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Gürgaletsch (294)
Samstag 21.08.2010

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - St. Gallen - St. Margrethen - Sargans - Chur - Tschiertschen

Route: Tschiertschen - Furgglis - Gruoben - Tälli - Stelli - Gürgaletsch - Stelli - Obersäss - Farur - Tschiertschen

Gehzeit: ca. 6:00 h
Tschiertschen - Furgglis  ... 1:00 h
Furgglis - Gruoben  ... 0:40 h
Gruoben - Stelli  ... 1:10 h
Stelli - Gürgaletsch  ... 0:30 h
Gürgaletsch - Stelli  ... 0:20 h
Stelli - Obersäss  ... 0:30 h
Obersäss - Farur  ... 0:40 h
Farur - Tschiertschen  ... 1:10 h

Höhendifferenz: ca. 1120m

Distanz: ca. 15km

Fast 800 Höhenmeter schraubt sich das Bergsträsschen von Chur nach Tschiertschen hinauf. Wir sind froh darüber, denn diese Höhenmeter bleiben unseren Füssen erspart. Am Ortseingang von Tschiertschen stehen jede Menge Parkplätze zur Verfügung, mit schönster Aussicht über das Tal Schanfigg.

Wir folgen dem schmalen Dorfsträsschen, das in einen Wendekreis für Postbusse mündet und bewundern die hübschen, liebevoll gepflegten Häuser mit überwiegend dunklen Holzfassaden. Ein Anwohner scheint keine Fremden zu mögen, denn er untersagt per Amtsverbot jegliches Begehen des Areals mit Androhung einer Busse von bis zu 1000 CHF bei Widerhandlungen.

Wie man es von Skipisten kennt, zeigt eine Informationstafel den Zustand von 12 Einkehrmöglichkeiten an, von denen nur eine mit der roten "geschlossen"-Tafel versehen ist. Am südlichen Ortsrand zweigt der Wanderweg in Form einer Trittspur nach rechts ab und schlängelt sich im Zickzack zwischen grossen Lärchen hindurch den steilen Wiesenhang hinauf.

Unzählige Schmetterlinge flattern um uns herum und besetzen die bunten Blüten der Wiesenblumen. Dem Pilzkenner lacht das Herz, aber auch die Anderen erfreuen sich am Anblick der verschiedenen Pilzformen. An einem grossen Fliegenpilz, wie man ihn sonst nur von Bildern kennt, kommt kein Digitalkameraträger ohne anzuhalten vorbei.

Immer wieder tauchen einzelne, zu Feriendomizilen umfunktionierte Häuschen zwischen Baumgruppen auf, und alle sind sie mit dem Auto erreichbar. Im Gegensatz zu den Häuschen passen diese Blechkisten nicht so gut in das Bild der Natur.

Nach einer Stunde passieren wir das Berggasthaus Furgglis, mehr als 200 Höhenmeter über unserem Ausgangsort Tschiertschen. Noch zu früh, schon einzukehren, setzen wir den Marsch auf einem flachen Schotterweg fort. Doch schon nach ein paar Minuten sorgt ein ansteigender Pfad wieder für Höhenmeter.

Langsam nähern wir uns der Baumgrenze. Bei der mit Felsen übersäten Alpwiese Gruoben gabelt sich der Weg, führt einerseits zum Joch mit Berggasthaus und auf der anderen Seite durch das Tälli zur Einsattelung Stelli. Vom Joch her quälen sich ein paar Biker den holperigen Wanderweg herunter. Wir werden nur von schwächelnden Mitwanderern durch eine Pausenforderung gequält.

Mit dem um ein Pausenbrot erleichterten Rucksack geht es nun auch flott den Berg hinauf. Nach mehreren Kehren erreichen wir das Hochtal Tälli, wo die Markierungen zwischen den Rasenpolstern spärlicher werden. Unterhalb vom langen Südrücken des Gürgaletsch steigen wir bis zur Einsattelung Stelli hinauf. Ab hier turnen wir auf dem schmalen Grat nur wenige Höhenmeter ansteigend bis zum 700m entfernten Gipfel des Gürgaletsch.

Unweit des Gipfels sehen wir die Bergstation eines Skilifts, der im Winter den Skifahrern eine schwarze Abfahrt ermöglicht. Trotz Dunst geniessen wir die Aussicht über das Tal Schanfigg, zum Weisshorn, hinter dem sich Arosa verbirgt, nach Lenzerheide mit seinem See, nach Chur hinunter und zur Calanda hinüber.

Der Gürgaletsch wird im Rother Wanderführer als leicht ersteigbar beschrieben und trotzdem wird Schwindelfreiheit gefordert. Diese Anforderung muss nicht zu hoch bewertet werden. Und wäre sie nicht im Wanderführer aufgeführt, würde sich kaum ein Wanderer vom Grat abschrecken lassen. Wir kehren nach 40 Minuten Rast zur Einsattelung Stelli zurück.

