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Sassauna (265)
Sonntag 27.09.2009

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - St. Gallen - St. Margrethen - Landquart - Grüsch - Fanas

Route: Eggli - Gruoba - Brunnen - Stelli - Sassauna - Luderer Egg - Alp Ludera - Pardielboden - Unter Munt - Dalfazza - Fanas

Gehzeit: ca. 6:15 h
Eggli - Gruoba  ... 0:15 h
Gruoba - Brunnen  ... 0:15 h
Brunnen - Stelli  ... 0:20 h
Stelli - Sassauna  ... 0:40 h
Sassauna - Luderer Egg  ... 0:35 h
Luderer Egg - Alp Ludera  ... 0:20 h
Alp Ludera - Pardielboden  ... 0:45 h
Pardielboden - Unter Munt  ... 1:10 h
Unter Munt - Dalfazza  ... 1:05 h
Dalfazza - Fanas  ... 0:50 h

Höhendifferenz: ca. 650m

Distanz: ca. 14km

Bei der Anfahrt nach Fanas zeigen uns weisse Schilder die Richtung zum Ort und zur Seilbahn an. Lediglich an der letzten Kreuzung vor der Seilbahnstation sind die Wegweiser braun, leicht zu übersehen, wenn man sich bis hierher auf weissen Schilder konzentriert hat.

Kaum steigen wir am Parkplatz der Seilbahn Fanas - Eggli aus dem Auto, ruft uns schon der Seilbahn-Chef zu. Wir sollen sofort in die nächste Gondel einsteigen, denn in den nächsten Stunden sind alle Gondeln durch Reservierungen belegt. Auf die Frage, ob Halbtax akzeptiert wird, antwortet der Seilbahn-Chef: "nein, wir arbeiten den ganzen Tag". Scherz g'macht!

Die kleine Gondel kann etwa 6 Personen aufnehmen und befördert Erwachsene für 16,00 CHF in 13 Minuten 800 Höhenmeter den Berg hinauf. Auf der sonnigen Terrasse des Bergrestaurants Sassauna, in unmittelbarer Nähe der Bergstation, haben wir noch genügend Zeit, einen Kaffee zu trinken, da eine Mitwanderin erst zwei Gondeln später ankommt.

Schliesslich vollzählig, wandern wir in Richtung Nordwesten los. Knapp 80 Höhenmeter steigen wir über einen Wiesenhang bis Gruoba hinauf und wenden uns dann um 90 Grad gen Nordosten. An einem Waldrand entlang gewinnen wir weitere 150 Höhenmeter und kommen nach 45 Minuten ab Bergrestaurant zu einem Brunnen.

Kaum zu glauben, dass uns vom hier sichtbaren Gipfel des Sassauna noch 400 Höhenmeter trennen. Der Wanderwegweiser verweist uns jetzt nach links zum Sassauna. Wir wollen jedoch über den Südgrat aufsteigen und folgen der Richtung nach Golrosa. Bequem laufen wir etwa 700m entlang einer Höhenlinie in Richtung Osten. Beim Punkt Stelli zeigt dann ein Wanderwegweiser in Richtung Norden zum Sassauna.

Hoch oben, am Südgrat sehen wir ein sich bewegendes Pünktchen, einen Wanderer. Das ermutigt uns, weglos in die angezeigte Richtung los zu marschieren. Obwohl die Richtung nicht in Frage steht, sind wir doch erleichtert, wie wir auf eine Trittspur im ziemlich steilen Wiesenhang treffen. Wir folgen der Trittspur, die sich im Zickzack den Wiesenhang hinauf schlängelt.

Auf beiden Seiten wird es zunehmend steiler, aber die ausgetretene Trittspur vermittelt Sicherheit. Trotz gelegentlichem Fotostopp bewältigen wir die 300 Höhenmeter zwischen Stelli und dem Gipfel des Sassauna in 40 Minuten. Ein kleines aber feines Gipfelkreuzchen ziert den höchsten Punkt des Sassauna. Trotz Wolken, die so manchen Gipfel verbergen, geniessen wir die Rundumsicht.

Besonders beeindruckend sind die Gipfel des Rätikon im Norden. Die höchste Spitze, die Schesaplana, ist aber meistens verdeckt. Für kurze Zeit sind jedoch Gipfelkreuz und ein paar Gipfelstürmer zu erkennen. In Südwesten beeindruckt uns das Bergdorf Seewis und das Tor zum Prättigau, Nähe Landquart.

Während der Rast blicken wir immer wieder den Westgrat hinunter, der im Nichts zu Enden scheint. Wir wollen den Westgrat absteigen, was wir nach der Rast auch tun. Der Grat ist zwar steil, aber bei trockenen Verhältnissen unproblematisch. Bei Nässe sieht es anders aus.

In einer guten halben Stunde steigen wir 300 Höhenmeter zum Luderer Egg ab. Der Weiterweg, ein sanft abfallender Grat, sieht zwar sehr verlockend aus, doch wir beschliessen angesichts der frühen Tageszeit, einen Abstecher über die Alp Ludera in die Tour einzubauen. Prompt werden wir für diese ausserplanmässige Aktion bestraft, denn der schattige Wanderweg ist nass und glitschig.

Etwa 20 Minuten benötigen wir für die 200 Höhenmeter vom Luderer Egg zur Alp Ludera hinunter. Dort grunzen ein paar glückliche Schweine und vor dem Wohnhaus türmen sich meterhohe Berge von Brennholz, das noch für den Winter gespaltet werden muss. Wir folgen einem Wirtschaftsweg in Richtung Nordwesten, korrigieren aber bald unsere Richtung westwärts.

