bild 23: Kamor im Gegenlicht

Bild 24: Blick Richtung Säntis

Bild 25: Hoher Kasten

Bild 26: Gipfelkreuz Kamor

Bild 27: Alp Sigel (1743)

Bild 28: Alpstein mit Sämtisersee

Bild 29: Brülisau (922m)

Bild 30: Hoher Kasten im Gegenlicht

Bild 31: Kamor (1751m)

Bild 32: Kamor und Kastensattel

Bild 33: Blick ins Rheintal

Bild 34: Funkturm Hoher Kasten

Bild 35: Blick ins Rheintal

Bild 36: Drehrestaurant Hoher Kasten

Bild 37: Alpstein mit Sämtisersee

Bild 38: Marwees und Säntis

Bild 39: Aussichtskanzel und Rheintal

Bild 40: Altes Haus auf dem Hohen Kasten

Bild 41: Abstieg zum Kastensattel

Bild 42: Abstieg zum Kastensattel

Bild 43: Seilbahn und Sämtisersee

Bild 44: Abstieg zum Kastensattel und Kamor

Bild 45: Abstieg zum Kastensattel

Bild 46: Kamor und Kastensattel

Bild 47: Blick zum Sämtisersee

Bild 48: Gratweg zum Stauberen

Bild 49: Blick ins Rheintal

Bild 50: Pfad zum Stauberen und Sämtisersee

Bild 51: Pfad zum Stauberen

Bild 52: Naturgesteck

Bild 53: Alm Grueben

Bild 54: Spiegelung im Sämtisersee

Bild 55: Plattenbödeli (1279m)

Bild 56: Blick von Alp Stoll zum Hohen Kasten

Bild 57: Kamor und Hoher Kasten

Bild 58: Wolken und Fliegen über dem Kamor

Bild 59: Bauernhaus auf Alp Stoll

Bild 60: Hoher Kasten

Bild 61: Berggasthaus Ruhsitz (1368m)

Bild 62: Abendstimmung in Brülisau
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