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Gössigenhöchi (274)
Mittwoch 03.03.2010

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Wil - Wattwil - Hemberg

Route: Hemberg - Mistelegg - Gössigenhöchi - Ämeslberg - Bendel - Rigelschwendi - Hemberg

Gehzeit: ca. 7:00 h
Hemberg - Mistelegg  ... 1:00 h
Mistelegg - Gössigenhöchi  ... 2:00 h
Gössigenhöchi - Ämeslberg  ... 1:50 h
Ämeslberg - Bendel  ... 0:30 h
Bendel - Rigelschwendi  ... 0:50 h
Rigelschwendi - Hemberg  ... 0:50 h

Höhendifferenz: ca. 870m

Distanz: ca. 21km

Bei dunkel verhangenem Himmel treffen wir in Hemberg ein. Unser Liechtensteiner Freund wartet schon auf uns und bestätigt, dass der Himmel vor einer viertel Stunde noch blau war, so wie bei uns zuhause auch.

Wir binden die Schneeschuhe auf den Rucksack und folgen der Durchgangsstrasse von Nord nach Süd, bis zum Ortsteil Gäwis. Dort bieten sich mehrere Möglichkeiten, die Tour fortzusetzen. Vorbei an einer Sonderschule, deren alte Holzfassaden mit neuen Glasflächen kombiniert sind, entscheiden wir uns für die östliche Variante.

In Richtung Säntis schimmern bereits von der Sonne angestrahlte Gipfel durch einzelne Lücken im Hochnebel. Schon nach wenigen Minuten haben wir fest gefrorenen Schnee unter den Füssen. Noch kein Grund, die Schneeschuhe anzuziehen, auch wenn der eine oder andere Tritt absackt.

Nach einem kurzen Waldstück öffnet sich das Gelände und wir landen bei einer Alm. Deutlich, aber uns unsympathisch, geht der offizielle Wanderweg abwärts, in Richtung Neckertal. Das wollen wir nicht und da auch der Schneehang über uns mit ein paar Spuren durchzogen ist, steigen wir in die Schneeschuhe ein und bewegen uns aufwärts.

Nach ein paar Höhenmetern erkennen wir auf der Anhöhe, dass wir uns für die suboptimale Route entschieden haben. Wir stehen nämlich auf einer steilen Skipiste, die Dank Schneemangel aber menschenleer ist. Die Skipiste queren ist keine Lösung, denn auf der anderen Seite blockiert ein unüberwindlicher Tobel jegliches Weiterkommen.

Also nutzen wir die letzten, aber für uns völlig ausreichenden Schneeflecken, um möglichst unbeschwert abzusteigen. In der Tiefe ist ein asphaltiertes Strässchen mit Abzweigung auszumachen. Das finden wir auch auf unserer Wanderkarte und kennen jetzt unsere Position genauer.

Nach einem leichten Anstieg zur nächsten Alm haben wir die Hoffnung, dass die Spuren im Schnee nicht am naheliegenden Waldrand enden. Dort scheint wieder ein Tobel das Almgelände zu begrenzen. Doch ein offizieller, schmaler Pfad führt in den Tobel hinunter und schlängelt sich im Tobel an einem kleinen Bach entlang.

Über eine Holzbrücke, auf der eine Schneedecke liegt, so hoch wie ihr Geländer, überqueren wir den Bach und steigen ein paar Meter hinauf. Ein Wanderwegweiser zeigt uns an, das die aktuelle Position Mistelegg heisst. Für den Rückweg nach Hemberg wird ab hier eine gute Stunde angegeben.

In Richtung Südosten überblicken wir jetzt die baumfreien Hänge, die letztendlich zur Gössigenhöchi hinauf führen, immer der Sonne entgehen, die jetzt nur noch von ein paar Schleierwolken daran gehindert wird, uns das Gesicht zu verbrennen. Auf der hart gefrorenen Schneedecke liegt eine dünne Neuschneeschicht, die mit zunehmender Meereshöhe dicker wird.

Ein Verlaufen ist kaum mehr möglich, trotzdem folgen wir im Wesentlichen den Spuren, die trotz Neuschneeschicht noch einigermassen erkennbar sind. In weiten Bögen stapfen wird die weissen Hänge hinauf, die nur mässig aber stetig ansteigen. Inwischen haben wir freie Sicht auf die Gipfel des Alpstein, mit dem unverkennbaren Säntis, und auf die vielen Hügel der Voralpen.

