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Hengst (323)
Freitag 03.06.2011

Anfahrt: Salwideli - Chnubel - Ruchweid

Route: Ruchweid - Chlus - Türstenhäuptli - Hengst - Heidenloch - Bodenhütten - Silwängen - Schlund - Ruchweid

Gehzeit: ca. 5:40 h
Ruchweid - Chlus ... 1:20 h
Chlus - Türstenhäuptli ... 0:45 h
Türstenhäuptli - P 2032 ... 0:10 h
P 2032 - P 2052 ... 0:15 h
P 2052 - Hengst ... 0:20 h
Hengst - Heidenloch ... 0:20 h
Heidenloch - Bodenhütten ... 1:30 h
Bodenhütten - Silwängen ... 0:35 h
Silwängen - Schlund ... 0:15 h
Schlund - Ruchweid ... 0:10 h

Höhendifferenz: ca. 810m

Distanz: ca. 14km

Da sich am Vortag die Wanderung unfreiwillig auf 20 km ausgedehnt hatte, starten wir heute von unserer Unterkunft Salwidili nicht per pedes, sondern fahren die ersten drei Kilometer mit dem Auto zur Ruchweid. Dort ist zwar das Parken am Wegesrand erlaubt, aber mit einer selbstgemalten Tafel wird darauf hingewiesen, dass für Parkschäden durch Viehwandalismus nicht gehaftet wird.

Nur wenige Meter laufen wir auf dem Schotterweg aufwärts, dann schickt uns unser Wanderführer ins Gelände. Über die nasse Wiese steigen wir durch eine Waldschneisse hinauf und schnell stecken wir mitten im Karstgestein. Jeder sucht sich zwischen den abgeschliffenen Felsbrocken hindurch seinen Weg. Bei kleineren Absätzen muss auch mal Hand angelegt werden. Nach wenigen Minuten stossen wir auf einen Forstweg, wo rotweisse Markierungen zu erkennen sind.

Bergwärts folgen wir dem Forstweg, gesäumt von vielen toten Nadelbäumen, die im Nebel ein gespenstisches Bild abgeben. Je höher wir kommen, desto lichter wird der Baumbestand und dünner die Wolkendecke. Schliesslich überwinden wir Baumgrenze und Wolkendecke und haben bei strahlend blauem Himmel freie Sicht auf die Berggipfel, die aus der weissen Wolkendecke heraus schauen.

Nach knapp anderthalb Stunden erreichen wir Chlus, eine kleine Hochebene zwischen Böli und Schibengütsch. Böli ist ein kleiner Vorgipfel, Schiebengütsch der südlichste Gipfel der Schrattenflue. Den Plan, einen Abstecher auf den Vorgipfel Böli zu machen, lassen wir fallen, da ein grosser Tisch neben der Chlushütte, eine Vereinshütte des SAC, zum Rasten einlädt. Dort wird uns von einer Wanderkameradin nebst Kuchen ein Schnäpschen im Schokoladenbecher serviert. Wer nicht schnell genug austrinkt, kann den Becher vom Tisch lecken.

Wir staunen nicht schlecht, wie plötzlich ein Auto daher kommt und neben der SAC-Hütte parkt. Es sind zwei Bauern, die sich ab hier zu Fuss mit Zaunpfählen und einem Sack Salzsteinen auf den Weg machen. Im Gegensatz zu ihrem Gepäck sind unsere Rucksäcke Leichtgewichte. Wir beobachten noch eine Wandergruppe am Schibengütsch, die weit oben in einem Stollen verschwindet und am anderen Ende wieder heraus kommt.

Nachdem alle Schnapsbecher aufgegessen sind, machen auch wir uns wieder auf den Weg. Anfänglich ist im steilen Grashang kaum eine Spur zu erkennen. Hie und da ein roter Fleck auf einem Stein lotst uns durch den Hang. Dann wird die Spur ausgeprägter und steigt durch die karge Felslandschaft, an einem winzigen Tümpel vorbei, in Richtung Gipfelgrat.

Über uns sehen wir einen markanten Felsblock, der gerade von zwei Wanderern erklommen wird. Es handelt sich doch hoffentlich nicht um den Hengst, unseren Zielgipfel. So ausgesetzt müssten wir ihn umgehen. Nach einer guten halben Stunde erreichen wir den Grat und laufen von dort meist auf Grathöhe in etwa 10 Minuten zu dem markanten Felsblock hin. Es handelt sich um das Türstenhäuptli. Unterhalb der senkrechten Ostwand bietet ein grosses Loch Unterschlupf. Doch wir rasten bei dem Sonnenschein lieber unter freiem Himmel.

