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Alpenpässe-Weg (357)
Freitag 11.05.2012

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - Wil - St. Gallen - St. Margrethen - Sargans - Chur - Reichenau-Tamins

Route: Reichenau - Farsch - Bonaduz - Flies - Sigl Ault - Parstogn - Versamer Tobel - Versam - Carrera - Carreratobel - Valendas - Stn. Sagnon

Gehzeit: ca. 7:10 h
Reichenau - Farsch ... 0:15 h
Farsch - Bonaduz ... 0:25 h
Bonaduz - Flies ... 1:35 h
Flies - Sigl Ault ... 0:15 h
Sigl Ault - Parstogn ... 0:20 h
Parstogn - Versamer Tobel ... 0:25 h
Versamer Tobel - Versam ... 0:50 h
Versam - Carrera ... 1:45 h
Carrera - Carreratobel ... 0:30 h
Carreratobel - Valendas ... 0:20 h
Valendas - Stn. Sagnon ... 0:30 h

Höhendifferenz: ca. 650m

Distanz: ca. 22km

         siehe auch:  08.04.2007 (So)     Rheinschlucht (164)

Schon nach einer viertel Stunde unterbrechen wir unsere Fahrt für einen Fotostopp, denn die Alpensicht von der Anhöhe bei Kalchrain ist einfach überwältigend. Vom Säntis über die Churfirsten, die Glarner und die Berner Alpen, bis zu Rigi und Pilatus, sind alle aussergewöhnlich klar zu sehen. Eine Frau versucht, über eine App auf dem Smartphone die einzelnen Gipfel zu identifizieren.

Am Bahnhof von Reichenau-Tamins, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung, wollen wir Zug- und Parkticket am Schalter lösen, doch den gibt es nicht mehr. Gut, dass wir genügend Münz für den Automaten dabei haben. Für 8,00 SFR dürfen wir bis am anderen Morgen parken.

Wir folgen stur den Wanderwegweisern, die uns auf dem zweitkürzesten Weg durch die Unterführung zur anderen Strassenseite leiten. Man hätte auch einfach die wenig befahrene Strasse überqueren können. Auf der anderen Strassenseite sehen wir durchs Gebüsch den breiten Strom des Rheins, der jetzt schon das Wasser von Vorder- und Hinterrhein mit sich führt.

Nach wenigen Meter macht die Strasse einen Rechtsbogen und quert über eine schmale Brücke den Rhein. Von der Brücke aus sehen wir den nahen Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein. Am Ende der Brücke passieren wir das Schloss Reichenau, in dem ein Hotel untergebracht ist. Hier zeigt auch eine Ortstafel den Beginn des Ortes Reichenau -Tamins an.

Nach den alten Gebäuden des Schlosses wenden wir uns wieder nach links und überqueren eine zweite Strassenbrücke, dieses mal über den Vorderrhein. Der Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein ist jetzt aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Bereits wenige Meter nach der Brücke zweigt nach links ein Wirtschaftsweg ab. Ein Wanderwegweiser zeigtt verschiedene Routen nach Bonaduz an, mit Gehzeiten zwischen 35 Minuten und einer Stunde. Der Verkehrslärm fällt uns im Moment besonders auf, kein Wunder, so eingekesselt, zwischen Autostrassen und Bahnlinien.

Nach der Unterquerung einer stählernen Eisenbahnbrücke treten wir ins freie Gelände. Zwei Spuren eines langen, geraden Wirtschaftsweges durchziehen bunte Blumenwiesen. Ein Bauer beschäftigt sich bereits mit der Heuernte.

Nach einem knappen Kilometer steigt der Weg leicht an und wegen der sommerlichen Temperaturen sind wir ganz froh, dass er in ein Waldstück eintaucht. Mit der Nähe zum Ort Bonaduz nähert sich der Weg auch der Fahrstrasse. In Bonaduz sehen wir eine beeindruckende Panoramatafel mit all den Wanderwegen rund um die naheliegende Rheinschlucht.

Beim Gang durch Bonaduz fällt uns auf, dass nach der Unterführung einer Bahnlinie die Gleise auf der falschen Seite liegen. Laut geplanter Route müssen sie rechts von uns liegen, tun sie aber nicht. Das genauere Kartenstudium bestätigt unseren Irrweg. Wir drehen um und laufen auf den Bahnhof zu, um dort erneut die Gleise zu unterqueren.

