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Mattjischhorn (296)
Donnerstag 02.09.2010

Anfahrt: Rielasingen - Stein am Rhein - Frauenfeld - St. Gallen - St. Margrethen - Sargans - Chur - Pagig - Langwies-Schluocht

Route: Schluocht - Pirigen - Nufsch - Mattjischhorn - Strassberg - Sapüner Brücke - Säge Langwies - Langwies - Schluocht

Gehzeit: ca. 6:00 h
Schluocht - Pirigen  ... 1:00 h
Pirigen - Nufsch  ... 0:55 h
Nufsch - Mattjischhorn  ... 1:10 h
Mattjischhorn - Strassberg  ... 1:00 h
Strassberg - Sapüner Brücke  ... 1:15 h
Sapüner Brücke - Säge Langwies  ... 0:10 h
Säge Langwies - Langwies  ... 0:10 h
Langwies - Schluocht  ... 0:20 h

Höhendifferenz: ca. 1060m

Distanz: ca. 13km

Schon kurz vor Langwies sehen wir an einer scharfen Kurve einen leeren Parkplatz und einen Wanderwegweiser. Tatsächlich ist auf dem Wanderwegweiser das Mattjischhorn angeschrieben, also eignet sich der Parkplatz für uns als Ausgangspunkt der Wanderung. Der Ortsteil Schluocht liegt noch überwiegend im Schatten. Bergab ginge es zum Langwieser Bahnhof und weit unten ist das Langwieser Viadukt zu sehen, über das die Züge zur Endstation Arosa fahren.

Wir laufen den Siedlungsweg hinauf und rätseln an einer zurückversetzten Wegmarkierung, ob wir dem Siedlungsweg weiter folgen, oder die Abzweigung nach rechts nehmen sollen, die eher wie eine Zufahrt zum nächsten Haus aussieht. Wir entscheiden uns für die letztere Variante und tatsächlich hört der Weg am nächsten Haus auf. Doch an einer Holzstange deutet ein roter Farbtupfer eine weitere Markierung an und auf der Bergwiese sind deutlich Trittspuren auszumachen.

So stapfen wir den nassen Wiesenhang hinauf, bis wir am Waldrand, in der Näher des Zufahrtsweges zum Skihaus Pirigen, einen Wanderwegweiser antreffen. Weder in der Karte Swiss Map vom Bundesamt für Topografie, noch in der digitalen Wanderkarte der Schweiz von Kompass, ist dieser Pfad verzeichnet.

Der Zufahrtsweg zum Skihaus Pirigen, dem wir ca. 250 Meter leicht bergan folgen, gibt uns wieder Rätsel auf. Er ist glatt und hart wie ein Asphaltweg, aber nicht asphaltiert. Später erfahren wir beim Skihaus Pirigen, dass dieser Weg im Winter als Schlittelbahn genutzt wird. Bei Übernachtung im Skihaus erhält man einen Schlitten gratis und kann damit die 5 km nach Langwies hinunter sausen. Im Sommer ist für die Befahrung mit dem PKW eine Sondergenehmigung erforderlich.

Wir biegen rechts vom Fahrweg ab und steigen einen schmalen Wald- und Wiesenpfad etwa einen Kilometer zum Skihaus Pirigen hinauf. Dabei kreuzen wir ein mal den Fahrweg, der bis zum Skihaus zwei grosse Kehren macht und passieren einige sehr fotogene Holzhäuschen, die vermutlich als Ferien- und Wochenenddomizil Verwendung finden. In einem der Häuschen, das zur Morgenstunde noch im Schatten liegt, sitzt ein Anwohner bei Kerzenlicht am Frühstückstisch.

Wenige Meter vor dem Skihaus ist ein Anwohner eines sehr hübsch hergerichteten Häuschens mit Holzspalten beschäftigt. Um das Resultat seiner Arbeit müssen wir einen Bogen machen, denn mitten auf dem Wanderweg hat sich ein grosser Haufen Brennholz aufgetürmt. Sogar der liebevoll angelegte Garten neben dem Häuschen hat fantastische Aussicht auf das Tal Schanfigg und die umliegenden Berge.

Nach einer Stunde erreichen wir das Skihaus Pirigen, wo wir ein kurzes Schwätzchen mit der Wirtin abhalten. Wir erfahren, dass Betten für 14 Personen bereit stehen und die Übernachtung mit Frühstück und Abendessen 80 CHF pro Person kostet. Dann müssen wir uns schnell losreissen, denn der Duft von frisch Gebackenem könnte uns sonst leicht zu einer verfrühten Rast verführen.

