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Höllgrotten im Lorzentobel (191)
Sonntag 07.10.2007

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Zürich - Sihltal - Baar (Bahnhof)

Route: Baar (Bahnhof) - Höllgrotten - E-Werk (Tobelbrücke) - Ruine Wildenburg - Tobelbrücke - Allmend - Baar (Bahnhof)

Gehzeit: ca. 5:00 h
Baar (Bahnhof) - Höllbrücke  ... 1:00 h
Höllbrücke - Höllgrotten  ... 0:10 h
Besichtigung Höllgrotten -  ... 0:30 h
Höllgrotten - E-Werk  ... 0:30 h
E-Werk - Bauernhof  ... 0:40 h
Bauernhof - Ruine Wildenburg  ... 0:10 h
Ruine Wildenburg - Tobelbrücke  ... 0:30 h
Tobelbrücke - Ober Allmend  ... 0:40 h
Ober Allmend - Baar (Brauerei)  ... 0:20 h
Baar (Brauerei) - Baar (Bahnhof)  ... 0:30 h

Höhendifferenz: ca. 200m

Distanz: ca. 15km


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Eine nichtalpine Wanderung steht uns bevor, da lediglich 200 Höhenmeter zu bewältigen sind. Statt dessen soll es in die Tiefe gehen, nämlich in den Berg hinein. In der Nähe des Bahnhofes von Baar stellen wir nicht nur unsere Fahrzeuge ab, sondern auch ein paar Fragezeichen in den Raum. Eine Tafel erlaubt eine Parkzeit von max. 2 Stunden. Zugleich bietet der Parkautomat ein Tagesticket für 5,00 Schweizerfranken an. Genauso viel kostet auch ein Ticket für 2 Stunden. Hä???

Nach der Unterführung der Eisenbahngleise finden wir die ersten Wanderwegweiser. Schon am Ortseingang von Baar waren die Höllgrotten auf braunen Hinweistafeln angeschrieben. Mit unseren Rucksäcken auf dem Buckel fühlen wir uns innerorts etwas fehl am Platze. Doch bald erreichen wir den Fluss Lorze am östlichen Ortsrand von Baar. Die im Wanderführer beschriebene Route laufen wir unfreiwillig in entgegengesetzter Richtung, im Uhrzeigersinn.

Am Kreisverkehr verlassen wir die Fahrstrasse und begleiten die Lorze an dessen Ufer entgegen der Flussrichtung. Nach einer Stunde erreichen wir die Höllbrücke, über die auch Fahrzeuge ganz dicht an die Höllgrotten heran kommen. Von hier aus sind es noch 10 Minuten bis zum Eingang der Grotten. Der Eintrittspreis von 9,00 Schweizerfranken erscheint uns nicht mehr so teuer, nachdem wir ihn in Euro umrechnen. Heute, am Sonntag, entfällt die Mittagspause von 12:00 - 13:00 Uhr, so dass wir sofort mit der Besichtigung beginnen können.

Durch ein unverschlossenes Eisentor betreten wir das Berginnere, ohne Führung. Trotz Wochenende begegnen wir weniger als einem Duzend anderer Grottenbesucher. Das ist auch gut so, denn die Gänge sind schmal und teilweise nur knapp mannshoch. Von der Decke tropft Wasser, natürlich genau in den Kragen. Die Gänge schlängeln sich durch ein Labyrinth von stehenden Stalagmiten und hängenden Stalaktiten. Auch ein kleiner unterirdischer See fehlt nicht im Programm.

Im ersten Augenblick sind wir enttäuscht, dass ein weiteres Eisentor bereits den Ausgang der Grotte ankündigt. Nach ein paar ausserirdischen Schritten folgt jedoch der zweite Teil der Unterwelt. Nicht weniger spannend sind auf Tafeln die zu sehenden Figuren aus Tropfstein beschrieben. Mit mehr oder weniger Fantasie sind die Figuren dann auch auszumachen. In kurzer Zeit ist der erste Satz Akkus leergeblitzt.

Nach dem Austritt aus der zweiten Grotte wundern wir uns über unsere Position. Die Orientierung war unter der Erde völlig verloren gegangen. Bereits wenige Meter flussaufwärts verlockt eine Grillstelle zum rasten. Brennholz steht zur Verfügung, aber wie so üblich fehlen die Würstchen. Die Küche bleibt also geschlossen und wir begnügen uns mit kalter Platte aus dem Rucksack.

Nach und nach ist der Lorzentobel als Tobel zu erkennen. Vor uns tauchen hohe Bauwerke auf, die den Tobel in beeindruckender Höhe überspannen. Durch die Torbogen einer alten Sandsteinbrücke sind den Betonpfeiler einer modernen Strassenbrücke zu sehen. Vor dem Erreichen der Brücken überqueren wir bei einem E-Werk die Lorze und erfreuen uns an ein paar heimischen Lamas. Eine alte Holzbrücke mit Überdachung lässt uns die Lorze wieder auf die andere Seite überqueren.

Weit über unseren Köpfen überspannen nun die Tobelbrücken, die Alte und die Neue, das Flusstal. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass die alte Brücke stillgelegt ist und über die neue Brücke heftiger Verkehr rollt. Etwa nach einem Kilometer folgen wir dem Wegweiser, der die Ruine Wildenburg anzeigt, wieder auf die andere Seite der Lorze. Ein schmaler Pfad durch den Wald, direkt am Ufer der Lorze flussabwärts, entfernt sich nach ein paar Hundert Metern steil bergwärts.