Im anschliessenden Neubaugebiet boomt der Wohnungsbau. Überall wird gehämmert und geklopft, gebohrt und geschaufelt. So mancher Altbewohner sitzt mit dunkler Miene auf seiner Terrasse und schaut dem schwinden der Aussicht entgegen. Vermutlich liegt es an den vielen Baustellen, dass die Streckenführung etwas undeutlich erscheinen wird.

Wir halten uns in Richtung Westen uns stossen nach den letzen Baustellen auch wieder auf Wegmarkierungen. Ausserhalb des Ortes begeistern uns knallig gelb blühende Wiesen, umrahmt vom hellgrün leuchtenden Laubbäumen, und im Hintergrund die schneeweiss bedeckten Gipfel der Berge.

Eine entgegenkommende Reiterin, die ihr Pferd an der Leine spazieren führt, wollen wir nach verschienenen Varianten des Weges fragen. Sie erklärt uns lediglich die sowieso geplante Route und freut sich, uns auf den richtigen Weg gebracht zu haben.

Durch hellen Laub- und Mischwald setzen wir die Tour fort, passieren auch bald den Steinbruch, den uns die Reiterin schilderte und schleppen uns schliesslich bei Flies einen tief eingeschnittenen Hohlweg hinauf. Der Wirtschaftsweg nähert sich hier einem Asphaltsträsschen, vor dessen Benutzung wir aber verschont bleiben.

Nach kaum zwei Stunden (ab Bonaduz) stehen wir am höchsten Punkt (945 MüdM) unserer Wanderung. Bei Sigl Ault kreuzen wir das Asphaltsträsschen und beginnen mit dem Abstieg zum Versamer Tobel. Ein viertel Stunde laufen wir einen mässig abfallenden Wirtschaftsweg bis zu einer malerischen Hochebe hinunter.

Auf grünen Wiesen, von vielen Baumgruppen umgeben, befinden sich die Häuser von Parstogn. Im Hintergrund strahlen schneebedeckte Gipfel im hellen Sonnenlicht. Wir lassen die Siedlung links liegen und steigen den Wanderweg über lange Serpentinen zum Versamer Tobel hinab.

Durch Baumlücken können wir die steilen Tobelhänge der gegenüberliegenden Seite sehen. Auch die Tunnelöffnung der tiefer liegenden Autostrasse ist zwischen den Ästen zu beobachten. Eine knappe halbe Stunde laufen wir etwa 200 Höhenmeter zur Tobelbrücke hinunter.

Unweit der stählernen, alte Tobelbrücke wird eine neue Brücke aus Beton gebaut. Sie soll im nächsten Jahr fertig gestellt werden. Uns ist die alte Brücke gut genug. Von ihr sehen wir tief unten am Tobelgrund das Flüsschen Rabiusa fliessen, das nach etwa 2 km in den Vorderrhein mündet.

Zwischen alter und neuer Brücke benutzen wir wenige Meter das Autosträsschen, zweigen dann aber in Richtung Ursprung des Tobels ab. Der Blick zum Tobelgrund ist meist verwehrt, doch die gegenüberliegenden, steilen Hänge sind oft durch Baumlücken zu bewundern.

Nach wenigen hundert Metern zweigt nach rechts ein Pfad mit der Kennzeichnung als Alpenpässe-Weg ab. Durch die sommerliche Hitze fühlt sich der Pfad noch steiler an als er ohnehin schon ist. Wir bewundern einen Wiesenhang, auf dem die Blätter von Herbstzeitlosen dominieren, die jetzt natürlich nicht blühen.

Nach einem anstrengenden Anstieg von einer viertel Stunde tauchen endlich am Horizont die Häuser von Versam auf. Wir wollen glauben, dort auch eine Terrasse einer Gaststätte mit Sonnenschirm zu erkennen. Das gibt neuen Auftrieb.

Auf einer Hochebene mit gelben Löwenzahnwiesen überqueren wir eine Autostrasse und stossen auf die ersten Gebäude von Versam, die aber noch weit unter der erhofften Einkehr liegen. Durch blühende Apfelbäume und über die gelbleuchtenden Wiesen geniessen wir den Weitblick auf die schneebedeckten Berge.

Ein letzter Anstieg über einen schmalen Serpentinenpfad und wir sehen mit grosser Freude einen Gast auf der herrlichen Aussichtsterrasse des Gasthaus Rössli, also kein Ruhetag heute. Und wie der Wirt uns noch ein Erdinger Weissbier anbieten kann, ist die Welt für uns in Ordnung.

