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Klewenalp - Brisenhaus (235)
Donnerstag 02.04.2009

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Frauenfeld - Winterthur - Zürich - Afoltern - Luzern - Hergiswil - Beckenried

Route: Klewenalp - Tannibüel - Scheidegg - Brisenhaus - Ahorn - Niederrickenbach - Wandfluewald - Dallenwil

Gehzeit: ca. 5:00 h
Klewenalp - Tannibüel  ... 0:40 h
Tannibüel - Scheidegg  ... 1:00 h
Scheidegg - Brisenhaus  ... 0:20 h
Brisenhaus - Ahorn  ... 1:00 h
Ahorn - Niederrickenbach  ... 0:30 h
Niederrickenbach - Wandfluewald  ... 1:00 h
Wandfluewald - Dallenwil  ... 0:30 h

Höhendifferenz: ca. 300m

Distanz: ca. 15km

Wie im vergangenen Herbst, beginnt unsere Wanderung an der Bergstation Klewenalp. Mit der Seilbahn haben wir uns die ersten 1150 Höhenmeter von Beckenried, am Ufer des Vierwalstättersee, hinauf zur Klewenalp transportieren lassen. Der Fussweg hätte mehr als 4 Stunden in Anspruch genommen. Die Seilbahn kostet 17,60 SFR, weniger als im Internet recherchiert. Vielleicht gilt in der Nebensaison ein günstigerer Tarif.

Die Hoffnung auf strahlend blauen Himmel geben wir spätestens an der Bergstation auf. Zwar verdeckt der Nebel unter uns den Vierwaldstättersee, aber eine höhere Wolkenschicht verdeckt auch die Sonne. Doch ein paar Wolkenlücken lassen blauen Himmel erkennen.

Wir fragen einen Angestellten der Seilbahn nach der Lawinensituation. Er meint, im Moment wäre unsere Tour noch möglich, doch gegen Nachmittag nehme die Lawinengefahr wegen der Erwärmung zu. Mit gemischten Gefühlen laufen wir los. Die Zahl der Skifahrer, die im Gelände zu sehen sind, können wir an einer Hand abzählen.

Auf dem plattgewalzten Weg sind wir ganz alleine unterwegs. Noch ist der Schnee durch die Kälte der Nacht fest, so dass wir die Schneeschuhe am Rucksack baumeln lassen. Auf halber Stecke zwischen Klewenalp und Berggasthaus Tannibüel befragen wir noch ein mal einen Anwohner nach der Lawinensituation. Er äussert sich eher skeptisch und verweist auf das Personal an der Talstation des Sessellifts.

Da sich zur Station des Sessellift hinunter eine Abkürzung über einen Schneehang anbietet, ziehen wir jetzt die Schneeschuhe an. "Kein Problem", sagt der nette Mann am Einstieg des Sessellifts. Im Moment sind am Weg zum Brisenhaus keine Lawinen zu befürchten. Er zeigt uns noch den Weg und deutet auf einen Wanderer, der als kleiner Punkt unterhalb eines Sattels zu erkennen ist.

Entlang einer breiten Piste, steigen wir leicht in Richtung Südwesten an. Auf eine Distanz von einem Kilometer kommen uns gerade mal 3 Skifahrer entgegen. Die Piste macht jetzt einen Bogen um 180 Grad. Uns verlockt ein unberührter Schneehang zu einer Abkürzung. Am Rande eines Tobels quälen wir uns Richtung Süden durch den weichen Schnee den steilen Hang hinauf.

In sicherem Abstand sehen wir eine überhängende Schneewechte und daneben eine abgegangene Lawine. Ski- und Schneeschuhspuren führen an der Gefahrenstelle vorbei. Der steile Aufstieg zum Sattel entpuppt sich als nicht so anstrengend wir befürchtet. Am Sattel angekommen, pfeift uns ein frischer Wind um die Ohren. Die herrliche Aussicht auf Stanserhorn, Pilatus, Musenalp und Buochserhorn lässt uns aber doch kurz verweilen.

Wir treffen einen Tourenskiläufer, der gerade vom Brisenhaus kommt. Er bestätigt uns, dass der Weg zum Brisenhaus im Moment wohl gefahrlos begangen werden kann, jedoch wegen der ansteigenden Temperaturen im Laufe des Nachmittags die Lawinengefahr steigen werde. Wir machen uns auf den Weg und queren einige Hundert Meter einen steilen Westhang unterhalb des Schinberg. Schon nach wenigen Minuten kommt das Brisenhaus in Sicht.

