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Fischenthal - Ricken (267)
Dienstag 20.10.2009

Anfahrt: Rielasingen - Allensbach - Konstanz - Frauenfeld - Winterthur - Turbenthal - Bauma - Fischenthal

Route: Fischenthal - Tannen - Hüttchopf - Bruederegg - Tössscheidi - Hand - Chrüzegg - Tweralpspitz - Rotstein - Atzmännig - Hüttberg - Oberricken - Ricken

Gehzeit: ca. 7:00 h
Fischenthal - Tannen  ... 0:35 h
Tannen - Hüttchopf  ... 0:55 h
Hüttchopf - Bruederegg  ... 0:15 h
Bruederegg - Tössscheidi  ... 0:25 h
Tössscheidi - Hand  ... 1:00 h
Hand - Habrütisattel  ... 0:40 h
Habrütisattel - Chümibarren  ... 0:20 h
Chümibarren - Chrüzegg  ... 0:05 h
Chrüzegg - Tweralp  ... 0:20 h
Tweralp - Tweralpspitz  ... 0:15 h
Tweralpspitz - Rotstein  ... 0:30 h
Rotstein - Atzmännig  ... 0:25 h
Atzmännig - Hüttberg  ... 0:30 h
Hüttberg - Oberricken  ... 0:15 h
Oberricken - Ricken  ... 0:30 h

Höhendifferenz: ca. 1100m

Distanz: ca. 20km

An den Sonnenhängen hat der grosse Planet den Raureif bereits weggeputzt. In schattigen Lagen sind die Wiesen jedoch noch gepudert. Die Gipfel der runden Voralpenhügel haben sogar ein weisses Sahnehäubchen. Während manche Bäume ihr buntes Herbstkleid tragen, trotzen andere mit ihren grünen Blättern der vorwinterlichen Jahreszeit.

Vom kleinen Parkplatz an der Dorfkirche der Gemeinde Fischenthal laufen wir 400m zwischen Durchgangstrasse und Bahnlinie in Richtung Süden, bis wir auf die Zufahrtsstrasse nach Aurüti stossen. Dort biegen wir nach links ab und überqueren die in den Boden versenkte Eisenbahnlinie. Schon wenige Meter weiter zweigt ganz unscheinbar auf der linken Seite ein Wanderweg ab.

Gleich geht es die Treppen hoch, bevor der schmale Pfad um eine steile Viehweide herum gelenkt wird. Neugierig kommen junge Kälber auf uns zu gesprungen. Der Pfad mündet nach ein paar Kehren in den Wirtschaftsweg, der zum Bauernhof Tannen führt. Diesem Wirtschaftsweg folgen wir in Richtung Westen und erreichen Tannen nach einer guten halben Stunde. Mehr als 200 Höhenmeter sind wir dabei bereits aufgestiegen.

Die Entscheidung, nicht zur Töss hinab, sondern zum Hüttchopf hinauf zu steigen, fällt relativ leicht, müssten wir doch entlang der Töss kilometerweit im kalten Schatten laufen, während wir auf der Höhe mit Sonne und Aussicht belohnt werden. Allerdings müssen wir dafür auch schuften und zusätzliche 270 Höhenmeter aufsteigen. Der steile Pfad führt meistens am Waldrand entlang, nur manchmal durch ein kurzes Waldstück.

Je höher wir kommen, desto geschlossener wird die Schneedecke. Schliesslich taucht zwischen den Bäumen der sonnenbeschienene Nordwestgrat des Hüttchopf auf. Dank der Trittspuren im 20-30cm hohen Schnee bereitet der Aufstieg keinerlei Schwierigkeiten, ausser allenfalls konditionelle. Am Gipfel geniessen wir ungehinderte Rundumsicht in die grünen Niederungen und auf die schneebedeckten Gipfel der Alpen.

Die Schneereste auf den Sitzbänken, die den kuhglockenbehangenen Wanderwegweiser umrunden, vereiteln eine längere Pause. Zu verlockend ist auch der direkte Abstieg zur Tössscheidi über den schneebedeckten Ostgrat. Unser Kartenmaterial zeigt diesen Weg gar nicht oder nur abschnittsweise an, aber Wanderwegweiser und Spuren im Schnee sind eindeutig. Ein Skifahrer hat sogar schon seine Kurven im Schnee hinterlassen.

Wir tollen also den Schneehang hinunter und stossen nach ca. 300m an eine Waldrand. Hier wendet sich die Lichtung Richtung Süden. Im sonnigen Südhang ist die Spur beinahe zur Unkenntlichkeit geschmolzen, doch dafür steigen die Chancen, eine Wegmarkierung zu erkennen. Im Zickzack durch den steilen Wald erreichen wir eine kleine Holzhütte am Bruederegg, das gute 200 Höhenmeter unter dem Hüttchopf liegt.

