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Flimserstein (367)
Mittwoch 01.08.2012

Anfahrt: Rielasingen -Schaffhausen - Jestetten - Bülach - Zürich - Pfäffikon - Sargans - Chur - Flims - Scheia

Route: Scheia - Bargis - Tegia Gronda - Cassonsgrat - Cassonsbahn - Naraus - Foppa - Scheia

Gehzeit: ca. 6:30 h
Scheia - Klettersteig Pinut ... 0:15 h
Klettersteig Pinut - Bargis ... 0:55 h
Bargis - Tegia Gronda ... 1:05 h
Tegia Gronda - Cassonsgrat ... 1:40 h
Cassonsgrat - Cassonsbahn ... 1:20 h
Naraus - Foppa ... 0:35 h
Foppa - Scheia ... 0:40 h

Höhendifferenz: ca. 1510m

Distanz: ca. 21km

Auf dem schmalen Bergsträsschen von Flims nach Fidaz biegen wir nach einem guten Kilometer links ab und fahren noch wenige Hundert Meter zur Siedlung Scheia hinauf. Obwohl heute, am Schweizer Nationalfeiertag, überall zahlreich Gäste zu erwarten sind, erlaubt uns der Wirt vom Restaurant Haldenhaus, zwei Autos am Rande des Restaurantparkplatzes auf der Wiese abzustellen.

Wir verlassen die Siedlung Scheia auf einem Wirtschaftsweg in Richtung Osten. Schon von Beginn an ragen linkerhand die senkrechten Felswände des Flimserstein in den stahlblauen Himmel. Irgendwo muss über zwei bewaldete Podeste hinweg, ein Klettersteig durch die Wand verlaufen. Nach 10 Minuten Gehzeit lesen wir auf einer Informationstafel, dass es sich beim Historischen Klettersteig, namens Pinut, um den ältesten Klettersteig der Schweiz handelt.

Bei ganz genauem Hinschauen sehen wir dann weit oben, in einer schattigen Nische ein kleines Stück des Steges an der senkrechen Felswand kleben. Unser Weg hält sich unterhalb der Felswand und kreuzt nach gut 5 Minuten als schmaler Pfad die Route des Klettersteigs, der von Fidaz aus nach Norden auf den Flimserstein aufsteigt.

Immer näher rückt unser Pfad an die steile Felswand heran. Nach einer knappen dreiviertel Stunde stossen wir an die Spitzkehre des Bergsträsschens, das Bargis mit Flims verbindet. Vom Bergsträsschen zweigt nach links ein Höhenweg nach Bargis ab. Leise vernehmen wir das Signalhorn des Postbusses, der irgendwo auf dem Bergsträsschen unterwegs ist.

Viele Orchideen, deren Blütezeit langsam zu Ende geht, sind am Wegesrand zu bewundern. Nach der Unterschreitung eines überhängenden Felsens ermöglicht ein Steg die Querung einer sehr steilen Geröllhalde. Nach einer Gesamtgehzeit von etwas mehr als einer Stunde mündet der Pfad in das Bergsträsschen, auf dem wir in weniger als fünf Minuten bis zum Berghaus Bargis laufen.

Musik schallt aus den Lautsprechern und die Terrasse ist auch schon gut mit Besuchern besetzt. Ein Zelt deutet auf ein Programm auf Grund des Nationalfeiertags hin. Auf einem grösseren Podest steht ein einzelner Tisch mit Bänken und blinzelt uns zu. Es kostet viel Überwindung, der Einladung zu wiederstehen, aber noch haben wir eine Einkehr nicht verdient.

Wir blicken Richtung Norden auf eine grüne Hochebene, eingebettet zwischen senkrechte Felswände auf der linken Seite und steile Waldhänge auf der rechten Seite, und mitten durch fliesst das Flüsschen Aua da Mulins. Einzelne Holzhäuschen sind malerisch in Flussnähe verstreut.

