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Nüsellstock (234)
Sonntag 01.02.2009

Anfahrt: Rielasingen - Frauenfeld - Winterthur - Zürich - Wädenswil - Einsiedeln - Rothenthurm

Route: Rothenthurm - Biberstockhöchi - Ruchegg - Ronenegg - Steinschlag - Nüsellstock - Teuffeli - Höch Tändli - Chli Tändli - Näschboden - Bannegg - Mostelberg

Gehzeit: ca. 7:00 h
Rothenthurm - Biberstockhöchi  ... 0:50 h
Biberstockhöchi - Ruchegg  ... 0:15 h
Ruchegg - Ronenegg  ... 0:15 h
Ronenegg - Steinschlag  ... 0:30 h
Steinschlag - Nüsellstock  ... 0:50 h
Nüsellstock - Teuffeli  ... 0:10 h
Teuffeli - Höch Tändli  ... 0:20 h
Höch Tändli - Chli Tändli  ... 0:25 h
Chli Tändli - Grossbrecher St.  ... 0:35 h
Grossbrecher St. - Näschboden  ... 0:45 h
Sackgasse - Näschboden  ... 0:45 h
Näschboden - Bannegg  ... 0:35 h
Bannegg - Herrenboden  ... 0:35 h
Herrenboden - Mostelberg  ... 0:10 h

Höhendifferenz: ca. 870m

Distanz: ca. 19km

Auf dem öffentlichen Parkplatz in Rothenthurm gilt eine max. Parkdauer von 4 Stunden. Das wird uns nicht reichen. Da es Sonntag ist, trauen wir uns, vor der benachbarten Bäckerei zu parken. Schon kommt eine Anwohnerin aus der Türe, aber nicht um uns zu vertreiben, sondern um einen Kirchgang zu machen. Freundlicherweise dürfen wir unser Auto stehen lassen.

Von der Kirche mitten im Dorf laufen wir Richtung Osten über die Schulstrasse aus dem Dorf heraus. Der Weg steigt leicht an und taucht bald in den Wald ein. Im Sommer wohl ein Landwirtschaftsweg, ist jetzt nur eine schmale Fussspur in die Schneedecke getreten. Die Spur ist gefroren, aber für die Schuhsolen doch griffig, so dass wir die Schneeschuhe noch am Rucksack baumeln lassen.

Von Rothenthurm aus laufen wir in 50 Minuten den Waldweg bis zur Biberstockhöchi und gewinnen dabei gute 300 Höhenmeter. Auf dieser Höhe sind Bäume und Sträucher in eine dicke Schicht aus Raureif eingehüllt. Fünfzehn Minuten lang bleibt der Weg auf gleicher Höhe und wir erreichen Ruchegg. Reisst der Hochnebel für einen Moment auf, sehen wir auch unseren ersten Gipfel, den Nüsellstock.

Beim Weitermarsch werden wir mit den Spuren von Waldarbeitern konfrontiert. Vermutlich wurde der Waldweg zu deren Arbeitserleichterung vom Schnee geräumt, zu unserem Leid, denn nach weiteren 20 Minuten ist durch das Schneepflügen eine Weggabelung so beeinträchtigt, dass uns die Entscheidung für den Weiterweg schwer fällt. Nahende Stimmen verheissen uns Entscheidungshilfe.

Der Rat der Einheimischen widerspricht unserem Gefühl. Trotzdem folgen wir dem Rat, hören aber nach wenigen hundert Metern auf unser Gefühl und drehen um. Dem ist gut so, denn noch mal 20 Minuten später stehen wir bei Steinschlag an einem Wanderwegweiser, der unsere Skepsis bestätigt. Er zeigt 40 Minuten Gehzeit zum Nüsellstock an.

War der Weg bis hier her flach und ohne Schneeschuhe gut begehbar, bekommt jetzt die Mitnahme der Schneeschuhe seine Berechtigung. Eine einfache Spur durch tiefen Schnee verschwindet zwischen den Bäumen. Eine rote Markierung an einem Baum bestätigt, dass die Spur nicht nur zum Pinkelplatz hinter den nächsten Baum führt.

Steil steigt jetzt die Spur durch dichten Wald an. Beim Zurückblicken sehen wir durch die Bäume zum ersten mal die umliegenden Hügel. Für kurze Zeit lichtet sich der Nebel. Über besonders steile Stellen schlängelt sich die Spur in kurzen Bögen nach oben, oftmals entlang einer Kante, an der es fast senkecht abwärts geht. Nach 50 Minuten treffen wir am Gipfel des Nüsellstock die ersten Schneeschuhläufer des Tages.

Ein schnelles Gipfelfoto und weiter geht es, denn der Wind pfeift uns um die Ohren. Knapp 10 Minuten steigen wir in Richtung Süden fast 40 Höhenmeter ab. In einer Senke mit dem Namen Teuffeli nutzen wir die Windstille zu einer kurzen Rast im Stehen. Ein wenig gestärkt nehmen wir die nächsten 100 Höhenmeter in Angriff und erreichen nach 30 Minuten das Gipfelkreuz auf dem Höch Tändli.