Inzwischen holt uns die Wandergruppe ein, die wir am Schibengütsch gesehen hatten. Wir geniessen den tollen Blick auf die Berner Alpen und versuchen, Eiger Mönch und Jungfrau auszumachen. Auch die Gipfel der Zentralschweiz und des Glarnerland strecken ihre Gipfel über die Wolkendecke heraus. Richtung Norden zeigt die Schrattenflue ihre Zähne. So sehen zumindest die vielen Erhöhungen entlang des Grats aus. Wir wissen noch nicht, ob eine davon der Hengst ist.

Nach der Rast geht es, meist etwas unterhalb der Grathöhe, in nördliche Richtung weiter. Nach 10 Minuten passieren wir am Punkt 2032 ein Möglichkeit zum Zwischenabstieg nach Mattenstall und Chlus und nach weiteren 15 Minuten am Punkt 2052 nach Matten und Schlund. Dazwischen zieht sich der Pfad mal durch steilen Felshang, mal durch einen Wiesenhang und ein kurzes Stück haben wir sogar englischen Rasen direkt auf der Grathöhe.

Dann kommt er endlich hinter einer Bergkuppe zum Vorschein, der Gipfel des Hengst. Seine Westflanke ist nahezu senkrecht, während die Ostflanke eher flach ansteigt. Dort führt auch der Pfad hinauf. Am Gipfelkreuz sind einige Personen auszumachen. Bevor wir zum Anstieg ansetzen können, ist noch eine kleinere Felsstufe abwärts zu bewältigen, je nach Wahl der Tritte, mit oder ohne Handeinsatz.

Nach dem kurzen Anstieg lassen wir uns um das Gipfelkreuz nieder und geniessen die Aussicht zu den vielen Gipfeln über dem Nebelmeer. Die dunklen Wolken über den Gipfeln machen uns etwas Sorgen. Ihre Ausmasse nehmen langsam zu und die Wetterprognosen schliessen für Nachmittags Gewitter nicht aus. Deshalb fällt unsere Gipfelrast kürzer aus als erwünscht. Knipswütige ohne Sitzfleisch brechen noch ein paar Minuten früher auf.

Die Gehzeit von 20 Minuten, vom Hengst zum Heidenloch, ist nicht repräsentativ. Auch wenn der Höhenunterschied immerhin etwa 150 Meter beträgt, wäre die normale Gehzeit kürzer, nicht mit der Kamera in der Hand. Die tiefen Einschnitte in den Karrenfelder, teilweise mit Schnee gefüllt, sind einfach zu fotogen. Am Heidenloch sind die Wanderwegweiser an die Felsen getackert. In vier Richtungen gehen hier die Wege ab.

Wir wählen trotz Wolkenverdichtung den Höhenweg in Richtung Hächlen. Unterhalb einer Felswand steigt der Pfad durch ein Schotterfeld ein Stückchen an. Dann entdecken wir in der Felswand einen Eingang in eine Höhle. Undefinierbare Einrichtungen aus Eisenstangen sind im Inneren zu erkennen. Am Ende des Ganges führt eine Eisenleiter durch einen senkrechten Stollen weit nach oben. Der Lichtschein deutet oben einen Ausgang an. Durch einen Nebengang gelangen wir in einen kleinen Raum mit Fenster. Mit Sicherheit handelt es sich hierbei um eine alte, militärische Einrichtung.

Bei genauerer Betrachtung der Wetterentwicklung kommen jetzt doch Zweifel an der Fortsetzung des Höhenweges auf. Noch ist die Abstiegsvariante, direkt nach Bodenhütten, in Sichtweite. Wir entscheiden uns, über den steilen Wiesenhang weglos zum Abstiegspfad abzukürzen. Es folgt ein spannender Abstieg durch ein Labyrinth von Karstgestein, gelenkt von vielen roten Farbmarkierungen an den Felsen.

Mehr als eine halbe Stunde sind wir unterwegs, bis sich die ersten Bäume zeigen. Mit der Baumgrenze erreichen wir auch die Nebelobergrenze. Wir tauchen ein, in eine gespenstische Alpenwelt und hangeln uns während weiteren 30 Minuten durch, von Markierung zu Markierung, bis zu einem in Nebel gehüllten, scheinbar verlassenen, Bauernhaus.

Hier wendet sich unser Weg in Richtung Süden. Durch eine ziemlich feuchte Moorlandschaft sind noch einmal weit über 100 Höhenmeter zu bewältigen. Ohne die Holzstege und Balken würden wir bestimmt oft knöcheltief im Schlamm stecken. Nach 35 Minuten erreichen wir Silwängen, den nächsten Bauernhof. Freundlicherweise wird das Verkaufsfenster einer Holzhütte für uns geöffnet, so dass wir uns mit kühlen Getränken versorgen können.

