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Jänzi (348)
Sonntag 13.11.2011

Anfahrt: Rielasingen - Schaffhausen - Jestetten - Bülach - Kloten - Nord-/Westumfahrung Zürich - Luzern - Sarnen - Stalden

Route: Stalden - Rüti - Hostett - Moosacker - Staldimatt - Chäseren - Jänzi - Egg - Wolfetsmatt - Stillenbach - Weidli - Arben - Enetdornen - Rüti - Stalden

Gehzeit: ca. 5:00 h
Stalden - Rüti ... 0:10 h
Rüti - Hostett ... 0:05 h
Hostett - Moosacker ... 0:10 h
Moosacker - Staldimatt ... 0:40 h
Staldimatt - Chäseren ... 0:40 h
Chäseren - Jänzi ... 0:30 h
Jänzi - Egg ... 0:30 h
Egg - Wolfetsmatt ... 0:15 h
Wolfetsmatt - Stillenbach ... 0:40 h
Stillenbach - Weidli ... 0:30 h
Weidli - Arben ... 0:05 h
Arben - Enetdornen ... 0:10 h
Enetdornen - Rüti ... 0:25 h
Rüti - Stalden ... 0:10 h

Höhendifferenz: ca. 950m

Distanz: ca. 17km

Nach den aktuellen Wetterprognosen löst sich der Hochnebel den ganzen Tag nicht auf. Die Obergrenze des Hochnebels wird mit 1300m angegeben. Also müssen wir über diese Höhenlinie hinauf, um einen sonnigen Tag zu erleben. Der Ausgangspunkt unserer Wanderung ist Stalden, knapp 800 Meter ü.d.M.

Erst auf den letzten Höhenmetern in Richtung Stalden tauchen wir in eine dichte Nebelschicht ein und kommen bei richtig ungemütlichem Schmuddelwetter am Parkplatz unterhalb der Dorfkirche an. Am Strassenrand, gegenüber dem Kirchplatz, finden wir den ersten Wanderwegweiser. Der zeigt schon unser Ziel Jänzi an, mit einer Gehzeit von 3 Stunden.

Von der Durchgangsstrasse weg, laufen wir auf einem Asphaltsträsschen in knapp 10 Minuten bis zum nächsten Wanderwegweiser. Sowohl der Standort Rüti, als auch alle auf dem Wanderwegweiser genannten Orte, sind auf unseren Karten nicht zu finden. Lediglich das in zwei verschiedenen Richtungen angezeigte Ziel Stalden, mit Gehzeiten von 25 Minuten bzw. 40 Minuten, kennen wir, aber da sind wir vor 10 Minuten erst aufgebrochen.

Zum Glück hat ein Mitwanderer aus dem Internet (map.schweizmobil.ch) eine genauere Karte im Massstab 1:25000 ausgedruckt, auf der alle Ortsangaben eingetragen sind. Auf der digitalen Karte Swiss Map, die eigentlich ziemlich genau ist, fehlen in diesem Fall nicht nur Ortsangaben, sondern auch Wege. Und die digitale Karte von Kompass ist zwar mit Höhenprofil und 3D-Ansicht sehr gut zur Planung einer Wanderung geeignet, ist aber bezüglich Wegverlauf etwas ungenau.

Jedenfalls wissen wir jetzt Dank genauerer Karte aus dem Internet, dass wir auf dem Asphaltsträsschen bleiben müssen. Regungslos stehen zwei Pferde auf einer Wiese, sie benötigen wohl Sonnenenergie, um sich bewegen zu wollen. Bei Hostett passieren wir ein altes, putziges Holzhäuschen auf einem schmalen Grundstock, mit Rundumbalkon und der grossen Aufschrift LUANA.

Nach fünf Minuten mündet das Asphaltsträsschen in eine breitere Bergstrasse, auf der wir nach rechts, bergwärts abbiegen. Während wir in weniger als 10 Minuten auf der Bergstrasse nach Moosacker hinauf laufen, müssen wir manchem Auto ausweichen. Dafür werden wir mehr als entschädigt, denn auf diesem Teilstück durchstossen wir die Obergrenze der dichten Nebeldecke.

Strahlender Sonnenschein überrascht uns von einer auf die andere Minute und selbst die wenigen Schleierwolken können den Sonnenschein nicht trüben. Unser Ziel Jänzi ist auf dem Wanderwegweiser mit einer Gehzeit von 2 Std. 30 Min. angeschrieben. Um eine Linkskurve folgen wir dem Bergsträsschen nun in südwestlicher Richtung, bis nach knapp zehn Minuten auf der rechten Seite ein Betonsträsschen abzweigt.

