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Arvi Trail (272)
Samstag 23.01.2010

Anfahrt: Rielasingen - Konstanz - Zürich (Nord) - Luzern - Stans - Dallenwil - Wirzweli

Route: Wirzweli - Horn - Gummen - Gummen-Alp - Egg - Loch - Aecherli - Kapelle Holzwang - Gasthaus Waldegg - Wirzweli

Gehzeit: ca. 4:00 h
Wirzweli - Horn  ... 0:40 h
Horn - Gummen  ... 0:40 h
Gummen - Gummen-Alp  ... 0:10 h
Gummen-Alp - Egg  ... 0:20 h
Egg - Loch  ... 0:30 h
Loch - Aecherli  ... 0:20 h
Aecherli - Holzwang  ... 0:20 h
Holzwang - Waldegg  ... 0:50 h
Waldegg - Wirzweli  ... 0:10 h

Höhendifferenz: ca. 500m

Distanz: ca. 12km

Durch die Fertigstellung der Autobahn-Umfahrung von Zürich rückt die Zentralschweiz für Tagesausflüge ein deutliches Stück näher. Schon auf der Autobahn fallen uns die vielen PKW mit Skiern auf dem Dach auf. Sie bewegen sich leider auch in unsere Richtung. An der Talstation der Seilbahn Dallenwil-Wirzweli machen wir dann eine angenehme und eine unangenehme Beobachtung.

Während der Himmel bisher grau wie am Bodensee war, leuchten jetzt benachbarte Gipfel im strahlenden Sonnenlicht. Wir müssen aber noch unbestimmte Zeit in tieferen Lagen ausharren, denn am Eingang der Seilbahnstation wartet eine Menschentraube auf Einlass. Schneller als erwartet werden die sonnenhungrigen, meist Skifahrer, mit den Doppelkabinen abtransportiert.

In der Nähe der Bergstation leihen zwei Mitwanderinnen in einem kleinen Sportgeschäft Schneeschuhe für 18,00 CHF. Dann kann's los gehen. Am Rande der Skipiste, die am schattigen Nordhang zwischen Wirzweli und Horn liegt, steigen wir auf. Schon nach wenigen Metern stossen wir auf den ausgetretenen Schneeschuhpfad. Nach zwanzig Minuten fallen die ersten Hüllen. Vom Aufstieg Schweissperlen auf der Stirn und erste Sonnenstrahlen im Gesicht bewegen den einen oder anderen zum Ablegen eines Kleidungsstücks.

Noch mal zwanzig Minuten steigen wir in weitem Zickzack zum sonnigen Horn hinauf, einem Aussichtspunkt und dem östlichsten Punkt des Panoramaweges. Eine Sitzbank würde zum Rasten einladen, aber nach erst 40 Minuten Gehzeit wollen wir uns mit einer kürzeren Rast begnügen. Ein Gruppenbild mit Stanserhorn im Hintergrund wird geschossen und nach einer kurzen Unterhaltung mit anderen Schneeschuhläufern setzen wir den Marsch fort.

Nur unwesentlich steigt der gut ausgetretene Pfad in Richtung Südwesten an. Nach 20 Minuten versetzt uns die gespaltene Fluh ins Staunen, ein schmaler Spalt im Fels, so tief, dass er nicht auf ein Foto im Hochformat passt. Mal unterhalb des Grates, mal direkt auf dem breiten Grat, laufen wir weiter, bis durch eine Baumlücke wieder ein Anstieg zu sehen ist. Der Anstieg könnte einem erspart bleiben, denn der Normalweg umgeht den Gipfel im Norden. Doch der Gipfel verspricht eine Rundumsicht, so dass wir den 5-minütigen Anstieg in Kauf nehmen.

Für die Anstrengung des Aufstiegs werden wir auch reichlich mit einer tollen Aussicht in alle Richtungen belohnt. Im Süden sehen wir in das Engelberger Tal hinunter und zum Titlis mit seinem markanten Bauwerk am Gipfel hinüber. Im Osten sitzen viele Skifahrer auf der Terrasse der Gummen-Alp. Im Norden könnte man mit Adleraugen bestimmt die Gäste auf der Terrasse des Stanserhorn sehen und in den Tälern löst sich der Hochnebel immer noch nicht auf.

Ein Mitwanderer verteilt auf diesem höchsten Punkt der Wanderung einen leckereren Kräuterschnaps. Dann sind wir für die Fortsetzung der Wanderung fit. Die nahe liegende Gummen-Alp lassen wir links liegen, bzw. umgehen wir auf der linken Seite. Ein Lift führt von Wirzweli hier herauf, deshalb ist die Terrasse des Berggasthauses gut besucht. Wir folgen einem schmalen und ausgetretenen Schneeschuhpfad entlang eines ziemlich steilen Südhangs.

Vor uns taucht der Gipfel des Gräfimattstand auf und hinter uns beeindruckt die scharfe Kante des Haldigrat östlich vom Brisen. Durch einen Waldhang schlängelt sich die Spur um die Bäume und deren Wurzeln erfordern erhöhte Aufmersamkeit. Dann mündet der schmale Pfad wieder in einen breiten Gratweg, der auf die steilen Osthänge des Grafimattstand zu läuft. Ein paar Meter folgen wir diesem Gratweg, doch dann können wir der Versuchung nicht wiederstehen.

