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Fitteren - Mülibachtal (414)
Samstag 07.06.2014

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - Wattwil - Schänis - Näfels - Glarus - Schwanden - Engi

Route: Engi-Grund - Altstafelrus - Hübeliplanggä - Altmannberg - Ochsenbüel - Stäfeli Fitteren - Bärenboden - Zindelchopf - Figlerboden - Gams - Ueblital - Hatzgen - Engi Grund

Gehzeit: ca. 6:30 h
Engi-Grund - Altstafelrus  ... 1:05 h
Altstafelrus - Hübeliplanggä  ... 0:15 h
Hübeliplanggä - Altmannberg  ... 0:30 h
Altmannberg - Ochsenbüel  ... 0:20 h
Ochsenbüel - Stäfeli Fitteren  ... 0:35 h
Stäfeli Fitteren - Bärenboden  ... 0:15 h
Bärenboden - Zindelchopf  ... 0:10 h
Zindelchopf - Figlerboden  ... 0:10 h
Figlerboden - Gams  ... 1:45 h
Gams - Ueblital  ... 0:25 h
Ueblital - Hatzgen  ... 0:10 h
Hatzgen - Engi Grund  ... 0:50 h

Höhendifferenz: ca. 1180m

Distanz: ca. 15km

Das Örtchen Engi im Safiental ist wohl nicht auf Touristen eingestellt, die mit dem Auto anreisen. Doch fast am Ende des Dorfes finden wir in einer grösseren Häuserlücke eine Parkbucht mit einem freien Abstellplatz ohne Verbotsschild. Eine Minute später steht schon ein Anwohner da und fragt uns, ob wir gewusst hätten, dass dieser Platz frei ist. Er hatte ihn für einen Besucher freigehalten, der aber abgesagt hatte. Jetzt dachte er, sein Besucher wäre doch gekommen und wollte nachschauen. Wir können aber gerne das Auto stehen lassen. Wir freuen uns natürlich sehr darüber.

Am Einstiegspunkt der Wanderung sind wir vorbei gefahren. Deshalb laufen wir jetzt ein paar Meter Richtung Dorfmitte zurück bis zum Wanderwergweiser bei Grund. Auf dem Wegweiser, der auf den Berg hin zeigt, ist u.a. Stäfeli Fitteren aufgeführt, mit einer Gehzeit von 2 h. Der privat anmutende Pfad führt von der Strasse weg, an den Eingängen der Häuser vorbei, die teilweise offen stehen. Die Bewohner sind heute am Samstag sicher in der Nähe mit putzen beschäftigt.

Nach einem Rechtsbogen steigt der Pfad mehr an und steuert auf eine Baumreihe zu. Noch vor der Baumreihe passieren wir ein Haus, das auf einem Holzbrett an der Fassade die Aufschrift "Obere Grund" trägt. Dann treten wir in den wohltuenden Schatten der Baumreihe, unter der sich ein Bach verbirgt. Hohe Mauern aus Naturstein säumen nun den breiteren Pfad, der am Rande des Baches nach oben steigt und nach etwa hundert Metern in einen Wirtschaftsweg mündet.

Wenige Meter folgen wir dem Wirtschaftsweg, bis ein Pfeil den Wanderweg nach links ableitet. Ein Bauer fragt uns, ob wir zum Weissenberg wollen, und erklärt uns, dass der Pfad, den wir gehen wollen, früher benutzt wurde, um die Kühe auf die Bergwiesen zu führen. Zwischen den steilen Bergwiesen steigen wir nun zweihundertfünfzig Höhenmeter auf einem abwechslungsreichen Grätlein, bis der Pfad in einen Wirtschaftsweg mündet.

Mal sehen wir im Westen die steilen Felswände des Glärnisch, mal sehen wir im Süden durch das Sernftal bis zum schneebedeckten Vorab und mal spenden im Hohlweg beidseitig Bäume etwas Schatten. Bei der Einmündung in den Wirtschaftsweg steht zu unserem Staunen ein Auto ohne Nummernschild. Es scheint sich um einen Dauerparkplatz zu handeln, denn selbst im Luftbild von Google ist dort ein Auto zu sehen.

Knapp zehn Minuten folgen wir dem leicht ansteigenden Wirtschaftsweg in Richtung Osten (von einer S-Kurve abgesehen) und finden an einer Weggabelung einen Wanderwegweiser mit der Positionsbezeichnung Altstafelrus. Eigentlich sollten wir jetzt geradeaus weiter laufen, doch wir biegen irrtümlicherweise nach rechts, Richtung Weissenberge ab.

Nach einigen hundert Metern erst fällt der Irrtum beim genaueren betrachten der Karte auf. Der Weg führt aber auch zu unserem Ziel. Es ist eine weitere, aber dafür weniger steil ansteigende Variante, so dass wir über den Irrtum nicht traurig sind. Eine dreiviertel Stunde laufen wir, meist im Wald, in südwestliche Richtung und steigen auf eine Strecke von knapp anderthalb Kilometern etwas über zweihundert Höhenmeter an.