Gleich nach dem Berghaus Baris verführt uns ein Wegweiser zu einem Abstecher an einen Aussichtspunkt. Nach links zweigt ein Pfad ab und endet nach wenigen Hundert Metern an einer Bergkante mit herrlicher Aussicht. Rechts sehen wir, knapp an einer Felskante vorbei, noch die Häuser von Flims, vor uns die Berge von Mittelbünden und links das Rheintal, das sich aber im Dunst des Gegenlichts verhüllt.

Wieder zurück auf dem Normalweg, erschreckt uns der freie Blick auf den weiteren Verlauf der anstehenden Strecke. Anstieg, soweit das Auge reicht. Ein gut ausgebauter Fussweg zieht sich stetig ansteigend, fast 400 Höhenmeter, Richtung Westen durch einen felsigen Hang hinauf.

Auf dem mit Naturstein gepflasterten Pfad werden auch die Rinder auf die Alm getrieben. Spuren davon sind aber auf dem Pfad nicht zu erkennen. Lediglich die elektrisch leitfähige Wegbegrenzung deutet darauf hin. Bergseitig ist der Pfad von senkrechtem Fels begrenzt, während es auf der anderen Seite ordentlich steil abfällt.

Langsam, aber ohne Rast, steigen wir die 400 Höhenmeter in einer knappen Stunde auf, und stoppen erst, wie wir die Alm Tegia Gronda vor Augen haben. Bezogen auf die Höhenmeter haben wir etwas mehr als die Hälfte der Wanderung nun geschafft und es ist Zeit für eine längere Pause. Doch die Botanik macht dem Sitzfleisch einen Strich durch die Rechnung. Es gibt viel zu fotografieren.

Erst nach einer dreiviertel Stunde setzen wir den Rucksack wieder auf und nehmen die zweite Hälfte der Höhenmeter in Angriff. Nach knapp 400 Metern passieren wir einen blauweissen Wegweiser mit der Aufschrift „Historischer Klettersteig Pinut“, der in die Richtung zeigt, in der wir gehen wollen. Weder vor Ort, noch zuhause beim Kartenstudium, erscheint uns der Wegweiser plausibel.

Die Umgebung ist jetzt grün und hügelig, doch Rinder sind noch keine zu sehen. Zwanzig Minuten nach der Pause stehen an einer Weggabelung zwei Varianten zur Verfügung, um nach Fil de Cassons zu kommen. Wir entscheiden uns für den rechten Weg, der uns über den Cassonsgrat führen soll.

Über Wiesenpfade und teilweise auch weglos folgen wir den rotweissen Markierungen. Nach dem Umgehen eines mächtigen Felsaufbaus sehen wir in weiter Ferne bereits die Bergstation der Cassonsbahn. Wir sehen aber auch den Berggrat, über den unser Weg zur Bergstation führt. Dann ein Aufschrei, ein Edelweiss wird gesichtet, und noch eins, und noch eins.

Die Fotografen springen im Viereck. Seit über 10 Jahren haben wir bei über 360 Wanderungen, mit einer Ausnahme, noch nie Edelweiss, und schon gar nicht so viele, gesehen. Im Nachhinein bedauern wir, nicht länger bei den Edelweiss-Wiesen verweilt zu haben.

Der Wiesenhang wird nun zunehmend steiler und wir passieren ein paar Schneefelder. Eine viertel Stunde später hätten wir die letzte Gelegenheit, den Grat zu umgehen. An einem Wanderwegweiser zweigt nach Westen ein Alpiner Naturlehrpfad nach Fil de Cassons ab. Da wir aber über den Grat laufen wollen, gehen wir geradeaus weiter und steigen Richtung Norden ungefähr 70 Höhenmeter zum Grat hinauf.

Besonders das Trinserhorn, ein fast-Dreitausender, der auch den Namen Piz Dolf trägt, sticht sofort ins Auge und muss während der Gratwanderung für viele Fotos herhalten. Der Grat ist breit und ein ausgetretener Pfad verleiht subjektive Sicherheit. Zu dicht nähern wir uns der nördlichen Gratkante nicht, denn dort geht es etwa 800 Meter in die Tiefe.

