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Ausschnitt aus KOMPASS K4297 Vorarlberg
Lizenznr: 10-0706-ILAB
Spullersee (192)
Sonntag 14.10.2007

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - St. Margrethen - Lustenau - Feldkirch - Bludenz - Klösterle

Route: Klösterle - Wäldletobel - Grabsalpe - Spullersee - Ravensburger Hütte - Spullersee - Ditteshütte - Böser Tritt - Wildentobel - Klösterle

Gehzeit: ca. 5:00 h
Klösterle - Waldbach Wasserfall  ... 0:20 h
Waldbach Wasserfall - Gamaboda  ... 0:10 h
Gamaboda - Grabsalpe  ... 1:00 h
Grabsalpe - Spullersee (Süddamm)  ... 0:20 h
Spullersee (Süddamm) - Ravensburger Hütte  ... 0:30 h
Ravensburger Hütte - Spullersee (Haltestelle)  ... 0:30 h
Spullersee (Haltestelle) - Ditteshütte  ... 0:20 h
Ditteshütte - Grabsalpe  ... 0:20 h
Grabsalpe - Arlbergweg Danöfen  ... 0:50 h
Arlbergweg Danöfen - Klösterle  ... 0:40 h

Höhendifferenz: ca. 1000m

Distanz: ca. 15km

Wo der Wäldletobel ins Klostertal mündet, im Osten der Ortschaft Klösterle, beginnen wir unsere Wanderung. Wie so oft, führen mehrere Wege zum Ziel. Die erste Abzweigung in Richtung Spullersee verschmähen wir und überqueren auf der Ortsstrasse den Wäldlebach. Direkt nach der Strassenbrücke biegen wir nach Norden ab und staunen nicht schlecht, dass Ortsmitte und alpiner Bergpfad nur wenige Minuten auseinander liegen.

Im Zickzack durch den Wald schlängelt sich ein steiniger Pfad steil aufwärts. Nach 20 Minuten verspricht ein hölzernes Hinweisschild mit der Aufschrift "Aussichtsplateau Wäldlebach Wasserfall" eine kurze Verschnaufpause. Etwas widerwillig steigen wir den Abstecher hinunter, wo doch zuvor jeder Höhenmeter Kraft gekostet hat. Bei einer umzäunten Plattform an der senkrecht abfallenden Tobelkante endet der Abstecherpfad.

Ein beeindruckender Wasserfall, umrahmt vom bunten Herbstkleid exponiert wachsender Laubbäume, stürzt über eine Felsstufe des Tobels in die Tiefe. Seine gesamte Höhe lässt sich auf einem einzigen Foto nicht erfassen. Nach weiteren 10 Minuten Aufstieg lockt ein unbeschilderter Pfad noch einmal an den Einschnitt des Wäldlebaches. Oberhalb des Wasserfalls sehen wir, wie sich der Bach in mehreren Treppchen auf den freien Fall vorbereitet.

Wenige Minuten später lichtet sich der Wald und die warmen Sonnenstrahlen nötigen uns, die äussere Zwiebelschale unserer Kleidung im Rucksack zu verstauen. Die umliegenden Felswände kommen jetzt zum Vorschein und die Sicht ins Klostertal und zu einigen Gipfel des Rätikon wird frei. In einem langen Bogen ändert der Weg seine Richtung gen Westen. Das Gelände wird etwas flacher und ein Gatter kündigt eine Weide der Grabsalpe an.

Das neue Holzhaus der Grabsalpe stellt zwar die alte Holzhütte in den Schatten, aber schnuckeliger sieht alte Holzhütte allemal aus. Das Angenehmste des neuen Holzhauses für uns sind die sonnigen Sitzbänke mit Aussicht an dessen Südwand. Eine kleine Pause lässt sich nicht vermeiden, obwohl das erste Etappenziel unserer Wanderung zum Greifen nah scheint.

Der Abzug der bisherigen Gehzeit von der beschilderten Gehzeit für unsere erste Etappe, ergibt eine Restzeit von einer Stunde, die wir demnach noch für die kurze Strecke zur Staumauer des Spullersees benötigen. Dabei macht es den Eindruck, als könne man beinahe bis zur Staumauer spucken. Nach der Pause stellt sich heraus, dass wir so weit doch nicht spucken können, aber in nur 20 Minuten stehen wir auf der Südsperre des Spullersees.