Die Frau am Nebentisch sieht wohl ein herannahendes Auto, springt auf und ruft: "da kommt er ja", während sie ihren Blick zu uns herüber schwenkt. Wir fragen: "kennen sie den?", und sie antwortet: "ja, das ist das Auto, das sie vor einer halben Stunde bei der Brücke fotografiert haben". Ups, big brother is watching you. Offensichtlich hatte die Frau uns beobachtet, wie wir den schicken Oldtimer-Sportwagen fotografiert hatten.

Nach langer Rast denken wir daran, dass wir noch einen zweiten Tobel überqueren wollen und noch eine lange Strecke vor uns haben. Wir setzen den Weg Richtung Westen fort. Am Ortsausgang von Versam zieht uns eine alleinstehende Kirche auf einer Anhöhe in den Bann. Zusammen mit den vereinzelten Wolkenfetzen am stahlblauen Himmel macht sie einen sehr fotogenen Eindruck.

Wir folgen dem Wirtschaftsweg, vorbei an etlichen alten Häusern bis nach anderthalb Kilometern der Weg sich ohne Markierung gabelt. Wir entscheiden uns für die offensichtlich häufiger befahrene Richtung, die nach rechts entlang des Waldrandes weniger ansteigt. Dafür endet der Weg nach einigen hundert Metern auf einer grünen Wiese.

Zurück an der Gabelung, steigen wir in einer Schleife durch den Wald zur Autostrasse hinauf. Wenigstens ist die Strasse wenig befahren, so dass die 200 Meter am Strassenrand nicht all zu dramatisch sind. Nach dem Passieren eines Steinbruchs zweigt schliesslich nach rechts wieder ein Pfad ab. Jetzt können wir auch einzelne Abschnitte der Rheinschlucht sehen.

Nach etwa einem Kilometer nähern wir uns auf einem Wirtschaftsweg den Häusern von Carrera, die wir aber dann schnell wieder hinter uns lassen. Gegen den Uhrzeigersinn umrunden wir auf einem schmalen Pfad einen Hügel und laufen nach einer knappen halben Stunde auf der anderen Seite bis zum reissenden Wasser im Carreratobel hinab.

Ungefähr 50 Höhenmeter steigen wir nach dem überqueren des Tobelbaches noch mal an, bis der Pfad auf einen Fels zusteuert, durch den ein kurzer Tunnel gehauen wurde. Von dort laufen wir in gut 5 Minuten zum Örtchen Valendas. In Dorfmitte bietet sich am Brunnen und Waschplatz ein Gasthaus mit Terrasse zu einer erneuten Einkehr an.

Dass wir noch genügend Zeit für eine Einkehr haben, bestätigt sich, wie unsere Tischnachbarn via Smartphone für uns herausfinden, dass der letzte Zug durch die Rheinschlucht erst um 21:30 Uhr fährt. So beweisen wir noch mal anderthalb Stunden Sitzfleisch.

Von Valendas sollte es auf dem Weg nach Castrisch gemächlich bis zum Ufer des Vorderrheins hinunter gehen. Wir folgen dem Wanderwegweiser mit der Nummer 6 (Alpenpässe-Weg), der uns nach dem Ort auf einen schmalen Pfad talwärts schickt. Nach weniger als 20 Minuten haben wir ganz unerwartet den Bahnhof Valendas - Sagogn vor Augen.

Kurzerhand entschliessen wir uns, ab hier schon mit der Bahn durch die Rheinschlucht nach Reichenau zurück zu fahren, zumal die Sonne schon hinter den Felsen untergegangen ist. Ein Zug steht schon auf dem Gleis bereit, doch die Lok hängt auf der falschen Seite. Falls die Lok die Wagons zieht und nicht schiebt, fährt dieser Zug nach Ilanz.

So haben wir genügend Zeit, den Ticketautomaten kennen zu lernen, denken wir. Doch schon kommt der Zug aus der Gegenrichtung, der uns nach Reichenau mitnehmen könnte. Keine Lust auf Hektik und noch zu sehr mit dem Ticketautomaten beschäftigt, der in der Annahme von Münzen sehr wählerisch ist, lassen wir den Zug sausen. In einer Stunde kommt ja der nächste.