Ein Teil der angekündigten 200 Höhenmeter sind jetzt zu bewältigen. Bei einem Bauernhof erreichen wir die Höhe. Zwei Pferde nehmen gerne unser Gastgeschenk, eine echte Bodenseebirne, an. Der 10-minütige Weg zur Ruine Wildenburg wird unter Androhung von Lebensgefahr, falls der Wanderweg verlassen wird, angekündigt. Im Wald kommen die Abgründe, rechts und links des Weges, nicht besonders zur Geltung. Über den breiten Gratweg erreichen wir in knapp10 Minuten die Reste der Wildenburg.

Die Mauerreste sind bestens restauriert und wo einst Absturzgefahr drohte, schützen heute hohe Zäune vor dem Runterfallen. Durch Baumlücken sind die Tobelbrücken zu sehen, die wir vor einer Stunde untergangen haben. Nach einer Begehung und Umrundung des Rundturmes, mit seinen 3,5m dicken Mauern, verlassen wir die Ruine in Richtung Schwarzenbachtobel. In dessen Tiefe überrascht uns ein idyllischer Wasserfall. Wenige Minuten später, nach einem kleinen Aufstieg, lockten uns die Sonnenstrahlen aus dem Wald.

In Richtung Westen haben wir freie Sicht auf das Städtchen Baar und den nördlichen Zipfel des Zuger Sees. Im Süden sind am diesigen Horizont schwach die Umrisse der Rigi zu erkennen. Hier gönnen wir uns eine kleine Trinkpause. Wenige Minuten später kreuzen wir die Fahrstrasse, die über die gigantische Brücke den Lorzentobel diagonal überquert. Wir lassen es uns nicht nehmen, einen Abstecher zur alten Tobelbrücke zu machen. Sie ist für den Strassenverkehr gesperrt, kann aber zu Fuss überquert werden.

Vor das verrostete Geländer ist ein zwei Meter hohes Gitter geschraubt. Es soll wohl verhindern, dass sich lebensmüde Menschen hinunter stürzen und hässliche Flecken verursachen. Eine Tafel mit der Telefonnummer einer Seelsorge deutet an, dass die Brücke gerne als Rampe für den Sprung ohne Seil genutzt wird. Wir begnügen uns mit dem Blick nach unten, wo am E-Werk die Lamas auf der Weide äsen.

Zurück auf unserer Route führt der Weg etwa einen Kilometer durch den Wald, entlang des Abgrundes, parallel zum Lorzentobel, bevor er nach Westen abbiegt und den Wald verlässt. Leicht abwärts, immer am Waldrand entlang, treffen wir nach einer viertel Stunde die ersten Häuser am Ortsrand von Baar an. Der Wanderwegweiser mit der Aufschrift "Brauerei" findet besondere Beachtung. Zum Ausklang unserer Wanderung wollen wir dieses Ziel ansteuern.

Als angenehme Alternative zum asphaltierten Strässchen nutzen wir einen schmalen, unbeschilderten Waldpfad, der bei einem riesigen Fabrikgebäude wieder in das Strässchen mündet. Die Sorge, den rechten Weg zur Brauerei verloren zu haben, zerstreut sich spätestens beim nächsten Wanderwegweiser. Leider machen die Öffnungszeiten der Brauereigaststätte unserem Wunsch einen Strich durch die Rechnung. Keine Lust, eine Stunde lang auf die Öffnung zu warten, setzen wir den Weg fort.

Bewusst planlos schlendern wir durch ein Wohnviertel von Baar und bestaunen das Durcheinander von alten und neuen Bauwerken. Ohne GPS, nur mit dem inneren Kompass, finden wir problemlos den Parkplatz in den Nähe des Bahnhofs, wo unsere Fahrzeuge abgestellt sind.

Bild 1: Herbstwald an der Lorze

Bild 2: Wanderweg an der Lorze

Bild 3: Lorze

Bild 4: Tropfstein

Bild 5: Tropfstein

Bild 6: Tropfstein

Bild 7: Traubenformationen

Bild 8: Nymphenquelle mit Bienenkorb

Bild 9: Tropfstein

Bild 10: Tropfstein

Bild 11: Tropfstein

Bild 12: Tropfstein

Bild 13: Tropfstein

Bild 14: Stalaktiten

Bild 15: Tropfstein

Bild 16: bemooster Tropfstein

Bild 17: Wasserfall

Bild 18: Wasserfall

Bild 19: Wasserfall

Bild 20: Wasserfall

Bild 21: Lamas

Bild 22: Holzbrücke

Bild 23: Tobelbrücke

Bild 24: Lorze durchs Brückenfenster

Bild 25: Holzbrücke im Spiegel

Bild 26: Holzbrücke

Bild 27: Wanderweg an der Lorze

Bild 28: Wachstum auf Umwegen

Bild 29: Schikanen

Bild 30: Gefahrenhinweis

Bild 31: Gratweg

Bild 32: Pfad zur Ruine Wildenburg

Bild 33: Rundturm der Ruine Wildenburg

Bild 34: Ruine Wildenburg

Bild 35: Pfad im Schwarzenbachtobel

Bild 36: Wasserfall

Bild 37: Wasserfall

Bild 38: Blick auf Baar

Bild 39: Brücke hinter Gittern

Bild 40: E-Werk und Holzbrücke über der Lorze

Bild 41: Tobelbrücke

Bild 42: Zeichen von Naturgewalt

Bild 43: Farbtupfer

Bild 44: Glaskasten in Baar

Bild 45: Hausgiebel mit Uhr
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