Für uns endet das steile Betonsträsschen nach wenigen Metern, wo rotweiss markierte Holzpfosten auf einer Wiese uns die weitere Richtung angeben. Der nicht besonders ausgeprägte Wiesenpfad quert nach gut fünf Minuten einen Wirtschaftsweg. Ein Wanderwegweiser bietet zwei Wegvarianten zum Jänzi an. Die linke, via Arben, lassen wir links liegen und laufen gerade aus weiter, die Variante über Staldimatt.

Weiterhin ist der Wiesenpfad durch die letzte Heuernte ziemlich verblasst, so dass wir ihn offensichtlich verlieren. Wir steuern auf einen rotweiss bemalten Pfosten in der Ferne zu, müssen dann aber beim Bauernhaus Fang über zwei Weidezäune steigen. Bei einer Baumgruppe auf der gegenüberliegenden Seite eines Wirtschaftsweges geht es weiter, wieder über Wiesen und wieder keine Spuren sichtbar.

Nach dem 20 minütigen Wiesenaufstieg von Moosacker aus, bei dem wir fast 200 Höhenmeter gewinnen, stossen wir wieder auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg. Ein Wanderwegweiser zeigt Jänzi in Richtung Nordosten an, das Asphaltsträsschen hinauf. Nach ungefähr 300 Metern macht das Strässchen eine Linkskurve um 180 Grad, gute fünf Minuten später passieren wir das moderne Bauernhäuschen Gütsch und weitere 5 Minuten später endet das Strässchen bei Staldimatt auf genau 1200m ü.d.M.

Während die Wanderung bisher über den offenen Wiesenhang mit ständigem Blick auf das Nebelmeer über dem Sarner See verlief, folgt nun überwiegend bewaldetes Gebiet. Die ersten Hundert Höhenmeter laufen wir noch auf einem Pfad durch eine Waldschneisse nach oben. Dann taucht ein tiefer Hohlweg, der ebenso ein ausgetrocknetes Bachbett sein könnte, in den dunklen Tannenwald ein. Auf einem ebenerem Abschnitt folgt nun Lichtung an Lichtung.

Ein Pärchen, er oben ohne, rast an uns vorbei. Es ist nicht genau erkennbar, ob er ihr davon laufen will, oder sie ihn jagt. Kaum sind sie an uns vorbei, reduziert sich ihr Tempo auf unser Niveau. Nachdem der Pfad über eine gepflegte Wiese und durch einen weiteren Waldabschnitt ansteigt, kommen schon die Gebäude der Alp Chäseren zum Vorschein, die wir von Staldimatt aus nach einer knappen dreiviertel Stunde erreichen.

Wieder haben wir freie Sicht über die Nebeldecke auf eine herrlicher Berglandschaft, was uns dazu bewegt, eine kleine Rast einzulegen. Auf einer Holzbank unter einem Kreuz setzen wir uns nieder und versuchen, wenigstens die markantesten Berggipfel zu identifizieren. Nur bei manchen, wie Stanserhorn, Brisen und Titlis sind wir uns sicher, bei den Bernern rätseln wir noch, aber Eiger und Mönch sind dabei.

Der Gipfel ruft nach 20 Minuten schon so laut, dass wir die Rast beenden und aufbrechen. Die Zeitangabe auf dem Wanderwegweiser von 35 Minuten werden wir wohl unterbieten. Tatsächlich laufen wir die letzten 200 Höhenmeter bis zum Gipfel des Jänzi in einer halben Stunde. Entgegenkommende Wanderer fragen uns, ob wir schon eine Platzkarte besorgt haben. Da wissen wir, was uns am Gipfel erwartet.

Tatsächlich sitzen eine ganze Menge Wanderer rund um das Gipfelkreuz, doch auf der weiten Gipfelkuppe ist viel Platz. Wir setzen und legen uns ins hohe, braune Gras und geniessen die tolle Aussicht. Den Pilatus haben wir jetzt direkt vor der Nase. In der Ferne ist auch der Alpstein mit Säntis und Altmann zu sehen. Wie eine kleine Insel schaut die Spitze des Bürgenstock aus dem Nebelmeer heraus.

Fast anderthalb Stunden halten wir es auf dem Gipfel des Jänzi aus, bis erst einer, dann ein Zweiter und ein Dritter sich erheben, und so durch die Gruppendynamik der Aufbruch seinen Lauf nimmt. Wenige Meter vom Gipfelkreuz zeigt ein Wanderwegweiser die Richtung nach Egg mit einer Gehzeit von 20 Minuten an.

Mehrere Hundert Meter laufen wir auf der Höhe durch den lichten Wald in Richtung Südwesten. Die baumfreien Flächen sind durch braunes Gras bedeckt. Und meistens haben wir freie Sicht auf das weisse Nebelmeer, das den Eindruck vermittelt, man könne über ein Eisfeld direkt zu den entfernten Berge laufen.