Bei Altmannberg zwingt uns die grandiose Aussicht und die schöne Blumenwiese, durch die der Pfad führt, zu einer kleinen Pause. Nahe einer Hütte geniessen wir die freie Sicht ins Sernftal, auf der einen Seite bis zum Glärnisch und auf der anderen Seite über Elm bis zum Vorab. Sogar die Tschingelhoren sind jetzt zu sehen, von hier aus jedoch ohne Felsloch.

Nach der Pause überwinden wir einen Weidezaun durch ein Gatter und gelange so auf eine bunte Bergwiese, auf der deutlich die Farbe gelb dominiert. Neben Hahnenfuss gibt es ganze Kolonien von dicken Trollblumen. Am Wanderwegweiser machen wir eine schwenk nach Norden und laufen Richtung Stäfeli Fitteren, das mit einer Gehzeit von 50 min angeschrieben ist.

Nach gut zwanzig Minuten und einhundertdreissig Höhenmetern mündet der Pfad bei Ochsenbüel in den Wirtschaftsweg, der wieder auf der geplanten Route liegt. In der sonnigen Berglandschaft folgen wir dem breiten Wirtschaftsweg etwa einen Kilometer bis zur Skihütte Stäfeli Fitteren und geniessen dabei den herrlichen Panoramablick von West nach Ost.

Leider sind die Läden des Skihaus verschlossen, so dass wir uns nicht über eine Einkehr freuen dürfen. Unterhalb der Skihütte verzweigen Wanderwege in vier verschiedene Richtungen. Wir laufen auf dem Wirtschaftsweg nordwärts weiter, in zwei Kehren an einem grossen Stall mit kleinem Wohnhaus aus Naturstein vorbei, passieren nach einer viertel Stunde den Bärenboden und laufen in weiteren zehn Minuten zum Zindelchopf.

Ein Wanderwegweiser, mit der Aufschrift "Sernftal zu Füssen" (auf senkrecht abfallender Felswand) und mit den Symbolen für Aussichtspunkt und Feuerstelle, zeigt nach links. Neugierig folgen wir der Trittspur in die Richtung und finden nach wenigen Metern einen Aussichtsbalkon der besonderen Art. Wir sehen eintausend Höhenmeter hinunter in das Sernftal, wo bei Engi mit blossem Auge unser Auto zu erkennen ist.

Nur ein Meter von der ungesicherten Felskante weg, steht die vorderste Sitzbank. Wir begnügen uns lieber mit den Bänken in den hinteren Reihen. Umgeben von blühenden Heidelbeersträuchern sitzen und liegen wir auf den Bänken und geniessen die fantastische Aussicht. Im weiten Zickzack geht es nach der Rast ungefähr hundert Höhenmeter Richtung Osten zum Figlerboden hinauf. Heueggli und Engi sind auf dem Wanderwegweiser aufgeführt.

Die folgende halbe Stunde geniessen wir einen wunderbaren Panoramaweg, der ziemlich genau auf einer Höhenlinie durch den steilen Hang in Richtung Norden verläuft. Dabei passieren wir bei Schönboden eine kleine Hütte, mit Felsbrocken vor Lawinen geschützt nebst einer erfrischenden Quelle. In der Nähe von Heueggli laden Schneefelder und ein Tümpel zur Erfrischung ein, bevor es nach Norden ins Heueggliloch hinunter geht.

Wir sehen jetzt weit in das Mülibachtal hinunter. Auf der anderen Seite des Tals sehen wir Gufelstock, Bützistock und Heustock. Irgendwo dazwischen muss die Skihütte Mülibach liegen, von der wir nicht wissen, ob sie geöffnet ist. Vom Mülibach wären zur Skihütte zusätzliche dreihundert Höhenmeter aufzusteigen, die wir uns wegen der Ungewissheit sparen. Aber zunächst müssen wir über Ober, Mittler und Unter Schwamm zum Mülibach hinunter steigen.

Der Pfad verliert sich oft in der wilden Landschaft, aber immer wieder sind Dank der zahlreichen rotweissen Markierungen Andeutungen von Trittspuren zu finden. Fast eine Stunde sind wir durch die mit Felsbrocken, einzelnen Bäumen und Baumgruppen übersäten Berglandschaft unterwegs, bis wir schliesslich zwei Bauernhäuser unweit des Mülibachs passieren.

Ein Wirtschaftsweg überquert über eine Brücke den wilden und wasserreichen Mülibach. Wir laufen eine halbe Stunde lang auf der rechten Bachseite den sehr steilen Schotterweg durch das Mülibachtal bis zu einer Feuerstelle mit überdachter Sitzgelegenheit hinunter. Hier setzen wir uns erst mal in den Schatten und erholen uns von dem rutschigen Abstieg der letzten dreihundert fünfzig Höhenmetern auf dem Schotterweg.