In einiger Entfernung ist eine Steilstufe im Grat zu sehen. Je mehr wir uns der Steilstufe nähern, umso mehr verliert sie ihren Schrecken. Tatsächlich handelt es sich um einen breiten, ausgetretenen Pfad, der zusätzlich durch eine Kette gesichert ist. Über der Steilstufe sehen wir jetzt auch die markanten Tschingelhoren in denen sich das bekannte Martinsloch befindet. Das ist jedoch durch den südlichen Ausläufer vom Piz Segnas verdeckt.

Wir folgen weiter dem etwas schmaler werdenden Grat in Richtung Westen und passieren dabei einige Infotafeln, Sitzbänke und Steinmänner. Den letzten Schlenker des Naturlehrpfades kürzen wir ab und laufen weglos direkt zum Aussichtspunkt Fil de Cassons. Von dort blicken wir nach Flims hinunter und in den ziemlich diesig gewordenen Westen.

Die Cassonsbahn ist mit 5 Minuten Gehzeit angeschrieben und das Bedürfnis nach Einkehr ist enorm. Also brechen wir schnell auf, um auf der Terrasse der Bergstation gemütlich ein Bier geniessen zu können. Nachdem eine Abstimmung mit 3,5 zu 0,5 Stimmen zu Gunsten der Seilbahnnutzung ausfällt, erlauben wir uns noch ein zweites Bier.

Die Seilbahn von Fil de Cassons nach Naraus erspart uns einen Abstieg von 800 Höhenmeter auf eine kurze Distanz. Das bedeutet sehr steiles Gelände, wovon wir uns während der Seilbahnfahrt überzeugen können. An der steilsten Stelle kreuzt die Seilbahn den Bergpfad. Wir sind froh über unsere Entscheidung und errechnen den Alibipreis von 1 Rappen pro Höhenmeter.

Naraus scheint eine Hochburg für Biker zu sein. Eine Tafel zeigt die Regel für den gemeinsam benutzten Weg: „Wanderer links“, „Biker rechts“. Doch schon nach einigen Metern zweigt der Wanderweg nach Foppa vom gemeinsam benutzten Weg nach links ab. Ein Gewirr von Trampelpfaden durchzieht den Hang. Wir hangeln uns von einem rotweiss bemalten Pfosten zum nächsten.

Nach einer guten halben Stunde erreichen wir das 400 Höhenmeter tiefere Foppa. Seilbahnfahrer müssen hier vom einen Vierersessel auf den anderen umsteigen. Für eine Einkehr gäbe es gleich mehrere Gelegenheiten, vielleicht auch nur wegen des Nationalfeiertages. Wir verkneifen uns eine Einkehr, denn wir wollen am Ende der Wanderung den Wirt beglücken, der uns in Scheia das Parken erlaubt hat.

Auf dem Wanderwegweiser ist Scheia angeschrieben, doch zu unserem Leid steigt der Wirtschaftsweg an. Schon nach 5 Minuten lesen wir auf deiner roten Tafel „Weg gesperrt“ und der Wanderwegweiser zeigt auf einen Wiesenpfad hinunter. Nachdem der Wiesenpfad wieder in einen Wirtschaftsweg mündet, laufen wir noch ein paar Minuten durch schattigen Wald südlich des Flimserstein und gönnen uns schliesslich auf einer hölzernen Liegebank eine kurze Rast.

Eine knappe halbe Stunde benötigen wir für die letzten anderthalb Kilometer, die wir ostwärts bis Scheia laufen. Dort werden wir von drei Alphornbläsern empfangen, die zum Anlass des Nationalfeiertages ein flottes Liedchen trällern. Würstchenbuden und Biertische laden ein, doch wir laufen noch wenige Meter weiter und kehren im Restaurant Haldenhaus ein. Der Wirt erwartet uns bereits. Er wollte schon eine Vermisstenmeldung aufgeben.