Nach einer viertel Stunde wird der Wald dichter und der Pfad schlüpfriger. An vielen Stellen ist der Pfad mit Holzteilen präpariert. Doch oft ist die Umgehung der nassen und rutschigen Holzteile über schlüpfrigen Waldboden sicherer. Bei einem Ausrutscher würde man dort mit Sicherheit weicher fallen, als auf dem Holz.

So turnen wir noch mal eine viertel Stunde durch den Wald leicht abwärts, bis wir auf die schnuckelige Egghütte stossen. Vorbildlich hängt an der Aussenwand der Hütte eine Tafel mit den aktuellen Koordinaten und den Telefonnummern vom Notruf (144) und der Rega (1414). Ausnahmsweise benötigen wir für den Abschnitt Jänzi - Egg mehr Zeit, als auf dem Wanderwegweiser angegeben ist. Das liegt wohl an den vielen Fotomotiven, die unterwegs immer wieder zum Stillstand führen.

Bei Egg wendet sich unsere Route nach links in Richtung Osten. Durch den Wald steigen wir in einer viertel Stunde knapp 200 Höhenmeter zur Alm Wolfetsmatt hinunter. Am Waldrand, fünf Minuten über Wolfetsmatt, stehen wir einen Moment still und jeder der hat, zieht seine Kamera heraus, um das prächtige Nebelmeer mit der beeindruckenden Bergkulisse zu fotografieren.

Bevor wir wieder in das Nebelmeer eintauchen, wollen wir möglichst viel Sonne tanken und setzen und deshalb bei Wolfetsmatt unter einem Kreuz auf eine Holzbank. Eine gute Stunde sitzen wir so und geniessen die Sonne und die Aussicht. Dann brechen wir doch auf, denn der Tag ist kurz zu dieser Jahreszeit.

Laut Karte müsste bald ein Wanderweg nach rechts vom Wirtschaftsweg abzweigen. Vielleicht ist es zu unserem Vorteil, dass wir diese Abzweigung verpassen, denn so laufen wir gemütlich auf dem Wirtschaftsweg in einem grossen Rechtsbogen durch den Hohsitenwald und können während dessen ständig den herrlichen Blick auf das Nebelmeer geniessen.

An einem besonders schönen Aussichtspunkt mit Sitzbänken zücken wir erneut die Kameras und knipsen weit unten die Bauernhäuser, die gerade noch so nicht im Nebel versinken. Ein Einheimischer wird neugierig und fragt uns nach unserer Herkunft. Das hätte er nicht tun sollen, denn jetzt überschütten wir ihn mit Fragen zu den umliegenden Gipfeln. Bereitwillig erklärt er uns die gesamte sichtbare Bergwelt. So sind wir für die 150 Höhenmeter zwischen Wolfetsmatt bis Stillenbach fast eine dreiviertel Stunde unterwegs.

Bei Stillenbach zweigen wir nach links vom Wirtschaftsweg ab und folgen einem holperigen Pfad durch den Wald. Obwohl der Pfad viel Aufmerksamkeit erfordert, stossen wir doch schon nach einer halben Stunde auf das 250 Höhenmeter tiefere Weidli. Unterweg passieren wir viele Lichtungen und freie Flächen, die einen Blick auf das Nebelmeer zulassen.

Auf einem Asphaltsträsschen laufen wir nun in fünf Minuten bis Arben. Der Wanderwegweiser zeigt Stalden mit einer Gehzeit von 30 Minuten an und schon zieht es die meisten Mitwanderer in diese Richtung. Doch die geplante Route ist eine Andere. Wir biegen nach rechts ab, in Richtung Niemenhütte. Fünf Minuten laufen wir, wieder auf Asphalt, der Sonne entgegen, bis ein Wanderwegweiser nach links Stalden mit 30 Minuten Gehzeit anzeigt.

Einen herbstlich bunten Waldweg laufen wir nun während fünf Minuten bis Enetdornen in Richtung Süden, wo wir einen Wirtschaftsweg kreuzen. Auf der anderen Seite des Wirtschaftsweges zweigt der Wanderweg wieder nach rechts ab und folgt einem laubbedeckten Waldweg. Für uns ist die Sonne inzwischen unter gegangen, doch die Bergspitzen leuchten noch im roten Abendlicht.

Am Rande des Saliwaldes, am Tobel durch den der Moosbach fliesst, ist der Wiesenpfad nicht mehr auszumachen und so laufen wir nach Gefühl den Wiesenhang hinunter. Bei Margi finden wir an einem Wirtschaftsweg wieder eine Markierung und laufen diesen in östliche Richtung. Nach ein paar Hundert Metern kreuzt der Wirtschaftsweg einen Bach und stösst auf ein Asphaltsträsschen. Wir biegen nach rechts und nach wenigen Metern wieder links ab.

