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Weg der Schweiz (2) (280)
Samstag 24.04.2010

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Zürich - Afoltern - Cham - Brunnen - (Bahn) - Flüelen

Route: Flüelen - Gruobach - Axenflue - Tellsplatte - Sisikon - Tannen - Schilti - Morschach - Chänzeli - Brunnen

Gehzeit: ca. 5:00 h
Flüelen - Gruobach  ... 0:25 h
Gruobach - Axenflue  ... 0:20 h
Axenflue - Tellsplatte  ... 0:40 h
Tellsplatte - Sisikon  ... 0:40 h
Sisikon - Tannen  ... 0:50 h
Tannen - Schilti  ... 0:15 h
Schilti - Morschach  ... 0:45 h
Morschach - Chänzeli  ... 0:35 h
Chänzeli - Grillstelle  ... 0:10 h
Grillstelle - Brunnen  ... 0:20 h

Höhendifferenz: ca. 600m

Distanz: ca. 18km


siehe auch Weg der Schweiz (1)

Es ist immer wieder sehr beeindruckend, wenn man sich am Zuger See entlang den Mythen nähert und nach einer Rechtskurve um die Rigi-Hochflue plötzlich die schneebedeckten Dreitausender der Zentralschweiz vor Augen hat.

Wir haben noch knapp fünf Minuten Zeit, um für 12 Personen am komplizierten Ticket-Automaten die Fahrscheine von Brunnen nach Flüelen zu lösen. Dort beginnt unsere Tour auf dem Weg der Schweiz - Teil 2. Nur wenige Minuten dauert die Bahnfahrt und schon stehen wir am Hafen von Flüelen, am Südufer des Urner See.

Besonders begeistert sind wir von der spitzigen Pyramide des 2540m hohen Gitschen, den wir in Laufe der Wanderung noch oft ablichten werden. Entlang der Uferpromenade verlassen wir den Bahnhof in Richtung Norden, vor Augen zwei Kirchen von Flüelen und darüber den Gipfel des Rophaien.

Gute 20 Minuten laufen wir zwischen der Häuserreihe am Ufer des Urner See und der Bahnlinie bis zum Gruonbach, wo wir ein paar Meter zur Autostrasse hinauf steigen müssen, um über eine Brücke das breite Bachbett überqueren zu können. Doch nach der Brücke geht der Pfad wieder abwärts, zum Urner See hin.

Eine Stunde lang folgen wir nun einem abwechslungsreichen Pfad, meist dicht am Ufer, bis zur Tellsplatte. Mal bergauf, mal bergab, teilt der Pfad den schmalen Uferstreifen mit Strasse und Bahn, die beide oft im Berg verschwinden. Wo der Uferstreifen durch eine senkrechte Felswand unterbrochen ist, wurde für den Wanderweg ein künstlicher Durchgang, eine Galerie oder ein Tunnel geschaffen.

Besonders ruhig wird es dort, wo die alte Strasse mit ihren Tunnelabschnitten ausschliesslich den Wanderern und Radfahrern vorbehalten ist. Immer wieder bleiben wir kurz stehen und geniessen den herrlichen Ausblick über den blaugrünen Urner See, hinüber zu den Gipfeln von Gitschen, Uri Rotstock, Ober- und Niderbauen und wie sie alle heissen.

Wenige Minuten vor der Axenflue, einem weiteren, sehr schönen Aussichtspunkt mit Blick auf Flüelen und den Urner See hinunter, können wir auf einer Panoramatafel die Namen der sichtbaren Bergriesen lesen. An einem kleinen Bahnwärterhäuschen vorbei, stossen wir auf das grösste Glockenspiel der Schweiz.

Die 37 Glocken, von der Schweizer Schokoladenindustrie gestiftet, sollen ein Gesamtgewicht von 6 Tonnen haben. Über ein Schaltpult können durch Knopfdruck 20 verschiedene Melodien abgespielt werden, allerdings nur während der ersten 10 Minuten jeder vollen Stunde. Wir haben Glück, denn es ist kurz nach voll. Schnell wird das Gebimmel zu laut und wir flüchten.