In der glatten Oberfläche des Stausees spiegeln sich die Wände und Gipfel der umliegenden Berge, nur in einem schmalen Streifen am gegenüberliegenden Ufer unterbrochen, wo ein leichter Windhauch die Wasseroberfläche kräuselt. Der Spullersee dient als Wasserspeicher für die Stromerzeugung der Österreichischen Bahn. Der Wasserspeicher schützt auch bei Starkniederschlägen die Bevölkerung im Umfeld vor Hochwasser. Auf einer Tafel wird das Volumen des Spullersee mit über 15 Mio. Kubikmetern angegeben. (zur Erinnerung: 1qm = 1000 Liter).

Die am Stausee geplante Pause wollen wir auf die Ravensburger Hütten verlegen, obwohl deren Fensterläden bereits über eine Woche geschlossen sind. Als Selbstversorger stört uns das nicht besonders. Entlang des Spullersee sind die Geländer am Wegesrand schon demontiert. So können sie von den schweren Schneemassen im Winter nicht beschädigt werden. Die Angler scheinen noch Saison zu haben, sie warten geduldig auf den finalen Biss.

Während wir entlang des Spullersees dem Schotterweg in Richtung Nordosten folgen, nimmt die Wasseroberfläche unterschiedliche Farben an, von dunkelblau bis türkisgrün. Wo sich die Seebreite bis zur Bachbreite verjüngt, verlassen wir den Schotterweg und überqueren den wasserarmen Seezufluss über eine kleinen Holzbrücke. Vor Augen haben wir die Ravensburger Hütte, aber auch den schmalen Wiesenpfad, auf dem wir unsere teilweise zu schweren Leiber noch über 100 Höhenmeter hinauf schleppen dürfen.

Wer sich beim Aufstieg einmal umdreht, kann den kleiner werdenden Spullersee im Gegenlicht glitzern sehen. Die meisten Mitwanderer geniessen diesen Anblick jedoch erst nach Ankunft an der Ravensburger Hütte, die wir seit dem Abmarsch an der Südsperre des Spullersees nach 30 Minuten erreichen. Während der ausgedehnten Pause besichtigen wir auch den düsteren Winterraum im Keller der Ravensburger Hütte.

Nach der Pause setzen wir die Umrundung des Spullersees, nachdem wir auf gleichem Weg wie gekommen dessen Ufer erreicht haben, fort. Am Nordufer sind auf schmalem Pfad noch einige Höhemeter zu bewältigen, bevor wir in 30 Minuten ab Ravensburger Hütte die Nordsperre des Spullersees betreten. Auf dem Parkplatz am Staudamm sind einige Fahrzeuge geparkt, darunter auch ein Wohnmobil. Zeitweise darf die Zufahrtsstrasse ab Lech für eine Benutzungsgebühr befahren werden. Während des Tages verkehrt auch fahrplanmässig ein Wanderbus zwischen Lech und Spullersee.

Wir haben den westlichen Uferweg, der voll im Schatten der Plattnitzer Jochspitze liegt, vor Augen und ziehen im Geiste die warmen Jacken über. Aber der Anblick des gegenüberliegenden Spullerschafberg, dessen Hänge hell im Sonnenlicht leuchten, erwärmt unsere Gemüter. Der Spullersee ändert seine Farbe zum Schluss noch in giftgrün, abgeleitet von den grünen Wiesenhänge unterhalb der Goppelspitze und Rohnspitze. Den kühlen Schattenweg schaffen wir in 20 Minuten.

Bei der Ditteshütte, am Ende der Südsperre, stehen wir wieder in der prallen Sonne und blicken auf die Grabsalpe und einige ansehnliche, hölzerne Ferienhäuschen, die über Schotterwege angefahren werden können. Von so einem Schotterweg lassen wir uns zunächst in die falsche Richtung abdrängen. Querfeldein korrigieren wir den Fehler schnell, denn wir wollen zum Abstieg den Spullerseeweg nutzen.

Auch hier sind die Holzgeländer bereits demontiert, was bei Manchem etwas Herzklopfen verursacht. Ein schmaler Pfad am steilen Fels entlang und nur alle paar Meter steht ein Pfosten, führt aus dem Schatten wieder in die Sonne, seitlich der tiefe Abgrund des Wildentobels, durch den der Spreubach ins Klostertal hinunter fliesst. Der obere Teil des Weges trägt in der Wanderkarte den Namen "Böser Tritt".