Mit 1773m liegt das Skihaus zwar etwas unterhalb der Baumgrenze, die laut Wikipedia in den Schweizer Alpen bei etwa 2100m sein soll, doch oberhalb des Skihauses treffen wir nicht mehr viele Bäume an. Dafür erfreuen wir uns an der wunderschönen Hochebene mit freiem Blick über das Schanfigg und die umliegenden Berge, die vom letzten Schneefall immer noch weiss leuchten.
Fast zwei Kilometer laufen wir anfangs auf landwirtschaftlichen Fahrspuren, dann weglos über die weichen Wiesen leicht bergauf, direkt auf das Mattjischhorn zu. Vereinzelt stehen inmitten des englisch anmutenden Rasens putzige Holzhäuschen, in die man am liebsten sofort einziehen möchte. Mit zunehmender Höhe nehmen auch die Schneeflecken zu, die aber meist noch zu umgehen sind.

Nach einer guten Stunde Gehzeit ab dem Skihaus zeigt ein Wanderwegweiser nach rechts, auf den Grat zwischen Blackter Flüe und Mattjischhorn zu. Jetzt müssen wir schon öfters durch den knöcheltiefen Schnee stapfen. Und da auch das Gelände steiler wird, verlangsamt sich unser Schritttempo deutlich. Ein Grat hat es so an sich, dass man auf zwei Seiten nach unten sehen kann. So können wir auf der anderen Seite des Grats in das Fondei hinunter blicken, ein etwa 10km langes Hochtal zwischen Schanfigg und Prättigau.

Im grünen Talgrund sehen wir das kleine Bergdorf Stassberg mit dem Berggasthaus tranQuilo, in dem wir später einkehren werden, aber das wissen wir jetzt noch nicht. Darüber thront die schneeweiss gepuderte Weissfluh, deren Gipfel von Davoser Seite mit der Bahn leicht erreichbar ist. Das Fondei ist dank heftiger Gegenwehr der Bürger noch nicht für den Massenskitourismus erschlossen. Um so schöner muss es hier im Winter für Tourenskigeher und Schneeschuhläufer sein.

Ungefähr eine halbe Stunde stapfen wir auf dem Grat etwas mehr als 100 Höhenmeter durch nur mässig tiefen Schnee zum Gipfel des Mattjischhorn hoch. Für die Fotografen stellt sich unterwegs ein Murmeltier die längste Zeit in Pose. Kein Gipfelkreuz, aber ein Gipfelsteinmännchen und ein umwerfender Rundumblick erwartet uns am Gipfel. Hier treffen wir auch die einzigen Wanderer auf unserer Tour.

Im Norden sehen wir bis zum Alpstein, zu den Churfirsten und den Gipfeln des Rätikon, mit dessen Höchsten, der Schesaplana. Vor Füssen liegt die Glattwangkette, über deren Grat uns eine frühere Wanderung geführt hat. Und darunter geht die Landschaft in den Fideriser Heuberge langsam von weiss nach grün über. Auf der anderen Seite sehen wir neben dem Grat, den wir gekommen waren, Arosa mit seinen Bergen und deutlich die Seilbahn auf das Weisshorn. Rechts daneben erkennen wir den Gürgaletsch mit dem malerischen Ort Tschiertschen darunter, wo wir erst vor wenigen Wochen zu Besuch waren.

Ein Sattsehen ist kaum möglich, trotzdem müssen wir die Gipfelrast irgendwann beenden. Der Wanderwegweiser auf dem Gipfel zeigt für Stassberg eine Stunde Gehzeit an. In angezeigter Richtung sind keine Spuren im Schnee auszumachen und so stehen wir nach wenigen Metern am Abgrund. Der Grat in Richtung Nordosten scheint uns aber begehbar, also steigen wir weglos direkt in Richtung Strassberg ab.

Schneefelder, nasse Wiesen und unzählige Bäche wechseln sich ab. Erst wenige Meter vor den ersten Häusern von Strassberg finden wir wieder eine rotweisse Markierung. Auch weglos schaffen wir den Abstieg um immerhin 550 Höhenmeter in nur einer Stunde.

An einer wehenden Schweizerflagge erkennen wir schon von weitem das Berggasthaus und zu unserem Glück ist es geöffnet. Wir sind die einzigen Gäste auf der Terrasse. Deshalb hat der Wirt auch Zeit, mit uns zu plaudern. Wir erfahren, dass das Dorf früher sogar eine Schule hatte, jetzt aber im Winter nicht mehr bewohnt wird. Bei Reservierung kann man jedoch auch im Winter im Berggasthaus übernachten.

Entlang des Fondeier Baches wollen wir die restlichen 5 Kilometer nach Langwies zurück laufen. Den ersten Kilometer folgen wir dem Wirtschaftsweg, der Strassberg mit Langwies verbindet. Dann zweigt ein Wanderweg nach links ab. Der Wanderweg muss wohl jünger sein, als das zur Verfügung stehende Kartenmaterial.