Wenige Meter bevor wir das Höhenniveau der Gössigerhöchi erreichen, kommen zwei Skifahrer entgegen. Es sind die einzigen Freizeitler, die wir auf der ganzen Tour treffen. Auf der Höhe führt der Weg ein paar Meter durch eine schmale Waldschneise, bis ein Wanderwegweiser die Gössigenhöchi anzeigt. Die Sitzbank ist etwas unterirdisch, im Schnee versunken. Deshalb geniessen wir im Stehen die herrliche Aussicht in Richtung Süden, auf die Glarner Alpen und auch auf die Churfirsten.

Lange dauert die Pause nicht, denn der kalte Wind verordnet uns Bewegung. Auch sieht der Südhang zu verlockend aus, um zu lange oberhalb stehen zu bleiben. Für den Rückweg nach Hemberg wollen wir einen ordentlichen Schlenker über den Weiler Bendel machen, wo wir auf eine Einkehrmöglichkeit spekulieren.

Doch zuerst ist mal weglos abwärts angesagt. Die gefrorene Schneedecke verschafft nicht den erhofften Spass. Zu sehr bremsen die Zacken und Stifte an der Sohle der Schneeschuhe. Für das richtige Schneeschuhfeeling wäre die Hangneigung sowieso etwas zu gering. So ist es eher von Vorteil, das der Hang nicht so steil ist.

Eigentlich liegt Hemberg nordwestlich von uns, doch wir bewegen uns lange in südöstliche Richtung. Ständig hoffen wir auf die richtungsändernde Abzweigung. Auch ein Strässchen, das kurze Zeit in unsere Zielrichtung verläuft, macht bald wieder einen Bogen um 180 Grad.

Über die Bergkante sehen wir in der Tiefe ein Strässchen, das in unsere gewünschte Richtung verläuft. Und schliesslich gelangen wir über einen beschilderten Wanderweg dort hin. Doch bald macht dieses Strässchen auch wieder einen Bogen in die entgegengesetzte Richtung. Zwar zweigt ein weiteres Strässchen nach rechts ab, aber das endet ganz offensichtlich bei einem Bauernhaus.

Da rettet uns wieder ein mal ein Wanderwegweiser. Frohen Mutes folgen wir den gelben Markierungen, die sich aber bald unterm Schnee verstecken. Auf der Suche nach der nächsten Markierung finden wir Pfade im steilen Hang. Schnell kommt der Gedanke auf, dass uns wieder einmal Kühe ein Ei gelegt und uns auf den Kuhpfad geschickt haben. Völlige Gewissheit haben wir am Stacheldrahtzaun, auf dessen anderen Seite uns ein aufgebrachter Hund ankläfft.

In der Hoffnung, irgendwo ein Schlupfloch im Zaun zu finden, laufen wir am Zaun entlang, haben eher Schlupf am Boden als im Zaun. Doch dann endet der Zaun und über eine Wiese landen wir weglos wieder an einem Strässchen. Zwar scheint es genau in unsere Wunschrichtung zu verlaufen, aber der wenn auch leichte Anstieg will nicht enden. Fast einen Kilometer der Steigung haben wir anfangs vor Augen, ein demotivierender Anblick.

Schliesslich zweigt linkerhand ein Wanderweg ab, der zu aller Erleichterung auch noch einen dreiviertel Kilometer leicht abwärts führt. Auf der gegenüberliegenden Bergseite sehen wir schon Bendel, wissen es nur noch nicht. Der Wanderweg mündet wieder in ein Strässchen, davon gibt es hier viele. Ein Wanderwegweiser zeigt nun als aktuelle Position Ämelsberg und als Gehzeit nach Bendel 25 Minuten an.

Fünfundzwanzig Minuten reden wir uns aus psychologischen Gründen ein, dass das Gasthaus in Bendel heute keinen Ruhetag hat. Genau nach 25 Minuten hängt der Rucksack an einer Federwaage in Bendel - Vollausschlag! Das Gasthaus macht einen verdächtig ruhigen Eindruck. Doch da erblicken wir eine Tafel an der Hauswand des Gasthauses, über das wir uns mehr freuen, als über jede Markierung bei der Wegsuche. Auf der Tafel steht in grossen Buchstaben das Wort "offen", ab sofort unser Lieblingswort.