Zum ersten mal lugen im Süden die Spitzen der Mythen über die Bäumen hinaus. Im Osten öffnen sich die Wolken und die entfernten, weissen Gipfel der Glarner Alpen werden von einzelnen Sonnenstrahlen punktuell erleuchtet. Wir folgen weiter dem breiten, baumlosen Höhenzug in Richtung Süden, immer auf die Mythen zu.

Fast kann man sagen, Gipfelkreuze im 30-Minutentakt. Das nächste Kreuz steht auf dem Chli Tändli und die Lokalität des übernächsten Gipfelkreuzes trägt den Namen Grossbrechen Stock. Es handelt sich um den höchsten Punkt unserer Wanderung mit 1659m. Inzwischen pfeift der Wind von der Seite und Schneeflocken sausen horizontal an uns vorbei.

Die Spuren im Schnee, von Weg kann keine Rede sein, schwenken langsam in Richtung Westen auf den Näschboden zu. Dort treffen wir nach einer dreiviertel Stunde einen Wegweiser an, der nach Mostelberg, dem Ziel unserer Wanderung zeigt. Eine eindeutige, gut ausgetretene Schneeschuhspur fällt Richtung Norden ab. Am schattigen Hang haben wir endlich den lang ersehnten, tiefen Pulverschnee.

Durch fast unberührte Natur folgen wir 25 Minuten der Spur bis uns eine Gruppe Schneeschuhläufer entgegen kommt. Sie haben eine schlechte Nachricht. In 500 Metern endet die Spur an einem Abgrund. Widerwillig drehen wir um und quälen uns wieder zum Näschboden hinauf. Zum Glück gibt es am Näschboden eine Skipiste mit Pistenwart. Der zeigt uns einen Weg, der sicher zu unserm Ziel führen soll.

Eine präparierte Piste, die wie für uns geschaffen ist, verläuft östlich am Hochstuckli vorbei. Skifahrer meiden diese Piste, da sie in beide Richtungen unangenehme Steigungen aufweist. Sie dient wohl nur als Verbindung zweier Skigebiete. Dann oberhalb von Bannegg, nach 40 Minuten Gehzeit, die zwei Nachrichten, die Gute und die Schlechte. Mostelberg, unser Tourenziel, ist in Sicht, aber es ist noch weit.

Von Mostelberg führt die erste Gondelbahn der Schweiz nach Sattel hinunter, deren Kabinen sich währen der Fahrt drehen. Wir haben keine Ahnung, wann die letzte Bahn fährt, doch wir wollen sie erwischen. Bis zu einem von weitem sichtbaren Wanderwegweiser kürzen wir über eine Wiese ab. Dann geht es noch mal ordentlich steil durch einen Wald abwärts. Wurzeln und Treppchen sind eine Belastung für Wanderer und Schneeschuhe.

Am Herrenboden treffen wir auf letzte Skifahrer, die am Übungshang trotz abgetauchter Sonne noch nicht genug haben. Wir haben für heute genug und müssen ganz zum Schluss noch mal 40 Höhenmeter bis zur Bergstation hoch stapfen. Auch nach der langen Wanderung fällt uns das doch leichter als den Skifahrern in ihren klotzigen Skistiefeln.

Die 13,00 Schweizerfranken für die Talfahrt bezahlen wir gerne. Einmal drehen wir uns im Kreis, während die Gondel uns in das neblige Sattel hinunter transportiert. Dort dürfen wir einen allerletzten Kilometer zum Bahnhof marschieren, wo uns der Zug vor der Nase abfährt. Den Stundentakt warten wir im beheizten Warteraum des unbemannten, betagten Bahnhofshäuschens ab.

Während der Wartezeit fällt uns ein, dass wir die 4 Kilometer in der Stunde auch zu Fuss hätten gehen können. Dafür lassen wir uns gemütlich einem neuen Zug für 3,00 Schweizerfranken von Sattel nach Rothenthurm schaukeln. Der Schreck, den Ausstieg in Rothenthurm verpasst zu haben, legt sich wieder, wie wir feststellen, dass Biberbrugg und Biberegg verschiedene Orte sind. Tja, Zugfahren will eben auch gelernt sein.

Bild 1: Kirche von Rothenthurm

Bild 2: Forsthüttli Biberstockhöchi

Bild 3: Winterlandschaft

Bild 4: Winterlandschaft

Bild 5: Winterlandschaft

Bild 6: Aufstieg zum Nüsellstock

Bild 7: Winterlandschaft

Bild 8: Winterlandschaft

Bild 9: Winterlandschaft

Bild 10: Gipfelkreuz Nüsellstock (1479m)

Bild 11: Gipfelkreuz Höch Tändli

Bild 12: Gipfelkreuz Grossbrechen Stock

Bild 13: im Strechschritt

Bild 14: steiler Aufstieg

Bild 15: Mythen (1899m)

Bild 16: Blick Richtung Südosten

Bild 17: Rigi Hochflue (1699m)

Bild 18: Rigi Hochflue

Bild 19: Winterlandschaft

Bild 20: Winterlandschaft

Bild 21: Mythen

Bild 22: Blick Richtung Südwesten

Bild 23: Sonnenloch

Bild 24: Sonnenloch
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