An etlichen schnuckeligen Holzhäuschen vorbei nähert sich der Pfad dem Fondeier Bach. Auf der gegenüberliegenden Seite sind mächtige Spuren von Erosion zu beobachten. Zunehmend wird der Bach reissender und das Tal schmaler, bis der Weiterweg entlang senkrechter Felswände nur noch über einen künstlich angelegten Steg möglich ist. Die Position am Wasserfall unterhalb des Steges wird auf einer Holztafel mit "BIM FALL" bezeichnet.

Schliesslich mündet der Pfad bei der Sapüner Brücke in einen Fahrweg, der in Ostwest-Richtung am Sapüner Bach entlang verläuft. Für den Verkehr wurde die Sapüner Brücke längst durch eine Betonbrücke ersetzt. Die hölzerne und überdachte Sapüner Brücke wurde laut Aufschrift im Jahre 1907 erbaut und kann nur noch zu Fuss begangen werden.

Bis zur Säge Langwies folgen wir etwa 600m dem Fahrweg, der dort in die Autostrasse mündet, die nach Arosa führt. Parallel zur Strasse steigt rechts ein schmaler Pfad auf und bringt uns in 10 Minuten in das Zentrum von Langwies. Noch einmal folgen wir dem Wanderwegweiser in Richtung Skihaus Pirigen, denn unser Auto steht ausserhalb von Langwies. Ungefähr 300m geht es auf dem Fahrsträsschen aufwärts, bis linkerhand ein unbeschrifteter Waldpfad zum Ortsteil Schluocht abzweigt.

Bild 1: Ortsteil Schluocht und Langwieser Viadukt

Bild 2: Blick Richtung Arosa und Schiesshorn

Bild 3: Berghütte

Bild 4: Berghütte

Bild 5: Berghütte bei Pirigen

Bild 6: Berggarten mit Fernsicht

Bild 7: Skihaus Pirigen

Bild 8: Blick ins Schanfigg

Bild 9: Bergwiese mit Hütte

Bild 10: Blick ins Schanfigg

Bild 11: Aroser Weisshorn

Bild 12: Berghütte

Bild 13: Hochebene über Pirigen

Bild 14: Hochebene über Pirigen

Bild 15: Hochebene über Pirigen

Bild 16: Hochebene über Pirigen

Bild 17: Blick zum Mattjischhorn

Bild 18: aufgetaut

Bild 19: Berghütte

Bild 20: Blick Richtung Arosa

Bild 21: Berghütte(n)

Bild 22: Gras im Schnee

Bild 23: Murmeltier

Bild 24: Grat zum Mattjischhorn

Bild 25: Grat zum Christenstein

Bild 26: Blick ins Schanfigg

Bild 27: Wanderwegweiser auf dem Mattjischhorn

Bild 28: Grat vom Blackter Flüe

Bild 29: Gipfel Mattjischhorn

Bild 30: Wanderwegweiser auf dem Mattjischhorn

Bild 31: Steinmann Mattjischhorn

Bild 32: Blick Richtung Christenstein

Bild 33: Fondei mit Strassberg und Weissfluh

Bild 34: Glattwangkette und Rätikongipfel

Bild 35: Fideriser Heuberge und Drusenfluh

Bild 36: Abstieg vom Mattjischhorn

Bild 37: Berghütte

Bild 38: Murmeltier

Bild 39: Schneeskulptur

Bild 40: Blick auf Strassberg

Bild 41: Bach

Bild 42: Berghütte

Bild 43: Berghütte(n)

Bild 44: Blick zum Mattjischhorn

Bild 45: Berggasthaus tranQuilo

Bild 46: Bergtaxi im Fondei

Bild 47: Wolken überm Mattjischhorn

Bild 48: Wolken überm Mattjischhorn

Bild 49: Schmetterling

Bild 50: Fondeier Bach

Bild 51: Wolken überm Mattjischhorn

Bild 52: Wolken über Strassberg

Bild 53: Blick Richtung Strassberg

Bild 54: Wolken überm Stelli

Bild 55: Tal mit Fondeier Bach

Bild 56: Wolkenbild

Bild 57: Berghütte(n)

Bild 58: Bach

Bild 59: Berghütte

Bild 60: Erosionen

Bild 61: Fondeier Bach

Bild 62: Erosionen am Fondeier Bach

Bild 63: Fondeier Bach

Bild 64: Fondeier Bach

Bild 65: Steg am Fondeier Bach

Bild 66: Wasserfall

Bild 67: Steg am Fondeier Bach

Bild 68: Felswand am Fondeier Bach

Bild 69: Sapüner Brücke

Bild 70: Berge aus Holz und Fels

Bild 71: Pfad bei Langwies

Bild 72: Bergwiese bei Langwies

Bild 73: Häuser bei Langwies

Bild 74: Kirche von Langwies

Bild 75: Kirche von Langwies

Bild 76: Blick auf Schluocht

Bild 77: Strasse nach Langwies und Langwieser Viadukt

Bild 78: auf der Heimfahrt
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