Wenige Meter nach dem Pausenplatz zweigt bei Üblital ein Wanderweg zu den Murgseen ab. Wir bleiben dem Mülibach treu, an dem wir noch mehr als dreihundert Höhenmeter bis Engi absteigen dürfen. Ein Motorradfahrer kommt stehend den Schotterweg herunter gefahren. Er spricht uns an und bietet einem von uns eine Mitfahrgelegenheit an. Als echte Bergwanderer lehnen wir natürlich ab. Der Motorradfahrer ist der Wirt der Skihütte, von der wir jetzt erfahren, dass sie geöffnet hat.

Wegen der hohen Lufttemperaturen sind wir nicht traurig darüber, dass es im schmaler werdenden Mülibachtal jetzt schattig wird. Beidseitig ragen steile Felswände empor und wir bewundern die ausgeprägten Gesteinsschichten. Eine dreiviertel Stunde sind wir durch den Rest des Mülibachtals bis Engi unterwegs, wo wir noch einen knappen Kilometer auf der Dorfstrasse bis zum Auto laufen, vergeblich ausschauhaltend auf eine Einkehrmöglichkeit.
siehe auch

Bilder von Jürgen Duffner:    http://www.natur-um-triberg.de
   
benachbarte Wanderungen:    Rund um den Charenstock (212)   15.07.2008 (Di)
     Gufelstock (334)   16.08.2011 (Di)

Bild 1: Hatzgen Stock

Bild 2: Häuser am Obere Grund

Bild 3: Obere Grund

Bild 4: Pfad zwischen Mauern

Bild 5: Vorder Glärnisch

Bild 6: Akelei

Bild 7: Blick auf Engi

Bild 8: Häuser im Schatten

Bild 9: Vorder Glärnisch über Blütenmeer

Bild 10: Engi mit Glärnisch

Bild 11: Klappertopf

Bild 12: Blick Richtung Glärnisch

Bild 13: Blick ins Sernftal

Bild 14: Blick durch die Baumlücken

Bild 15: Sernftal und Glärnisch

Bild 16: Blick Richtung Tschingelhoren

Bild 17: Blick ins Sernftal

Bild 18: Sernftal mit Zwölfihorn und Vorab

Bild 19: Berghütte mit Glärnisch

Bild 20: Wiesenpfad und Gandstöck

Bild 21: Storchschnabel mit Vorab im Hintergrund

Bild 22: Berghütte mit Glärnisch

Bild 23: Wanderwegweiser am Altmannberg

Bild 24: Trollblumen

Bild 25: Trollblumen

Bild 26: Blick zum Zwölfihorn und Vorab

Bild 27: Sernftal und Glärnisch

Bild 28: Tschingelhoren und Laaxer Stöckli

Bild 29: Weg mit Glärnischblick

Bild 30: Weg mit Glärnischblick

Bild 31: Abedweid am Ochsenbüel

Bild 32: Weg zur Skihütte

Bild 33: Skihütte Stäfeli Fitteren

Bild 34: Haus am Bärenboden

Bild 35: Ställe am Bärenboden

Bild 36: Ställe am Bärenboden

Bild 37: Weg am Bärenboden

Bild 38: Blick auf Engi vom Zindelchopf

Bild 39: Blick zum Glärnisch

Bild 40: Piz Sardona, P. Segnas und Tschingelhoren

Bild 41: Germer und Gufelstock

Bild 42: Blüten

Bild 43: Heidelbeerblüten

Bild 44: Alpenanemone

Bild 45: Blick Richtung Glärnisch

Bild 46: Blick zu den Tschingelhoren

Bild 47: Tschingelhoren

Bild 48: Blick Richtung Gufelstock

Bild 49: Glärnisch und Sernftal

Bild 50: Blick Richtung Vorab

Bild 51: Bergweg

Bild 52: Alpenanemonen mit Glärnisch

Bild 53: Bergweg am Schönboden

Bild 54: Blick zum Gufelstock

Bild 55: Bergweg und Gufelstock

Bild 56: Mülibach mit Goggeien und Magerrain

Bild 57: Mülibach mit Goggeien und Magerrain

Bild 58: Blick zum Gufelstock

Bild 59: Bützistock, Heustock, Goggeien und Magerrain

Bild 60: Blick zum Glärnisch

Bild 61: Bützistock und Heustock überm Mülibachtal

Bild 62: Gufelstock

Bild 63: Gulderstock

Bild 64: Bützistock und Heustock

Bild 65: Gufelstock

Bild 66: Milzkraut

Bild 67: Schwammhütte und Magerrain

Bild 68: Leinkraut

Bild 69: Guldergrat und Gulderstock

Bild 70: Gulderstock und Wasserfall

Bild 71: Schwammhütte und Gufelstock

Bild 72: Distel

Bild 73: Weg im Mülibachtal

Bild 74: Mülibachtal

Bild 75: Gelber Alpenklee am Bach

Bild 76: Weg im Mülibachtal

Bild 77: Widersteiner Bach

Bild 78: Mülibach

Bild 79: Mülibach

Bild 80: Mülibach

Bild 81: Felswand im Mülibachtal

Bild 82: Bergwiesen über Engi
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