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Staufen - Rappenloch (186)
Sonntag 16.09.2007

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Romanshorn - Bregenz - Dornbirn - Karrenseilbahn

Route: Karren - Kühbergalpe - Staufen - Schuttannen - Spätenbachalpe - Staufensee - Alploch - Kirchli - Staufensee - Rappenloch - Gütle - Karrenseilbahn

Gehzeit: ca. 6:30 h
Karren - Staufen ... 1:30 h
Staufen - Schuttannen ... 0:40 h
Schuttannen - Spätenbachalpe ... 1:00 h
Spätenbachalpe - Staufensee ... 0:40 h
Staufensee - Kirchli ... 0:50 h
Kirchli - Staufensee ... 0:50 h
Staufensee - Gütle ... 0:30 h
Gütle - Talstation Karrenbahn ... 0:30 h

Höhendifferenz: ca. 800m

Distanz: ca. 18km

Am Parkautomaten an der Talstation der Karrenseilbahn ist kein Preis für ganztägiges Parken ersichtlich. Am Schalter der Karrenseilbahn erfahren wir, dass die Parkgebühr für einen ganzen Tag 2,- Euro beträgt. Für die Bergfahrt zum Karren bekommen wir Gruppentarif (ab 8 Personen), so dass die Fahrt pro Person 5,30 Euro kostet. In weniger als 5 Minuten befördert uns die Karrenseilbahn zur Aussichtsterrasse auf dem Karren. Ganz Dornbirn liegt uns zu Füssen.

Ausgeruht beginnen wir unsere Tour auf beinahe 1000 Meter Meereshöhe. In etwa 10 Minuten laufen wir zum Berggasthaus Kühberg hinunter. Nach weiteren 10 Minuten erreichen wir eine Weggabelung, wo rechts der Staufen westlich und links östlich umgangen werden kann. Ein Wanderwegweiser zeigt auch die Richtung zum Wurzelweg auf die Staufenspitze an. Am Seilbahnschalter haben wir erfahren, dass der Pfad über den Nordgrat auch Wurzelweg genannt wird.

In einigen Wanderkarten beginnt der Pfad über den Nordgrat an dieser Weggabelung. Wir laufen jedoch mehr als 10 Minuten in Richtung Osten, bevor wir den Ursprung des Wurzelweges finden. Im Flyer der Karrenseilbahn "Mit der Karrenseilbahn dem Alltag entfliegen" (am Seilbahnschalter erhältlich) ist eine Karte abgebildet, in der der Wurzelweg korrekt eingezeichnet ist.

Von Anfang an ist der Wurzelweg recht steil und das ändert sich auch die folgenden 500 Höhenmeter nicht. Die ersten Meter ist noch ein deutlicher Pfad zu erkennen. Der verliert sich aber bald in den vielen Wurzeln des Nordostgrats. Jeder sucht sich seinen eigenen Weg im mehrere Meter breiten Wurzelwerk. Im oberen Bereich wird der Grat etwas schmaler, bleibt aber immer noch so breit, dass man sich vor den beidseitig, steilen Abgründen nicht fürchten muss.

Nach einer guten Stunde schweisstreibenden Aufsteigens blitzt endlich das verchromte Gipfelkreuz im Sonnenlicht. Eine fantastische Aussicht entschädigt für den anstrengenden Aufstieg. Nur im Osten stören ein paar Bäume die freie Sicht. Markant in der Nähe der Schöne Mann und schwach am Horizont erkennen wir gerade noch das Säntismassiv. Während die Einen sich zu einer Brotzeit hinsetzen, erkunden die Anderen den Gipfelgrat zwischen Nord- und Südgipfel. Die Neugierde endet spätestens an einem wenige Zentimeter breiten Gratstück. Ein fremder Wanderer empfiehlt, den Südgrat des Staufen nur bei Schwindelfreiheit zu gehen.

Wir entscheiden uns nach der Vesperpause für den leichteren Westgrat. Ein ausgetretener, schmaler Pfad führt steil 200 Höhenmeter hinunter. Dann mündet er in einen Landwirtschaftsweg, auf dem wir bequem in 15 Minuten Schuttannen erreichen. Dort schreckt uns ein grosser Parkplatz mit vielen Autos ab. Auch ein Bus transportiert ständig Sonntagausflügler hier her. Unser nächstes Etappenziel, die Spätenbachalpe, ist mit einer Stunde Gehzeit auf einem Wegweiser aufgeführt.