Der Wanderwegweiser vor dem Brisenhaus steckt bis zu den Tafeln im Schnee. Offensichtlich beträgt die Schneehöhe stellenweise mehr als ein Meter. Die Schneehänge im Süden glänzen jetzt, angetaut und wieder gefroren, im diffusen Sonnenlicht. Wir lassen uns auf der Terrasse des Brisenhauses zu einer Pause nieder. Ausgerechnet heute erlaubt sich der Hüttenwirt einen Ruhetag. Ansonsten ist die SAC-Hütte ganzjährig geöffnet.

Der frische Wind treibt uns bald wieder weiter. Ab jetzt geht es nur noch abwärts. Fast 1300 Höhenmeter liegen unter uns. Durch den weichen Schnee geht es aber flott abwärts. Je tiefer wir kommen, desto schwerer wird der Schnee. Nach einer Stunde erreichen wir die Siedlung Ahorn. Unterwegs treffen wir zwei Personen auf Schneeschuhen. 30 Minuten später stehen wir mitten im Bergdorf Niederrickenbach.

Alle Wünsche gehen in Erfüllung: Wir finden eine offene Gastwirtschaft, es gibt eine Terrasse mit Aussicht, die Temperaturen erlauben die Nutzung der Terrasse und es gibt Weizenbier. Von der Terrasse aus können wir ein Stück unseres Weges sehen, den wir nach der ausgedehnten Pause fortsetzen.

Auf einer Höhe von knapp unter 1200m benötigen wir die Schneeschuhe nicht mehr. Wir wollen jetzt den Pfad ausfindig machen, der auf der digitalen SwissMap eingetragen ist, wir aber bei der Herbstwanderung verpasst haben. Markierungen gibt es nicht, also muss der Instinkt herhalten. Nach dem Abstieg über eine steile Wiese sind erste Anzeichen eines Pfades zu erkennen. Dank GPS-Logger sehen wir später auf der digitalen Karte, dass wir richtig waren.

Ungefähr einen Kilometer laufen wir gemütlich auf einem Landwirtschaftsweg in Richtung Westen. Dann zweigt ein Wanderweg nach rechts in den Wald ab. Der steinige, laubbedeckte Pfad erfordert etwas Trittsicherheit und ist am Ende der Wanderung recht anstrengend. Ab dem Wanderwegweiser Wandfluewald folgen wir einem Asphaltsträsschen und erreichen nach 10 Minuten den Ortsrand von Dallenwil.

Gerade fährt die Bahn an uns vorbei, die uns hätte nach Stans bringen können. Doch bis zum Bahnhof Dallenwil liegen noch 15 Minuten Fussmarsch vor uns. Die Bahn nach Stans fährt im Stundentakt. Wir lösen am Automaten ein Ticket Dallenwil - Beckenried für 9,00 SFR. Die nächste Bahn bringt uns in wenigen Minuten Fahrzeit nach Stans. Dort steigen wir in den Postbus um, der uns nach Beckenried bringt, wo wir am Parkplatz der Seilbahn unser Auto stehen haben.

Bild 1: Wolkendecke überm Vierwaldstättersee

Bild 2: Buochserhorn (1807m)

Bild 3: Klewenalp (1593m)

Bild 4: Schwalmis (2246m)

Bild 5: Spuren des Windes

Bild 6: Tannibüel (1532m)

Bild 7: Gegenlicht

Bild 8: Klewenstock (1734m)

Bild 9: Gehenlicht

Bild 10: Rigi (1798m), Klewenalp und Klewenstock

Bild 11: Schneewechte

Bild 12: Stanserhorn, Pilatus, Musenalp, Buochserhorn

Bild 13: Brisenhaus

Bild 14: Gegenlicht

Bild 15: Brisenhaus

Bild 16: Brisenhaus (1753m)

Bild 17: Skispuren

Bild 18: Gegenlicht

Bild 19: Musenalp (1776m)

Bild 20: Zwischen Brisenhaus und Ahorn

Bild 21: Pilatus (2132m)

Bild 22: Schneerutsch

Bild 23: Bergwelt

Bild 24: Hexenhäuschen bei Ahorn

Bild 25: Brisenhaus, Risetenstock (2290m)

Bild 26: Niederrickenbach

Bild 27: Niederrickenbach (1162m)

Bild 28: Wolkenlücke

Bild 29: Kloster Niederrickenbach

Bild 30: Niederrickenbach

Bild 31: Blick zum Brisen

Bild 32: Materialseilbahn

Bild 33: Leberblümchen (Hepatica nobilis)

Bild 34: Pfad im Wandfluewald
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