Selbst nach dem Eintritt in das Gasthaus durch eine Tür, bei der wir uns fragen, ob das nicht eher der Dienstboteneingang ist, verunsichert uns die Stille. Hinter der nächsten Türe mit der Aufschrift "Stube" finden wir einen menschenleeren Raum. Doch eine Türe weiter werden wir ein einer beheizten Gaststube freundlich empfangen. Sogar ein Gast sitzt da.

Bei der netten Bewirtung und guten Stimmung bleiben wir anderthalb Stunden sitzen. Offensichtlich machen wir so eine geschafften Eindruck, dass uns der Wirt nach Hemberg fahren will. Wir fühlen uns aber wieder fit und lehnen dankend ab. Obwohl uns die Wirtin versichert, dass die Wanderwege schneefrei sind, stapfen wir nach der Rast zunächst ein paar Hundert Meter durch den Schnee. Dann führt ein geräumter Wirtschaftsweg zur Strasse hin, der wir nordwärts folgen.

Nach einem dreiviertel Kilometer werden wir an der Strasse zum Konsum verführt. Ein Selbstbedienungsverkaufsstand bietet unter Anderem Freilandeier und Bloderchäs. Unser verheirateter Mitwanderer meint, er müsse schon wegen des Namens seiner Gattin so einen Käse mitbringen. In einen Schlitz in der Wand der nebenstehenden Scheune schmeissen wir den Obolus für unsere Einkäufe.

Ein paar Hundert Meter später zweigt der Wanderweg von der Strasse nach rechts ab. Am Rande des Schotterweges liegt so viel Schnee, dass wir die Wanderung mit Schneeschuhen an den Füssen zu Ende bringen könnten, aber die Begeisterung hält sich in Grenzen. So laufen wir auf dem Schotterweg mit den Schneeschuhen am Rucksack befestigt weitere 5 Minuten bis zur Anhöhe Rigelschwendi.

Der Wanderwegweiser zeigt unmissverständlich auf einen schneebedeckten Hang, der sicher mit Schneeschuhen leichter zu begehen ist als ohne. Also steigen wir doch in die Schneeschuhe ein und laufen die nächsten knapp 2 Kilometer etwa 200 Höhenmeter hinunter bis Gäwis, am Rande von Hemberg. Dort packen wir die Schneeschuhe endgültig auf den Rucksack und laufen die letzten 500 Meter an der Stassse entlang, bis ins Zentrum von Hemberg.

Bild 1: Lücke im Hochnebel

Bild 2: Blick übers Neckertal

Bild 3: winterlicher Wanderweg

Bild 4: winterlicher Wanderweg

Bild 5: Sonnenloch

Bild 6: Sonnenloch

Bild 7: Hemberg und Wilkethöchi

Bild 8: Tobelweg

Bild 9: Mistelegg

Bild 10: Blick Richtung Säntis

Bild 11: Hemberg und Wilkethöchi

Bild 12: Nordwesthänge über Mistelegg

Bild 13: Speer

Bild 14: Winter und Sommer

Bild 15: Schneeverwehung

Bild 16: der Sonne entgegen

Bild 17: Outdoorlädeli

Bild 18: Winterlandschaft

Bild 19: von Säntis bis Lütispitz

Bild 20: Blick zum Säntis

Bild 21: Blick zum Säntis

Bild 22: Blick auf die Glarner Alpen

Bild 23: Gössigenhöchi (1436m)

Bild 24: Churfirsten und Speer

Bild 25: Südwesthang unter Gössigenhöchi

Bild 26: Drei Wanderer im Schnee

Bild 27: Blick zum Speer (1951m)

Bild 28: vom Säntis über Lütispitz zum Stockberg

Bild 29: Holz vor der Hütten

Bild 30: Wasserfall und Eiszapfen

Bild 31: Blick Richtung Ämelsberg

Bild 32: altes Schweizerhaus

Bild 33: Federwaage - Vollausschlag

Bild 34: Gasthaus Sternen in Bendel

Bild 35: Selbstbedienungsverkaufsstand

Bild 36: Lütispitz, Stockberg und Churfirsten

Bild 37: Wanderweg für Schneemänner

Bild 38: Blick zum Säntis

Bild 39: Winterweg

Bild 40: Blick zum Säntis

Bild 41: Drei Wanderer im Schnee

Bild 42: Blick zum Säntis

Bild 43: Blick auf Hemberg
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