Schon wenige Meter später stehen wir rätselnd an einer Weggabelung. Wir biegen nicht rechts ab, sondern bleiben auf den Hauptweg. Bei der nächsten, unbeschilderten Abzweigung haben wir etwas mehr Glück. Entgegenkommende Wanderer sagten uns, dass es sich um eine Sackgasse handelt. Alle guten Dinge sind drei, so stehen wir bald achselzuckend an der dritten Abzweigung. Wir hören auf den Rat fremder Wanderer, die uns empfehlen, nicht den Bogen des Landwirtschaftsweges zu gehen, sondern dem Weg in Richtung Ebnit zu folgen.

Der Weg geht bald in einen schmalen Pfad über und steigt mehr und mehr an. An senkrechten Felswänden entlang schützen uns talwärts stabile Geländer vor dem Abstürzen. Spätestens nachdem der Weg einen Bogen in Richtung Süden macht, glauben wir, auf dem Holzweg zu sein. Die Abzweigung zur Spätenbachalpe, die nördlich von uns liegt, hätte unserer Meinung nach längst auftauchen müssen. Endlich sehen wir tief unter uns einen Pfad in Gegenrichtung, das muss unser sein. Ein paar Meter weiter ist die endlich die langersehnte Abzweigung.

Nach 20 Minuten erreichen wir die Spätenbachalpe. Die fällige Mittagsrast wollen wir aber bis zum Staufensee verschieben, da wir dort bessere Sitzmöglichkeiten erwarten. Der Wanderwegweiser zeigt auch nur 45 Minuten Gehzeit an. Auf einem Schotterweg laufen wir knapp 2 Kilometer, bevor es über einen schmalen Pfad in vielen, kurzen Serpentinen 100 Höhenmeter hinunter, zum Staufensee, geht. Am Staufensee tummeln sich die Ausflügler, die entweder direkt vom Karren herunter, oder bequemer von Gütle herauf gelaufen sind. Trotzdem finden wir genügend freie Sitzbänke für unsere wohlverdiente Mittagsrast.

Frisch gestärkt laufen wir am Westufer des Staufensees entlang bis zum kleinen Kraftwerk Ebensand. Den neuen Kiosk aus Beton empfinden wir nicht gerade als optische Bereicherung. Wenige Meter weiter tauchen wir in eine andere Welt ein. Ein Holzsteg klebt an der senkrechten Wand, währen die gegenüberliegende Wand nur wenige Meter entfernt ist. Über uns scheinen die Wände zusammen zu wachsen. Wir sind in der Alplochschlucht. Einige Hundert Meter führt der Holzsteg wie ein langer, schmaler Balkon durch die Schlucht. Dann steigt der Weg an und entfernt sich etwas vom Bach.

Der Wanderweg kreuzt das schmale Stässchen, das Ebnit mit der Welt verbindet. An der Bushaltestelle könnte man auf den Bus nach Dornbirn warten. Wir aber wollen noch das Kirchli besuchen, das wir laut Wanderwegweiser in 30 Minuten erreichen sollen. Der Aufstieg von mehr als 100 Meter fordert die letzten Reserven. Zunächst geht es steinig bergauf. Dann wechseln sich Wurzeln und angelegte Holztreppen auf einem steilen Grat ab.

Ein schmaler Felsspalt, durch den eine Steintreppe hinunter führt, bildet den Eingang zum Kirchli. Wir stehen in einer grossen Halle, deren abgerundete Wände in der Eiszeit durch Gletscher geformt wurden. Hoch über uns wächst ein kleiner Baum auf einer steinernen Naturbrücke. Es ist kühl, feucht und düster, genau der richtige Ort für ein Schnäpschen zum Aufwärmen. Ein schmaler Felsspalt gegenüber dem Eingang entlässt uns wieder in die Freiheit. Ein kleines Waldhäuschen verführt uns zu einer kurzen Trinkpause.

Mehr als zwei Kilometer geht es jetzt abwärts, zunächst weniger steil auf einem Schotterweg, dann etwas steiler auf der schmalen Strasse, die von Gütle nach Ebnit führt. An der Rappenlochbrücke, die an einer engen Stelle die Rappenlochschlucht überquert, biegen wir zum Staufensee ab, nicht ohne vorher von der Brücke in die 80 Meter tiefe Schlucht hinunter geschaut zu haben. Fünf Minuten später laufen wir bereits am Ufer des türkisfarbenen Staufensees entlang zur kleinen Staumauer.

