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Margelchopf (227)
Sonntag 21.09.2008

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Rorschach - St.Margrethen - Buchs - Buchser Berg - Berghaus Malbun

Route: Berghaus Malbun - Untersäss - Obersäss - Glanna - Sisitzgrat - Margelchopf - Sisitzgrat - Sisitzsäss - Chapf - Schupfen - Sässli - Bützen - Valspus - Berghaus Malbun

Gehzeit: ca. 7:00 h
Berghaus Malbun - Altsäss Untersäss  ... 0:40 h
Altsäss Untersäss - Altsäss Obersäss  ... 0:30 h
Altsäss Obersäss - Glanna  ... 0:30 h
Glanna - Sisitzgrat  ... 0:50 h
Sisitzgrat - Margelchopf  ... 0:30 h
Margelchopf - Sisitzgrat  ... 0:15 h
Sisitzgrat - Sisitzsäss  ... 0:20 h
Sisitzsäss - Chapf  ... 0:30 h
Chapf - Schupfen  ... 0:30 h
Schupfen - Sässli  ... 1:00 h
Sässli - Bützen  ... 0:20 h
Bützen - Valspus  ... 0:30 h
Valspus - Berghaus Malbun  ... 0:35 h

Höhendifferenz: ca. 1200m

Distanz: ca. 13km

Beim Hinauffahren, auf den Buchser Berg, tauchen wir in die Nebeldecke ein, deren Obergrenze von den Meteorologen für den heutigen Tag auf 1400-1800m vorhergesagt wird. Dass darüber die Sonne scheinen soll, lässt sich noch nicht erahnen, höchstens erhoffen.

Am geräumigen Parkplatz des Berghaus Malbun füttern wir den Parkautomaten mit 6,00 SFR, von denen zwei Drittel zurück erstattet werden, falls man im Berghaus einkehren sollte. Am ersten Wanderwegweiser folgen wir nicht der Richtung zum Margelchopf, obwohl das unser Ziel ist, sondern halten uns in Richtung Alvier bzw. Barbiel.

Die Aussage, dass wir über Untersäss und Obersäss zum Margelchopf laufen wollen, ist erst mit dem Zusatz "Altsäss" eindeutig, denn in dieser Gegend gibt es viele Almen, die mit Unter-/Obersäss bezeichnet werden.

Ohne jede Anstrengung laufen wir die ersten 40 Minuten bequem auf einem Landwirtschaftsweg, entlang einer Höhenlinie, in Richtung Südwesten. Dass es am Wegesrand sehr steil abwärts geht, fällt wegen des dichten Nebels kaum jemandem auf. Vermutlich würde man in den 500 Meter tieferen Tobel hinunter sehen.

An einem Wanderwegweiser verlassen wir den bequemen Forstweg, denn wir wollen ja nach oben. Sofort wird es steiler, über die Wiesen, von einer rotweisen Markierung zur nächsten. Die Markierungen sind wohl in jüngster Zeit neu überpinselt worden. Erste Sonnenstrahlen sind schon zu erahnen, dann auch zu spüren. Und nach 30 Minuten erreichen wir die Alm Obersäss, inzwischen oberhalb der Wolkendecke.

Nach einer kurzen Trinkpause geht es schon weiter. In vielen Serpentinen führt der steile Pfad in weiteren 30 Minuten zur Hochebene Glanna hinauf. Von hier aus können wir unser Ziel, den Margelchopf bereits sehen, zumindest anfänglich, denn die Wolken sind in Bewegung.

Das anstrengende Aufsteigen hat erst mal ein Ende. Über grüne Wiesen, an kleinen Seen vorbei, laufen wir auf den Margelchopf zu. Dank der guten Markierungen finden wir den Weg auch durch ein Labyrinth von Felsen. Bis dann die Sicht durch Nebel wieder stark eingeschränkt und der Blick nicht zur nächsten Markierung reicht.

Kein Problem, auf den ausgetretenen Pfaden, denken wir. Doch wie plötzlich keine Markierung mehr auftaucht, so lange wir auch laufen, werden wir stutzig. Eigentlich hätte auch die Abzweigung zum Gipfel längst auftauchen sollen. Sind wir am Margelchopf vorbei gelaufen?