In Gratnähe laufen wir in südliche Richtung auf das Parpaner Schwarzhorn zu, bis es schliesslich 200 Höhenmeter zur Alm Obersäss hinunter geht. Rund um die Alm lauern weidende Kühe und bewegen ihren dicken Hintern erst weg, wie wir ganz nahe sind.

Durch das Alpnachtal geht es dann eher gemütlich in 40 Minuten zur 2 km entfernten Republik Farnur, so die Aufschrift auf einer Holztafel an einem Blockhaus. Die Häusergruppe ist mit dem PKW erreichbar. Hier befindet sich die Talstation des Skilift, der im Winter Skifahrer bis in die Nähe des Gürgaletsch-Gipfel hinauf befördert.

Wir folgen dem Zufahrtssträsschen zur Republik gerade mal 200m talwärts und biegen dann auf einen Wanderpfad ab. Laut digitaler Karte SwissMap soll der Wanderweg nach etwa 700 Metern an eine Seilbahn stossen und dann eine Kehre im spitzen Winkel machen. Wir stehen unter dem ruhenden Sessellift, aber weit und breit ist keine Kehre in Sicht.

Die frisch gemähten Bergwiesen schreien geradezu danach, betreten zu werden. Also laufen wir weglos die steilen Wiesen hinunter. Ein kurzes Gespräch mit einer Frau, die Heu zusammen recht, gibt Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weglosweg sind.

Sieben Wiesen später stossen wir auf einen Wirtschaftsweg, dem wir weiter abwärts folgen. Endlich entdecken wir auch wieder die roten Markierungen des Wanderweges und grosse Lärchen, wie wir sie am Morgen beim Aufstieg bewundern durften.

Hinter einer Bergkante kommt zunächst nur der Kirchturm und dann auch die Häuser von Tschiertschen zum Vorschein. Zu unserer Freude entdecken wir zudem mitten im Ort die sonnenschirmbestückte Terrasse eines Gasthauses. Das wird unser nächstes Etappenziel sein.

Fünfzehn Minuten später sitzen wir mitten in Tschiertschen auf der Terrasse eines alten Hotels, das im Moment von einem deutschen Pächter geführt wird, und geniessen deutsches Hefeweizen. Stunden später sind wir wieder fit für die letzten 300m bis zum Auto.

Bild 1: Blick über das Tal Schanfigg

Bild 2: Calfreisen und Montalin unter Wolken

Bild 3: Betreten kann teuer werden

Bild 4: Dorfkirche Tschiertschen und Alpstein

Bild 5: Alpstein über Tschiertschen

Bild 6: Schmetterling

Bild 7: Pilze

Bild 8: Wanderwegmarkierung

Bild 9: Hütten zwischen Lärchen

Bild 10: Berghütte

Bild 11: Feriendomizil

Bild 12: Fliegenpilz

Bild 13: Berghütte

Bild 14: Berglandschaft

Bild 15: Blick von Gruoben zum Joch

Bild 16: Aufstieg ins Tälli

Bild 17: Westwand Gürgaletsch

Bild 18: Täliflue und Ortschaft Praden

Bild 19: Gürgaletsch-Grat

Bild 20: Blick Richtung Weisshorn

Bild 21: Blick Richtung Weisshorn

Bild 22: Gürgaletsch-Grat

Bild 23: Gürgaletsch-Grat

Bild 24: Blick Richtung Chur

Bild 25: Bergblumen

Bild 26: Campingplatz

Bild 27: Gürgaletsch-Grat

Bild 28: Berglandschaft

Bild 29: Blick übers Tal Schanfigg

Bild 30: Chur und Calanda

Bild 31: Gürgaletsch-Grat

Bild 32: Blick Richtung Weisshorn

Bild 33: Blick Richtung Weisshorn

Bild 34: Blick Richtung Parpaner Rothorn

Bild 35: Abstieg zur Obersäss

Bild 36: Wollgras

Bild 37: Obersäss

Bild 38: Kühe

Bild 39: Kuhherde

Bild 40: Weg durchs Alpbachtal

Bild 41: Alpstein

Bild 42: Blick Richtung Montalin

Bild 43: Alpstein

Bild 44: Ferienhäuschen

Bild 45: Abstieg nach Tschiertschen

Bild 46: Bergwiese und Kirchturm von Tschiertschen

Bild 47: Ferienhäuschen

Bild 48: Tschiertschen

Bild 49: Tschiertschen

Bild 50: Haus von 1645

Bild 51: Dorfkirche von Tschiertschen

Bild 52: Tschiertschen mit Weisshorn
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