Die Treppen nach der Staumauer teilen wir mit unzähligen Ausflüglern, die den kurzen Weg von Gütle her gemacht haben. Viele Meter geht es hinunter in die dunkle Schlucht, deren Felswände sich oben zu berühren scheinen. Ein unbeleuchteter, nur mannshoher Tunnel ermöglicht es erst, die Schlucht zu durchqueren. Wie in der Alplochschlucht, sind auch hier Holzstege an die Felswand genagelt worden, damit wir das Naturbauwerk bestaunen können. Auf den letzen Metern wird der Holzsteg von Druckrohrleitungen des Kraftwerks begleitet, die an die früheren Heizungsrohre mancher DDR-Städte erinnern.

Die Einkehr in die Gartenwirtschaft am Ende der Rappenlochschlucht verkneifen wir uns, wie wir die langen Menschenschlangen am Tresen sehen. Dafür finden wir Platz im Garten einer alten Wirtschaft in Gütle, wo wir sehr freundlich und flott bedient werden. Gestärkt nehmen wir den letzten Abschnitt der Tour in Angriff. Etwas mehr als 2 Kilometer sind wir noch von unseren Fahrzeugen entfernt. Die legen wir entlang der Autostrasse zurück. Auf halber Strecke überquert eine Brücke die Dornbirner Ach, deren Wasser zuvor durch die Schluchten geflossen ist. Entlang der Ach führt ein Weg bis zur Talstation der Karrenbahn und weiter bis Dornbirn. Über eine weitere Brücke bei der Seilbahnstation gelangen wir direkt auf deren Parkplatz, wo unsere PKW auf uns warten.
Alpen-Gasthaus Kühberg
Bild 1: Alpen-Gasthaus Kühberg
Wurzelweg
Bild 2: Wurzelweg
Nordostgrat zum Staufen
Bild 3: Nordostgrat zum Staufen
Dornbirn und Karren
Bild 4: Dornbirn und Karren
Schöner Mann
Bild 5: Schöner Mann (1532m)
Staufen
Bild 6: Staufen (1465m)
Gipfelkreuz
Bild 7: Gipfelkreuz
Blick zum Hohen Freschen
Bild 8: Blick zum Hohen Freschen
Gratweg zum Südgipfel
Bild 9: Gratweg zum Südgipfel
Blick nach Schuttannen
Bild 10: Blick nach Schuttannen
Dornbirn
Bild 11: Dornbirn
Dornbirn und Karren
Bild 12: Dornbirn und Karren
Karren
Bild 13: Karren (971m)
Weg Schuttannen - Ebnit
Bild 14: Weg Schuttannen - Ebnit
Weg Schuttannen - Ebnit
Bild 15: Weg Schuttannen - Ebnit
Spätenbachalpe
Bild 16: Spätenbachalpe (842m)
Bergwiese
Bild 17: Bergwiese
Staufensee
Bild 18: Staufensee
Staufensee
Bild 19: Staufensee
Staufensee
Bild 20: Staufensee
Mühlrad
Bild 21: Mühlrad
Eingang Alploch
Bild 22: Eingang Alploch
Alplochschlucht
Bild 23: Alplochschlucht
Alplochschlucht
Bild 24: Alplochschlucht
Alplochschlucht
Bild 25: Alplochschlucht
Alplochschlucht
Bild 26: Alplochschlucht
Alplochschlucht
Bild 27: Alplochschlucht
Alplochschlucht
Bild 28: Alplochschlucht
Alplochschlucht
Bild 29: Alplochschlucht
Monolith
Bild 30: Monolith
Weg zum Kirchli
Bild 31: Weg zum Kirchli
Kirchli
Bild 32: Kirchli
Naturbrücke
Bild 33: Naturbrücke
Staufensee
Bild 34: Staufensee
Eingang Rappenloch
Bild 35: Eingang Rappenloch
Rappenlochschlucht
Bild 36: Rappenlochschlucht
Rappenlochschlucht
Bild 37: Rappenlochschlucht
Rappenlochschlucht
Bild 38: Rappenlochschlucht
Gasthaus in Gütle
Bild 39: Gasthaus in Gütle
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