Unser Wanderpfad kreuzt hier einen Fortsweg und führt weiterhin sehr steil, beinahe schon ausgesetzt, in vielen Kehren durch den Wald zur Töss hinunter. Draussen schein die Sonne, was nicht heisst, dass wir trockenen Hauptes davon kommen. Wie ein heftiger Graupelschauer prasseln die von den Bäumen abgeschmolzenen Schnee- und Eisteile auf uns nieder, natürlich genau in den Nacken. Auf dem Laub sorgt der Graupel nicht gerade für Trittfestigkeit.

Vierzig Minuten sind wir vom Hüttchopf zur Tössscheidi unterwegs und steigen dabei fast 400 Höhenmeter ab. Ein kaltes Flusstal erwartet uns. Deshalb lassen wir die luxuriöse, überdachte Grillstelle links liegen und folgen der Töss stromaufwärts. Nur leicht steigt der Schotterweg entlang der Töss an, während rechterhand immer häufiger kleine Wasserfälle von senkrechten Felsen aus Nagelfluhgestein herunter stürzen.

Nach knapp zwei Kilometern hat die gemütliche Gangart ein Ende. Auf der rechten Seite zweigt ein steiler Bergpfad ab. So distanzieren wir uns schnell in vertikaler Richtung von der Töss. Die Erosion hat dem Bergpfad teilweise etwas zugesetzt. Für den steilen Aufstieg werden wir nach einer Viertelstunde mit Sonne pur belohnt. Durch knöcheltiefen Schnee stapfen wir bis zu einem Bauernhaus, das sich in tiefem Winterschlaf befindet.

Dieser Landstrich scheint von der Sonne nicht sonderlich verwöhnt zu werden, und wenn, dann nur wenige Stunden am Tag, denn auch die Wirtschaftswege sind unter einer Schneedecke versteckt. Zunächst ein paar Meter südwärts und dann in Richtung Osten folgen wir dem Wirtschaftsweg, der dann zumindest auf einer Spur doch schneefrei wird.

Ein entgegenkommender Wandersmann erwidert auf die Frage nach den Öffnungszeiten des Berggasthauses Chrüzegg: "ich bin noch nie angebrannt am Chrüzegg". Das lässt uns hoffen, dass wir dort ein Weizenbier bekommen. Nach einer Viertelstunde verlassen wir durch ein Drehkreuz den Wirtschaftsweg und steuern eine steile Wiese an. Der meist schneebedeckte Wiesenpfad ist gerade noch so auszumachen.

Etwa 20 Minuten stapfen wir ca. 150 Höhenmeter die steile Wiese hoch und erreichen eine kleine Alm. Von hier haben wir einen herrlichen Blick in das grüne Goldinger Tal, dahinter Hochnebel über der letzten Ecke des Zürcher See und am Horizont die weissen Gipfel der Glarner Alpen. Ein paar Minuten geniessen wir diesen Ausblick, bevor wir nur leicht ansteigend zum Habrütisattel weiter marschieren.

Der Weiterweg schlängelt sich nun durch ein Waldstück, in dem wir wie durch ein Labyrinth in 20 Minuten die nächsten 100 Höhenmeter auf schneebedeckten Pfaden aufsteigen. Dann taucht der Chümibarren mit Gipfelkreuz und Schweizerflagge vor uns auf. Ein kurzer, schneefreier Pfad führt auf den sonnigen Gipfel. Jetzt sehen wir auch wieder die Bergwelt im Osten. Nur das 5 Fussminuten entfernte Chrüzegg mit seinem Berggasthaus, versteckt sich noch hinter einer Kuppe.

In der Hoffnung, am Chrüzegg bewirtet zu werden, marschieren wir nach einer kurzen Verschnaufpause weiter und siehe da, die Schweizerflagge ist auch am Chrüzegg gehisst, ein gutes Zeichen. Die Tische vor dem Berggasthaus sind nicht vom Schnee geräumt. Die handvoll Gäste verteilen sich auf die wenigen, trockenen Ecken der Sitzbänke. Die Bedienung stellt den Teller mit der Suppe auf den Schnee. So bleibt sie bestimmt lange warm. Zu unserer Freude gibt es auch Hefeweizen, der Tag ist gerettet.

Nach einer längeren Pause nehmen wir die letzte Etappe in Angriff. Obwohl wir über den Tweralpspitz gehen wollen, der 70m höher als Chrüzegg liegt, geht es erst mal auf einem Wirtschaftsweg leicht abwärts. Auf dem Wirtschaftsweg dauert der Fussmarsch nach Wattwil 2 Stunden. Ein anderer Weg nach Wattwil führt an der Tweralp vorbei und dauert laut Wanderwegweiser 2:10 Stunden. Wir entscheiden uns für diese Variante.