An einer Weggabelung entscheiden wir uns für die steile Treppe, die direkt an das Seeufer hinunter führt. Dort stossen wir auf die Tellskapelle, einem Schweizer Nationaldenkmal, wo Wilhelm Tell vor ein paar Jahren (1307) vom Schiff aufs Land gesprungen sein soll, weil der Landvogt Geßler ihm Böses antun wollte.

Auch Lauffaule erreichen das Nationaldenkmal ohne Mühe, denn ganz in der Nähe gibt es an der Tellsplatte eine Schiffsanlegestelle. Wir laufen weitere 40 Minuten den spannenden Uferweg mit gelegentlichen Gegenanstiegen, über Treppen, Galerien und Tunnel, bis wir gegen Norden zum kleinen Örtchen Sisikon und zum steilen Fronalpstock hinüber sehen.


Am Ortseingang berühren wir zum letzten mal kurz die Fahrstrasse, bevor wir sie in Sisikon unterqueren und Richtung Osten ein paar Hundert Meter ins Riemenstaldner Tal hinauf laufen. Eine Fussgängerbrücke ermöglicht das Überqueren des breiten Riemenstaldner Baches oberhalb von Sisikon. Beim anschliessenden Aufstieg, über den sonnigen Südhang, kommen wir ordentlich ins Schwitzen. Schritt für Schritt verbessert sich die Aussicht auf Sisikon mit Urner See und den schneebedeckten Bergen im Hintergrund, die aber im Gegenlicht mehr und mehr im Dunst verschwimmen.

Über 350 Höhenmeter steigen wir in einer knappen Stunde über Wirtschaftswege, teilweise asphaltiert, bis zum schönen Bergbauernhof von Tannen hinauf. Er gehört zu den ältesten in der Schweiz. Einen kleinen Abstecher zu einem Aussichtspunkt lässt sich niemand entgehen.

Schon seit Stunden hoffen wir auf einen Grillplatz und nach 15 Minuten erreichen wir endlich den Rastplatz mit Wasserstelle, wie es in einem Wanderbuch beschrieben wird. So ganz zufrieden sind wir nicht. Das Grillholz ist ausgegangen und die Wasserstelle versiegt. Ausserdem weht auf der Schilthöhe, dem höchsten Punkt der Wanderung, ein frischer Wind. Doch eine kurze Pause gönnen wir und schon.

Die nächste Station ist das Bergdorf Morschach, das laut einem Wanderwegweiser in 25 oder 50 Minuten erreicht werden kann. Wie so oft, entscheiden wir uns für die längere Variante. Die Häuser von Morschach sind schon zu sehen und vom aktuellen Standort haben wir den Eindruck, es handle sich um einen benachbarten Ortsteil von Brunnen, obwohl Brunnen 250 Höhenmeter tiefer liegt.

Auf einem schmalen Pfad laufen wir in 30 Minuten leicht auf und ab von Schilti bis Dägenbalm, das laut Wanderwegweiser noch 10 Minuten von Morschach entfernt ist. Von der Höhe halten wir schon mal Ausschau nach einem Lokal mit Gartenterrasse. Das erste Lokal am Ortsrand von Morschach hätte sicher eine tolle Terrasse mit Blick auf Morschach, erfüllt jedoch nicht mehr seinen ursprünglichen Zweck. Es wurde inzwischen zum Asylantenwohnheim umfunktioniert.

Zehn Minuten später finden wir aber im Ort ein Lokal mit einer Terrasse, wo wir es uns gut gehen lassen. Nach der Einkehr wartet noch ein letzter Anstieg auf uns, kein Fehler, da wir ja Kalorien getankt haben. Für den Aufstieg werden wir mit Tiefblicken auf Urner See und Brunnen belohnt. Nach 30 Minuten erreichen wir das Chänzeli, knapp 100 Höhenmeter unter Morschach. Tief unter uns verläuft ein Abschnitt der Axenstrasse, die wir schon so oft benutzt haben.