Wir beschliessen, umzudrehen und zur letzten Markierung zurück zu kehren. Noch nicht dort angekommen, öffnet sich die Wolkendecke, und ganz in der Nähe taucht der Margelchopf auf. Jetzt ist die Orientierung wieder einfach. Wir erkennen auch die Stelle, an der wir vom rechten Weg abgekommen sind. Bei Sicht wäre das nicht passiert. Für uns aber eine Lehre, bei Nebel besonders Wachsam zu sein.

Während wir vom Süden her auf den Margelchopf zu laufen, sieht er mehr und mehr unbezwingbar aus. Scheinbar an der senkrechten Wand, offensichtlich eine Schlüsselstelle, klebt eine Gruppe von Wanderern. Am Sisitzgrat, wo der Abstecher zum Gipfel abzweigt, legen wir eine kurze Trinkpause ein.

Entlang des breiten Sisitzgrat geht es in wenigen Minuten zum Fuss des Margelchopfs. Dann wird es sehr steil, doch viele Felsstufen vereinfachen den Aufstieg. An einigen Stellen ist der Aufstieg, teilweise durch einen Kamin, mit einem Drahtseil versichert. Nach einer kurzen und einfachen Kletterei wird es wieder etwas flacher und wir erreichen das geräumige Gipfelplateau des Margelchopfes.

Die geräumige Gipfelwiese lädt nicht nur uns zu einer ausgiebigen Rast ein. Rund herum schauen unzählige Gipfel aus den Wolken heraus. Wir kennen davon eher wenige, wie Gamserrugg und Chäserrugg von den Churfirsten, Säntis und Altman vom Alpstein, die Drei Schwestern in den Liechtensteiner Bergen, die Gipfel des Montafon, wie Zimba und Schesaplana und der Alvier mit seiner Gipfelhütte.

Wir beobachten, wie sich die Wolkendecke langsam anhebt. Deshalb beenden wir die Pause nach einer dreiviertel Stunde, um beim Abstieg noch freie Sicht zu haben. Schon während des Abstiegs steigen die Wolkenfetzen vom Osten her am Sisitzgrat auf und bis wir den Grat erreichen, treffen die Wolken vom Westen auf die Wolken vom Osten und schliessen die blaue Himmelsdecke über uns.

So steigen wir im Nebel ca. 150 Höhenmeter Richtung Nordwesten ab und erreichen nach 20 Minuten die Alm Sisitzsäss. Ein Wegweiser zeigt zwar die Richtung zur Gampernei an, doch nach wenigen Metern endet der Pfad in einer Wiese. Wieder einmal übersehen wir im Nebel wegweisende Markierungen. Ein paar Meter zurück zur Alm nehmen wir eine neue Fährte auf.

Die Markierungen sind jetzt weniger deutlich und im Nebel eher mühsam auszumachen. Steil geht es in Kehren den Berg hinauf bis ein deutlicher Pfad schliesslich zum höchsten Punkt der Gampernei, dem Chapf führt. Für die 200 Höhenmeter ab der Alm Sisitzsäss benötigen wir eine halbe Stunde.

Jetzt wird es wieder spannend. Null Sicht, null Wegspur, null Markierung und null Ahnung. Ohne Nebel würde man bestimmt den Wanderweg am Osthang des Chapf sehen. Wir verfolgen den Grat des Chapf in Richtung Nordosten, auf der linken Seite ein steiler Abgrund und auf der rechten Seite ein steiler Wiesenhang. Für einen kurzen Moment reisst die Sonne die Wolkendecke auf und über uns taucht der Gipfel des Margelchopfes auf. Dann sind sie wieder weg, Sonne und Sicht.

Laut Wanderkarte dürfen wir den Grat des Chapf nicht bis zum Ende verfolgen. Also steigen wir querfeldein über den steilen Wiesenhang ab und erreichen tatsächlich die Alm Schupfen, die auf unserer regulären Route liegt. Eine rotweise Markierung lässt uns kurzfristig aufatmen, aber bald sind wir wieder im weglosen Gelände. Offensichtlich wird dieser Wanderweg nicht so oft begangen.

Durch Latschenfelder und zwischen Heidelbeersträucher hindurch suchen wir einen Weg abwärts. So oft, wie wir glauben, einen Pfad gefunden zu haben, so oft verlieren wir ihn wieder. Immer wieder stoppt uns ein Abhang und zwingt zum Ausweichen oder Umdrehen.