Wir folgen der Fussspur einen Schneehang hoch, direkt auf den Tweralpspitz zu. Am Waldrand werden wir durch einen Stacheldrahtzaun erst mal gestoppt. Glücklicherweise lässt er sich übersteigen, ohne die Hosen zu zerreissen. Jetzt sind wir wieder auf dem regulären Wanderweg, was uns die Markierungen verraten. Wenige Minuten später stehen wir schon auf dem Gipfel des Tweralpspitz und staunen nicht schlecht, eine komfortable Grillstelle mit Brennholz anzutreffen. Im Moment ist leider alles vom Schnee bedeckt, so dass nicht wirklich Grilllaune aufkommen will.

Jetzt folgen wir dem sehr spannenden Gratweg in Richtung Süden. Gelegentlich verläuft der Pfad etwas unterhalb des Berggrats. Eine Schlüsselstelle ist beidseitig mit Drahtseil gesichert. Nach 30 Minuten erreichen wir einen Wegweiser mit der Aufschrift Rotstein. Weitere Tafeln geben die Richtung bei Schiessgefahr an und schreiben ab hier Schneeschuhe vor. Dass dieser Punkt schon weit ab von unserer geplante Route liegt, registrieren wir erst später.

Der Bergweg ist einfach zu spannend, um von ihm abzuweichen. Spätestens bei Schwammegg wird uns bewusst, dass wir die ganze Zeit schon von Wattwil weg laufen. Doch einen direkten Abstieg gibt es an diese Stelle nicht. So folgen wir dem Grat noch bis zur Seilbahn Atzmännig, die wir nach 25 Minuten erreichen. Von hier haben wir noch einmal einen sehr schönen Blick zum Zürcher See, der nun in der Spätnachmittagssonne glitzert.

Durch den steilen Wald steigen wir anschliessend in 30 Minuten zum Hüttenberg ab. Auf einer aussichtsreichen Terrasse könnte man jetzt hier einkehren, wenn nicht gerade Ruhetag wäre. Also laufen wir weiter und erreichen über einen anfänglich ziemlich steilen Wirtschaftweg Oberricken. Aus der Ferne sehen wir einen Bus abfahren, also gibt es eine Haltestelle. Bei Oberricken zeigt ein Wanderwegweiser eine Gehzeit von 2:10 Stunden nach Wattwil an. Angesichts der späten Stunde verwerfen wir den Gedanken, Wattwil erreichen zu wollen. Statt dessen laufen wir auf einem Asphaltsträsschen in 35 Minuten nach Ricken, von wo aus stündlich ein Bus in Richtung Wattwil und Rapperswil verkehrt.

Bild 1: Kirche von Fischenthal

Bild 2: Herbstfarben

Bild 3: Raureif am Morgen

Bild 4: Blick zum Bachtel (1115m)

Bild 5: Blick Richtung Glarner Alpen

Bild 6: Glarner Alpen und Bachtel

Bild 7: Glarner Alpen und Bachtel

Bild 8: Frühwinter

Bild 9: Blick zum Hüttchopf (1232m)

Bild 10: Spuren unterm Hüttchopf

Bild 11: Überzütt (1146m)

Bild 12: Gipfelbank Hüttchopf

Bild 13: direkter Abstieg zur Tössscheidi

Bild 14: Blick Richtung Glarner Alpen

Bild 15: unberührter Waldpfad

Bild 16: an der Töss

Bild 17: Rastplatz an der Töss

Bild 18: Nagelfluh an der Töss

Bild 19: kleines Bauernhaus

Bild 20: Winterlandschaft

Bild 21: Hüttchopf

Bild 22: Winterlandschaft

Bild 23: Hand (1003m)

Bild 24: Goldinger Tal und Zürichsee

Bild 25: Chümibarren (1314m)

Bild 26: Blick vom Chümibarren Richtung Säntis

Bild 27: Berggasthaus Chrüzegg (1265m)

Bild 28: Zürichsee und Glarner Alpen

Bild 29: Blick zum Säntis

Bild 30: Tweralpspitz (1332m)

Bild 31: Blick Richtung Säntis

Bild 32: Pfad zwischen Tweralpspitz und Rotstein

Bild 33: Blick zum Chümibarren und Crüzegg

Bild 34: Pfad zwischen Tweralpspitz und Rotstein

Bild 35: Gesicherter Gratweg

Bild 36: am Abgrund entlang

Bild 37: Blick zum Schwammegg

Bild 38: Pfad bei Rotstein

Bild 39: Hinweis- und Warntafeln am Rotstein

Bild 40: Churfirsten, Speer, u.a.

Bild 41: Blick Richtung Säntis

Bild 42: Zürichsee in der Nachmittagssonne

Bild 43: kleine Wasserfall

Bild 44: Pfad zum Hüttenberg

Bild 45: Blick Richtung Speer
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