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Hörnli (40)
Donnerstag 01.05.2003

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Weinfelden - Wil - Fischingen (625m)

Route: Fischingen - Grat (996m) - Holenstein - Allenwinden - Hörnli (1133m)

Gehzeit: ca. 4:30 h

Höhendifferenz: ca. 500m

Distanz: ca. 15km

Nach einem üppigen Büffet in dem Mongolischen Restaurant Saga Khan in Wil fahren wir nach Fischingen und stellen unser Auto dort auf dem Parkplatz des Klosters ab. Schon vom Restaurant aus und während der Fahrt nach Fischingen sehen wir den Funkturm, der auf der Höhe des Hörnlis steht. Wie bei einem Flickenteppich wechseln sich Wälder und Wiesen in der Umgebung ab. Auf den Wiesen dominiert die gelbe Farbe des Löwenzahns. Zunächst über schmale Fahrstraßen, dann über Wiesen steigen wir die ersten Höhenmeter an. Immer wieder streifen wir einen Bauernhof in idyllischer Lage. Auffällig ist die sehr gute Beschilderung der Wanderwege. Nur die Richtung irritiert manchmal, aber wir folgen stur den Wegweisern Richtung Hörnli. Dabei passieren wir auch den Schwabenweg und den Jacobsweg. Der Weg wird nun schmaler, wir schließlich zum Pfad, steil durch den Laubwald, hinauf zum höchsten Punkt des Kantons Thurgau, dem Grad (996m). Vielleicht hat der Weg auf den Grat dem Gipfel seinen Namen gegeben, er führt nämlich entlang des Grats. Der Tiefblick ist beeindruckend. Mehrere Hundert Metern geht es nahezu senkrecht in die Tiefe. Trotzdem kleben hie und da Bäume in der Wand. Gegenüber sehen wir auf einem Hügel in fast gleicher Höhe den Kirchturm von St. Iddaburg (966m). Vom höchsten Punkt Thurgaus geht es nun wieder hinunter nach Allenwinden, wo ein Restaurant mit großem Biergarten direkt an der schmalen Bergstrasse liegt. Dieser Strasse folgen wird nur wenige Meter um dann über einen gut ausgebauten und vielbegangenen Wanderweg, schließlich über Serpentinen steil durch den Wald hinauf zum Gipfel des Hörnli. Dort erwartet uns ein baumfreies Gipfelplateau mit einem hohen Sendemasten. Ein Berggasthaus würde zum Vesper einladen, aber wir hatten ja üppig zu Mittag gegessen. In einer Mulde knapp unterhalb des Gipfels finden wir windgeschützte Sitzbänke. Wir genießen den Rundblick, im Norden der Bodensee, im Süden der Zürichsee. Die Gipfel der Churfirsten tragen immer noch ihr Winterkleid. Hinter dem Aussichtsturm des Bachtel sind zwei Gipfel zu sehen, die sehr an das Wahrzeichen der Zentralschweiz, die Mythen erinnern. Wir zweifeln, später stellt sich bei einem Blick auf die Karte heraus, sie sind es. Die fortgeschrittene Zeit drängt uns, nach der Rast den Rückweg anzutreten. Es ist höchste Vorsicht geboten, um nicht von einem Mountainbiker überrollt zu werden. Die mit Wurzeln gespickten Waldwege sind kein Hindernis für die wagemutigen Bergradfahrer. Von Allenwinden aus verfolgen wir ein paar Kilometer die wenig befahrene Asphaltstrasse in Richtung Rotbüel, um zu einem Waldweg zu gelangen, der abseits der Fahrstrasse zurück nach Fischingen führt. Vorbei an einem einsamen Bauernhaus führt der Weg durch ein stilles Tal. Wir bemühen uns, nicht zu früh auf die Fahrstrasse zu stoßen. Deshalb überschreiten wir auch einen Baumstamm, der offensichtlich absichtlich quer über den Waldweg gelegt wurde. Einige Hundert Meter später endet der Weg an einem Lattenzaun. Dahinter ein Abgrund, unten die Strasse. Wir entschließen uns, umzudrehen, um einen anderen Weg zu verfolgen. Es macht den Eindruck, als ob dieser Weg nicht mehr gepflegt wird. Vermutlich soll die Natur den Weg zurück erobern. Immer dichter wird das Gestrüpp. Teilweise ist der alte Weg, der am steilen Hang entlang verlief, abgerutscht. Wir kämpfen uns durch, kriechen unter manchem umgestürzten Baum hindurch. Nur mit wachsamem Auge ist der alte Pfad stellenweise noch erkennbar. Schließlich haben wir das Schlimmste hinter uns, der Weg wird wieder zum gepflegten Forstweg. Jetzt muss doch bald Fischingen unter uns liegen. Um nicht an unserem Ziel vorbei zu laufen, kürzen wir nochmals durch das Dickicht ab. Unweit des Parkplatzes am Kloster Fischingen tauchen wir aus dem Wald auf, müssen nur noch eine saftige steile Wiese überqueren. Der Verdauungsspaziergang entwickelte sich so doch noch zu einer kleinen Tageswanderung mit immerhin mehr als 700 kumulierten Höhenmetern.
Berglandschaft bei Fischingen
Bild 1: Berglandschaft bei Fischingen
Waldweg zum Grat
Bild 2: Waldweg zum Grat
Grat, höchster Punkt des Thurgau
Bild 3: Grat, höchster Punkt des Thurgau (996m)
Blick zum Bachtel, dahinter Mythen
Bild 4: Blick zum Bachtel, dahinter Mythen
Berggasthaus Hörnli
Bild 5: Berggasthaus Hörnli
Kloster Fischingen, Ausgangspunkt und Ziel der Wanderung
Bild 6: Kloster Fischingen, Ausgangspunkt und Ziel der Wanderung
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