Wir müssen ein Weilchen gucken und entdecken auch den Wolfsprung, ein Parkplatz, der von hier aus betrachtet direkt am Wasser liegt. So mancher fährt diesen Parkplatz an, wenn er in den Süden fährt und nach Brunnen aus dem Tunnel kommt. Am Parkplatz beeindruckt der gewaltige Abgrund zum Urner See hinunter.

Rauch steigt auf. Der Wald wird wohl nicht brennen, also kann es nur ein Grillfeuer sein. So lange haben wir darauf gewartet und jetzt steigt uns der Grillduft in die Nase. Ein paar junge Grillierende erlauben uns, unsere Würstchen über ihre Glut zu halten. So kommen wir doch noch zu unserem Grillwürstchen.

Mit Grillwürstchen im Bauch steigen wir schliesslich in 20 Minuten nach Brunnen hinunter, wo wir am Morgen in den Zug nach Flüelen gestiegen sind.

Bild 1: Hafen von Flüelen

Bild 2: Flüelen und Rophaien

Bild 3: Gitschen (2540m)

Bild 4: Gitschen

Bild 5: Gitschen

Bild 6: altes Haus und altes Auto

Bild 7: Gitschen

Bild 8: Blick auf Flüelen

Bild 9: Bauen und Niderbauen

Bild 10: Pfad am Fels

Bild 11: Blick übern Urner See Richtung Flüelen

Bild 12: Gitschen

Bild 13: Gitschen, Uri Rotstock, Schlieren, Schartihöreli

Bild 14: Gitschen, Uri Rotstock, Schlieren, Schartihöreli

Bild 15: Blick Richtung Flüelen

Bild 16: Gitschen

Bild 17: Gitschen, Uri Rotstock, Schlieren, Schartihöreli

Bild 18: Galerie

Bild 19: Blick Richtung Oberbauen

Bild 20: Tunnel

Bild 21: Gitschen, Uri Rotstock, Schlieren, Schartihöreli

Bild 22: Blick durchs Tunnelfenster

Bild 23: Schutz vor Steinschlag, Niderbauen

Bild 24: Galerie mit Blick zum Oberbauen

Bild 25: Bergsicht mit Panoramatafel

Bild 26: Strassenbrücke

Bild 27: Glockenspiel

Bild 28: Glockenspiel

Bild 29: Tellskapelle

Bild 30: Blick zum Oberbauen

Bild 31: Anlegestelle Tellsplatte

Bild 32: Uferweg

Bild 33: Uferweg

Bild 34: Zwischen Bahn und See

Bild 35: Uferweg

Bild 36: Uferweg

Bild 37: Oberbauen

Bild 38: Blick Richtung Sisikon

Bild 39: Uferweg

Bild 40: Uferweg

Bild 41: Niderbauen Chulm

Bild 42: alte Strasse unterm Fels

Bild 43: Sisikon

Bild 44: alte Strasse am Fels

Bild 45: Sisikon

Bild 46: Riemenstaldner Bach

Bild 47: Sisikon und Riemenstaldner Bach

Bild 48: Sisikon mit Ober- und Niderbauen

Bild 49: Bergpfad

Bild 50: Sisikon

Bild 51: Sisikon

Bild 52: Ober- und Niderbauen

Bild 53: Ober- und Niderbauen

Bild 54: Sisikon, Urner See, Gitschen

Bild 55: diesige Bergsicht

Bild 56: Schmetterling

Bild 57: Schmetterling

Bild 58: Bauernhof unterm Fronalpstock

Bild 59: Morschach und Brunnen

Bild 60: Pfad über Morschach

Bild 61: Kirche und Kapelle in Morschach

Bild 62: altes Haus in Morschach

Bild 63: Zahnradschiene und Haus in Morschach

Bild 64: Urner See im Abendlicht

Bild 65: Fronalpstock (1921m)

Bild 66: Pfad bei Morschach

Bild 67: Brunnen und Rigi Hochflue (1699m)

Bild 68: Brunnen

Bild 69: Blick vom Chänzeli

Bild 70: Blick vom Chänzeli

Bild 71: Gasthaus in Brunnen
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