Auf dem Weg muss wohl ein Almabtrieb mit 100000 Rindern stattgefunden haben. Der Weg ist eine Katastrophe, zumindest für Wanderer. An einer Weggabelung folgen wir bergwärts dem unversehrterem Weg. Das hätten wir nicht tun sollen, denn dieser Weg endet an einer Hütte. Grinsend empfangen uns die Bewohner der Hütte, wohl kennen sie den Zustand des Weges und wissen, was uns noch erwartet.

Von der Hütte aus queren wir weglos einen Hang mit vielen Heidelbeersträuchern und einigen umgestürzten Bäumen. Nach etwa 400m kommt unterhalb der offizielle Pfad wieder zum Vorschein. Unsere weiblichen Wanderkameradinnen bleiben in den Heidelbeersträuchern hängen. Später schimpfen sie mit uns, weil wir die leckeren Beeren verschmähten. Als Strafe für die Schelte bekommen sie prompt blaue Zungen.

Auf dem offiziellen Pfad kämpfen wir uns weiter bis zum Padielboden durch. Schlammlöcher und ganze Schlammpassagen sind zu überwinden, oft nur durch Ausweichen abseits des Weges. Ab Padielboden wendet sich der Pfad in Richtung Süden und somit ist auch der Boden im sonnigen Südhang wieder trocken. In einer starken Stunde steigen wir zunächst durch den Wald, dann am Waldrand entlang 500 Höhenmeter nach Unter Munt ab.

Der Bauer hat vermutlich kein Herz für Wanderer. Unzählige male gibt es am elektrischen Weidezaun trotz deutlicher Wegspur keinen Durchlass, so dass wir ihn übersteigen oder drunter durch schlüpfen müssen. Entsprechend blöde schauen uns die Rindviecher an. Ein paar Minuten laufen wir auf einem Betonsträsschen in Richtung Munttobel ostwärts.

Dann zweigt nach rechts ein sehr steiler und offensichtlich wenig begangener Waldpfad ab. Man muss manchmal schon genau hinschauen, um die Spur nicht zu verlieren. Nach ungefähr 20 Minuten stossen wir auf eine Kreuzung, an der ein Weg nach Seewis und der andere nach Fanas führt. Ab hier ist unser Weg bestens präpariert. Über eine neue Holzbrücke überqueren wir den Taschinas Bach. Eine Übereinstimmung mit unserem Kartenmaterial können wir hier auch nicht nachvollziehen.

Einige Minuten laufen wir auf einem breiten, in das weiche Schiefergestein hineingegrabenen Weg, bis zu einer scharfen Rechtskurve. Hier folgen wir geradeaus einem Wiesenpfad, der nach wenigen Metern die idyllische Alm Dalfazza passiert. Bergab und schliesslich mit einem leichten Gegenanstieg erreichen wir nach 50 Minuten den Ort Fanas. Unterwegs beeindruckt ein grandioser Tiefblick in den Tobel, durch den der Taschinas Bach fliesst.

Nachtrag: Für die Planung der Wanderung standen die digitale Topografische Karte Swiss Map, die Wanderkarte Prättigau-Albula M 1:60000 von Kümmerly+Frey und der Rother Wanderführer Davos-Prättigau (2. Auflage 2002) zur Verfügung. Nur Swiss Map stellt die tatsächliche Situation der Wanderwege korrekt dar. Wobei beschilderte, aber weglose Routen auch bei Swiss Map nicht aufgeführt sind. Vor Ort sieht alles ganz anders aus.

Bild 1: Talstation Fanas - Eggli

Bild 2: Speisekarte Bergrestaurant Sassauna

Bild 3: Blick Richtung Calanda

Bild 4: Seilbahngondel

Bild 5: Hütten bei Eggli

Bild 6: Vilan (2370m)

Bild 7: Aufstieg Südgrat

Bild 8: Gratweg

Bild 9: Tor zum Prättigau

Bild 10: Südgrat Sassauna

Bild 11: Herbstfarben

Bild 12: Tor zum Prättigau und Calanda in Wolken

Bild 13: Gipfelkreuz und Schesaplana

Bild 14: Gipfelkreuz und Girenspitz

Bild 15: Westgrat und Calanda

Bild 16: Nordgrat und Girenspitz

Bild 17: Seewis (947m)

Bild 18: Tor zum Prättigau und Calanda in Wolken

Bild 19: Schesaplana in Wolken (2964m)

Bild 20: Wolkenloch

Bild 21: Blick Richtung Girenspitz

Bild 22: Blick Richtung Seewis

Bild 23: Westgrat und Glegghorn (2450m)

Bild 24: Westgrat

Bild 25: Heidelbeer

Bild 26: Herbstfarben

Bild 27: Gratweg

Bild 28: Gratweg

Bild 29: Berglandschaft

Bild 30: Blick Richtung Calanda

Bild 31: Blick Richtung Calanda

Bild 32: Luderer Egg

Bild 33: Westgrat Sassauna

Bild 34: Alp Ludera (1788m) und Sassauna

Bild 35: Berglandschaft

Bild 36: Wolkenuntergrenze

Bild 37: Pilze

Bild 38: Silberdistel

Bild 39: Wolken übern Glegghorn

Bild 40: Blick Richtung Calanda

Bild 41: Blick Richtung Calanda

Bild 42: Vilan

Bild 43: wollige Blüte

Bild 44: Galerie

Bild 45: Unter Munt

Bild 46: Wirtschaftsweg bei Unter Munt

Bild 47: Waldpfad

Bild 48: Hütte und Schafe

Bild 49: Dalfazza (880m)

Bild 50: Tobel

Bild 51: Haus in Fanas

Bild 52: Seilbahn Fanas - Eggli

Bild 53: Kirchturm Fanas
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