Bild 1: Südwand Flimserstein

Bild 2: Felsnische mit Klettersteig

Bild 3: Blick Richtung Flims

Bild 4: Blick Richtung Oberhorn

Bild 5: Pferd

Bild 6: Höhenweg nach Bargis

Bild 7: Höhenweg nach Bargis

Bild 8: Höhenweg nach Bargis

Bild 9: Höhenweg nach Bargis

Bild 10: Höhenweg nach Bargis

Bild 11: Blick Richtung Flims

Bild 12: Flimserstein Ostwand

Bild 13: Blick Richtung Flims

Bild 14: Blick Richtung Oberhorn

Bild 15: Berglandschaft bei Bargis

Bild 16: Bergpfad nach Tegia Gronda

Bild 17: Hochebene Bargis

Bild 18: Pfad nach Tegia Gronda

Bild 19: Blick auf Bargis

Bild 20: Pfad nach Tegia Gronda

Bild 21: Pfad nach Tegia Gronda

Bild 22: Pfad nach Tegia Gronda

Bild 23: Blick zum Aua da Mulins

Bild 24: Glockenblumen

Bild 25: Pfad nach Tegia Gronda

Bild 26: Tegia Gronda

Bild 27: Alpenpflanze

Bild 28: Alpenpflanze

Bild 29: Tegia Gronda

Bild 30: Berglandschaft mit Wolke

Bild 31: Alpenblumen

Bild 32: Enzian

Bild 33: Enzian

Bild 34: Distel

Bild 35: Tegia Gronda

Bild 36: Tegia Gronda

Bild 37: Rast zwischen Fels und Gras

Bild 38: Alpenblumen am Fels

Bild 39: Berglandschaft auf Flimserstein

Bild 40: Steingarten

Bild 41: Berge und Wolken

Bild 42: Bergwiese

Bild 43: Karrenfeld

Bild 44: Blick Richtung Ringelspitz

Bild 45: Bergpfad

Bild 46: Bergpfad

Bild 47: Fil de Cassons in der Ferne

Bild 48: Berglandschaft auf Flimserstein

Bild 49: Edelweiss

Bild 50: Glockenblume

Bild 51: Edelweiss

Bild 52: Edelweiss

Bild 53: Tümpel auf Flimserstein

Bild 54: Berge und Wolken

Bild 55: Wolken und Schatten

Bild 56: Cassonsgrat

Bild 57: Trinserhorn (2999m)

Bild 58: Cassonsgrat

Bild 59: gesicherte Passage

Bild 60: Kette und Tiefblick

Bild 61: gesicherte Passage

Bild 62: Tiefblick

Bild 63: Cassonsgrat

Bild 64: Tschingelhoren und Piz Dolf

Bild 65: Cassonsgrat

Bild 66: Blick Richtung Ringelspitz

Bild 67: Infotafel

Bild 68: Cassonsgrat

Bild 69: Trinserhorn oder Piz Dolf

Bild 70: Cassonsgrat mit Tschingelhoren

Bild 71: Berglandschaft

Bild 72: Piz Segnes und Piz Dolf

Bild 73: Piz Segnes und Piz Dolf

Bild 74: Fil de Cassons und Tschingelhoren

Bild 75: Alpenblumen

Bild 76: Steinmann und Piz Dolf

Bild 77: Steinmänner

Bild 78: Steinmann und Piz Dolf

Bild 79: Piz Segnes und Piz Dolf

Bild 80: Piz Segnes und Piz Dolf

Bild 81: Berglandschaft

Bild 82: Piz Dolf

Bild 83: Wolken

Bild 84: Piz Dolf

Bild 85: Fil de Cassons

Bild 86: Bergstation Cassonsbahn

Bild 87: Cassonsbahn

Bild 88: Pfad Naraus - Foppa

Bild 89: Hütte in Foppa

Bild 90: Holzhaus in Foppa

Bild 91: Blick Richtung Fil de Cassons

Bild 92: Flimserstein

Bild 93: Flimserstein

Bild 94: Blick Richtung Flims

Bild 95: Blockhaus in Scheia

Bild 96: Kinder

Bild 97: Alphornbläser

Bild 98: Nebengebäude Haldenhaus
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