Nach anfänglichem Zögern stürmen alle mehr oder weniger flott den schattigen Nordhang hinunter. Tiefe Spuren hinterlassen wir im pulverigen Tiefschnee und zu schnell stossen wir wieder auf dem offiziellen Winterpfad bei Vorderegg. Mit Blick auf Chli Horn und Stanserhorn folgen wir dem Pfad, der bald in einen Wirtschaftsweg mündet. Auf dem Dürrenboden lässt uns ein kurzen Anstieg noch mal etwas schnaufen, bevor eine Abkürzung zur Alpe Chieneren wieder Tiefschneevergnügen bringt. Ein Maultier streckt hier seinen Hintern in die Sonne und nimmt kaum Notiz von uns.

Wenige Minuten später bewundern wir bei Aecherli ein Kunstwerk aus drei Steinsäulen. Das Kunstwerk nennt sich "Ort der Begegnung" und wurde im Jahre 2000 von Schülern errichtet. Im Osten sehen wir nun ins Sarner Tal hinunter. Im Norden lugt der Turm der Holzwang-Kapelle über den Baumgipfeln hervor. Mit der Sonne im Nacken sind wir dort hin ca. 20 Minuten unterwegs. Die Kapelle klebt an einem sehr steilen Osthang. Eine Sitzbank auf einer kleinen Terrasse der Kapelle lädt zum Rasten ein.

Wir geniessen den Blick zum Sarner See, über dem ein dünner Wolkenschleier liegt und zum schneebedeckten Gipfel des Pilatus. Doch selbst in der Sonne kommt man ohne Bewegung bald ins frösteln, so dass wir die Pause frühzeitig beenden. Über die Treichialpen soll es nach Wirzweli nur noch bergab gehen. Doch dazwischen liegt ein Tobel, der südwärts umgangen werden muss. Am Südhang unterhalb von Holzwang ist die Schneedecke dünn, so dass wir dem Hang gerade noch wiederstehen können.

Aber schon nach 100m zeigen erste zaghafte Versuche, dass die Schneedecke doch für einen weglosen Abstieg reicht. Während wir weiter in Richtung Süden auf einer Höhenlinie und gelegentlich auch leicht ansteigend weiterstapfen, ist noch kein Übergang über den Tobel zu erblicken. Eine entgegenkommende Spaziergängerin verrät uns jedoch die Richtung, in der wir eine Brücke über den Tobel finden sollen.

Nach 300m treffen wir in Brückennähe auf den offiziellen Schneeschuhtrail. Über die Brücke erreichen die Bewohner von Wirzweli mit dem PKW ihren Wohn- oder Ferienort. Wir folgen dem Fahrweg, auf dem das eine oder andere Auto entgegen kommt, bis zur Talstation der Gummenbahn. Dort setzen wir uns auf die Terrasse des Gasthaus Waldegg und geniessen die letzten Sonnenstrahlen, bevor sie hinter den Berggipfeln verschwindet.

Die letzten Meter gleichen eher der Fussgängerzone einer Grossstadt, zumindest was den Rummel anbelangt. Auf flachen Hängen üben Kinder die ersten Schwünge auf Skiern. An der Bergstation schreckt uns wieder eine Menschenmasse, die alle in die nebligen Tieflagen zurückkehren wollen. Auf angenehme Weise wird einem vom Liftbetreiber das Warten durch kostenlosen Glühwein und Apfelpunsch versüsst.

Bild 1: Buochserhorn zwischen Wolken

Bild 2: Chli Horn

Bild 3: Stanserhorn von Wirzweli aus

Bild 4: Nebelmeer, Rigi, Buochserhorn

Bild 5: Blick zum Brisen

Bild 6: Buochserhorn und Stollen

Bild 7: Chli Horn und Stanserhorn

Bild 8: Gespaltene Fluh

Bild 9: Panoramawelt

Bild 10: Brisen mit Haldigrat

Bild 11: Panoramawelt

Bild 12: Blick Richtung Rigi und Bouchserhorn

Bild 13: Aufstieg zum Gummen

Bild 14: Aufstieg zum Gummen

Bild 15: Gummen im Gegenlicht

Bild 16: Walenstöcke und Titlis

Bild 17: Gummen-Alp

Bild 18: Rigi überm Nebelmeer

Bild 19: Stanserhorn

Bild 20: Gummen mit Umgehung

Bild 21: Gummen-Alp und Pilatus

Bild 22: Blick Richtung Titlis

Bild 23: Gummen und Brisen

Bild 24: Waldpfad

Bild 25: Egg und Gräfimattstand

Bild 26: Pilatus und Stanserhorn

Bild 27: Stanserhorn über Vorderegg

Bild 28: Stanserhorn

Bild 29: Rigi und Buochserhorn

Bild 30: Wirtschaftsweg auf dem Dürrenboden

Bild 31: Buochserhorn über Wirzweli

Bild 32: Winterlandschaft

Bild 33: Schwalmis und Brisen

Bild 34: Schneeschuhspur

Bild 35: Buochserhorn

Bild 36: Chieneren und Buochserhorn

Bild 37: Maultier bei Chieneren, Buochserhorn

Bild 38: Winterlandschaft, Gräfimattstand

Bild 39: Ort der Begegnung bei Aecherli

Bild 40: Spitze des Brisen

Bild 41: Brisen über Holzwang

Bild 42: Nebel überm Sarner See

Bild 43: Blick Richtung Pilatus

Bild 44: exponierte Bergalm

Bild 45: Abstieg bei Holzwang

Bild 46: Schwalmis, Brisen und Wirzweli

Bild 47: Blick Richtung Chli Horn

Bild 48: Buochserhorn und Stollen

Bild 49: Weglos bei Ronenmattli

Bild 50: Wegweiser in Wirzweli

Bild 51: Chli Horn und Stanserhorn
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