Ein zweites Mal reisst die Sonne ein Loch in die Wolkendecke. Beim Umdrehen sehen wir, dass wir unbemerkt wenige Meter eine Alm verpasst haben. Wieder einmal irren wir uns, da wir glauben, wo eine Alm da auch ein Weg. Die Odyssee geht weiter, bis uns die Sonne ein drittes Mal mit einem Lichtblick beglückt. Jetzt sehen wir in der Ferne eine Alm, die einen bewohnten Eindruck macht.

Wir steuern über unwegsames Gelände auf diese Alm zu und freuen uns, dort jemanden zu treffen, der uns Auskunft über den Standort geben kann. Es stellt sich heraus, dass wir inzwischen wieder unweit unserer geplanten Strecke angekommen sind. Ein paar Hundert Meter weiter stossen wir auf den offiziellen Wanderweg.

In knapp anderthalb Stunden über Wiesen und durch den Wald erreichen wir den tiefsten Punkt unserer Wanderung, die Alm Valpus (1180m). Die Wolkendecke hat sich inzwischen angehoben und wir sehen den 1000 Meter höheren Gipfel des Margelchopf. Zum Ausgangspunkt der Wanderung müssen wir noch einmal 200 Höhenmeter aufsteigen. Deshalb gönnen wir uns bei der bewirtschafteten Alm eine Pause und erfrischen (oder betäuben?) uns mit einem kühlen Bier.

Ein breiter Wanderweg steigt durch den Chelenwald steil in Richtung Osten an. Erst im Buchser Hochwald, wo der Wanderweg auf ein Asphaltsträsschen trifft, hat der Aufstieg ein Ende. Ein paar Hundert Meter geht es jetzt noch gemütlich auf dem Strässchen bis zum Parkplatz am Berghaus Malbun.
Pfad zur Altsäss - Obersäss
Bild 1: Pfad zur Altsäss - Obersäss
Sonne bei Öbersäss
Bild 2: Sonne bei Öbersäss
Blick Richtung Südosten
Bild 3: Blick Richtung Südosten
Altsäss - Obersäss
Bild 4: Altsäss - Obersäss (1779m)
Fransen-Enzian
Bild 5: Fransen-Enzian
Glännlichkopf
Bild 6: Glännlichkopf (1963m)
Tümpel auf Glanna
Bild 7: Tümpel auf Glanna
Margelchopf
Bild 8: Margelchopf (2163m)
Margelchopf
Bild 9: Margelchopf
Wanderer auf dem Margelchopf
Bild 10: Wanderer auf dem Margelchopf
Aufstieg zum Margelchopf
Bild 11: Aufstieg zum Margelchopf
Aufstieg zum Margelchopf
Bild 12: Aufstieg zum Margelchopf
Aufstieg zum Margelchopf
Bild 13: Aufstieg zum Margelchopf
Aufstieg zum Margelchopf
Bild 14: Aufstieg zum Margelchopf
Kletterpassage
Bild 15: Kletterpassage
Kletterpassage
Bild 16: Kletterpassage
Hochhus
Bild 17: Hochhus (1926m)
Blick zum Chäserrugg
Bild 18: Blick zum Chäserrugg
Chapf und Gampernei
Bild 19: Chapf und Gampernei
Gipfel des Margelchopf
Bild 20: Gipfel des Margelchopf
Säntis
Bild 21: Säntis (2502m)
Gipfelkreuz Margelchopf
Bild 22: Gipfelkreuz Margelchopf
Blick zum Chäserrugg
Bild 23: Blick zum Chäserrugg
Drei Schwestern
Bild 24: Drei Schwestern
Alviergruppe
Bild 25: Alviergruppe
Gipfelkreuz
Bild 26: Gipfelkreuz
Sisitzgrat im Nebel
Bild 27: Sisitzgrat im Nebel
Bi den Seen
Bild 28: Bi den Seen (2009m)
Nebelfront von Osten
Bild 29: Nebelfront von Osten
Chäserrugg
Bild 30: Chäserrugg (2262m)
Alm im Gegenlicht
Bild 31: Alm im Gegenlicht
Buchs im Wolkenloch
Bild 32: Buchs im Wolkenloch
In der Gampernei
Bild 33: In der Gampernei
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