Fast eine Stunde lang bleibt der Weg spannend. Über den schmalen und sehr abschüssigen Pfad steigen wir in dieser Zeit etwa 600 Höhenmeter ab. Auf dem feinen Schotter ist Vorsicht geboten und wir sind sehr froh, dass der Untergrund trocken ist. In tieferen Gefilden ist wieder Aufatmen angesagt. Durch eine bunte Herbstlandschaft mündet der Pfad schliesslich in den Arlbergweg, nachdem wir das trockene Bachbett des breiten Spreubach überquert und auch ein Stück weit begangen haben.

Ein Teilstück des Arlbergweges entspricht der alten Bahntrasse, die in Richtung Arlberg verläuft. Erosionen führen immer wieder zu Bergrutschen, so dass ein Teil der Bahnstrecke untertunnelt wurde. Da die Eisenbahn im Vergleich zu Wanderern keine grossen Steigungen bewältigen kann, entpuppt sich das Laufen auf der alten Bahntrasse als ziemlich gemütlich. So erreichen wir nach einer dreiviertel Stunde, teilweise durch bunte Laubwälder, unseren Ausgangsort Klösterle.

Die Terrasse einer Gastwirtschaft wird ausnahmsweisse für uns freigegeben, da angesichts der grossen Wandergruppe ein nicht zu vernachlässigender Umsatz angenommen wird.
Blick Richtung Wäldletobel
Bild 1: Blick Richtung Wäldletobel
Wäldlebach Wasserfall
Bild 2: Wäldlebach Wasserfall
Weg im Wäldletobel
Bild 3: Weg im Wäldletobel
zwischen Wäldle und Grabsalpe
Bild 4: zwischen Wäldle und Grabsalpe
zwischen Wäldle und Grabsalpe
Bild 5: zwischen Wäldle und Grabsalpe
Gatter unweit Grabsalpe
Bild 6: Gatter unweit Grabsalpe
Blick ins Klostertal und Rätikon
Bild 7: Blick ins Klostertal und Rätikon
Grabsalpe
Bild 8: Grabsalpe
Spullerschafberg
Bild 9: Spullerschafberg (2679m)
Spiegelung im Spullersee
Bild 10: Spiegelung im Spullersee
Spiegelung im Spullersee
Bild 11: Spiegelung im Spullersee
Blick Richtung Ravensburger Hütte
Bild 12: Blick Richtung Ravensburger Hütte
Nordufer Spullersee
Bild 13: Nordufer Spullersee
Spullersee
Bild 14: Spullersee
Herbstlandschaft
Bild 15: Herbstlandschaft
Spullersee
Bild 16: Spullersee
Roggalspitze
Bild 17: Roggalspitze (2673m)
Spullersee und Ravensburger Hütte
Bild 18: Spullersee und Ravensburger Hütte
Ravensburger Hütte
Bild 19: Ravensburger Hütte (1947m)
Kletterwand
Bild 20: Kletterwand
Roggalspitze
Bild 21: Roggalspitze (2673m)
Spullersee
Bild 22: Spullersee
Roggalspitze und Spullersee
Bild 23: Roggalspitze und Spullersee
Nordumgehung Spullersee
Bild 24: Nordumgehung Spullersee
Spullersee
Bild 25: Spullersee
Goppelspitze
Bild 26: Goppelspitze (2371m)
Roggalspitze und Nordsperre
Bild 27: Roggalspitze und Nordsperre
Goggelspitze
Bild 28: Goggelspitze
Roggalspitze und Goggelspitze
Bild 29: Roggalspitze und Goggelspitze
Goggelspitze
Bild 30: Goggelspitze
Blick auf Grabsalpe
Bild 31: Blick auf Grabsalpe
Böser Tritt
Bild 32: Böser Tritt
Spullerseeweg
Bild 33: Spullerseeweg (oberer Abschnitt)
Spullerseeweg
Bild 34: Spullerseeweg (oberer Abschnitt)
Gras am Spullerweg
Bild 35: Gras am Spullerweg
Spullerseeweg
Bild 36: Spullerseeweg (unterer Abschnitt)
Wildentobel
Bild 37: Wildentobel
Bachbett Spreubach
Bild 38: Bachbett Spreubach
alte Bahntrasse
Bild 39: alte Bahntrasse
Klösterle
Bild 40: Klösterle
Arlbergweg
Bild 41: Arlbergweg
Herbstwald
Bild 42: Herbstwald
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