Nebenbei werden wir Zeuge eines modernen Viehauftriebs. Mit Monstertraktor und Lastwagen werden die Kühe herangekarrt. Verängstigt hetzen die Tier die drei Meter von der Laderampe bis zur Box im Kuhstall. Hoffentlich haben sie im Sommer mehr Auslauf, sonst werden sie nur dick und fett und am Ende noch geschlachtet.

Ziemlich unspektakulär verläuft der nächste Wegabschnitt, eine viertel Stunde durch den Nebel auf einem Wirtschaftsweg. Beim Bauernhaus Schlund weht die Schweizer Flagge und Tisch und Bänke stehen vor dem Haus. Dank Drängen Einzelner, zu einer Einkehr, entdecken wir im Gebäude zwei unserer Mitwanderer, die sich schon früher abgeseilt hatten. Für die erneute Einkehr werden wir mit alkoholfreiem Bier bestraft.

Noch während wir Schlund verlassen, trifft der Nachschub mit richtigen Bier ein. Das kann uns jetzt aber nicht mehr aufhalten. Nur zehn Minuten später finden wir unsere Autos unversehrt am Wegesrand wieder.

Bild 1: Warnhinweis

Bild 2: Karstgestein

Bild 3: Nebelwald

Bild 4: tote Bäume

Bild 5: Wolkenobergrenze

Bild 6: Aufstieg nach Chlus

Bild 7: Morgentau

Bild 8: Morgentau

Bild 9: Waldstorchschnabel

Bild 10: Enzian

Bild 11: Berner Alpen

Bild 12: Clushütte SAC

Bild 13: Clushütte SAC (1774m)

Bild 14: Wolkenloch

Bild 15: Schibengütsch (2037m)

Bild 16: Berge und Wolken

Bild 17: Pfad zum Türstenhäuptli

Bild 18: Türstenhäuptli

Bild 19: Alpenblumen

Bild 20: Berner Alpen

Bild 21: Böli (1856m)

Bild 22: Blick zum Schibengütsch

Bild 23: Blick Richtung Hohgant

Bild 24: Türstenhäuptli

Bild 25: Wolkenmeer Richtung Nordosten

Bild 26: Türstenhäuptli

Bild 27: Hohgant und Nebelmeer

Bild 28: Blick Richtung Schibengütsch

Bild 29: Eiger und Mönch

Bild 30: Osthang Schrattenflue

Bild 31: Blick über den Böli

Bild 32: Osthang Schrattenflue

Bild 33: Auf dem Gratweg der Schrattenflue

Bild 34: Gratweg Schrattenflue

Bild 35: Blick über den Böli

Bild 36: Gratweg Schrattenflue

Bild 37: Gratweg Schrattenflue

Bild 38: Alpenblumen

Bild 39: Alpenblumen

Bild 40: Osthang Schrattenflue

Bild 41: Hengst und Hächlen

Bild 42: Einschnitt im Grat

Bild 43: Hengst (2092m)

Bild 44: Nebegipfel des Hengst

Bild 45: Hohgant überm Nebelmeer

Bild 46: Hohgant überm Nebelmeer

Bild 47: Wolkenmeer mit Berggipfel

Bild 48: Berner Alpen über den Wolken

Bild 49: Felsnadel

Bild 50: Berner Alpen über den Wolken

Bild 51: Karrenfelder

Bild 52: Blick zum Beichlen

Bild 53: Schneereste zwischen Karstgestein

Bild 54: Schneereste zwischen Karstgestein

Bild 55: Schneereste zwischen Karstgestein

Bild 56: Enzian

Bild 57: Felsstollen

Bild 58: Höhlenfenster

Bild 59: Felskante

Bild 60: Feslspitze

Bild 61: Frühlingsenzian

Bild 62: Schrattenflue mit Hengst

Bild 63: Karstgestein

Bild 64: im Karstgestein unterwegs

Bild 65: Frühlingsenzian

Bild 66: im Karstgestein unterwegs

Bild 67: Farn im Karstgestein

Bild 68: Nebelmeer

Bild 69: Karstgestein

Bild 70: Nebelmeer

Bild 71: zwischen den Wolken

Bild 72: Nebelmeer

Bild 73: Markierungen und Alpenblumen

Bild 74: Karstgestein

Bild 75: Karstgestein

Bild 76: Karstgestein

Bild 77: am Karstgestein

Bild 78: Bauernhaus bei Bodenhütten

Bild 79: Moorlandschaft

Bild 80: Pfad durchs Moor

Bild 81: Silwängen

Bild 82: Auge in Auge

Bild 83: Kühe

Bild 84: Nebelstimmung

Bild 85: Wolkenloch
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