Vom Fahrpreis sind wir überrascht, da auf der Homepage der SBB ein deutlich niedrigerer Preis angegeben ist. Später sehen wir, dass wir auf der Homepage das Wörtchen "ab" übersehen haben. Es wäre wesentlich kundenfreundlicher, im Internet den Normalpreis anzugeben, statt den Kunden mit dem niedrigsten Preis (Halb-Tax) locken zu wollen.

Trotz Dämmerung erleben wir für 7,80 Schweizerfranken noch einen spannende Fahrt durch die Rheinschlucht.

Bild 1: Blick zu den Churfirsten

Bild 2: Blick zum Säntis

Bild 3: Thurgau und Alpen

Bild 4: Berner Alpen

Bild 5: Kirchturm Tamins und Calanda

Bild 6: Kirchturm Tamins überm Vorderrhein

Bild 7: Schlosshotel Tamins

Bild 8: Brücke nach Tamins mit Schlosshotel

Bild 9: Zusammenfluss Vorder- und Hinterrhein

Bild 10: Zusammenfluss Vorder- und Hinterrhein

Bild 11: abgedreht

Bild 12: Blumenwiese

Bild 13: Wiesenblume

Bild 14: Blick Richtung Tamins und Calanda

Bild 15: Kuhhaufen

Bild 16: Blick Richtung Calanda

Bild 17: Blick Richtung Calanda

Bild 18: Löwenzahnwiese

Bild 19: Löwenzahnwiese

Bild 20: Blick zum Flimserstein

Bild 21: Reiterin mit Pferd

Bild 22: Blick nach Osten

Bild 23: Blick durch die Baumlücken

Bild 24: Wirtschaftsweg

Bild 25: schneebedeckte Berggipfel

Bild 26: Käfer auf Blüte

Bild 27: Blüten

Bild 28: Hohlweg bei Flies

Bild 29: Blick Richtung Calanda

Bild 30: Blick Richtung Calanda

Bild 31: Blüten im Sonnenlicht

Bild 32: Ausblick bei Parstogn

Bild 33: Ausblick bei Parstogn

Bild 34: Ausblick bei Parstogn

Bild 35: Parstogn

Bild 36: Parstogn

Bild 37: Abstieg zum Versamer Tobel

Bild 38: Strassentunnel

Bild 39: Wand im Versamer Tobel

Bild 40: Blick Richtung Tschingelhörner

Bild 41: Flimserstein

Bild 42: Berggipfel

Bild 43: Versamer Tobel

Bild 44: alte Brücker Versamer Tobel

Bild 45: neue Brücke Versamer Tobel

Bild 46: Blüte

Bild 47: Wand im Versamer Tobel

Bild 48: Wand im Versamer Tobel

Bild 49: Wand im Versamer Tobel

Bild 50: drei verschiedene Bäume

Bild 51: Versam

Bild 52: Löwenzahn und Berggipfel

Bild 53: Blick zum Ringelspitz

Bild 54: Häuser von Versam

Bild 55: Blick zum Ringelspitz

Bild 56: Blick zum Ringelspitz

Bild 57: Apfelblüte

Bild 58: Blick von der Terrasse des Gasthauses

Bild 59: Blick zur Calanda

Bild 60: Gasthaus Rössli in Versam

Bild 61: Versam

Bild 62: Kirche von Versam

Bild 63: Kirche von Versam

Bild 64: Kirche von Versam

Bild 65: Tschingelhörner

Bild 66: Blick Richtung Tschingelhörner

Bild 67: Ortsausgang Versam

Bild 68: Blick Richtung Ringelspitz

Bild 69: Blick Richtung Versam

Bild 70: Berglandschaft

Bild 71: Blick Richtung Crap Masegn

Bild 72: Hütte bei Carrera

Bild 73: Hütte bei Carrera

Bild 74: Rheinschlucht

Bild 75: Hütte bei Carrera

Bild 76: Rheinschlucht

Bild 77: Tschingelhörner

Bild 78: Blick Richtung Rheinschlucht

Bild 79: Landschaft bei Carrera

Bild 80: Rheinschlucht

Bild 81: blühende Obstbäume

Bild 82: Pfad zum Carreratobel

Bild 83: Carreratobel

Bild 84: Felstunnel im Carreratobel

Bild 85: Aussicht bei Valendas

Bild 86: Carrera

Bild 87: Haus bei Valendas

Bild 88: Gasthaus am Brunnen

Bild 89: Blick Richtung Vorab

Bild 90: Bahnhof Valendas - Sagogn
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