Erst jetzt tauchen wir in leichten Nebel ein, was uns kurz vor dem Ende der Wanderung nicht mehr so weh tut. Der Weg gabelt sich nun nach rechts und links. Eine Markierung deutet auf die Wiese zwischen den Abzweigungen hin. Eine Trittspur ist kaum zu erkennen. Während wir fünf Minuten über die Wiesen laufen, verzieht sich der Nebel wieder und nach einem leichten Gegenanstieg stossen wir auf Rüti, wo wir vor Stunden schon mal achselzuckend nach dem Richtigen Weg gesucht haben.

Auch jetzt zucken wir zunächst mit den Achseln, ist doch Stalden zwei mal angeschrieben, mit 25 Min. und 40 Min. Gehzeit. Dabei passierten wir vor 25 Minuten schon einen Wanderwegweiser, der nach Stalden eine Gehzeit von 25 Minuten angegeben hatte. Wir ignorieren den Wanderwegweiser und laufen das Asphaltsträsschen in Richtung Süden. Schon nach einer Minute sehen wir im Nebel den Kirchturm von Stalden.

Bild 1: Pferd im Nebel

Bild 2: Häuschen bei Hostett

Bild 3: Häuser bei Moosacker

Bild 4: Nebeldecker überm Sarner See

Bild 5: Nebeldecker überm Sarner See

Bild 6: Blick zum Stanserhorn

Bild 7: Nebel über dem Sarner See

Bild 8: Blick zum Stanserhorn

Bild 9: Nebel über dem Sarner See

Bild 10: Haus bei Gütsch

Bild 11: Haus bei Gütsch

Bild 12: Weg nach Staldimatt

Bild 13: Nebel über dem Sarner See

Bild 14: Wiesenpfad nach Chäseren

Bild 15: Alp Chäseren

Bild 16: Nebel über dem Sarner See

Bild 17: Eiger und Jungfrau

Bild 18: Brisen mit Haldigrat

Bild 19: Titlis

Bild 20: Nebel über dem Sarner See

Bild 21: Pfad unterm Jänzi

Bild 22: Blick Richtung Rigi

Bild 23: Blick Richtung Glarner Alpen

Bild 24: Blick vom Jänzi

Bild 25: Gipfelkreuz Jänzi

Bild 26: Nebelmeer im Gegenlicht

Bild 27: Gipfelkreuz Jänzi

Bild 28: Bürgenstock im Nebelmeer

Bild 29: Blick Richtung Brisen

Bild 30: Pilatus

Bild 31: Bergstation Pilatus mit Esel (re.)

Bild 32: Nebel über dem Sarner See

Bild 33: Nebel über dem Sarner See

Bild 34: Nebel über dem Sarner See

Bild 35: Nebel über dem Sarner See

Bild 36: Nebel über dem Sarner See

Bild 37: auf dem Holzweg

Bild 38: Lichtung zwischen Jänzi und Egg

Bild 39: Waldweg nach Egg

Bild 40: Egghütte

Bild 41: holpriger Waldweg

Bild 42: Nebel über dem Sarner See

Bild 43: Nebel über dem Sarner See

Bild 44: Alp Wolfetsmatt

Bild 45: Kreuz Wolfetsmatt und Nebelmeer

Bild 46: Kreuz bei Wolfetsmatt

Bild 47: Schmetterling

Bild 48: Wirtschaftsweg und Stanserhorn

Bild 49: Brisen mit Haldigrat

Bild 50: Wirtschaftsweg bei Wolfetsmatt

Bild 51: Lichtung und Nebelmeer

Bild 52: Nebel über dem Sarner See

Bild 53: Nebel über dem Sarner See

Bild 54: Bauernhöfe überm Nebelmeer

Bild 55: Nebel über dem Sarner See

Bild 56: Nebel über dem Sarner See

Bild 57: Nebel über dem Sarner See

Bild 58: Nebel über dem Sarner See

Bild 59: Waldhäuschen Nähe Weidli

Bild 60: Nebel über dem Sarner See

Bild 61: Herbstfarben und Nebelmeer

Bild 62: Herbstfarben

Bild 63: Nebel über dem Sarner See

Bild 64: Nebel über dem Sarner See

Bild 65: Nebel über dem Sarner See

Bild 66: Nebel über dem Sarner See

Bild 67: Nebel über dem Sarner See

Bild 68: Holzhäuschen

Bild 69: Nebelwanderung

Bild 70: Kirchturm Stalden im Nebel
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